mini|hochkant|Die Trophäe der AFC Champions League
Die AFC Champions League Elite ist ein Wettbewerb für asiatische Fußball-Vereinsmannschaften, der von der Asian Football Confederation (AFC) organisiert wird. Sie bildet im Rahmen des jährlich ausgetragenen Asienpokals vor der AFC Champions League Two und der AFC Challenge League den wichtigsten Kontinentalwettbewerb für Vereinsmannschaften in Asien. Im Unterschied zur europäischen Champions League sind bei der asiatischen Variante nicht alle Mitgliedsverbände der AFC teilnahmeberechtigt.
Zunächst von 1967 bis 1971 als Asian Champion Club Tournament und danach von 1985 bis 2002 als Asian Club Championship ausgetragen, wurde der Wettbewerb von 2003 bis 2024 als AFC Champions League ausgespielt. Seit der Saison 2024/25 wird er unter der neuen Bezeichnung AFC Champions League Elite weitergeführt.
Rekordsieger dieses Wettbewerbs ist der saudi-arabische Verein al-Hilal mit vier Titelgewinnen. Dahinter rangieren Pohang Steelers aus Südkorea und Urawa Red Diamonds aus Japan mit je drei sowie insgesamt zwölf Vereine mit jeweils zwei Erfolgen. Mit insgesamt zwölf Siegen liegt Südkorea im Nationenvergleich vorne. Auf dem geteilten zweiten Platz folgen Japan und Saudi-Arabien (je 8). Aktueller Titelverteidiger in der Saison 2026/27 ist der saudi-arabische Verein al-Ahli.
Der Gewinn der Champions League Elite qualifiziert die betreffende Mannschaft zur Teilnahme am FIFA-Interkontinental-Pokal und der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.
Geschichte Saison Sieger desAsian Champions Club Tournament 1967 1969 1970 1971 (2) Saison Sieger derAsian Club Championship 1985/86 1986 1987 1988/89 1989/90 1990/91 (2) 1991 1992/93 1993/94 1994/95 (2) 1995 1996/97 1997/98 (2) 1998/99 1999/2000 (2) 2000/01 2001/02 (2) Saison Sieger der AFC Champions League 2002/03 2004 2005 (2) 2006 2007 2008 2009 (3) 2010 (2) 2011 (2) 2012 2013 2014 2015 (2) 2016 (2) 2017 (2) 2018 2019 (3) 2020 (2) 2021 (4) 2022/23 (3) 2023/24 (2) Saison Sieger derAFC Champions League Elite 2024/25 2025/26 (2) 2026/27
1967 bis 1972 – Anfänge und schneller Niedergang Die erste Spielzeit des Wettbewerbs fand 1967 unter der Bezeichnung Asian Champion Club Tournament statt. Es sollten die Meister aus acht Ländern teilnehmen: Hongkong, Indien, Iran, Israel,Der israelische Fußballverband war von 1956 bis 1974 Mitglied in der AFC Malaysia, Südkorea, Südvietnam und Thailand. Noch vor dem Beginn zogen sich jedoch die Mannschaften aus Indien und dem Iran zurück. Der Wettbewerb startete schließlich im Mai 1967 im K.-o.-System mit den sechs Mannschaften Bangkok Bank FC, Daehan Tungsten FC, Hapoel Tel Aviv, Selangor FA, South China AA und Vietnam Customs. Im Finale am 19. Dezember 1967 bezwang der israelische Vertreter Hapoel Tel Aviv den malaysischen Vertreter Selangor FA mit 2:1 und gewann so als erste Mannschaft den Pokal.
Nachdem der Wettbewerb 1968 nicht stattfand, wurde das Format für die Spielzeit 1969 geändert. So wurde an einem festen Spielort zunächst in einer Gruppenphase gespielt, ehe es im K.-o.-System weiterging. Erstmals fand neben dem Finale auch ein Spiel um den dritten Platz statt. Dominiert wurden die ersten vier Austragungen von israelischen Vereinen, die drei Titel bei vier Finalteilnahmen gewinnen konnten. Das letzte Finale 1971 zwischen Maccabi Tel Aviv und dem al-Shorta SC fand dabei nicht statt, da sich die Iraker weigerten gegen eine Mannschaft aus Israel zu spielen, sodass Maccabi zum Sieger ernannt wurde.
1972 wurde der Wettbewerb zum zweiten Mal eingestellt. Die Gründe lagen im geringen Interesse der Vereine teilzunehmen. Der Fußball in Asien steckte zum damaligen Zeitpunkt noch in den „Kinderschuhen“ und die Vereine hatten selten das nötige Geld, um weite Reisen auf sich zu nehmen. Außerdem spalteten internationale Konflikte wie die Nichtanerkennung Israels durch die arabische Welt (infolge derer der israelische Fußballverband aus der AFC ausgeschlossen wurde) oder der Kalte Krieg den Kontinent.
1985 bis 2002 – Wiederbelebung unter neuen Namen Es dauerte 14 Jahre, bis die AFC erneut einen ähnlichen Wettbewerb veranstaltete. Im Herbst 1985 fanden erstmals Qualifikationsspiele zum nun als Asian Club Championship bezeichneten Wettbewerb statt. Die Teilnahme beschränkte sich wiederum auf die jeweiligen Landesmeister. Die Endrunde wurde im darauffolgenden Januar ausgetragen. Im Finale konnte sich der südkoreanische Verein Daewoo Royals (heute Busan IPark) gegen al-Ahli aus Saudi-Arabien mit 3:1 in der Verlängerung durchsetzen. Bei den nächsten beiden Spielzeiten dominierten Vereine aus Japan, wobei 1986 die Endrunde nur aus vier Mannschaften bestand und in einem Round-Robin-Format ausgespielt wurde, während 1987 der saudi-arabische Finalgegner al-Hilal nicht antrat. Auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder Vereine, die sich aus finanziellen oder anderen Gründen vom Wettbewerb zurückzogen bzw. gar nicht erst antraten.
Ab 1985 wurde der Wettbewerb mehrfach im Format verändert. Eine wichtige Neuerung dabei war ab der Saison 1993/94 die Aufteilung der Mannschaften nach geografischer Zugehörigkeit (West- oder Ostasien), teilweise bis hin zum Viertelfinale. Bereits in der Saison 1990/91 wurde von der AFC der Asienpokal der Pokalsieger eingeführt, an dem die jeweiligen nationalen Pokalsieger teilnahmen. Die Gewinner beider Wettbewerbe spielten dann ab 1995 den Super Cup aus.
Von 1988 bis 1995 wurden die Titel recht ausgeglichen unter Katar, Südkorea, dem Iran, Japan, China, Thailand und Saudi-Arabien verteilt. Der Thai Farmers Bank FC konnte 1994/95 als erster Verein seinen Titel aus der Vorsaison verteidigen. Von Mitte der 1990er Jahre an bis zur Umbenennung des Wettbewerbs zur Saison 2002/03 gewannen südkoreanische Vereine fünf Titel in sieben Jahren. Die Pohang Steelers (1996/97 und 1997/98) und Suwon Samsung Bluewings (2000/01 und 2001/02) jeweils hintereinander.
2003 bis 2013 – Umbenennung in Champions League
Mit dem Ende der Saison 2001/02 wurde der Asienpokal der Pokalsieger (und damit auch der Super Cup) mit der Asian Club Championship nach dem Vorbild der UEFA Champions League zur AFC Champions League zusammengelegt. Mit der Umbenennung folgte auch eine größere Umgestaltung des Wettbewerbs. So nahmen nun an dem Wettbewerb mehr Vereine teil als zuvor, auch mehrere Vereine aus einem Land waren zugelassen. Die zur Saison 1993/94 bereits eingeführte Aufteilung der Mannschaften nach geografischer Zugehörigkeit (West- oder Ostasien) hatte weiterhin Bestand. Das Turnier wurde zunächst in vier Gruppen zu je vier Teilnehmern gespielt, ehe das Halbfinale und das Finale folgten. Die erste Austragung der AFC Champions League gewann der al Ain Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Finale gegen den thailändischen Verein BEC-Tero Sasana mit 2:0.
Mit der Einführung des damaligen AFC Cups zur Spielzeit 2004 und des damaligen AFC President’s Cups zur Spielzeit 2005 folgte die AFC ihrem Plan Vision Asia, mit dem man versuchte, den enormen Entwicklungsunterschieden innerhalb des Kontinents Rechnung zu tragen und den Zerfall des Verbandes in verschiedene Interessensphären zu verhindern. Fortan war die Champions League nur noch den „stärksten“ Verbänden vorbehalten.
Ab 2004 wurde der Spielplan auf Februar/März bis November/Dezember gelegt. Weitere Änderungen waren die Abschaffung der Qualifikationsrunden sowie die Einführung eines festen Qualifikationsplatzes im Viertelfinale (die restlichen Plätze erhielten die sieben Gruppensieger) für den Titelverteidiger. Als einziger Verein konnte der Ittihad FC aus Saudi-Arabien diesen Vorteil 2005 zu einem weiteren Titelgewinn nutzen, nachdem er den Pokal im Vorjahr bereits gewonnen hatte.
Mit der Spielzeit 2009 wurde der Wettbewerb erneut signifikant verändert. So wurden – ähnlich wie bei der UEFA – die einzelnen Verbände einer Wertung nach diversen Kriterien unterzogen und dabei nach einem Punktesystem bewertet. Außerdem wurden die Qualifikationsrunden wieder ausgespielt, wie auch ein Achtelfinale eingeführt. Der Titelverteidiger verlor seinen festen Qualifikationsplatz, dafür erhielten die beiden Finalisten des letztjährigen AFC Cups das Recht an der Qualifikation zur Champions League teilzunehmen, falls sie die Lizenzansprüche erfüllten.
Ab 2006 an dominierten ostasiatische Vereine, so siegten in acht Jahren vier südkoreanische, zwei japanische und ein chinesischer Verein. Den verbliebenen Gewinn konnte der al-Sadd SC aus Katar 2011 erringen.
2014 bis 2024 – Einführung einer Vierjahreswertung und Teilnehmeraufstockung mini|hochkant=0.5|links|Logo von 2009 bis 2020 Ende 2014 wurde der AFC President’s Cup wieder abgeschafft, wodurch sich die Teilnehmeranzahl der anderen beiden Wettbewerbe erhöhten. So sind nun die insgesamt 24 „stärksten“ Verbände an der Champions League teilnahmeberechtigt, während die restlichen um den AFC Cup spielen. Gleichzeitig baute die AFC ihr anfängliches Wertungssystem zur AFC-Vierjahreswertung (vergleichbar mit der UEFA-Fünfjahreswertung) aus, die aus einer Verbandswertung und einer Klubwertung besteht. 2014 konnte sich mit den Western Sydney Wanderers aus Australien erstmals ein außerhalb Asiens beheimateter Verein durchsetzen.
2021 wurde die Gruppenphase der Champions League von 32 auf 40 Mannschaften erhöht, wodurch je eine Vierergruppe in der West- und eine in der Ostregion dazukam. Von diesen acht extra Startplätzen profitierten vor allem die Verbände hinter den großen sechs, die damit die Möglichkeit hatten sich regelmäßig mit den stärksten Vereinen zu messen.
Die Dominanz der ostasiatischen Vereine setzte sich zunächst bis 2018 mit zwei japanischen und je einem chinesischen und südkoreanischen Sieg fort. Von 2019 bis 2024 wechselten sich West- und Ostasien jeweils ab. Der saudi-arabische Verein al-Hilal stieg mit seinen beiden Siegen 2019 und 2021 mit nun vier Titeln zum neuen alleinigen Rekordsieger auf.
Ab 2024 – Fortführung als Champions League Elite Bereits Ende Dezember 2022 gab die AFC eine erneute Umstrukturierung der bisherigen Kontinentalwettbewerbe für Vereinsmannschaften bekannt, worunter auch die Wiedereinführung eines dritten asiatischen Wettbewerbs gehörte. Zusammen mit den anderen beiden Turnieren erhielt auch der erste Wettbewerb mit AFC Champions League Elite einen neuen Namen, wobei die AFC ihn als Fortsetzung der früheren Champions League sieht. An der Champions League Elite werden wie auch an der Champions League die besten Verbände teilnehmen, während die mittleren für die Champions League Two und die schwächsten für die Challenge League startberechtigt sind.
Mit der Umbenennung wird der Modus an den neuen Modus der europäischen Champions League angeglichen. Die bis dahin ausgetragene Phase mit mehreren Gruppen wird zu je einer großen Liga für die West- und die Ostregion mit jeweils zwölf Mannschaften verändert. Innerhalb dieser zwei Ligen spielen die entsprechenden Vereine je vier Heim- und vier Auswärtsspiele. Die besten acht Mannschaften jeder Liga qualifizieren sich für das Achtelfinale, das noch in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Der Rest des Wettbewerbs findet innerhalb einer kurzen Zeit an einem zentralen Ort statt, wobei jede Begegnung – einschließlich dem Finale – nur in einem Spiel entschieden wird.
Teilnehmende Mannschaften
Teilnahmeberechtigt sind die 24 „stärksten“ Verbände der Asian Football Confederation (AFC). Aufgeteilt in die West- und Ostregion (wozu auch Australien gehört) stehen den Verbänden jeweils zwölf direkte Startplätze in der Gruppenphase zu. Vier weitere werden in jeder Region durch die Qualifikation entschieden.