alternativtext=Friedrichshafen nach Luftangriff|mini|Friedrichshafen nach Luftangriff Während des Zweiten Weltkrieges gab es elf Luftangriffe der Alliierten auf Friedrichshafen mit insgesamt eintausend Toten und Verwundeten und einer nahezu vollständigen Zerstörung der alten Bodenseestadt.
Friedrichshafen mini|Luftschiff auf dem Gelände der Luftschiffbau Zeppelin 1928 mini|Im Bodensee finden sich noch heute Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg Friedrichshafen, benannt nach dem württembergischen König Friedrich I., ist im Jahre 1811 aus dem Zusammenschluss der dörflichen Siedlung am Kloster Hofen und der Reichsstadt Buchhorn entstanden. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war die 30.000-Einwohner-Stadt geprägt durch namhafte Industrieunternehmen wie Dornier-Werke, Maybach-Motorenbau, Luftschiffbau Zeppelin, ZF Friedrichshafen und ihre Zulieferer. Aufgrund dieser beträchtlichen Ansammlung von Industriebetrieben war die Stadt ein Ziel alliierter Luftangriffe. Hierbei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass nicht nur Industriegebiete am Stadtrand, sondern auch dichtbewohnte Innenstadtviertel gezielt angegriffen wurden (Morale-Bombing-Strategie).Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen, München 2002, ISBN 3-548-60432-3, S. 186.
Würzburg-Riese und Großrakete Aggregat 4 Die Alliierten vermuteten, dass innerhalb der Luftschiffbau Zeppelin auch eine Produktionslinie mit Teileherstellung für den Würzburg-Riesen existierte. Dieses Radargerät im Entwicklungsstadium war ein wesentliches Hilfsmittel der Kammhuber-Linie, benannt nach dem General der Nachtjagd Josef Kammhuber.
Was die Aufklärung der Alliierten nicht herausfand, war aber, dass bei der Luftschiffbau Zeppelin im Juni 1943 die Teilefertigung für die Großrakete Aggregat 4, besser bekannt unter dem Propagandanamen Vergeltungswaffe 2 – kurz V2 –, anlaufen sollte. Tatsächlich fanden aber am 20. Juni 1943Martin Middlebrook, Chris Everitt: The Bomber Command War Diaries. An Operational Reference Book, 1939–1945. Midland Publishing, 1996, ISBN 1-85780-033-8, S. 399 f. (im Rahmen der Operation Bellicose) und am 8. Oktober 1943 zwei gezielte Luftangriffe auf die Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen statt und verhinderten eher zufällig die anlaufende Produktion der V2.
28. April 1944 Am 28. April 1944 bombardierten das RAF Bomber Command zum ersten Mal gezielt ein Wohngebiet. Der Angriff dauerte von 2:00 Uhr bis 2:50 Uhr. Innerhalb dieser fünfzig Minuten wurden 185.000 INC 4 lb-Stabbrandbomben, 580 Sprengbomben und 170 Luftminen abgeworfen. 136 Menschen starben. Die Krankenhäuser und Notfallstationen registrierten nach dem Angriff 375 verwundete Personen.
Literatur Raimund Hug-Biegelmann: Friedrichshafen im Luftkrieg 1939–1945. Stadt Friedrichshafen, Friedrichshafen 2003, ISBN 3-89549-302-3. Hans Willbold: Der Luftkrieg zwischen Donau und Bodensee: Vorbereitungen, Flugplätze und deren Belegungen, Luftangriffe, Abstürze. Federsee-Verlag, Bad Buchau 2002, ISBN 3-925171-54-1, S. 216–226.
Weblinks
Stadt Friedrichshafen: Friedrichshafen und der 2. Weltkrieg (archivierte Version)
Einzelnachweise
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