mini|Ehrenmal auf der Altmannshöhe

Das Ehrenmal für die 1914–1918 gefallenen Bremer, die Gefallenen der Division Gerstenberg und des Freikorps Caspari steht auf der Altmannhöhe am östlichen Ausläufer der Bremer Wallanlagen. Es wurde 1933 von dem Bildhauer Ernst Gorsemann und dem Landschaftsarchitekten Heinrich Wiepking-Jürgensmann entworfen und 1935 eingeweiht.

Das Denkmal besteht aus einer Ringmauer, die auf der Innenseite mit rund 10.000 Namenssteinen aus Klinkern in unterschiedlichen Farbtönen verblendet ist. Durch einen altarähnlichen, auch als Kenotaph zu charakterisierenden Steinblock in der Mittelachse bekommt die Anlage einen entschieden sakralen Charakter. Ihm gegenüber, aber außerhalb des Dreiviertelkreises steht die Skulptur einer Mutter mit Kindern.

Geschichte mini|hochkant|Gorsemann: Mutter und Kinder auf der Altmannshöhe, 1936

Im März 1933 war der Bremer Senat von den Nationalsozialisten zum Rücktritt gezwungen worden. Im September beschloss der NS-konforme neue Senat das Ehrenmalprojekt in Angriff zu nehmen. Noch im Dezember legten der beauftragte Bremer Bildhauer Gorsemann und der in Berlin und Köln tätige Landschaftsarchitekt Heinrich Friedrich Wiepking-Jürgensmann einen Entwurf vor.Zu den Verbindungen zwischen Gorsemann, Wiepking und dem Bremer Gartenbaudirektor Richard Hohmann siehe Kai Artinger: „Germanisches Waldrind“ und Rhododrendren. Die Geschichte von Bremens bekanntester Freiplastik und des Rhododendronparks im Nationalsozialismus, in: Arbeiterbewegung und Sozialgeschichte, Heft 26, Bremen 2012, S. 56 ff. Die Bürger Bremens wurden zu Spenden aufgerufen. Die feierliche Einweihung in Anwesenheit hoher Militärs fand am 13. Oktober 1935 statt, 1936 fügte Gorsemann die Steinskulptur Mutter und Kinder hinzu, die kurz vor Ende des Krieges beschädigt wurde.

Zeitgleich war auch ein von den Freikorpsveteranen gefordertes Denkmalprojekt in Gestalt des Sterbenden Jünglings von Herbert Kubica in der Bremer Innenstadt realisiert worden.Zu dieser Konkurrenzsituation siehe die Arbeit von Frank Hethey: . Das Projekt eines Bremer Freikorpsdenkmals – der Weg zur Jünglingsstatue von Herbert Kubica, Kapitel 2.

Eine 1945 begonnene Neufassung der Mutterfigur, an der Gorsemann bis zu seinem Tod 1960 gearbeitet hatte, wurde 1963 aufgestellt. „Die einzige deutliche Veränderung gegenüber der ersten Plastik nahm er bei der Gestaltung des Kopfes der ‚Mutter‘ vor, der er in der zweiten Fassung verhärmte, leidende Gesichtszüge verlieh und ihre ‚deutsche‘, dem nationalsozialistischen Frauenbild entsprechende Frisur durch ein einfaches Tuch ersetzte“ (Mielsch).Mielsch, S. 43 Abgesehen von einigen Beschädigungen der Kriegs- und Nachkriegszeit an den Namenssteinen und der gezielten Entfernung von sechs in den Machtkämpfen vor 1933 umgekommenen Nationalsozialisten ist also die Anlage unverändert erhalten, einschließlich der Würdigung der an der Niederschlagung der Bremer Räterepublik beteiligten Gefallenen.

Wiederholt nutzten daher rechtsradikale Gruppen die Anlage zu Versammlungen und Kundgebungen für militaristische und rassistische Ziele,Pressemitteilung des Bremer Friedensforums daraufhin wurde der Mauerring durch ein Gittertor verschlossen.

Inschriften Umlaufend über den Namenssteinen ein Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer:

Rechts auf der Ringmauer: (es folgen die Namen).

Auf dem „Altar“: : Mit diesem Zitat aus dem Johannesevangelium wurde, von kirchlicher Seite unbeanstandet, der Tod des Soldaten mit dem Kreuzesopfer Christi verglichen.

Literatur Anna-Luisa Leinen: Das Ehrenmal auf der Altmannshöhe. Eine Chronologie von 1915–2022, Bremen 2022 (Digitalisat). Beate Mielsch: Denkmäler Freiplastiken Brunnen in Bremen 1800–1945. Bremen 1980, S. 43, 57, Abb. 83–85. Stadtgrün Bremen (Hrsg.): Zwischen Lust und Wandeln, 200 Jahre Bremer Wallanlagen. Bremen, 2002, S. 219–222. Peter Kuckuk: Das „Ehrenmal“ für die Bremer gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges auf der Altmannshöhe in: Wiltrud Ulrike Drechsel: Geschichte im öffentlichen Raum. Denkmäler in Bremen zwischen 1435 und 2001, Bremen:Donat, 2011, S. 84–101.

Weblinks

Liste der 10.000 Gefallenen des 1. Weltkrieges Kriegergedenkstätte Altmannshöhe

Einzelnachweise

Kategorie:Denkmal in Bremen Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs in der Freien Hansestadt Bremen Kategorie:Mitte (Bremen) Kategorie:Skulptur (1935) Kategorie:Skulptur in Bremen Kategorie:Kulturdenkmal in Bremen