Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der senegalesischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Die senegalesische Mannschaft nahm erstmals an der Qualifikation für die WM 1970 teil und konnte sich bisher erst viermal für die WM qualifizieren. In der ewigen Rangliste belegte der Senegal vor der WM 2018 den 47. Platz und war damit die beste Mannschaft, die nur einmal die Endrunde erreichte. 2018 nahm die Mannschaft zum zweiten Mal teil und ist die erste Mannschaft in der WM-Geschichte, die aufgrund der Fair-Play-Wertung ausschied. Sie verbesserte sich in der ewigen Rangliste auf Platz 41 und war die zweitbeste Mannschaft, die nur zweimal teilnahm. 2022 scheiterte die Mannschaft im Achtelfinale an England, verbesserte sich aber auf den 35. Platz und war nun die beste Mannschaft, die nur dreimal teilnahm. 2026 fiel die Mannschaft auf Platz 36 zurück, da sie von Norwegen überholt wurde.
Übersicht
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1938Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1950Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1954Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1958Schweden nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1962 Chile nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand. 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde nach Entscheidungsspiel an Marokko gescheitert. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Marokko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Togo gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder in der 1. Runde an Marokko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1986 Mexikonicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Angola im Elfmeterschießen gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1990 Italien nicht teilgenommen 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Marokko gescheitert. 1998 Frankreichnicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Togo gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 2002 Südkorea/JapanViertelfinale Türkei 7. Bruno Metsu Niederlage nach Verlängerung durch Golden Goal. Sieg im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Togo gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Algerien gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation scheiterte die Mannschaft in die Playoff-Runde an der Elfenbeinküste. 2018 Russland Vorrunde Polen, Japan, Kolumbien 17. Aliou Cissé Nach je einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage aufgrund der Fair-Play-Wertung ausgeschieden. 2022 Katar Achtelfinale England 10. Aliou Cissé In der 2. Qualifikationsrunde setzte sich die Mannschaft gegen die Republik Kongo, Namibia und Togo durch und in der dritten Runde gegen Ägypten. Gegner bei der Endrunde waren die Niederlande, Katar und Ecuador in der Vorrunde sowie England im Achtelfinale. 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale Belgien 31. Pape Thiaw In der Qualifikation setzte sich die Mannschaft gegen die Demokratische Republik Kongo, den Sudan, Togo, Mauretanien und den Südsudan durch. Bei der WM-Endrunde traf die Mannschaft in der Gruppenphase auf Frankreich, Norwegen und den Irak. Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der senegalesischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen (davon 6× kein selbständiger Staat oder nicht anerkannt): 7× (30,4 %; 1930 bis 1962, 1990) Zurückgezogen: 1× (4,3 %; 1966) Nicht qualifiziert: 11× (47,8 %; 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2006, 2010 und 2014) Sportliche Qualifikation: 4× (17,3 % bzw. bei 26,7 % der Versuche) Vorrunde: 1× (4 %; 2018) Achtelfinale: 1× (4,3 %; 2022) Sechzehntelfinale: 1× (4,3 %; 2026) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 2002)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1962 Der Senegal war bis 1960 Teil von Französisch-Westafrika. Die Fédération Sénégalaise de Football wurde zwar bereits 1960 im Jahr der Unabhängigkeit gegründet, aber erst 1964 in die FIFA aufgenommen. Daher konnte der Senegal an den ersten WM-Turnieren nicht teilnehmen.
1966 in England Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ hatte der Senegal erstmals gemeldet und sollte der in der Qualifikations-Vorrunde gegen Marokko und Mali antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück.
1970 in Mexiko Für die erste WM in Mexiko wurde den Afrikanern ein direkter Startplatz zuerkannt, um den sich elf Mannschaften beworben. Der Senegal musste in der Qualifikation in der ersten Runde gegen Marokko antreten. Am 3. November 1968 bestritten die Senegalesen in Casablanca ihr erstes WM-Spiel und verloren mit 0:1 Im Heimspiel gelang ein 2:1-Sieg und da die Auswärtstorregel nicht galt, gab es ein Entscheidungsspiel in Las Palmas, das mit 0:2 verloren wurde. Marokko konnte sich in den weiteren Spielen dann erstmals qualifizieren, womit erstmals seit 1934 wieder eine afrikanische Mannschaft bei der WM vertreten war.
1974 in Deutschland Auch in der Qualifikation für die WM in der Bundesrepublik Deutschland traf der Senegal in der ersten Runde auf Marokko. Nach einem 0:0 in Marokko wurde das Heimspiel mit 1:2 verloren. Marokko scheiterte aber ebenfalls in der weiteren Qualifikation.
1978 in Argentinien In der Qualifikation zur WM in Argentinien konnte sich der Senegal in der ersten Runde nicht gegen Togo durchsetzen. Nach einer 0:1-Auswärtsniederlage reichte es im Rückspiel nur zu einem 1:1. Togo scheiterte aber in der zweiten Runde an Guinea.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien wurde die Anzahl der Startplätze erhöht und den Afrikanern ein weiterer zugestanden. In der Qualifikation mussten die Senegalesen in der ersten Runde wieder gegen Marokko antreten. Nach einem 0:1 im Heimspiel gelang zwar in Marokko ein 0:0, aber das reichte nicht. Marokko scheiterte dann in der letzten Runde an Kamerun, das sich damit erstmals qualifizierte.
1986 in Mexiko In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko mussten die Senegalesen in der ersten Runde gegen Angola antreten. Beide gewannen ihre Heimspiele mit 1:0, so dass das Elfmeterschießen entscheiden musste, das der Senegal mit 3:4 verlor. Angola schied dann in der zweiten Runde gegen Algerien aus.
1990 in Italien Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien hatte der Senegal, der sich 1989 im Krieg mit Mauretanien befand, nicht gemeldet.
1994 in den Vereinigten Staaten An der Qualifikation zur WM in den USA, für die die Afrikaner einen weiteren Startplatz erhielten, nahmen die Senegalesen dann wieder teil. Sie sollten in einer Gruppe gegen Gabun, Mosambik und Mauretanien antreten. Mauretanien verzichtete aber und mit drei Siegen sowie einer Niederlage gegen die beiden anderen Mannschaften gewann der Senegal die Gruppe. In der nächsten Runde waren Marokko und Sambia die Gegner. Mit nur einem Punkt belegte der Senegal nur den letzten Platz in der Gruppe. Dieser Punkt fehlte dann Sambia am Ende, so dass sich Marokko für die WM qualifizierte.
Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich, für die den Afrikanern nun sogar fünf Startplätze zustanden, verlief dann noch schlechter. Bereits in der ersten Runde schied der Senegal gegen Togo aus, da nach einer 1:2-Auswärtsniederlage im Heimspiel nur ein 1:1 gelang. In der zweiten Runde scheiterte dann auch Togo als Gruppenletzter einer Vierergruppe.
2002 in Japan und Südkorea
Die Qualifikation für die erste WM in Asien verlief dann endlich erfolgreich für die Senegalesen. In der ersten Runde wurde der Benin mit 1:1 und 1:0 ausgeschaltet. In der zweiten Runde wurden der ewige Kontrahent Marokko sowie Ägypten, Algerien und Namibia ausgeschaltet. Dabei startete der Senegal, der seit Januar 2001 von Bruno Metsu trainiert wurde, zunächst mit drei Remis, ehe der erste Sieg gelang. Nach einem weiteren Sieg wurde dann zwar gegen Ägypten verloren, die letzten beiden Spiele aber gewonnen. Am Ende war Marokko zwar punktgleich, Tordifferenz und direkter Vergleich sprachen aber für die Senegalesen.
Für die Endrunde wurde der Senegal in die Gruppe mit Titelverteidiger Frankreich, Dänemark und Ex-Weltmeister Uruguay gelost. Nach einem 1:0 im Eröffnungsspiel gegen Frankreich, bei dem Papa Bouba Diop das erste WM-Tor für den Neuling erzielte, gelang in Unterzahl – Salif Diao hatte in der 80. Minute die Rote Karte erhalten – ein 1:1 gegen Dänemark. Im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay, bei dem insgesamt 12 Spieler die Gelbe Karte erhielten, führten die Afrikaner zur Halbzeit mit 3:0, mussten in der zweiten Halbzeit aber noch drei Gegentore hinnehmen. Dennoch reichte es zum zweiten Platz hinter Dänemark, während die beiden Ex-Weltmeister ausschieden. Im Achtelfinale war Schweden der Gegner und führte bereits nach 11 Minuten. Rekordnationalspieler Henri Camara gelang aber bereits in der 37. Minute der Ausgleich für die Senegalesen. Dabei blieb es bis zur 90. Minute. In der anschließenden Verlängerung gelang Camara in der 104. Minute das Golden Goal. Im Viertelfinale trafen die Afrikaner auf die Türkei, die sich erstmals nach 1954 wieder qualifiziert hatte. Nach 90 torlosen Minuten ging es erneut in die Verlängerung, in der wieder das Golden Goal entschied, diesmal aber zu Ungunsten der Senegalesen. Es ist das bis dato letzte Golden Goal bei einer WM der Männer gewesen. Damit verabschiedete sich die Mannschaft für 16 Jahre von der WM-Bühne. Nach einem Spiel im Dezember endete dann auch das Engagement von Bruno Metsu im Senegal.
2006 in Deutschland Für die zweite Weltmeisterschaft in Deutschland konnte sich der Senegal dann wieder nicht qualifizieren. Nach einem Freilos in der ersten Runde wurde in der zweiten Runde in einer Gruppe hinter Togo, das sich erstmals qualifizierte, und vor Sambia, der Republik Kongo, Mali und Liberia nur der zweite Platz belegt. Zwar hatten die Senegalesen eine bessere Tordifferenz als die Togoer, aber zwei Punkte weniger, die sie beim 2:2 gegen Togo liegengelassen hatten.
2010 in Südafrika Die Qualifikation für die erste WM in Afrika verlief noch schlechter. Es gab zwar wieder ein Freilos für die erste Runde, aber in der zweiten Runde hatte Algerien am Ende einen Punkt mehr, obwohl sie ein Spiel mehr verloren hatten, und auch die punktgleichen Gambier lagen durch die bessere Tordifferenz noch vor dem Senegal. Nur die sieglosen Liberianer lagen noch hinter ihnen.
2014 in Brasilien Auch die Qualifikation für die zweite WM in Brasilien endete erfolglos. In der Gruppenphase wurden zwar Uganda, Angola und Liberia mit drei Siegen und drei Remis ausgeschaltet, in den Entscheidungsspielen der Gruppensieger war aber die Elfenbeinküste stärker. Nach einem 1:3 im Auswärtsspiel reichte das 1:1 im Heimspiel nicht, um zur WM zu fahren.
2018 in Russland