James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie (Originaltitel Tomorrow Never Dies) ist der 1997 gedrehte, 18. Film der James-Bond-Reihe und der zweite Film mit Pierce Brosnan als Agent 007. Der Titelsong Tomorrow Never Dies wurde von Sheryl Crow gesungen. Der Film hatte ein Budget von 110 Millionen US-Dollar und spielte weltweit fast 460 Millionen US-Dollar ein. Er kam am 18. Dezember 1997 in die deutschen Kinos.

Handlung Der MI6, die CIA und die Russen beobachten Terroristen, die auf einem Flugplatz illegal einen Waffenhandel betreiben. Dort soll Bond eine Dechiffriermaschine ausfindig machen. Als dies gelingt, soll mit einer Rakete auf einen Schlag ein Großteil der Terroristen eliminiert werden. Kurz bevor diese einschlägt, kann Bond in letzter Sekunde ein Aero L-39 Flugzeug mit Nuklearwaffen aus der Zone entfernen und so eine Katastrophe verhindern.

Der britische Medien-Mogul Elliot Carver will die informatorische Weltherrschaft gewinnen – und dies mithilfe seines Medien-Imperiums, zu dem die britische Tageszeitung Tomorrow und ihr deutsches Gegenstück Morgen gehören. Zu diesem Zweck will er das Vereinigte Königreich und die Volksrepublik China in einem Krieg aufeinanderhetzen.

In einem ersten Schritt lässt er durch sein Stealth-Schiff eine Fregatte der britischen Marine, die HMS Devonshire, versenken und schießt zudem einen MiG-Kampfjet der chinesischen Luftwaffe ab. Er bedient sich dazu eines vom Cyber-Terroristen Gupta beschafften GPS-Senders und seiner Satelliten, um die Navigation der Fregatte zu stören und diese in die Nähe chinesischer Gewässer zu leiten. Die Attacken führen zu den von Carver gewünschten politischen Konsequenzen, doch weder der britische Secret-Service noch der chinesische Nachrichtendienst sind von Angriffen voll überzeugt und beide Länder senden ihre Agenten aus. Bei der Eröffnung von Carvers neuem Medienzentrum in Hamburg treffen James Bond und sein chinesisches Pendant Wai Lin zum ersten Mal aufeinander. Bond trifft aber auch Paris Carver wieder, mit der er einige Jahre zuvor eine Affäre hatte und die inzwischen die Ehefrau des Medienzaren ist. Sie finden wieder zusammen und er verbringt eine Liebesnacht mit ihr in seiner Suite im Hotel Atlantic. Danach bricht er erneut zu Carvers Medienzentrum auf und stiehlt den GPS-Sender.

Carver erfährt von der erneuten Beziehung und als Bond in sein Hotel zurückkommt, findet er dort die Leiche von Paris vor, zusammen mit einem vorproduzierten Video mit der Schlagzeile ihres gemeinsamen Todes. Daneben sitzt ein Profikiller, der Bond verhören soll, um an den in Bonds Wagen versteckten GPS-Störer zu gelangen, den Carvers Männer nicht öffnen können. Bond kann ihn aber mittels seines Mobiltelefons, welches als Elektroschocker arbeitet, überwältigen und töten. Nach einer aufwendigen Flucht mit seinem Wagen gelingt es Bond, aus dem Parkhaus des Hotels zu fliehen.

Mithilfe seines CIA-Kollegen Jack Wade gelangt er nach Vietnam, dem Ort, wo die Fregatte gesunken ist. Dort trifft er wieder auf Wai Lin. Sie können bei einem Tauchgang die Fregatte auffinden und entdecken, dass eine Atomrakete entwendet wurde. Beim Auftauchen geraten beide in die Hände von Carvers Leuten, doch auch jetzt gelingt ihnen – mit Handschellen aneinandergekettet – auf einem Motorrad die Flucht durch Ho-Chi-Minh-Stadt. mini|Die Sea Shadow diente als Vorbild für Carvers Stealth-Boot Unter Mithilfe der Chinesen entdecken sie schließlich Carvers Stealth-Schiff im Südchinesischen Meer. Carver will von hier aus mit der Rakete nicht nur den Krieg endgültig entfachen, sondern auch mithilfe des korrupten Generals Chang einen Staatsstreich im Reich der Mitte organisieren, wodurch er sich die Führungsrolle in der dortigen Medienlandschaft gesichert hätte.

Bei dem Versuch, Minen an dem Schiff anzubringen, wird Bond von Carvers Handlanger Stamper – vermeintlich – getötet und Wai Lin gefangen genommen. Bond, der aber noch lebt, gelingt es, Wai Lin zu befreien und mit einer ferngezündeten Handgranate die Außenwand des Schiffes zu beschädigen, worauf dieses nun auf dem Radar sichtbar ist. Als die Royal Navy daraufhin das Feuer auf das Stealth-Schiff eröffnet, springt die gesamte Besatzung von Bord. Zurück bleiben Bond, Wai Lin, Carver und Stamper. Zuerst kommt es zu einem Duell zwischen Bond und Carver, wobei Carver am Ende von der „Seadrill“ – einer Art Torpedo, der vorne mit drei Sägen bestückt ist – samt dem Kommandostand zerfetzt wird. Wai Lin kann parallel im Maschinenraum Chaos anrichten und so das Schiff stoppen, bevor es außer Reichweite gelangt. Danach versucht Bond, die Rakete zu entschärfen, wird aber von Stamper überrascht, der in der Zwischenzeit Wai Lin wieder gefangen genommen hat und sie jetzt, mit Ketten gefesselt, ins Wasser wirft. Es kommt zu einem letzten Kampf zwischen Bond und Stamper auf der Abschussrampe, an der Bond inzwischen die Zünder für die Minen platziert hat. Bond merkt schnell, dass er gegen den weitaus stärkeren Stamper keine Chance hat. Er sticht Stamper ein Messer in den Bauch, springt über Bord und rettet Wai Lin nach minutenlangem Luftanhalten. Kurz darauf zerstört der Abgasstrahl der startenden Rakete die Zünder, wodurch die Minen detonieren und das Stealth-Schiff zusammen mit Stamper und der Rakete explodiert.

Produktion Nach dem weltweiten Erfolg von GoldenEye musste der folgende 18. James-Bond-Film beweisen, dass der Erfolg nicht nur eine Eintagsfliege war, und die James-Bond-Reihe wieder als feste Größe im Filmgeschäft etablieren. Das Studio MGM hatte große Erwartungen an den Film und setzte die Produzenten unter gewaltigen Druck. auf hmss.com (englisch), abgerufen am 14. November 2012. Hinzu kam, dass der nächste Film der erste der Serie nach dem Tod des Produzenten Albert R. Broccoli sein würde.Production Notes – Tomorrow Never Dies auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 14. November 2012.

Drehbuch Bruce Feirstein, der bei GoldenEye bereits am Drehbuch mitgearbeitet hatte, entwarf ein Drehbuch, das von der bevorstehenden Übergabe Hongkongs von Großbritannien an China handelte.

Regisseur Roger Spottiswoode begann sofort nach seiner Vertragsunterzeichnung damit, das Drehbuch zu überarbeiten, dessen Titel zu diesem Zeitpunkt noch Tomorrow never lies (dt. Der Morgen lügt nie) lautete. Er versammelte sieben Autoren, darunter Robert Collector und Nicholas Meyer, um an einem gemeinsamen Wochenende Ideen zur Verbesserung des Drehbuchs zu entwickeln. Meyer wurde ausgewählt, das Drehbuch zu überarbeiten. in: Variety, 8. Dezember 1996 auf klast.net (englisch), abgerufen am 14. November 2012. Später überarbeiteten auch Daniel Petrie, Jr. und David Campbell Wilson das Drehbuch, bevor es erneut Feirstein war, der letzte Änderungen daran vornahm. Im fertigen Film wird nur Feirstein als Drehbuchautor genannt. Das endgültige Drehbuch lag erst eine Woche vor Drehbeginn vor.

Titel Der Filmtitel ist der zweite eines Bondfilms (nach Lizenz zum Töten 1989), der keinen Bezug zum Erfinder Bonds, Ian Fleming, hat.

Der englische Originaltitel ist durch einen Fehler entstanden. Einer der Entwürfe war laut Regisseur Roger Spottiswoode Tomorrow Never Lies (dt. Der Morgen lügt nie), in Anlehnung an den Beatles-Song Tomorrow Never Knows. Dieser wurde zusammen mit anderen per Fax an MGM übermittelt, wo jedoch durch einen Fehler Tomorrow Never Dies (dt. Der Morgen stirbt nie) daraus wurde, was den Produzenten so gut gefiel, dass der Fehler zum endgültigen Filmtitel wurde.

Die deutsche Übersetzung des Titels führt leicht zu einem Missverständnis: „Tomorrow“ bedeutet genau genommen „Das Morgen“ (im Sinne von „der nächste Tag“) und nicht „Der Morgen“, was dem englischen „morning“ entspräche. Da mit dem „Morgen“ aber Carvers Zeitung „MORGEN“ gemeint ist, setzte sich der maskuline Artikel durch.Deutsches Filmplakat (1997)

Besetzung Martin Campbell, der bei GoldenEye Regie geführt hatte, wollte nicht bei zwei aufeinander folgenden Filmen Regie führen, und deshalb entschied man sich für Roger Spottiswoode als neuen Regisseur. Während dieser das Drehbuch überarbeitete, begann das Casting der Darsteller.

Pierce Brosnan hatte einen Vertrag über mehrere Bond-Filme abgeschlossen und sollte wieder die Hauptrolle spielen. Mit ihm kehrten auch Judi Dench als M, Samantha Bond als Miss Moneypenny und Joe Don Baker als Jack Wade in die Rollen zurück, die sie bereits in GoldenEye gespielt hatten. Außerdem spielte Desmond Llewelyn bereits zum 16. Mal den Q.

Bonds Gegenspieler war diesmal der Medienmogul Elliot Carver. Die Rolle bot man Anthony Hopkins an, der sie trotz anfänglichen Interesses jedoch ablehnte. Schließlich konnte man Jonathan Pryce für die Rolle gewinnen.

Das Bond-Girl Paris Carver wurde von Teri Hatcher gespielt, die bereits aus der Fernsehserie Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark bekannt war. Sie drehte die letzte Folge der Fernsehserie an einem Montag, flog am Dienstag nach Großbritannien und begann am Mittwoch mit den Dreharbeiten zu Der Morgen stirbt nie. Während der Dreharbeiten war sie im dritten Monat schwanger, was die Arbeiten jedoch nicht beeinflusste.Teri Hatcher Pregnant auf eonline.com (englisch), abgerufen am 14. November 2012.

Die kleine Rolle der Inga Bergstrom, bei der Bond Sprachunterricht nimmt, wurde an Cecilie Thomsen vergeben, die damals die Freundin des Rockmusikers Bryan Adams war. Die Rolle der Wai Lin wurde von Michelle Yeoh dargestellt, die bereits in zahlreichen asiatischen Actionfilmen mitgewirkt hatte.

Der deutsche Schauspieler Götz Otto bekam die Rolle als Carvers Gehilfe Stamper. Als er die Produzentin Barbara Broccoli kennenlernte, gab diese ihm genau 20 Sekunden Zeit, um sich vorzustellen. Er sagte: „Ich bin groß, ich bin böse, ich bin kahlköpfig und deutsch. Fünf Sekunden, behalten Sie den Rest.“Interview mit Götz Otto. Auf: YouTube-Kanal von Verstehen Sie Spaß? 25. September 2012. Abgerufen am 4. August 2013.

Gerard Butler hatte in Der Morgen stirbt nie als Besatzungsmitglied der HMS Devonshire einen seiner ersten Leinwandauftritte.

Die deutsche Schauspielerin Antje Schmidt spielt eine kleine, im Abspann nicht erwähnte Rolle als Mitarbeiterin der Autovermietung, die Bond in Hamburg seinen Wagen übergibt.

Titeldesign Wie schon bei GoldenEye übernahm wieder Daniel Kleinman die Gestaltung der Filmtitelsequenz.

Der Morgen stirbt nie handelt von der Macht der Massenmedien in der modernen Welt. Um dies in den Filmtiteln darzustellen, erscheinen die weiblichen Silhouetten lediglich menschenähnlich, erweisen sich bei genauerem Hinsehen jedoch als technische Objekte, die sich in einer digitalen Welt bewegen.Daniel Kleinman: Designer of Title Sequences for GoldenEye and Casino Royale auf popculture.knoji.com (englisch), abgerufen am 23. Dezember 2012. Röntgenaufnahmen erlauben den Blick in das innere technischer Objekte. Diamanten werden zu im All kreisenden Satelliten, was als Reminiszenz an die Titelsequenz des Films Diamantenfieber gewertet werden kann.

Dreharbeiten Das zweite Filmteam begann am 18. Januar 1997 auf dem Flugplatz Peyresourde-Balestas in den französischen Pyrenäen mit den Aufnahmen der Eröffnungssequenz. Es wurde von Vic Armstrong geleitet, einem ehemaligen Stuntman, der bereits bei den Dreharbeiten zu Man lebt nur zweimal mitgewirkt hatte. Anschließend ging man nach Portsmouth, um dort Szenen aufzunehmen, in denen sich die britische Marine auf den Angriff der Chinesen vorbereitet. Dabei wurde auch auf der HMS Westminster gefilmt.

Das Hauptfilmteam begann am 1. April 1997 mit den Dreharbeiten. Die für GoldenEye eingerichteten Leavesden Film Studios waren belegt, also wurden in einem in der Nähe gelegenen Industriekomplex neue Bühnen geschaffen und zusätzlich auf der „007 Stage“ in den Pinewood Studios gedreht.