Die Zapfenepiphyse () ist eine im Röntgenbild erkennbare besondere Form eines Gelenkendes (Epiphyse), die unter Umständen mit einer Verkürzung eines oder mehrerer Finger- oder Zehenglieder einhergeht. Dabei wölbt sich die Epiphyse zentral in die bogenförmig nach innen eingebuchtete Metaphyse (angrenzender Knochenabschnitt) vor.

Nach Andres Giedion (1925–2013) können 38 verschiedene Typen mit unterschiedlichen Formen und Größen unterschieden werden.A. Giedion: Cone-shaped epiphyses of the hands and their diagnostic value. The tricho-rhino-phalangeal syndrome. In: Annales de radiologie, Band 10, Nr. 3, 1967, S. 322–329, . PMID 6051973.

Ursachen Zapfenepiphysen insbesondere an den Füßen kommen als Normvariante vor. In diesen Fällen ist die Wachstumsfuge nicht beeinträchtigt.K. Ebel, E. Willich, E. Richter (Hrsg.): Differentialdiagnostik in der Pädiatrischen Radiologie. Thieme 1995, ISBN 3-13-128101-4H. H. Thiemann: Zapfenepiphysen in Kombination mit Teilsymptomen des Marchesani-Syndroms. In: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen und der Nuklearmedizin, Band 93, September 1960, S. 367–370, . PMID 13776330.

Einer oder einzelnen Zapfenepiphysen liegt eine örtliche Störung der Wachstumsfuge nach einem TraumaE. Morscher: Posttraumatische Zapfenepiphyse. In: Archiv für orthopädische und Unfall-Chirurgie, Band 61, Nr. 2, 1967, S. 128–136, . PMID 5593430., einer Osteomyelitis, einer Infraktion bei Skorbut, einem Infarkt bei Sichelzellanämie oder einer Mangeldurchblutung zugrunde.T. Vizkelety, H. W. Wouters: Die Zapfenepiphyse Eine Erscheinungsform der enchondralen Ossifikationsstörungen. In: Archiv für orthopädische und Unfall-Chirurgie, Band 75, Nr. 3, April 1973, S. 212–225, . PMID 4634207.

Bei zentralem Verschluss der Wachstumsfuge kann es zu einer Wachstumsminderung mit Verkürzung des Fingergliedes kommen.

Eine Sonderform stellt die meist symmetrische Zapfenepiphyse distal am Oberschenkelknochen bei massiver Überdosierung von Vitamin A dar.

Im Rahmen von Syndromen Bei einer Reihe von Syndromen und Skelettdysplasien finden sich Zapfenepiphysen als eines von mehreren Symptomen:W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Band I. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0. Akrodysostose Asphyxierende Thoraxdysplasie Ellis-van-Creveld-Syndrom Fitzsimmons-Guilbert-Syndrom Kleidokraniale Dysplasie Muenke-Syndrom Nicolaides–Baraitser-Syndrom Pseudohypoparathyreoidismus Saldino-Mainzer-Syndrom Tricho-rhino-phalangeale Dysplasie (Langer-Giedion-Syndrom) Weill-Marchesani-Syndrom

Literatur A. Giedion: Zapfenepiphysen. Naturgeschichte und diagnostische Bedeutung einer Störung des enchondralen Wachstums. In: R. Glaumer, A. Rüttiman, P. Thurn, E. Vogler (Hrsg.): Ergebnisse der medizinischen Radiologie. 1968, Thieme Verlag, Stuttgart, S. 59–124, Habilitationsschrift

Einzelnachweise

Weblinks Radiopaedia

Kategorie:Diagnostik