Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2014 war das 74. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und fand am 1. Jänner 2014 im Wiener Musikverein statt. Dirigiert wurde es zum zweiten Mal von Daniel Barenboim, welcher das Konzert zuvor 2009 geleitet hatte.

Besonderheiten Das Programm war insbesondere dem Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 gewidmet. Der Dirigent Daniel Barenboim ist Mitbegründer des palästinensisch-israelischen West-Eastern Divan Orchestra und hatte zahlreiche Preise für seine Bemühungen um den Frieden im Nahen Osten erhalten, unter anderem 2004 den Haviva-Reik-Friedenspreis, 2006 den Hessischen Friedenspreis und den Ernst von Siemens Musikpreis und 2010 den Westfälischen Friedenspreis und die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold. 2007 wurde er zum Friedensbotschafter der UNO ernannt, 2011 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert.diepresse.com - Dirigent Barenboim für Friedensnobelpreis nominiert. Artikel vom 11. August 2011, abgerufen am 6. Jänner 2015.

Barenboim widmete das erste Stück, die Helenen Quadrille, seiner Frau, der Pianistin Jelena Dmitrijewna Baschkirowa. Jelena ist eine Variante des weiblichen Vornamens Helena bzw. Helene. Baschkirowa und ihr gemeinsamer Sohn, der Geiger Michael Barenboim, haben sich im Publikum befunden. In einem Interview gab Daniel Barenboim an, gezögert zu haben, als man ihn fragte, das Konzert nochmals zu leiten, weil das zweite Konzert in der Regel nicht dieselbe Einzigartigkeit entfalten könne wie das erste.derStandard.at - Daniel Barenboim: "Als man mich einlud, habe ich gezögert". Artikel vom 27. Dezember 2013, abgerufen am 6. Jänner 2015.

Der Walzer Friedenspalmen von Josef Strauss nahm Bezug auf die Schlacht bei Königgrätz. Komponiert wurde dieser im Herbst 1866, also kurz nach der Kriegsniederlage der Donaumonarchie.Neujahrskonzert 2014 – Das Programm. Artikel vom 10. November 2013, abgerufen am 6. Jänner 2015. Der Carolinen Galopp sollte auf Barenboim als Brückenbauer zwischen West und Ost anspielen – der Galopp ist nach der zur Zeit von Strauss bestehenden Carolinen-Brücke über den Wienfluss benannt. Mit dem Ägyptischen Marsch sollte das Engagement Barenboims im Nahen Osten gewürdigt werden.

Zum Walzer Geschichten aus dem Wienerwald wurden Aufnahmen aus dem Stift Klosterneuburg gezeigt, welches – durch Leopold III. im Jahr 1114 gegründet – sein 900-Jahr-Jubiläum feierte.

Mit der Mondscheinmusik aus der Oper Capriccio ehrten die Philharmoniker den Komponisten Richard Strauss anlässlich seines 150. Geburtstages. Im Dynamiden-Walzer von Josef Strauss kommt jenes Motiv vor, welches Richard Strauss 46 Jahre später für den Ochswalzer im Rosenkavalier verwendet hatte.. Artikel vom 1. Jänner 2014, abgerufen am 6. Jänner 2015.

Im Rahmen eines Neujahrskonzertes erstmals aufgeführt wurden die beiden Polkas Neckerei und Schabernack von Josef Strauss.

Bei den Zugaben verzichtete Barenboim darauf, den dem Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky von Radetz gewidmeten und am 31. August 1848 uraufgeführten Radetzky-Marsch zu dirigieren. Radetzky wurde vor allem durch seine militärischen Erfolge 1848 und 1849 gegen das Königreich Sardinien-Piemont bekannt und war in mehreren Schlachten siegreich. Barenboim schüttelte stattdessen jedem Musiker die Hand.derStandard.at - Grüßshow mit Instrumentalgesängen. Artikel vom 1. Jänner 2014, abgerufen am 6. Jänner 2015.

Die Philharmoniker kreierten den Twitter-Hashtag prosit2014 um Neujahrsgrüße an die ganze Welt zu senden.Die Welt - Diesmal walzt es mit Hashtag #Prosit2014. Artikel vom 1. Jänner 2014, abgerufen am 6. Jänner 2015.twitter.com - Hashtag #prosit2014. Abgerufen am 6. Jänner 2015.

Blumenschmuck Der Blumenschmuck wurde erstmals von den Wiener Stadtgärten zur Verfügung gestellt.Neujahrskonzert 2014: Floristen-Team begeisterte mit Frühlingsblumenschmuck. APA-Meldung vom 2. Jänner 2014, abgerufen am 5. Jänner 2015. Bis dahin war dieser seit 1980 ein Geschenk der italienischen Stadt Sanremo.

Ballett Im September 2013 wurden die Tanzeinlagen des Wiener Staatsballetts im Stadtpalais Liechtenstein aufgenommen. Für die Choreographie zeichnete wie auch bei seiner Premiere im Jahr 2013 der Brite Ashley Page verantwortlich. Getanzt wurde zum Walzer Die Romantiker von Joseph Lanner und der Polka Pizzicati von Leo Delibes. Die Harlekin-Kostüme im Schottenkaro wurden von Vivienne Westwood entworfen.. Artikel vom 31. Dezember 2013, abgerufen am 6. Jänner 2015.

2014 tanzten die einem breiten Publikum aus der ORF-Sendung Dancing Stars bekannten Profitänzer Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov nach ihrer eigenen Choreographie live im Goldenen Saal des Musikvereins zum Walzer An der schönen blauen Donau. Auch sie traten in Kostümen von Vivienne Westwood auf."Neujahrskonzert 2014" live im ORF: Michael Beyer setzt Wiener Philharmoniker und Wiener Staatsballett in Szene. APA-Meldung vom 10. Dezember 2013, abgerufen am 5. Jänner 2015.

Programm 2014 1. Teil Eduard Strauß: Helenen Quadrille, op. 14 Josef Strauss: Friedenspalmen, Walzer, op. 207 Johann Strauss (Vater): Carolinen-Galopp, op. 21a Johann Strauss (Sohn): Egyptischer Marsch, op. 335 Johann Strauss (Sohn): Seid umschlungen, Millionen, Walzer, op. 443 Johann Strauss (Sohn): Stürmisch in Lieb’ und Tanz, Polka schnell, op. 393

2. Teil Johann Strauss (Sohn): Ouvertüre zu Waldmeister Johann Strauss (Sohn): Klipp Klapp, Galopp, op. 466 Johann Strauss (Sohn): Geschichten aus dem Wienerwald, Walzer, op. 325 Joseph Hellmesberger junior: Vielliebchen, Polka, op. 1 Josef Strauss: Bouquet-Polka, Polka schnell, op. 188 Richard Strauss: Mondscheinmusik aus der Oper Capriccio Joseph Lanner: Die Romantiker, Walzer, op. 167 Josef Strauss: Neckerei, Polka Mazur, op. 262 Josef Strauss: Schabernack, Polka schnell, op. 98 Léo Delibes: Variation dansée (Pizzicati). Polka aus dem Ballett Sylvia Josef Strauss: Dynamiden (Geheime Anziehungskräfte). Walzer, op. 173 Josef Strauss: Ohne Sorgen, Polka, op. 271

Zugaben Josef Strauss: Carrière-Polka, Polka schnell, op. 200 Johann Strauss (Sohn): An der schönen blauen Donau, Walzer, op. 314 Johann Strauss (Vater): Radetzky-Marsch, op. 228

Pausenfilm Der von Felix Breisach gestaltete 25-minütige Pausenfilm Backstage warf einen Blick hinter die Kulissen des Neujahrskonzertes. Gezeigt wurden die Arbeiten an den Kostümen in London durch Vivienne Westwood, die Proben des Orchesters, die Produktion der Balletteinlagen im Stadtpalais Liechtenstein, die ORF-Technik und Arbeiten der Floristen."Backstage - Das Neujahrskonzert 2014": Felix Breisachs ORF-Film zur Konzertpause blickt hinter die Kulissen. APA-Meldung vom 19. Dezember 2013, abgerufen am 7. Jänner 2015.

Musik Wiener Philharmoniker: Wolfgang Amadeus Mozart: Eine kleine Nachtmusik, Rondo, KV 525 Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Dornröschen, Polonaise, op. 66 Amilcare Ponchielli: Danza delle ore Gioachino Rossini: Ouvertüre aus der Oper Wilhelm Tell Johannes Brahms: Ungarischer Tanz Nr. 7 Joseph Lanner: Die Romantiker, Walzer, op. 167 The Philharmonics Claude Debussy: Clair de lune Wolfgang Amadeus Mozart: Finale aus der Oper Die Zauberflöte, KV 620 Johann Strauss (Sohn): Oje, oje, wie rührt mich dies aus der Operette Die Fledermaus Tibor Kovac: Ochi chornye aus Souvenir de Boheme Wiener Geigen Quartett Joseph Haydn: Largo Cantabile aus dem Divertimento HOB. II: 22

Besetzung (Auswahl) Daniel Barenboim, Dirigent Ernst Ottensamer, Soloklarinette Norbert Täubl, 2. Klarinette Wilfried Scharf, Zither, Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Solo zum Walzer Geschichten aus dem Wiener Wald

Der Vorstand der Philharmoniker, Clemens Hellsberg, hatte sich die linke Hand gebrochen und konnte somit nicht an der Violine am Konzert teilnehmen.derStandard.at - Und ewig lockt der Walzertrubel. Artikel vom 30. Dezember 2013, abgerufen am 6. Jänner 2015.

Fernsehübertragung Für die Bildregie der 56. ORF-Übertragung zeichnete erstmals der aus Celle stammende Michael Beyer verantwortlich. Eingesetzt wurden 16 Kameras, davon zwei Schienenkameras, drei Tower-Cams sowie eine Mini-Remote-Kamera auf der Bühne mit Fokus auf den Dirigenten. Die Moderation für den ORF und das ZDF übernahm wieder Barbara Rett. Die britische Schauspielerin Julie Andrews moderierte wie auch in den Jahren zuvor fürs US-Fernsehen. Übertragen wurde das Konzert erstmals von mehr als 90 Stationen.

In Österreich sahen durchschnittlich 883.000 Musikinteressierte beim ersten Teil zu, was einem Marktanteil von 60 Prozent entsprach. Den zweiten Teil verfolgten im Schnitt 1,154 Millionen Zuseher, ein Marktanteil von 63 Prozent. Der Pausenfilm wurde von durchschnittlich 1.064.000 Personen gesehen (64 Prozent Marktanteil).

Aufnahmen Ein Live-Mitschnitt des Konzertes wurde auf zwei Compact-Discs () sowie drei Langspielplatten () veröffentlicht, die DVD und Blu Ray-Disc () erschienen am 31. Jänner 2014.amazon.at - Wiener Philharmoniker - Neujahrskonzert 2014. Abgerufen am 6. Jänner 2015.

Die Aufnahme des Konzertes zählt in Österreich zu den meistverkauften Alben des Jahres 2014.

Weblinks Neujahrskonzert 2014 mit Daniel Barenboim auf austriancharts.at

Einzelnachweise

#2014 Kategorie:Musikalische Veranstaltung 2014