Die Bahnstrecke Goldap–Stallupönen (Gołdap–Nesterow) wurde 1901 gebaut. Sie verlängerte die bereits 1897 eröffnete Bahnstrecke Angerburg–Goldap () nach Norden und stellte einen Bahnanschluss in die Rominter Heide (: Krasny Les, ) her.
Geschichte 1907 erfolgte eine Anbindung der Rominter Heide nach Gumbinnen (russisch: Gussew), die in Tollmingkehmen (1938 bis 1946: Tollmingen, ) auf die Bahnstrecke Goldap–Stallupönen/Ebenrode traf und ein Jahr später bis nach Szittkehmen (1938 bis 1946: Wehrkirchen, ) verlängert wurde.
In Stallupönen bestand Anschluss an die Preußische Ostbahn im Streckenabschnitt von Königsberg (Kaliningrad) nach Eydtkuhnen (1938 bis 1946: Eydtkau, russisch: Tschernyschewskoje) sowie an die Bahnstrecke nach Tilsit ().
Die Bahnstrecke Goldap–Stallupönen unterstand bis 1945 der Reichsbahndirektion in Königsberg (Preußen). 1940 verkehrten auf der Strecke täglich drei Zugpaare, an Sonn- und Feiertagen ein Zugpaar. Die Bahnlinie verband die beiden Kreise Goldap und Stallupönen/Ebenrode und durchzog sie in Nord-Süd-Richtung.
In Folge des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb auf dem nun durch die polnisch-russische Staatsgrenze durchquerten Streckenabschnitt Gołdap–Krasnolessje eingestellt und die Bahnanlagen größtenteils abgebaut. Auf dem Streckenabschnitt von Krasnolessje nach Nesterow lief der Verkehr anfangs noch, wurde dann aber nur noch einige Zeit vom Güterverkehr genutzt.
mini|links|Tschistyje Prudy (2025) mini|links|Der Bahnhof in Nesterow (Stallupönen/Ebenrode) 2006
Seit 2020 wurde geplant, die Strecke zwischen den Stationen Nesterow (Stallupönen) und Krasnolessje (Gr. Rominten) sowie den Bahnhof Krasnolessje grundsätzlich zu sanieren. Dadurch kann die Fahrgeschwindigkeit auf 80 km/h angehoben werden. Diese Instandsetzung wurde bis Anfang 2024 durchgeführt. Eine Probefahrt für Ehrengäste fand am 19. April 2024 statt. Ab dem Sommerfahrplan wurde mit Beginn am 1. Mai 2024 an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen der Personenverkehr mit einer Direktverbindung von Königsberg (Zug 6572, ab 9:55 Uhr) nach Gr. Rominten wieder aufgenommen (Ankunft 12:31 Uhr). Die Rückfahrt erfolgt in Gr. Rominten mit Zug 6571 um 18:36 Uhr, Ankunft in Königsberg um 21:08 Uhr. Die Fahrten des Sommerfahrplanes endeten am 30. September.
Die Verbindung Kaliningrad (Königsberg i. Pr.) – Krasnolessje (Gr. Rominten) ist eine der wichtigsten für den Transport fester Baustoffe und Schüttgut innerhalb des Kaliningrader Gebietes. Im Jahre 2022 wurden 112.300 Tonnen Sand befördert.
Literatur Siegfried Bufe: Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Egglham, 1986, ISBN 3-922138-24-1. Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichsbahn-Kursbücher. Ausgabe vom 21. Januar 1940 der Deutschen Reichsbahn, Oberbetriebsleitung Ost Berlin, Nachdruck 1. Auflage 1988. Dieter Zeigert: Verschwundene Gleise. Die „Kaiserbahn“ Goldap–Szittkehmen. Stade, 2011, ISBN 978-3-00-034548-7.
Weblinks Verlauf auf OpenStreetMap: Gołdap – Krasnolessje/Hardteck (stillgelegter Teil) Verlauf auf OpenStreetMap: Krasnolessje/Hardteck – Nesterow/Ebenrode
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Bahnstrecke in der Oblast Kaliningrad