mini|hochkant|Rudolf Graf von Kanitz (carte de visite, Berlin um 1865). Graf Rudolf Friedrich Wilhelm von Kanitz (* 14. August 1822 in Stettin; † 25. Dezember 1902 in Schmuggerow) war ein preußischer Generalleutnant.

Leben Herkunft und Familie mini|hochkant|Allianzwappen Schwerin Kanitz am Herrenhaus Dargibell. Rudolf entstammte der 1798 in den Grafenstand erhobenen preußischen Linie des Adelsgeschlechts von Kanitz. Seine Eltern waren der preußische Generalleutnant und Kriegsminister Graf August von Kanitz (1783–1852) und Gräfin Luise von der Schulenburg aus dem Hause Beetzendorf (1799–1830). Der Theologe Wilhelm Hoffmann (1806–1873) war sein Schwager.

Er heiratete 1865 auf Gut Putzar Gräfin Luise Hildegard Marie von Schwerin (1837–1912), Hofdame der Königin, Tochter des preußischen Staatsministers Graf Maximilian von Schwerin-Putzar (1804–1872) und der Hildegard Maria Schleiermacher (1817–1889). Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Augusta Luise Rose (* 1868) Auguste Klara Hildegard Luise (1869–1943) Klara Frieda Viktoria (1870–1932), ⚭ Graf Ulrich von Schwerin auf Gut Dargibell (1865–1946)

Werdegang Er besuchte zunächst das Vereinigte Königliche und Stadt-Gymnasium in Stettin, später das Blochmannsche Erziehungs-Institut in Dresden.

Mit 18 Jahren trat er in das 1. Garde-Regiment zu Fuß der preußischen Armee ein. 1841 war er Portepeefähnrich und avancierte im selben Jahr zum Sekondeleutnant. Von 1847 bis 1848 war er zum 4. Dragonerregiment kommandiert und während der Mobilmachung von 1850 bis 1851 war er Adjutant des IV. Bataillons des 1. Garde-Regiment zu Fuß. Hiernach war er Lehrer an der Divisionsschule in Potsdam und von 1852 bis 1855 Adjutant des I. Bataillons (Königsberg i. Pr.) des 1. Garde-Landwehrregiments. Er stieg 1853 zum Premierleutnant und 1856 zum Hauptmann auf, wurde schließlich 1856 Kompaniechef im 1. Garde-Regiment zu Fuß.

In der ersten Jahreshälfte 1860 nahm er mit Auszeichnung am Spanisch-Marokkanischen Krieg, insbesondere der Schlacht bei Samsa und der Schlacht bei Vadraß teil. Im Juni 1860 wurde er zur Dienstleitung beim König kommandiert, dessen Flügeladjutant er bis 1866 blieb. Er nahm am Deutsch-Dänischen Krieg teil und erhielt im selben Jahr seine Beförderung zum Oberstleutnant. Im Deutschen Krieg nahm er an der Schlacht bei Königgrätz teil und avancierte im selben Jahr zum Kommandeur des 2. Garde-Regiments zu Fuß sowie zum Oberst. In dieser Funktion nahm er am Deutsch-Französischen Krieg, insbesondere der Schlacht bei Gravelotte, wo er schwer verwundet und ausgezeichnet wurde, der Schlacht von Le Bourget und der Belagerung von Paris teil. Noch in den letzten Kriegstagen wurde er Kommandeur der 1. Garde-Infanterie-Brigade.

Nach dem Friedensschluss im Mai 1871 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Kommandantur Potsdam beauftragt und etwas später unter Belassung seiner bisherigen Stellung zum Generalmajor befördert. 1874 hat er seinen Abschied erhalten, wobei ihm 1875 noch der Charakter als Generalleutnant verliehen und 1895 die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 2. Garde-Regiment zu Fuß erteilt wurde. Rudolf von Kanitz starb auf Rittergut Schmuggerow, welches seine Frau Luise bei ihrer Heirat von ihrem Vater als Mitgift erhalten und auf dem von Kanitz vermutlich seinen Ruhestand verbracht hatte. Im Ehrenamt wurde er in der vorpommerschen Region als Stifts-Kurator tätig.

Das Grab und das seiner Frau befindet sich auf dem Friedhof an der Kirche Schmuggerow.Herrenhaus (Schloss) Schmuggerow, In: Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern, QM3 UG/Ars Campus, Lüssow/Rostock, Abruf 11. August 2026.Jörg Graf von Hardenberg: Die Geschichte vom Schloss Schmuggerow, Schmuggerow/Hamburg, Abruf 11. August 2026.

Auszeichnungen Roter Adlerorden IV. Klasse mit Schwertern, 1860 Spanischer St. Fernando-Orden I. Klasse, 1860 (Spanisch-Marokkanischer Krieg) Ritterkreuz des Hausorden von Hohenzollern, 1861 Dienstkreuz, 1865 Schwerter zum Hausorden von Hohenzollern, 1866 Eisernes Kreuz II. Klasse, 1870 (Schlacht bei Gravelotte) Eisernes Kreuz I. Klasse, 1871 Sachsen-Ernestinischer Hausorden II. Klasse mit Schwertern, 1871 Mecklenburgisches Militärverdienstkreuz I. Klasse, 1871 Königlicher Kronen-Orden I. Klasse, 1885 Stern der Komture des Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern, 1897 Großkreuz des Orden vom Zähringer Löwen, 1897 Roter Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub, 1901

Werke Aus dem Deutschen Soldatenleben: Militairische Skizzen zur Deutschen Sittengeschichte. W. Hertz, Berlin 1861 (Rezension; Digitalisat)

Literatur Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V, Band 40). Böhlau, Köln/Weimar/Wien, 2004, ISBN 978-3-412-09404-1, S. 267–268. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 8, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 475–477, Nr. 2706. Lorenzen: Kanitz, Rudolf Graf von, In: Anton Bettelheim: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. (Ergänzungen und Nachträge), Band VIII (Vom 1. Januar bis 31. Dezember 1903), Verlag von Georg Reimer, Berlin 1905, S. 412.

Weblinks Korrespondenz der Familie v. Kanitz mit Luise Großherzogin von Baden im Landesarchiv Baden-Württemberg

Einzelnachweise

Rudolf Rudolf Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Person im Deutsch-Dänischen Krieg (Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Mecklenburgischen Militärverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Ritter II. Klasse) Kategorie:Großkomtur des Königlichen Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Großkreuz) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1902 Kategorie:Mann