Der Landkreis Heidenheim ist einer der kleinsten Landkreise in Baden-Württemberg und dessen östlichster Kreis. Er bildet zusammen mit dem Ostalbkreis den Regionalverband Ostwürttemberg im Regierungsbezirk Stuttgart.
Geographie
Lage Der Landkreis Heidenheim hat hauptsächlich Anteil an der östlichen Hochfläche der Schwäbischen Alb, im Süden reicht er noch in die Donauniederung (Donauried). Durch den Kreis fließt von Nord nach Süd die Brenz, ein linker Nebenfluss der Donau, die bei Bächingen die Landesgrenze überschreitet und bei Lauingen in die Donau mündet. Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von im Brenztal bei Sontheim bis im Gewann Bernswang nördlich von Steinheim-Gnannenweiler.
Orte Die Liste der Orte im Landkreis Heidenheim enthält die ungefähr 115 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Heidenheim im geographischen Sinne.
Nachbarkreise Der Landkreis Heidenheim grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Ostalbkreis (in Baden-Württemberg), an die bayerisch-schwäbischen Landkreise Donau-Ries, Dillingen an der Donau und Günzburg (alle in Bayern) sowie an den Alb-Donau-Kreis und an den Landkreis Göppingen (beide wiederum in Baden-Württemberg).
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutzgebiete
Der Landkreis Heidenheim besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 1364,82 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 2,18 Prozent.
Brünneleswiesen: 63,8 ha, Gemarkungen Heidenheim-Aufhausen und Königsbronn-Itzelberg Buchhalde-Neresheimer Tal: 7,1 ha; Gemarkung Großkuchen Bullenberg-Dudelberg-Stockhau: 101,3 ha; Gemarkung Steinheim am Albuch Eselsburger Tal: 318 ha; Gemarkungen Herbrechtingen, Bolheim und Dettingen am Albuch Fliegenberg-Kahlhof: 28,0 ha; Gemarkung Frickingen Griesbuckellandschaft Demmingen: 25,2 ha; Gemarkung Demmingen Hülbe am Märtelesberg: 0,2 ha; Gemarkung Steinheim am Albuch Kürnberg: 12,4 ha; Gemarkung Giengen an der Brenz Kutschenberg-Heuschlaufenberg-Stürzelberg: 76,3 ha (davon 65,5 ha im Kreis Heidenheim), Gemeinden Gerstetten und Steinheim am Albuch Ravensburg: 6,1 ha; Gemarkung Sontheim an der Brenz Steinbruch Steinweiler: 7,3 ha; Gemarkung Auernheim Steinheimer Becken: 426,1 ha; Gemarkung Steinheim am Albuch Steinbruchterrassen im Egautal: 10,7 ha; Gemarkungen Dischingen und Neresheim Wental mit Seitentälern und Feldinsel Klösterle: 288,7 ha (davon 262,7 ha im Kreis Heidenheim), Gemarkungen Steinheim am Albuch und Essingen (Ostalbkreis) Zwing: 102,0 ha (davon 30,1 ha im Kreis Heidenheim); Gemeinden Dischingen, Nattheim, Neresheim (Ostalbkreis)
Siehe auch: → Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Heidenheim → Liste der Geotope im Landkreis Heidenheim
Geschichte Der Landkreis Heidenheim geht zurück auf das gleichnamige württembergische Oberamt Heidenheim, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg eingerichtet und 1808 um das nur kurz bestehende Oberamt Giengen erweitert wurde.
Ab 1810 gehörte das Oberamt Heidenheim zur Landvogtei am Kocher und ab 1818 zum Jagstkreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurde es in Kreis Heidenheim umbenannt und 1938 wurden dem Landkreis Heidenheim einige Gemeinden des aufgelösten Kreises Neresheim sowie einige Orte aus dem Kreis Ulm eingegliedert. Der Landkreis Heidenheim kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg am 25. April 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg, der den württembergischen Teil Württemberg-Badens umfasste.
Die Kreisreform vom 1. Januar 1973 überdauerte der Landkreis unverändert. Am 1. Juli 1974 kam der Ort Sontbergen vom Alb-Donau-Kreis hinzu und wurde in die Gemeinde Gerstetten eingegliedert.
Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Heidenheim noch elf Gemeinden, darunter vier Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Giengen an der Brenz und Heidenheim an der Brenz). Der Landkreis Heidenheim ist damit der Landkreis mit den wenigsten Gemeinden in Baden-Württemberg. Größte Stadt ist Heidenheim an der Brenz, kleinste Gemeinde ist Hermaringen.
Einwohnerentwicklung rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Heidenheim (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Heidenheim, Alter und Geschlecht.)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
Datum Einwohner 31. Dezember 1973 126.999 31. Dezember 1975 125.375 31. Dezember 1980 124.296 31. Dezember 1985 123.500 25. Mai 1987 ¹ 125.340 31. Dezember 1990 131.058 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 137.315 31. Dezember 2000 136.976 31. Dezember 2005 135.174 31. Dezember 2010 131.116 31. Dezember 2015 130.527 31. Dezember 2020 132.812
Konfessionsstatistik Laut Zensus 2011 waren 40,2 % Einwohner evangelisch, 32,8 % römisch-katholisch und 25,7 % gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos., abgerufen am 31. Juli 2020 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder im Kreis sinkt seitdem jährlich um einen Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 31,7 % (oder 42.360 Personen) der Einwohner evangelisch, 27,7 % (36.978) katholisch, und 40,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024
Laut kirchlicher Statistik waren Ende 2019 39.606 (29,9 %) Personen Mitglied der katholischen Kirche., abgerufen am 31. Juli 2020 Ende 2024 waren 34.834 Personen Mitglied der katholische Kirche.Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2024, abgerufen am 18. November 2024 Laut kirchlicher Statistik waren Ende 2021 43.042 Personen Mitglied der evangelischen Kirche, Ende 2024 waren dies 39.855 Personen.Gemeindegliederzahlen der Kirchenbezirke der Ev. Landeskirche Württemberg , abgerufen am 23. April 2026
Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse, hat aber kein Stimmrecht in den Gremien. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt.
Die Ergebnisse vergangener Wahlen sind in der folgenden Tabelle dargestellt: Parteien und Wählergemeinschaften %2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands28,913 24,6 12 33,0 15 31,7 15 34,6 16 — — — — — — SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands18,48 20,7 9 24,1 11 25,1 12 26,4 11 29,5 14 29,8 16 30,6 15 GRÜNE GRÜNE und Unabhängige13,95 20,8 9 16,0 7 14,4 5 — — — — — — — — FW Freie Wähler12,48 12,6 9 19,4 10 17,8 9 — — — — — — — — AfD Alternative für Deutschland9,45 2,7 2 2,3 1 — — — — — — — — — —FW OV HDHFreie Wähler Ortsverband Heidenheim e. V.8,229,02———————————— ÖDP/PB Ökologisch-Demokratische Partei/Parteifreie Bürger3,31 2,8 1 1,3 1 2,8 1 — — — — — — — — LINKE Die Linke2,81 3,5 1 3,8 1 3,8 1 — — — — — — — — FDP Freie Demokratische Partei2,71 3,2 1 1,3 1 3,9 1 2,3 0 0,7 0 1,0 – — — GEM Gemeinsamer Wahlvorschlag—— — — — — — — 15,6 6 47,6 23 53,5 29 48,9 23 WG Wählervereinigungen—— — — — — — — 21,1 10 15,4 8 6,0 2 6,6 1 REP Die Republikaner—— — — — — — — — — 4,3 1 7,1 3 11,8 4 Sonst. Sonstige—— — — — — — — — — 2,5 0 2,5 0 2,1 0 Gesamt10044 100 46 100 47 100 44 100 43 100 46 100 50 100 43Wahlbeteiligung54,7 %52,4 %43,8 %46,9 %48,7 %51,2 %66,1 %63,1 % GEM: Gemeinsamer Wahlvorschlag verschiedener Parteien, unter anderem der CDU von 1989 bis 1999, ohne die CDU bei der Wahl 2004. Welche einzelnen Parteien den Gemeinsamen Wahlvorschlag in diesem Zeitraum stellten, ist nicht mehr nachvollziehbar. WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen. mini|Willkommensschild Landkreis Heidenheim
Landräte Die Landräte des Landkreises Heidenheim ab 1938: 1938–1945: Hermann Ebner 1945: Max Fetzer (kommissarisch) 1945–1950: Max von Zabern 1951–1973: Albert Wild 1973–2004: Roland Würz 2004–2012: Hermann Mader 2012–2019: Thomas Reinhardt seit 2019: Peter Polta
Die Oberamtmänner des früheren Oberamtes Heidenheim von 1803 bis 1938 sind im Artikel Oberamt Heidenheim verzeichnet.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Der Landkreis Heidenheim ist traditionell industriell geprägt. Vorherrschend sind vor allem Unternehmen in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik sowie Textilindustrie. Die bedeutendsten Arbeitgeber im Kreis sind Voith, BSH Hausgeräte GmbH, die Paul Hartmann AG, Röhm GmbH, Osram, Steiff und Epcos. Laut offizieller Statistik der Bundesagentur für Arbeit liegt die Arbeitslosenquote des Landkreises im Juli 2020 bei 5,2 %.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Heidenheim Platz 167 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählte damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 124 von 401. Im Zukunftsatlas 2025 lag der Landkreis Heidenheim auf Platz 145 von 400 und zählt damit zu den Regionen mit „leichten Chancen“.
Verkehr Bahn- und Busverkehr Der Heidenheimer Tarifverbund bietet für alle Nahverkehrsleistungen einen einheitlichen Tarif an. Der Landkreis Heidenheim wird im Brenztal von der Bahnlinie Aalen – Ulm durchzogen, die von der Württembergischen Staatsbahn 1864 bis Heidenheim und 1875/76 vollständig eröffnet worden ist. Eine Querverbindung von der Brenzbahn ins bayerische Donautal stellte die Linie Sontheim-Brenz – Gundelfingen ab 1911 her.
Die Albhochfläche selbst wurde durch Privatbahnen erschlossen: Die Badische Lokal-Eisenbahnen AG führte 1901 die schmalspurige Härtsfeldbahn von Aalen über Neresheim nach Dischingen und 1906 weiter nach Dillingen an der Donau.
Im westlichen Teil des Kreises erhielt Gerstetten im Jahre 1906 durch die Bahnstrecke Amstetten–Gerstetten der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft eine normalspurige Verbindung nach Amstetten an der Hauptbahn Stuttgart–Ulm. Beide Nebenbahnen verloren ihren Personenverkehr; die Härtsfeldbahn schon im Jahre 1972, die andere erst 1997. Hier wird allerdings noch eine Museumsbahn betrieben. Bereits 1956 war laut Kursbuch der Personenverkehr von Sontheim-Brenz nach Gundelfingen eingestellt worden, förmlich aber erst 1959.
Fernstraßen Durch das östliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 7 Ulm–Würzburg. Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis, darunter die B 19 Ulm–Schwäbisch Hall.
Radverkehr Durch den Landkreis verläuft eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de. Von Ulm über Langenau kommend führt sie über Sontheim an der Brenz, Giengen, Herbrechtingen und Heidenheim Richtung Aalen. In Sontheim gibt es einen Abzweig Richtung Gundelfingen an der Donau.
Außerdem gibt es ein Radverkehrskonzept des Landkreises.
Durch den Landkreis verlaufen verschiedene Radfernwege: