Uedelhoven ist ein Ortsteil der Gemeinde Blankenheim im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Als Ortsvorsteherin amtiert Yvonne Kalbusch-Fürsatz. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf ist rund 80 Höhenmeter oberhalb der Ahr angesiedelt, kurz vor deren Übergang von Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz. 197 der etwa 686 ha umfassenden Gesamtfläche der Gemarkung Uedelhoven sind mit Wald bedeckt, der sich überwiegend in Privatbesitz befindet.
Lage Der Ortsteil liegt im Südosten der Gemeinde Blankenheim auf der Ahrdorfer Kalkmulde (270.70) in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz, die nach Süden wie Osten jeweils etwa 1900 m entfernt liegt. Von Norden nach Osten umfließt die Ahr in rund 800 bis 1000 m Entfernung den Ortskern. Die höchste Erhebung ist mit der Michelsberg (zugleich Trigonometrischer Punkt) (), welcher eine gute Fernsicht nach Osten in Richtung der Ahr- und Hocheifel ermöglicht. Nordwestlich dessen höchster Stelle befindet sich ein Fernmeldeumsetzer () ().Lage, Koordinaten und Höhen nach tim-online.nrw.de, abgerufen am 8. Dezember 2014.
Nach Norden und Nordosten bildet die Ahr die Begrenzung Uedelhovens zu den benachbarten Blankenheimer Ortsteilen Lommersdorf (mit Neuhof) und Ahrdorf. Nach Osten folgt die Grenze dann teilweise der Kreisstraße 46, bevor sie entlang mehrerer Wirtschaftswege im Südosten bis zum Ahbach und zugleich der Landesgrenze von Rheinland-Pfalz geführt wird. Dieser folgt sie im Süden über rund vier Kilometer entlang der Ortsgemeinde Üxheim bis zum Quellbereich des Michelsbaches, der nach Westen zum Ortsteil Dollendorf die Grenze bis zur Mündung in die Ahr darstellt. Neben dem benannten Michelsbach als rechtem Zufluss der Ahr liegen und quellen auf dem Gebiet der ehem. Ortsgemeinde Uedelhoven noch die zur Ahr fließenden Bäche Göttersbach (entspringt südlich des Ortskerns) und Willemsbach (nördlich des Ortskerns), sowie die Ahbach-Zuflüsse Kalbsbach und Klausbach. Letzterer mit seinen Zuflüssen Menzinger Bach (zwei Quellarme) und Fensterbach.
Das Naturschutzgebiet „Michelsbach, Ahbach und Aulbach mit Nebenbächen“ (EU–096) umschließt weite Teile dieser Bachlandschaft. Der zu Uedelhoven gehörende Abschnitt der Ahr-Auen ist Teil des Naturschutzgebietes „Obere Ahr mit Mülheimer Bach, Reetzer Bach und Mühlenbachsystem“ (EU–095). Bis auf die eigentliche Ortslage überdecken den weiteren Bereich der Gemarkung die Landschaftsschutzgebiete 5505–0009 und 5606–0001.
Name Der Ortsname Uedelhoven rührt nach einer Deutung von einer möglichen früheren Schreibweise Edelhoven, die auf den damaligen Besitzer (Edel) hinweise. Als wahrscheinlicher sah Becker eine Ableitung von dem mitteldeutschen uodil, udal, odhil entsprechend Gut, Erbgut. Quasi als Pleonasmus war demnach die gleichbedeutende alemannische Endung „hoven“ (Hof, Besitzung) angefügt. Für das Jahr 1136 (erste Erwähnung von Ort und Kirche) ist der Ortsname in der Schreibform Udelhoven, vor 1316 im liber valoris als Odelhoven und 1481 als Udelhoiven belegt. Nach Karl Guthausen bedeutet Uedelhoven, „‚bei den Höfen des Udilo, Odilo‘“.Karl Guthausen: Die Siedlungsnamen des (ehemaligen) Kreises Schleiden. (zugleich Nachdruck Rheinisches Archiv 63, Veröffentlichungen des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn) Ludwig Röhrscheid, Bonn 1967, S. 67.
Geschichte mini|Ehem. Pfarrhaus (2014) mini|Ehem. Schule (2014) Eine erste Besiedlung in der Region erfolgte wohl bereits in römischer Zeit, wie Einzelfunde von Bauresten und Münzen in der Gemarkung Uedelhoven in den Jahren 1901 und 1902,Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. (=Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. 11. Band II.) L. Schwann, Düsseldorf 1932. aber auch der jenseits der rheinland-pfälzischen Landesgrenze aufgefundene römische Gutshof südlich Unkental belegen (unweit des Beuerhof ()).
Als Teil der Herrschaft Kerpen gelangte Uedelhoven 1506 an das Haus Manderscheid-Blankenheim und im Wege einer Rechtsauseinandersetzung 1674 in den Besitz der Herzöge von Arenberg, in dem es bis 1794 verblieb.
Nach der Besetzung des Linken Rheinufers (1794) durch französische Revolutionstruppen im Ersten Koalitionskrieg gehörte Uedelhoven von 1798 bis 1814 zur französischen Mairie Lommersdorf im Kanton Blankenheim des Saardepartements. Die offizielle Inbesitznahme der linksrheinischen Gebiete gelang Frankreich erst im Jahr 1801 als Folge des Friedens von Lunéville. Nachdem die Eifel entsprechend der auf dem Wiener Kongress von 1814/1815 gefassten Beschlüsse an das Königreich Preußen gefallen war, wurde die Gemeinde Uedelhoven im Rahmen der Errichtung der nunmehr preußischen Verwaltungsstruktur der Bürgermeisterei Lommersdorf zugewiesen, die aus der gleichnamigen Mairie hervorgegangen war. Die Bürgermeisterei war von 1816 bis 1818 Teil des Kreises Blankenheim und in der Folge bis 1971 des Kreis Gemünd (1829 umbenannt in Kreis Schleiden) im Regierungsbezirk Aachen. Nachdem die Bürgermeisterei Lommersdorf bereits von 1826 bis 1835 mit der Bürgermeisterei Blankenheim in einer Personalunion geführt wurde, bestand dieser Zustand ab 1889 durchgehend bis zur Bildung des Amtes Blankenheim im Jahr 1934 durch Zusammenlegung der Bürgermeistereien Blankenheim, Dollendorf und Lommersdorf. Zum 1. Juli 1969 wurde Uedelhoven bei Aufhebung des Amtes Blankenheim nach Blankenheim eingemeindet. Die Gemeinde Blankenheim gelangte schließlich unter gleichzeitiger Auflösung des Kreis Schleiden zum 1. Januar 1972 an den Kreis Euskirchen, Regierungsbezirk Köln.
Die ehemalige politische Gemeinde Uedelhoven war nach ihrer Abgrenzung identisch mit der noch bestehenden katastermäßigen Einteilung als Gemarkung Uedelhoven (4376). Diese ist wiederum in zehn Fluren unterteilt (26 und 28 bis 36).
Am 17. September 1793 fielen zahlreiche der Gehöfte, die Kirche, das Pfarrhaus und die Schule in Uedelhoven einer Feuersbrunst zum Opfer, derer seitdem in einer Brandprozession gedacht wurde.Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe, Hrsg. Bischöfliches Generalvikariat Aachen, Aachen 1994, ISBN 3-87448-172-7.
Eine erste Brücke über die Ahr wird 1710 bei der Konzessionierung einer Wassermühle erwähnt. Sie lag zwischen den Einmündungen des Michels- und des Aulbaches. Mit dem Ausbau der Straße von Uedelhoven nach Lommersdorf (über Neuhof) erfolgte dann 1901/02 ein Brückenneubau. Auf Grund der durch den zunehmenden Individualverkehr stärkeren Belastungen musste diese 1976/77 ausgetauscht werden. Bis 1989 firmierte diese Verbindung von Uedelhoven zur Ahrtalstraße als Kreisstraße 46. Mit Ausbau und Freigabe (16. Juni 1989) einer neuen Zuwegung als Kreisstraße 46 neu, im Bereich der Gemarkungsgrenze zu Ahrdorf, zu der auch die Errichtung einer neuen Ahrbrücke (Baubeginn Dezember 1985) gehörte, verlor die alte Verbindung ihre Bedeutung und wurde zu einem Wirtschaftsweg heruntergestuft.
Während des 20. Jahrhunderts nahmen zivilisatorische Neuerungen Einzug in das Höhendorf. Zwei Flurbereinigungen (1904 bis 1911 und 1962 bis 1986) sollten nicht zuletzt den Landwirten zu einer wirtschaftlicheren Nutzung ihrer Flächen verhelfen. Der Anschluss an die öffentliche Strom- (1923) und Wasserversorgung (1924) folgte wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg dann von 1950 bis 1969 der Aufbau der Ortskanalisation., 1968 die Errichtung einer eigenen Leichenhalle und 1985 die Rechtskräftigwerdung eines Bebauungsplanes. 1938 erwarben mehrere Ortsansässige in Gemeinschaft den ersten Schlepper. Es folgte 1940 eine Getreide- und Bindemaschine (Selbstbinder) und 1958 ein Mähdrescher. 1924 gelang die Gründung des Spar- und Darlehenskassenvereins Uedelhoven e.G., dem es trotz der geringen Zahl an Mitgliedern möglich war, verschiedene Gerätschaften zur Erleichterung der landwirtschaftlichen Arbeiten anzuschaffen. 1969 fusionierte sie mit der Spar- und Darlehenskasse und späteren Volksbank Blankenheim.
Abgesehen von den Beeinträchtigungen und Sachbeschädigungen als Folge der zahlreichen Einquartierungen erlitt der Ort selbst während des Zweiten Weltkriegs keine größeren Schäden. Wohl aber verloren nicht wenige Uedelhovener während der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts als Soldaten ihr Leben. So verzeichnen die Chronisten im Ersten Weltkrieg unter 40 an die Front einrückenden Männern 17 Gefallene und Vermisste. Am Zweiten Weltkrieg nahmen mit 120 Männern etwa 40 % der damaligen Gesamtbevölkerung des Ortes teil. 47 von ihnen kehrten nach Kriegsende nicht zurück (35 Gefallene und 12 Vermisste). Das zum Gedenken der Opfer des Ersten Weltkriegs am 19. November 1933 eingeweihte Kriegerehrenmal steht seit 1998 unter Denkmalschutz.
Neben dem Hauptort gehören noch mehrere Aussiedlerhöfe zu Uedelhoven. Dies sind im Besonderen die unweit der Kreisstraße 46 in Richtung Leudersdorf, auf einer Höhe von ca. und nur etwa 250 m vor der Landesgrenze liegenden, in den 1960er Jahren entstandenen, benachbarten Höfe Andreashof () und Wacholderhof (), sowie die oberhalb des Kalbsbach gelegene Ansiedlung Unkental () (). Dort richtete 1924/25 Heinrich Beiten gemeinsam mit seinem Sohn Arthur eine Silberfuchszucht ein, die bis in die 1950er Jahre bestand. Der Enkel Horst Beiten führte in der Folge vor Ort ein Textilunternehmen, teils in Heimarbeit.
Statistik zur Einwohnerentwicklung Aus Uedelhoven wanderten im Zeitraum von 1840 bis 1914 nachweisbar 34 BewohnerChristoph Bungartz, Ralf Gier, Peter Scheulen: Von der Eifel nach Amerika. Auswanderung nach Nordamerika 1840–1914. (=Geschichte im Kreis Euskirchen. Jahrgang 18/19 2004/2005) Hrsg. Geschichtsverein des Kreises Euskirchen e. V., Handpresse Buchmanufaktur Weilerswist, Euskirchen 2005, ISBN 3-935221-55-X in die Vereinigten Staaten von Nordamerika aus. Diese Fortzüge, aber auch die Abwanderung in die Industrieregionen an Rhein und Ruhr sorgten im Laufe des 19. Jahrhunderts für eine nachhaltige Stagnation in der Bevölkerungs- und Ortsentwicklung des Ortes.
Jahr Einwohner 1826 188Der Regierungsbezirk Aachen topographisch beschrieben mit einer Sammlung der interessantesten statistischen Nachrichten in kreisweise geordneten Übersichten. J.B. Mayer, Aachen 1827, S. 58. 1852 270Der Regierungsbezirk Aachen topographisch-statistisch dargestellt. Nebst Entfernungs-Tabellen. Hrsg. Königliche Regierung Aachen, J. J. Beaufort Aachen, Aachen 1852, S. 202 f. 1864 296Christoph Bungartz, Ralf Gier, Peter Scheulen: Von der Eifel nach Amerika. Auswanderung nach Nordamerika 1840–1914. (=Geschichte im Kreis Euskirchen. Jahrgang 18/19 2004/2005) Hrsg. Geschichtsverein des Kreises Euskirchen e. V., Handpresse Buchmanufaktur Weilerswist, Euskirchen 2005, ISBN 3-935221-55-X, CD: Dokument VI. 1867 280 1871 300 Jahr Einwohner 1885 315 1895 267 1905 273 1925 340Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Band XIII: Rheinprovinz. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Dezember 1930 bearbeitet vom Preußischen Statistischen Landesamt. Verlag des Preußischen Statistischen Landesamts, Berlin 1930, S. 119, Nr. 63. 1939 317 Jahr Einwohner 1952 399 1968 330 1978 290 2003 315
Gemeinderat Bis zur Eingemeindung nach Blankenheim zum 1. Juli 1969 verfügte die Gemeinde Uedelhoven über einen eigenen Gemeinderat, dem während des Zeitraums von 1910 bis zu seiner Auflösung meist fünf Ratsmitglieder neben dem Bürgermeister (Gemeindevorsteher) angehörten. Als Gemeindevorsteher (GV) bzw. Bürgermeister (BM) sind belegt: 1910/1914 Hubert Hellendahl (GV), 1914 / 28. März 1933 Josef Eich (GV), 31. August 1933 Schröder (kommissarischer GV), 28. Juli 1941 Johann Daniels (BM), 15. Februar 1946 bis 20. November 1952 Johann Schröder (BM), 20. November 1952 bis 5. März 1954 Johann Daniels (BM), 5. März 1954 bis 22. April 1966 (Tod) Josef Kau (BM) und schließlich ab dem 5. Mai 1966 Helmut Nelles (BM).