Joudes [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Cuiseaux und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Joudois, resp. Joudoises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Joudes liegt in der Landschaft Bresse, im Südosten der Region Burgund und stößt mit seiner südöstlichen und südlichen Gemeindegrenze an das Département Jura. Im Süden, an der Grenze zur Gemeinde Balanod entspringt der Ruisseau de Joudes, der später als Bief de Louvarel die Gemeinde nach Norden durchzieht. Er gilt als Quellfluss von La DourlandeLa Dourlande, Länge 13,7 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei in Balanod auf ca. 248 m, Mündung bei in Frontenaud auf ca. 184 m, La Dourlande auf sandre.eaufrance.fr. Einen kurzen Teil der nordöstlichen Gemeindegrenze bilder der Ruisseau du BreuilRuisseau du Breuil, Länge 9,8 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei in Champagnat auf ca. 316 m, Mündung bei in Le Miroir auf ca. 192 m, Ruisseau du Breuil auf sandre.eaufrance.fr. Das östliche Gemeindegebiet schiebt sich in das Gebiet der Franche-Comté bis knapp an den Jurafuß vor. Diese Gebiete gelten bereits als dem Revermont zugehörig. Das Gemeindegebiet ist stark bewaldet, in besonderem Maße der Westen, wo sich nur wenige Siedlungen finden. In den Feuchtgebieten entlang der Biefs finden sich ausgedehnte Pappelplantagen. Die Departementsstraße D1083Departementsstrasse D1083 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen am 1. Januar 2016. (Lons-le-Saunier–Bourg-en-Bresse) zieht sich dem Jurafuß entlang durch den Bourg. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: la Basse-Cour, le Bourgneuf, les Capettes, les Charmelles, Cherand, le Chevreuil, la Combe, les Gasseux, la Grille, Laveratière, Machin, Marciat, le Muret, Rosière, les Sablière, le Vigneux, le Villard.

Klima Das Klima in Joudes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,2 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,1 °C, der kälteste der Januar mit 2,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1042 mm, dabei ist der November mit 119 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 62 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2826 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1189, wo Jeldes in den Rödeln des Klosters Gigny erwähnt wird. Fast gleichzeitig, nämlich 1191 wird auch Villa Martiaci, das Haus des Mariacus erwähnt, die heutige Schwestersiedlung zu Joudes. Die Herkunft der Bezeichnung Joudes, das sich aus Jeldes entwickelt hat, ist unklar.

Geschichte Joudes gehörte nur zum Teil zur Herrschaft Cuiseaux, sonst war es mit Varennes-Saint-Sauveur zusammen ein eigenes Lehen der Herren von Montjouvent, die die volle Gerichtsbarkeit besaßen. Gegen 1635 wurde sie an Pierre de Thorel verkauft, durch Heirat gelangte sie schließlich zur Familie Thoisy, den Herren von Rancy. 1285 tauschte Amédée IV., Graf von Savoyen, dieses Gebiet mit Robert II., dem Herzog von Burgund, gegen das Gebiet des Revermont und Coligny. Dadurch wurde Joudes burgundisch und blieb ein herzogliches, später königliches Lehen. Die Vasallen hatten dadurch weitgehende Rechte: droit d’indire, de guet et garde, de treuil et pressoir, de banvin, de tangues.Droit d’indire: Recht auf Verdoppelung der Abgaben in vier Fällen: Reise ins Heilige Land, Ausbau der Reiterei, Heirat der Tochter und zur Bezahlung von Lösegeld – Droit de guet et garde: Recht auf Unterhalt der Verteidigungsanlagen des Schlosses und auf Wachtdienst – Droit de treuil et pressoir: das Recht auf den Kelter – Droit de banvin: Recht, den Weinverkauf zu verbieten – droit de tangues: Recht auf den Schlamm aus den Étangs, der als Düngemittel verwendet wurde. Im Laufe des 17. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft durch Heirat an die Familie Thoisy, eine der angesehensten und ältesten Familien des Burgund, wo sie bis zur Revolution verblieb. Die Herren von Joudes Das Gebiet von Joudes gehörte teilweise zur Herrschaft Cuiseaux, zum Teil zum Kloster Gigny und zum größten Teil war es ein Lehen der de Montjouvent, die in Varennes-Saint-Sauveur residierten. Sie hatten es von den de Moysia übernommen, die schon 1324 bezeugt sind. Die Montjouvent verkauften um 1635 die Herrschaft an Pierre de Thorel, dessen Tochter Claudine de Thorel 1644 Charles de Thoisy, Écuyer, Herr von Rancy, heiratete. Sie hatten fünfzehn Kinder, ihr Nachfolger war Jacques François de Thoisy (* 26. August 1668, † 24. November 1746), Ritter, Herr von Joudes, Marcilly, Montagny-près-Louhans. Ihm folgte der Sohn Marie Michel de Thoisy (* 22. August 1717, † 30. März 1779), Baron, dem wiederum sein Sohn folgte: Georges Marie de Thoisy (* 28. Januar 1745, † 24. November 1810). Er heiratete 1782 Louise Charlotte Jacqueline de Beaurepaire.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Didier von Joudes

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %359181178143,9

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 41 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 38 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199921819920+16,0 % = 30 WE davon Hauptwohnsitz 180Zweit- oder Ferienwohnsitz31vakant7

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe3Baugewerbe1Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie7Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen2Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen2Sonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe4 In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei und ein Coiffeursalon, ferner ein Pétanqueplatz, eine Turn- und Sporthalle und ein Restaurant. Für die Güter des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Balanod oder Saint-Amour.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Joudes Comté und Morbier zugelassen, ferner Crème et beurre de Bresse und in den Gemeindeteilen westlich der N83 Volaille de Bresse und Dinde de Bresse, die östlichen Gebiete gelten als dem Revermont zugehörig und nicht mehr der Bresse.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 23 Schülern in einer Klasse besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr In Joudes besteht eine Haltestelle RD 1083 der Linie LR 303 (lignes régulières) der Linie Bourg-en-Bresse ↔ Lons-le-Saunier.

Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Didier aus dem 11. Jahrhundert

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté