mini|Der Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe (2001) Hans-Dieter Grabe (* 6. März 1937 in Dresden) ist ein deutscher Dokumentarfilmer und Regisseur. Er wurde vor allem für seine Langzeitstudien bekannt.

Leben Geboren ist Grabe in Dresden als Sohn von Kurt Grabe, einem Berufsoffizier, zu Kriegsende Oberst der Luftwaffe. Nach der Alliierten Bombardierung Dresdens zog er nach Cottbus und besuchte dort die Schule bis 1955. Von 1955 bis 1959 folgte ein Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Von 1960 bis 1962 arbeitete Grabe als freier Mitarbeiter beim Fernsehen des Bayerischen Rundfunks in München. Anschließend wurde er Redakteur beim ZDF, für das er bis zu seinem 65. Lebensjahr (2002) arbeitete. Hans-Dieter Grabe ist Autor und Regisseur von rund 60 gesellschaftspolitischen und zeitgeschichtlichen Dokumentarfilmen.

Grabe ist Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)Film- und Medienkunst – Mitglieder. Hans-Dieter Grabe. Filmdokumentarist, Journalist. In: adk.de, abgerufen am 13. April 2018. und Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie.

In der Dokumentation Waffenstillstand – Mein Sommer ’45 in Dresden berichtet Grabe über das Kriegsende aus seiner Sicht. In: zdf.de. ZDF, 4. Mai 2020.

Auszeichnungen Ehrendiplom des Adolf-Grimme-Preises für: Wohlfahrt in Waffen (1963) Adolf-Grimme-Preis in Silber und Wertung der Marler Gruppe (in Verbindung mit dem Adolf-Grimme-Preis): Platz 1 und Sonderpreis der Union Asiatischer Rundfunk- und Fernsehanstalten für: Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang (1970) Adolf-Grimme-Preis in Gold und Wertung der Marler Gruppe (in Verbindung mit dem Adolf-Grimme-Preis): Platz 1 und Eduard-Rhein-Preis (3. Preis) und Preis der Deutschen Filmkritik für: Hiroshima, Nagasaki – Atombombenopfer sagen aus (1985) Robert-Geisendörfer-Preis (2. Preis) und Eduard-Rhein-Preis (1. Preis) für: Abdullah Yakupoglu: Warum habe ich meine Tochter getötet? (1986) Wertung der Marler Gruppe (in Verbindung mit dem Adolf-Grimme-Preis): Platz 2 für: Jens und seine Eltern (1990) Spezialpreis des Film- und Fernsehverbandes, Dokumentarfilmfestival Leipzig für: Dien, Chinh, Chung und Tung – Lebensversuche in Vietnam (1990) Robert-Geisendörfer-Preis (1. Preis) für: Do Sanh (1991) Adolf-Grimme-Preis (zusammen mit Kameramann Horst Bendel und Sprecher Walter Renneisen) und Ehrende Anerkennung, Fernsehwettbewerb LiteraVision – Fernsehpreis der Landeshauptstadt München für: Er nannte sich Hohenstein (1994) Deutscher Kritikerpreis für das Gesamtwerk (1994) Friedensfilmpreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin für: Er nannte sich Hohenstein (1994) und den Epilog Drei Frauen aus Poddembice (1995) Nominierung Deutscher Fernsehpreis Telestar (ARD und ZDF) für: Frau Siebert und ihre Schüler (1997) Deutscher Fernsehpreis Der Goldene Löwe (RTL) für: Do Sanh – der letzte Film (1998) Preis der deutschen Filmkritik und ARTE-Dokumentarfilmpreis für: Mendel lebt (1999) Grand Prix aller Kategorien, Internationales Festival des Unabhängigen Films, Brüssel für: Do Sanh – der letzte Film (1999) Bundesverdienstkreuz für das Gesamtwerk (2002) Nominierung Adolf-Grimme-Preis und Nominierung Deutscher Fernsehpreis für: Diese Bilder verfolgen mich (2003) Adolf-Grimme-Preis für 20 × Brandenburg – Grabe war an diesem Projekt mit dem Beitrag Wiederbegegnung beteiligt (2011) Preis der Deutschen Filmkritik für: Raimund – ein Jahr davor (2013) Nominierung Adolf-Grimme-Preis für Anton und ich (2018)

Filme 1963: Wohlfahrt in Waffen – ein Bericht über das neutrale Schweden 1964: Die Befreiten – Österreicher in der Neutralität 1965: Kuwait – ein Scheichtum stürzt ins 20. Jahrhundert 1966: Hoffnung – Fünfmal am Tag. Beobachtungen auf einem Deutschen Bahnhof 1966: Auslandsschulen mangelhaft – Bericht über ein deutsches Versäumnis 1966: Die Helgoland in Vietnam 1967: Und da erschrak die Monarchie – Bericht über den Aufstieg des dänischen Kommunistenführers Aksel Larsen 1968: Die Trümmerfrauen von Berlin 1968: Lava – Der Ätna und seine Menschen 1968: Hinter schwedischen Gardinen – Experimente und Reformen in Schwedens Strafvollzug 1970: Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang 1972: Mendel Schainfelds zweite Reise nach Deutschland 1972: Wer schießt auf Ralf Bialla? 1977: Mehmet Turan oder noch ein Jahr, noch ein Jahr… 1979: Das Wunder von Lengede oder Ich wünsch’ keinem, was wir mitgemacht haben 1980: Emil Zátopek oder Dana sagt: Bier macht dumm 1981: Bernauer Straße 1 bis 50 1981: Fritz Teufel oder Warum haben Sie nicht geschossen? 1983: Ludwig Gehm – ein deutscher Widerstandskämpfer 1984: Dr. med. Alfred Jahn, Kinderchirurg in Landshut 1985: Hiroshima, Nagasaki – Atombombenopfer sagen aus 1986: Abdullah Yakupoglu: Warum habe ich meine Tochter getötet? 1987: Gudrun Pehlke – Statistisch gesehen sind Sie tot 1989: Die Ohnmacht überwinden – Elisabeth Erb in Polen 1990: Jens und seine Eltern 1994: Er nannte sich Hohenstein (90 Min.). In: phoenix.de, abgerufen am 4. März 2017 (Filmbeschreibung; der Verfasser des Tagebuchs war Franz Heinrich Bock)., 1995: Epilog: Drei Frauen aus PoddembiceEpilog: Drei Frauen aus Poddembice. Film von Hans-Dieter Grabe. In: phoenix.de, abgerufen am 5. März 2017 (Filmbeschreibung)., 1996: Letzte Stunden in Poddembice – eine dokumentarische Trilogie 1996: Frau Siebert und ihre Schüler 1998: Do Sanh – der letzte Film. In: ZDF-Mediathek. 5. März 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017. 1999: Mendel lebt 2001: Gebrochene Glut 2002: Diese Bilder verfolgen mich – Dr. med. Alfred Jahn 2008: Geschichten vom Essen 2010: Wiederbegegnung. In: 20 × Brandenburg – Menschen – Orte – Geschichten 2013: Raimund – ein Jahr davor. In: ZDF-Mediathek. 5. März 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017. 2017: Anton und ichAnton und ich. In: ZDF-Mediathek. 13. Oktober 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017. 2019: Waffenstillstand – Mein Sommer ’45 in DresdenWaffenstillstand – Mein Sommer ’45 in Dresden. In: ZDF-Mediathek. Abrufbar bis zum 3. Mai 2021.

Texte von Hans-Dieter Grabe (in chronologischer Reihenfolge) zu seinem Film Ludwig Gehm – ein deutscher Widerstandskämpfer. In: 50 Jahre Machtergreifung. ZDF 1983, S. 14–15. zu seinem Film Abdullah Y.: „Warum habe ich meine Tochter getötet?“ In: ZDF Journal Politik. Oktober 1986, S. 8–10. Oral History. In: Geschichte im Fernsehen. Ein Handbuch. Hrsg. von Guido Knopp und Siegfried Quandt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-02487-7, S. 204–218. Kriege können verhindert werden, ich wollte es glauben. In: Abenteuer Wirklichkeit. Akademie der Künste, 1989, S. 19. Nachträglicher Versuch einer Antwort. In: 3sat Information. 11/89, S. 25–26. Verdrängt? Der Dokumentarfilm im Fernsehen und eigene Erfahrungen (in 1. Zeile statt „Wirklichkeit“ „Nachdenklichkeit“). In: Funkkorrespondenz. 45/1991, S. 33–35. Mein Weg zum Gesprächsfilm. Vortrag im Haus des Dokumentarfilms. In: Fernseh-Dokumentarismus. Bilanz und Perspektive (= Close up. Band 1). Hrsg. von Peter Zimmermann. Verlag Ölschläger, München 1992, ISBN 3-88295-182-6, S. 181–196. Statement zur Dokumentation. In: 26. Mainzer Tage der Fernsehkritik. ZDF, 1994, S. 253–257. Er nannte sich Hohenstein – Eine Vergangenheit will nicht vergehen. In: ZDF Jahrbuch 1994. S. 83–86. Jens und seine Eltern – Lebenserfahrungen. In: Im Abseits der Städte. ECON, 1994, S. 267–280. zu seinem Film Do Sanh – der letzte Film. In: ZDF Presse Spezial. März 1998, S. 2–6. Do Sanh – der letzte Film, Neue Erfahrungen. In: ZDF Jahrbuch 1998. S. 70–71. Es begann in Vietnam. Der Kinderchirurg Alfred Jahn und H.-D. Grabe in: ZDF Kontakt. 1/2003, S. 16–17. zu seinem Film Mendel lebt. In: Aus der Mitte. Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sandstein Verlag Dresden, 2005, S. 131–138, 260. Hoffnungen. In Dokumentarfilm im Umbruch. UVK – Verlag Konstanz, 2006, S. 259–262. Leipzig, 25. April 2006 18.41, im Zug. In: 30 Vorworte. Stadt Duisburg/Duisburger Filmwoche, 2006. Es ist recht herrlich, daran zu denken, dass man essen kann, soviel man Lust hat. Zu seinem Film Geschichten vom Essen. In: ZDF Kontakt. 11/2008, S. 14 f. Dem Zuschauer Raum lassen für eigene Gedanken und Bilder. Vortrag an der Zürcher Hochschule der Künste. Zürcher Hochschule der Künste, Zürich 2010, S. 1–14. Blick zurück. In: Booklet zu der DVD-Edition Hans-Dieter Grabe – Dokumentarist im Fernsehen. absolut Medien, 2012, S. 33–38. Die große Spinne ist nun tot. Gedichte und Notizen aus meinem Leben. BoD, Norderstedt 2022, ISBN 978-3-7568-4228-5.

Gespräche mit Hans-Dieter Grabe (in chronologischer Reihenfolge) Martin Eggenschwyler zu Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang. 3sat, 3. März 1991. Christian Erlewein „Annähern, nicht anbiedern“ – H.-D. Grabe über die behutsame Methode seiner Dokumentarfilme. In: Medium. 2/92, . Martin Hübner Der DEFA-Komplex. Folge 8: Nestflüchter. MDR, 3. August 1993. Cornelia Bolesch zu Lebenserfahrungen: Do Sanh und Tage mit Sanh in Spuren des Krieges. In: Dokumentarfilmzeit. 3sat, 27. März 1994. Cornelia Bolesch zu Er nannte sich Hohenstein und Drei Frauen aus Poddembice. In: Dokumenarfilmzeit. 3sat, 26. März 1995. Cornelia Bolesch zu Jens und seine Eltern und Jens von Sonntagnachmittag bis Freitagabend. In: Dokumentarfilmzeit. 3sat, 15. Dezember 1996. Christa Blümlinger zu Frau Siebert und ihre Schüler. In: Dokumentarfilmzeit. 3sat, 15. März 1998. Christoph Hübner Dokumentarisch arbeiten: Lieber weniger als mehr. Dokumentarfilm. 3sat, 27. September 1998. Christoph Hübner: Dokumentarisch arbeiten: Lieber weniger als mehr. In: Ins Offene…Dokumentarisch arbeiten 2. In: Vorwerk. 8, 2000, S. 12–59. Dietrich Leder zu Do Sanh – der letzte Film. In: Dokumentarfilmzeit. 3sat, 30. April 2000. Bodo Witzke: „Ich muss nicht Angst vor Bomben haben“ – Der Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe. Dokumentarfilm, ZDF, 7. März 2002 (1:39:29 Std.). David A. Goldsmith: The Documentary Makers – Interviews with 15 of the Best in the Business. RotoVision, Switzerland, 2003, S. 44–53. Hardy Prothmann: Die ganze Härte – Gespräch mit Hans-Dieter Grabe. In: CUT 8+9. 2003, S. 38–39. Mark Obert: Rücksichtnahme und Respekt. In: epd medien. Nr. 90 17. November 2004. Titus David Hamdorf: Mit Genauigkeit und zärtlicher Länge – Gespräch mit dem Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe, geführt von Titus David Hamdorf. In: Kunst & Therapie. Zeitschrift für bildnerische Therapien. 2005, Nr. 1, , S. 41–49. Ulrike Angermann: Forum extra. Hans-Dieter Grabe zum Siebzigsten. Gespräch zum Lebenswerk und zu den Lebensstationen. ZDFdokukanal, 6. März 2007.ZDF: Die Programmhöhepunkte des ZDFdokukanals im März 2007. In: Presseportal, abgerufen am 9. November 2019. Doris Titze: Es sind Begegnungen von großem Wert. In: Resonanz und Reslilienz. Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sandstein Verlag Dresden, 2008, S. 63–75. Isabell Sterzel: Der Mann hinter der Kamera. In: Zeitschrift für Kulturanthropologie/Volkskunde. Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Nr. 10/2010, S. 10–14.

Literatur (in alphabetischer Reihenfolge) Rudolf Blank: Leise und nah – Über Hans-Dieter Grabes dokumentarisches Arbeiten. In: ZDF Presse Extra. 2001, S. 2–3. Rudolf Blank: Hans-Dieter Grabe – Meister des Weniger ist mehr. In: Booklet zur DVD-Edition Hans-Dieter Grabe – Dokumentarist im Fernsehen. Deutsche Kinemathek/Museum für Film und Fernsehen/absolut Medien, 2012, S. 26–32. Claas Danielsen: Unvergleichliche Behutsamkeit – Der genaue Blick. Hommage H.-D. Grabe. In: Katalog des 49. Internat. Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilme. 2006, S. 128–137. Matthias Dell: Etwas reparieren. Eins davon ist Deutschland: Über das Werk des Dokumentaristen Hans-Dieter Grabe. In: Cargo. 46, 20. Juni 2020, S. 54–57. Patrick Conley: Achtundzwanzig Jahre für einen Film. In: CUT. Jg. 2, Nr. 5 (Mai 1998), S. 50 f. Simone Emmelius: Gegen alle Widerstände – Hans-Dieter Grabes Do Sanh-Filme. In: Die Wiederholung. Schüren-Verlag, 2001.