Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Reutlingen Gliederung: 49 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 55.000 (2026) Adresse derDekanatämter: Gabriel-Biel-Platz 272574 Bad UrachundKarlstr. 3072525 Münsingen Dekan: Michael Karwounopoulos (Bad Urach), Norbert Braun (Münsingen) Karte 200px

Der Evangelische Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit den Dekanaten Bad Urach und Münsingen.

Geografie Der Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen liegt im Süden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Osten des Landkreises Reutlingen und angrenzende Gebiete im Westen des Alb-Donau-Kreises sowie im Süden des Landkreises Esslingen.

Zum Bezirk gehört das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Bad Urach, Bempflingen, Dettingen an der Erms, Ehingen (Donau) (nur Stadtteil Mundingen), Engstingen, Gomadingen, Grabenstetten, Hayingen, Heroldstatt, Hohenstein, Hülben, Laichingen (ohne Stadtteile Machtolsheim und Suppingen), Lauterach, Mehrstetten, Metzingen, Münsingen, Neuffen (nur Stadtteil Kappishäusern), Reutlingen (nur Stadtteile Mittelstadt und Reicheneck), Riederich, Römerstein, St. Johann (ohne den Ortsteil Ohnastetten), Schelklingen (ohne Kernstadt und Stadtteile Hausen ob Urspring und Schmiechen), Trochtelfingen (nur Stadtteil Wilsingen), Westerheim und Zwiefalten.

Nachbarkirchenbezirke

Der Kirchenbezirk grenzt an folgende Kirchenbezirke (beginnend im Nordwesten): Nürtingen, Kirchheim unter Teck (beide Prälatur Stuttgart), Geislingen-Göppingen, Ulm/Alb-Donau und Biberach (alle Prälatur Ulm) sowie den Kirchenbezirk Reutlingen (Prälatur Reutlingen).

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Kirchenbezirks Bad Urach-Münsingen gehört großenteils zum alten Kernland Württembergs, das ab 1534 die Reformation einführte, so dass das Gebiet fast ganz evangelisch geprägt ist. Es gibt daher in fast jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.

Gebiete im Süden des Kirchenbezirks gehörten jedoch zum Kloster Zwiefalten. Dieses Gebiet blieb nach der Reformation katholisch. Hier zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg evangelische Bewohner zu und es wurden evangelische Kirchengemeinden gegründet.

Der heutige Kirchenbezirk entstand am 1. Dezember 2013 aus der Fusion der beiden Kirchenbezirke Bad Urach und Münsingen.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Geschäftsführenden Dekan / der Geschäftsführenden Dekanin.

Auch im fusionierten Kirchenbezirk gibt es weiterhin zwei Dekane/Dekaninnen, jedoch hat nach dem Willen der Kirchenleitung nur eine(r) die Kirchenbezirksleitung und trägt daher den Titel „Geschäftsführender Dekan / Geschäftsführende Dekanin“. Für eine Übergangszeit nach dem Ruhestand des Bad Uracher Dekans lag die Geschäftsführung beim Dekan in Münsingen. Mit dessen Zurruhesetzung zum 1. April 2016 ging die Geschäftsführung dauerhaft auf Bad Urach über. Die beiden Stelleninhaber(innen) verantworten unterschiedliche Aufgabenfelder und teilen sich die Visitationen im gesamten Kirchenbezirk. Derzeit leitet Dekan Michael Karwounopoulos den Kirchenbezirk.

Letzter Dekan des Kirchenbezirks Bad Urach 1998–2014: Harald Klingler (* 1950)

Letzter Dekan des Kirchenbezirks Münsingen 2008–2014: Michael Scheiberg (* 1950)

Geschäftsführender Dekan des Kirchenbezirks Bad Urach-Münsingen 2014–2016: Michael Scheiberg seit 2016: Michael Karwounopoulos (* 1963) Dekan des Kirchenbezirks Bad Urach-Münsingen 2014–2016: Michael Karwounopoulos Seit 2017: Norbert Braun (* 1962)

Kirchengemeinden mini|Amanduskirche Bad Urach|306x306px mini|Inneres der Amanduskirche Bad Urach|205x205px Im Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen gibt es insgesamt 49 Kirchengemeinden. Davon haben sich 19 Kirchengemeinden zu insgesamt 9 Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Kirchengemeinde Auingen Die Kirchengemeinde AuingenWebsite der Kirchengemeinde Auingen umfasst den Stadtteil Auingen der Stadt Münsingen. Ursprünglich war Auingen Filiale von Münsingen. 1360 wurde eine Kapelle St. Pankratius geweiht. Sie wurde um 1600 durch einen Neubau ersetzt. 1947 wurde Auingen eigene Pfarrei. Das Langhaus der Pankratiuskirche wurde 1957 durch Architekt Klaus Ehrlich am Turm von 1600 neu errichtet. Der Stuttgarter Künstler Wolf-Dieter Kohler schuf die Farbverglasung im Chor (Lamm als Symbol des Opfertodes Jesu; Himmlisches Jerusalem) und entwarf die schmiedeeiserne Rosette außen über dem Süd-Haupteingang (Pantokrator mit dem Siebengestirn), ausgeführt vom Stuttgarter Kunstschmied Arno Jordan. Den Kruzifixus am über vier Meter hohen Altarkreuz schnitzte der Künstler Emil Jo Homolka aus Königsfeld/Schwarzwald. Die Kirchengemeinde ist auch Träger von zwei Kindergärten.

Kirchengemeinde Bad Urach und Seeburg Die frühere Kirchengemeinde Bad Urach umfasst die Kernstadt von Bad Urach. Sie entstand durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. Dezember 1965, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Urach in die beiden Teilkirchengemeinden Amanduskirchengemeinde Urach und Kirchengemeinde Dietrich-Bonhoeffer-Haus aufgeteilt und diese in der neuen Gesamtkirchengemeinde Urach zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte die Gesamtkirchengemeinde Urach und deren Teilkirchengemeinden mit Schreiben vom 24. November 1965 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt. Mit Wirkung vom 14. März 1994 wurde sie in „Gesamtkirchengemeinde Bad Urach“ umbenannt, die dann zum 1. Januar 2013 mit der Kirchengemeinde Seeburg zur Evangelischen Kirchengemeinde Bad Urach und Seeburg fusionierte.Website der Kirchengemeinde Bad Urach-Seeburg

Die frühere Amanduskirchengemeinde Bad Urach umfasst die Altstadt und die östliche Kernstadt von Bad Urach. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Urach Pfarrei Hl. Amandus errichtet und damit von Dettingen an der Erms getrennt. Das Patronatsrecht hatte Württemberg. Die Stiftskirche St. Amandus ist eine der bedeutendsten spätgotischen Kirchen mit Netz- und Sterngewölbe in Württemberg. Sie wurde von 1475 bis 1499 unter dem in Urach geborenen und residierenden württembergischen Grafen Eberhard V. („Eberhard im Bart“) zunächst von Werkmeister Hans Koch erbaut. Nach dessen Tod wurde sie von 1481 bis 1499 durch den Steinmetzen und Architekten Peter von Koblenz vollendet. Nach Einführung der Reformation wurde Urach bald Sitz eines württembergischen Dekanats. 1896 bis 1901 wurde der Turm der Kirche erhöht. Die reichhaltige Ausstattung von der Bauzeit bis ins 20. Jahrhundert umfasst Bildhauerarbeiten in Stein (Kanzel, Taufstein von Christoph von Urach, Bauplastik) und Holz (Chorgestühl, gräflicher Betstuhl, Epitaphien), Wand- und Glasmalerei sowie Kunstschmiedearbeit (Altargitter von 1650, Chorgitter von 1675). Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stiftskirche umfassend restauriert und teilweise neugotisch gefasst. An der Nordseite der Amanduskirche befindet sich der Mönchshof, ursprünglich Chorherrenstift, heute als Stift Urach das Einkehrhaus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Von der 1515 erbauten Spitalkapelle ist nur der Chor erhalten. Infolge Zuwachses wurde im Westen Bad Urachs 1964 das Dietrich-Bonhoeffer-Haus als weitere Predigstelle erbaut und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. Dezember 1965 die selbständige Kirchengemeinde Dietrich-Bonhoeffer-Haus errichtet. Diese frühere Kirchengemeinde Dietrich-Bonhoeffer-Haus Bad Urach umfasst den Westen der Kernstadt von Bad Urach.

mini|Kirche Bad Urach-Seeburg|268x268px Die frühere Kirchengemeinde Seeburg umfasst den Stadtteil Seeburg der Stadt Bad Urach. Schon im 8. Jahrhundert (770 und 776) wurden in Seeburg zwei Kirchen erwähnt, davon eine Marienkirche, die wohl auf dem Kirchberg rechts der Erms stand. 1275 ist nur noch eine Pfarrkirche St. Nazarius und Johannes bekannt. Ihre Ursprünge dieser Johanneskirche gehen in das 13. Jahrhundert zurück, wovon heute noch die Chorapsis, ein romanisches Nordfenster im Chorraum, die Ostwand und das Sakramentshäuschen (Tabernakel) im Chorbogen erhalten sind. Das Kirchenschiff wurde 1720 errichtet und die Kirche 1871, 1961 (von Architekt Friedrich Veit) und in neuerer Zeit renoviert. Bei der Renovierung 1961 wurde die Orgelempore, die den Chorraum völlig verstellt hatte, entfernt und ein moderner Altar und Taufstein geschaffen sowie die Wand- und Gewölbemalerei freigelegt und restauriert. Die Seccomalerei in der Apsis stammt aus der Zeit um 1280. Ebenfalls aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen die Fresken im Chorraum. Sie stellen Christus als Weltenherrscher dar, umgeben von den vier Evangelistensymbolen. Auf das Jahr 1370 lässt sich eine weitere Fresko-Darstellung datieren, sie zeigt Szenen der Geschichte Johannes des Täufers. Vom Stuttgarter Künstler Wolf-Dieter Kohler wurde 1961 das südliche Chorfenster mit einer ungegenständlichen Glasmalerei gestaltet. Das frühere Pfarramt Seeburg betreute bis 1957 auch die Filialkirchengemeinde Rietheim. Diese wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Januar 1957 der Pfarrei Dottingen (damals im Kirchenbezirk Ulm) zugeordnet.

Kirchengemeinde Bempflingen mini|links|hochkant|Stephanskirche Bempflingen Die Kirchengemeinde BempflingenWebsite der Kirchengemeinde Bempflingen umfasst die Gemeinde Bempflingen (einschließlich des Ortsteils Kleinbettlingen), Landkreis Esslingen. Sie ist neben Kappishäusern, das zur Kirchengemeinde Dettingen an der Erms gehört, die einzige Kirchengemeinde des Dekanats Bad Urach, die nicht zum Landkreis Reutlingen gehört. Eine Kirche bzw. Pfarrei kam 1379 von den Kaib an das Kloster Denkendorf. Das 1525 als Stephanskirche bezeichnete Gotteshaus wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Ersatz eines älteren Vorgängerbaus im spätromanischen Stil errichtet, davon sind im heutigen Gebäude noch die Nordwand und der untere Teil des Turms erhalten. Das Kirchenschiff wurde vom Stuttgarter Hochbaurat Christian Friedrich Roth 1827 als Hallenkirche im Kameralamtsstil mit einer Kanzelaltarwand und einer Drei-Seiten-Empore gebaut. Oberbaurat Christian Friedrich von Leins erhöhte 1869 den Turm im neoromanischen Stil. Architekt Heinz Klatte besorgte 1954 eine Innenrenovierung. Zwei Glocken aus den Jahren 1464 und 1468 sind erhalten. Kleinbettlingen gehörte kirchlich stets zu Bempflingen, wenngleich um 1475 eine Kapelle, 1526 eine Leonhardskapelle erwähnt ist, die wohl aber in der Reformationszeit abging.

Gesamtkirchengemeinde Bernloch-Meidelstetten Die Gesamtkirchengemeinde Bernloch-MeidelstettenWebsite der Kirchengemeinde Bernloch-Meidelstetten umfasst die Ortsteile Bernloch, Meidelstetten und Oberstetten der Gemeinde Hohenstein. Sie besteht aus den beiden nachfolgenden Kirchengemeinden Bernloch und Meidelstetten.

Kirchengemeinde Bernloch Die Kirchengemeinde Bernloch umfasst den Ortsteil Bernloch der Gemeinde Hohenstein. Eine Kapelle zu Ehren Jesu, Mariä, St. Georg und allen Heiligen wurde im 12. Jahrhundert erwähnt. Sie war im Besitz des Klosters Weißenau. 1460 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. 1537 führte Württemberg die Reformation ein. Die alte Georgskapelle wurde 1774 durch einen Neubau im ummauerten Friedhof ersetzt. Die St.-Georgs-Kirche brannte 1929 durch einen Blitzeinschlag nieder. Schon 1930 konnte die durch den Stuttgarter Architekt Emil Weippert neu errichtete Kirche eingeweiht werden. Die Chorfenster wurden damals von Ernst H. Graeser mit den Themen Geburt, Auferstehung und Taufe Jesu in zurückhaltend-expressionistischem Stil und das Altarkreuz von der Stuttgarter Holzbildhauerin Edelgarde vom Berge und Herrendorff (1904–1982) gestaltet. Die Kirchengemeinde Bernloch ist auch Träger eines Kindergartens.