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Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er ist vor allem für seine Horrorromane bekannt, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machen.

Stephen King wuchs als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in Maine auf und begann bereits als Kind, eigene Geschichten zu schreiben. Mit Hilfe eines Stipendiums studierte er von 1966 bis 1970 Englisch an der Universität von Maine. 1971 heiratete er Tabitha Spruce, mit der er drei Kinder hat: Naomi, Joseph und Owen. Er arbeitete als Lehrer und in mehreren Nebenjobs, daneben schrieb er Kurzgeschichten und konnte sie teilweise in Männermagazinen unterbringen. 1974 erschien sein erster Roman Carrie, der zugleich sein erster Bestseller wurde und ihn finanziell unabhängig machte. In den Folgejahren erschienen mit Brennen muss Salem, Shining und The Stand – Das letzte Gefecht weitere Romane, die seinen Ruf als Bestsellerautor festigten. Er schrieb zudem unter Pseudonymen, 1972 als John Swithen und von 1977 bis 1985 als Richard Bachman. Bis 2025 erschienen mehr als 60 Romane sowie zahlreiche Sammlungen von Kurzgeschichten und Novellen.

Biografie Kindheit und Jugend Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland im US-Bundesstaat Maine als Sohn von Nellie Ruth Pillsbury und ihrem Ehemann, dem Soldaten und Matrosen Donald Edwin King, geboren. Seine Eltern hatten 1939 geheiratet, 1945 adoptierten sie seinen älteren Bruder David als Neugeborenen. Nachdem sein Vater die Familie 1949 verlassen hatte, zog seine Mutter ihn und seinen Bruder allein auf und finanzierte ihre Familie vor allem durch verschiedene Gelegenheitsjobs, wofür sie mehrfach den Wohnsitz wechseln mussten. Sie lebten unter anderem in Fort Wayne, Indiana, und in Stratford, Connecticut, sowie schließlich ab 1958 in Durham in Maine.

King schrieb bereits im Alter von sechs Jahren seine ersten Geschichten und schrieb dafür Comics um, die er las. Seine Mutter riet ihm, lieber eigene Geschichten zu schreiben, und er schrieb seine erste Geschichte zu Mr. Rabbit Trick im Alter von sieben Jahren, der weitere folgten. Eine dieser frühen Kurzgeschichten war Jhonathan and the Witchs, das 1993 in dem Sammelband First Words: Earliest Writing from Favorite Contemporary Authors veröffentlicht wurde. Zudem schaute er bereits sehr früh Filme, darunter 1954 Der Schrecken vom Amazonas als ersten Film, an den er sich erinnerte, und am 4. Oktober 1957 im Kino in Stratford Fliegende Untertassen greifen an, der mit einer Durchsage zum Start des ersten russischen Satelliten im All, Sputnik 1, unterbrochen wurde. 1960 veröffentlichte King gemeinsam mit seinem Freund Chris Chesley eine Sammlung von Ein-Seiten-Geschichten unter dem Titel People, Places & Things, aus dem nur die Geschichte The Hotel at the End of the Road 1993 offiziell in dem Buch Market Guide for Young Writers, 4th Edition veröffentlicht wurde. Im gleichen Jahr schrieb er Geschichten in einem Magazin seines Bruders, dem Dave’s Rag und im Folgejahr 1961 eine 12-Seiten-Version von Edgar Allan Poe’s Die Grube und das Pendel, inspiriert von der Verfilmung von Roger Corman. Er druckte die Geschichte auf der Druckerpresse seines Bruders und rechnete sich aus, dass er bei 10 verkauften Exemplaren seinen nächsten Kinobesuch finanzieren und sich bei 12 verkauften Exemplaren auch noch Popcorn und ein Getränk kaufen könne; letztlich verkaufte er 70 zu jeweils einem Dime und bezeichnete das Heftchen als seinen „ersten Bestseller“. Das Geld musste er allerdings wieder an die Schüler zurückgeben, nachdem er zur Rektorin Miss Hissler zitiert wurde.

Als Kind erlebte King den Tod eines engen Freundes, der unter einen Zug geriet und getötet wurde. Durch seine Familie erfuhr er, der selbst keine Erinnerung mehr an dieses Ereignis hat, dass er „sprachlos“ und „im Schock“ nach Hause gekommen sei. Erst später erfuhr die Familie von dem Tod seines Freundes. Kritiker vermuten, dies habe King zu seinen „dunkleren“ Werken inspiriert, er selbst bezeichnete diese Interpretation allerdings als „vollkommen fadenscheinige Vorstellung – solche aus der Hüfte geschossenen, psychologischen Urteile [seien] wenig mehr als überhebliche Sterndeuterei.“ Ein weiteres mögliches traumatisches Erlebnis war der Tod seiner Großmutter, auf die er hätte aufpassen sollen, während seine Mutter nicht im Haus war. King selbst sah einen wichtigen Auslöser für sein Interesse an Horror- und Fantasygeschichten im Nachlass seines Vaters auf dem Dachboden seiner Tante, in dem er als Zwölfjähriger neben einem Film von seinem Vater auch ein „Schatzkästlein“ mit Taschenbüchern aus den 1940er Jahren fand. Darin befand sich neben Büchern von Frank Belknap Long, Zelia Bishop und Abraham Merritt auch eine Ausgabe von H. P. Lovecrafts The Lurking Fear and Other Stories, die ihn inspirierte.

Im Kino sah er sich bereits als Jugendlicher häufig Science-Fiction- und Fantasy-Filme an, woher auch seine Vorliebe für düstere Fantasy- und Horrorgeschichten stammt. Er las gern die Romane des Autors Richard Matheson, der in seinen übernatürlichen Geschichten vergleichbar mit King den Horror im gewöhnlichen Alltag der Bürger stattfinden lässt. Darüber hinaus sammelte King in einem Sammelalbum zahlreiche Zeitungsberichte über den Serienmörder Charles Starkweather, dessen morbide Persönlichkeit sein Interesse für alles Böse und Unmenschliche weckte.

Vor dem ersten Erfolg mini|hochkant|Stephen King, 1984 Mit 14 schrieb King eine Kurzgeschichte namens The Killer und schickte sie an das Spaceman-Magazin von Forrest Ackerman, der es allerdings nicht veröffentlichte. Mit 16 folgte sein bis dahin längster Text mit The Aftermath, ein Kurzroman über eine postapokalyptische Organisation, die eine neue Weltordnung etablieren möchte. Es folgten weitere Geschichten wie The Star Invaders (1964) oder die 1965 in der Schulzeitung The Drum veröffentlichten Codename: Mousetrap und The 43rd Dream. Er selbst produzierte The Village Vomit als Parodie von The Drum mit fiktionalen Schulgeschichten, für die er sich später entschuldigen musste. Seine Lehrer verschafften ihm allerdings auch einen Nebenjob bei der Zeitung Lisbon Enterprise als Sportreporter.

Er sendete weiter Manuskripte an verschiedene Zeitschriften wie Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine und sammelte seine Absagen an einem Nagel in seinem Zimmer. Im Alter von 19 Jahren, 1965, veröffentlichte das Fan-Magazin Comics Review seine Geschichte I Was a Teenage Grave Robber, angelehnt an damals populäre Filmtitel wie I Was a Teenage Werewolf und I Was a Teenage Frankenstein; es war seine erste Geschichte, die er unabhängig veröffentlichen konnte und sie erschien unter dem Titel In a Half-World of Terror. Seine erste verkaufte Geschichte erschien 1967 mit The Glass Floor in der Zeitschrift Startling Mystery Stories. Im gleichen Jahr beendete er auch seinen ersten „richtigen“ Roman Todesmarsch, der bei einem Wettbewerb für Romandebüts abgelehnt wurde und den er noch nicht veröffentlichen konnte. Kurz vor seinem Schulabschluss arbeitete King in der Textilfabrik Worumbo Mills and Weaving in Lisbon Falls, wodurch er zu der Kurzgeschichte Spätschicht inspiriert wurde. Er schrieb die Geschichte gegen Ende seines letzten Semesters am College „an einem Nachmittag“ und konnte sie für 200 US-Dollar an den Cavalier verkaufen, sein bis dahin höchstes Autorenhonorar.

Von 1966 bis 1970 studierte King Englisch an der Universität von Maine, wo er 1969 in der Bibliothek jobbte und dabei Tabitha Spruce kennenlernte. Im gleichen Jahr belegten beide gemeinsam einen Kurs für zeitgenössische Poesie bei Burton Hatlen und Jim Bishop, Stephen King schrieb in diesem Kontext 40 bis 50 weitgehend unveröffentlichte Gedichte; einige wenige erschienen jedoch in Literaturzeitschriften der Universität sowie in einer Spezialausgabe mit dem Titel Moth im Jahr 1970.

Das Paar heiratete am 2. Januar 1971 und innerhalb der ersten drei Jahre bekamen sie zwei Kinder, Naomi und Joseph, die nach Kings Darstellung „weder geplant noch ungeplant“ waren; „Sie kamen zu ihrer Zeit und [die Eltern] freuten sich über sie.“ Nach Abschluss seines Studiums mit einem Bachelor arbeitete Stephen zuerst als Bügler in einer Wäscherei und Tabitha als Aushilfe bei Dunkin’ Donuts. Im Herbst 1971 bekam er einen Job als Englischlehrer in Hampden, Maine, an der Hampden Academy, bei dem er allerdings auch nicht genug zum Leben verdiente. Ihm blieb zudem nur wenig Freizeit, die er nutzte, um Kurzgeschichten zu schreiben. In den Sommerferien 1972 arbeitete er entsprechend erneut in einer Wäscherei. Über das Thema verfasste King, inspiriert von seinem ungeliebten Hilfsarbeiterjob, eine Kurzgeschichte mit dem Titel Der Wäschemangler über eine übernatürliche Wäscherei, in der ein böser Dämon sein Unwesen treibt. Während dieser Zeit schrieb er neben mehreren Kurzgeschichten auch die Romane Amok (begonnen als Getting it On in den später 1960ern), Menschenjagd und Sprengstoff, die er jedoch nicht veröffentlichen konnte. Auch der Roman Sword in the Darkness entstand während dieser Zeit; er wurde jedoch ebenfalls mehrfach abgelehnt und blieb unvollendet.

Erste kommerzielle Erfolge mini|Kings Wohnhaus in Bangor (Maine) King konnte Anfang der 1970er Jahre mehrere Geschichten an Nye Wilden, Redakteur des Cavalier, verkaufen, die ihm in der Regel etwa 200 US-Dollar einbrachten. Obwohl es ihm hin und wieder gelang, einzelne Geschichten an verschiedene Zeitschriften zu verkaufen, war er allerdings weit davon entfernt, seinen Lebensunterhalt allein als Schriftsteller bestreiten zu können. Er versuchte sich an einer Überarbeitung von seinem Roman Getting it On, das er dem Herausgeber von The Paralax View schickte. Das Manuskript kam in die Hände von Bill Thompson, einem Redakteur von Doubleday, der es King mehrmals zur Überarbeitung zurückschickte, es dann letztlich doch ablehnte.

In einem gemieteten Wohnwagen begann King 1972 seinen Roman Carrie zu schreiben. Wie er im autobiographischen Teil seines Buches Das Leben und das Schreiben ausführte, hielt er das Carrie-Manuskript beim Durchlesen für schlecht und warf es in den Mülleimer. Seine Frau fand es dort, fischte es heraus und spornte King dazu an, den Roman zu vollenden. King tat es mit ihrer Unterstützung. 1973 akzeptierte der Verlag Doubleday den Roman und veröffentlichte ihn 1974. Im gleichen Jahr zog er mit seiner Familie nach North Windham in Maine und seine Mutter verstarb an Krebs.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erwarb die New American Library die Taschenbuchrechte für Carrie für 400.000 Dollar und King beschloss, den Lehrerberuf aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1975 erschien sein zweiter Roman Brennen muss Salem, eine Hommage an Dracula von Bram Stoker, ebenfalls bei Doubleday; für das Buch erhielt er 1976 seine erste Nominierung für den World Fantasy Award und Carrie wurde als erster seiner Romane verfilmt. Die folgenden Romane The Shining (1977) und The Stand – Das letzte Gefecht (1978) wurden ebenfalls Bestseller und legten damit die weitere Basis für seinen Erfolg.

Romane unter dem Pseudonym Richard Bachman Einige seiner frühen Romane, die von Verlegern nicht angenommen wurden, überarbeitete und veröffentlichte King unter seinem Pseudonym Richard Bachman, insgesamt erschienen unter diesem Namen sieben Romane: Amok (1977), Todesmarsch (1979, verfilmt 2025 unter dem Titel The Long Walk), Sprengstoff (1981), Menschenjagd (1982) (verfilmt 1987 mit Arnold Schwarzenegger sowie 2025 mit Glen Powell, beide Male unter dem Originaltitel The Running Man), Der Fluch (1984) (ebenfalls verfilmt unter dem Originaltitel Thinner von Tom Holland, welcher bereits bei Langoliers Regie führte), Regulator (1996) und Qual (2007).