Mesyn (; ) ist ein 1551 gegründetes Dorf im Nordosten der ukrainischen Oblast Tschernihiw mit etwa 150 Einwohnern (2024). Bekannt ist Mesyn für den jungpaläolithischen Lagerplatz (nicht zu verwechseln mit Mézin in Frankreich). thumb|links|Blick auf den Fluss Desna beim Ort
Geographie Mesyn liegt am rechten Ufer der Desna im Rajon Nowhorod-Siwerskyj.
Am 12. Juni 2020 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Siedlungsgemeinde PonornyzjaКабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 730-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Чернігівської області", bis dahin bildete es zusammen mit dem Dorf Kuryliwka () die gleichnamige Landratsgemeinde Mesyn (Мезинська сільська рада/Mesynska silska rada) im Nordosten des Rajons Korop.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Nowhorod-SiwerskyjВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів.
Jungpaläolithischer Fundort Fedir Wowk fand 1908 in Mesyn die Überreste eingetiefter, runder Winterhütten der Jäger und Sammler mit Fundamenten aus Erde, Mammutknochen und Steinen. Die Dächer wurden durch vermutlich fellbezogene Stangengerüste gebildet. Im Inneren gab es eine Feuerstelle. Wie auch die Mammutknochenhäuser von Meschyritsch, Dobranitschewka und dem Kiew-Kyrill-Wohnplatz (alle Ukraine) stammen die Funde in Mesyn aus der Zeit des osteuropäischen Epigravettiens (entspricht etwa dem Magdalénien Mitteleuropas). Unter den Jagdwildresten befanden sich Belege für 108 Mammuts, 80 Rehe, 56 Pferde, 17 Moschusochsen und 3 Nashörner.
Die Funde bestehen aus Stein- und Knochengeräten, u. a. Bernstein, Muscheln die aus einer Entfernung von etwa 600 km stammen, Nähnadeln mit Öhr aus Elfenbein, offene Armbänder mit Mustern und Schnurlöchern am Ende, Plättchen mit geometrischen Mustern und etwa 20 ornamentbedeckte Figuren von schwer deutbarer Form, die als Vögel, hockende Tiere, Phallen oder stilisierte Frauen mit ausgeprägtem Gesäß gedeutet werden.
Kunst; Musik Ein Schulterblatt und zwei Unterkiefer von Mammuten waren flächendeckend mit 1 cm breiten roten Zickzack- und Mäandermustern bedeckt. Bei genauerer Untersuchung der Knochen fand man Abnutzungsspuren, die auf die Verwendung als Schlaginstrument hinweisen. Daneben wurden andere Musikinstrumente wie Flöten und Pfeifen entdeckt.
Literatur Chester S. Chard: Northeast Asia in Prehistory. The University of Wisconsin Press, Madison 1974. ISBN 0-299-06430-1, S. 20 ff.
Weblinks Beschreibung des Fundorts
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Tschernihiw Kategorie:Steinzeitlicher Fundplatz in Europa Kategorie:Ur- und Frühgeschichte Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Ukraine Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Ort an der Desna Kategorie:Rajon Nowhorod-Siwerskyj