mini|St. Johannis in Hamburg-Harburg Karl Trahn (* 12. August 1889 in Gangerschild bei Süderbrarup; † 24. April 1964 in Hamburg)Veröffentlichungen des Helms-Museums, Ausgabe 23, Helms-Museum, 1988, S. 102 war ein deutscher Architekt.
Leben Karl Trahn studierte Malerei an der kunstgewerblichen Fachschule Flensburg sowie an den Kunstschulen in Königsberg und München.Lennart Hellberg, Heike Albrecht, Heino Grunert: Harburg und Umgebung, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Hamburg 1999, S. 357 mit weiteren Nachweisen. Er war zunächst als Zeichner im Büro des Harburger Architekten Heinrich Fischer tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg begann der Autodidakt selbständig als Architekt zu arbeiten.Ralf Lange: Hamburg – Wiederaufbau und Neuplanung 1943–1963, Königstein, 1994, S. 329, mit weiteren Nachweisen Bereits um 1928 hatte Trahn ein Büro in der heutigen Kirchenallee in Hamburg-St. Georg.Schreiben der Baupolizei vom 8. September 1928 "(Karl Trahn = Architekt in Hamburg, Hamburg, 65, Kirchenallee 23)" Anderen Quellen zufolge gründete Trahn 1932 sein eigenes Architekturbüro. 1956 trat als Partner Einhart Hölscher bei Trahn ein. Hölscher hatte bei Egon Eiermann und Otto Ernst Schweizer an der TH Karlsruhe studiert und war seit 1949 bei Trahn tätig. Hauptsächlich betätigten sich Trahn & Hölscher im Wohnungs- und Sparkassenbau, später verlagerte sich ihre Aktivität zunehmend auf Industriearchitektur. Trahn gewann gemeinsam mit Hölscher mehrere Architekturwettbewerbe, die im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg ausgeschrieben wurden. 1952 erhielt er gemeinsam mit William Zwinscher den ersten Preis beim Wettbewerb zum Gebiet „Hochbahnschleife“ in Barmbek, an dem 76 Architekten teilgenommen hatten, das sie gemeinsam mit anderen Architekten realisierten.Hamburger Abendblatt: Blick in Stadtplaners Schublade, 22. Januar 1952, S. 3 (abgerufen am 1. Dezember 2014) Ebenfalls mit anderen erhielt Trahn den dritten Preis beim Wettbewerb für 1.500 neue Wohnungen beim Projekt „Aßmann-Kanal“ in Hamburg-Wilhelmsburg.Hamburger Abendblatt: Blick Vater und Sohn an der Spitze, 21. Januar 1953, S. 3 (abgerufen am 1. Dezember 2014)
Zur Entstehungszeit umstritten war Trahns Entwurf zur Johanniskirche in Harburg. Kunstgeschichtlich markiert er den „Durchbruch der modernen Sakralarchitektur“ in Hamburg.Ralf Lange: Hamburg – Wiederaufbau und Neuplanung 1943–1963, Königstein, 1994, S. 260 Besonders die Innenraumgestaltung wurde später gelobt. Als einer von wenigen Kirchenneubauten wurde die Johanniskirche im 1956 von BdA-Mitgliedern zusammengestellten Magazin „das beispiel“ ausführlich beschrieben. Hugo Schnell bescheinigte dem Gebäude in seinem Buch „Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland“ stilbildende Kraft.
Bauten und Entwürfe mini|Heinrich-Traun-Straße 48 1924: Ehem. Ortsamt Neugraben, Cuxhavener Str. 192 1927: Haus Uhlenbusch, HanstedtHamburg und seine Bauten, 1918–1929, Hamburg 1929, S. 323, mit Korrekturzettel, dort Verweis auf Karl Trahn (abgerissen 2014) 1928: Leichenhalle am Neuen Friedhof Harburg 1928–1933: Drei Einfamilienhäuser (heute denkmalgeschützt) in der Heinrich-Traun-Straße in Hamburg-Fuhlsbüttel 1929: Paul-Gerhardt-Gemeindehaus, Harburg-Wilhelmsburg (Aufgabe und Abriss geplant) 1932: Gemeindehaus Hamburg-Ochsenwerder (urspr. in Verbindung mit Filiale der Hamburger Sparkasse) 1950/51: Siedlung Friedrich-Naumann-Straße, Hamburg (mit Dyrssen & Averhoff) 1952 bis 1962: Siedlung am Aßmannkanal Hamburg-Wilhelmsburg (mit Ernst und Heinz Dorendorf, Friedrich und Ingeborg Spengelin, Sprotte & Neve)architekturarchiv-web.de (abgerufen am 1. Dezember 2014) 1952–1958: Beteiligung am Bau der Siedlung Hochbahnschleife in Hamburg-Barmbek 1953: Kirche St. Johannis in Hamburg-Harburg 1956: Verwaltungsbau der städtischen „Deutschen Wohnungsbaugesellschaft mbH Harburg“, Knoopstr. 35/37, Hamburg 1957: Hamburger Sparcasse von 1827, Filiale Altona (heute Haspa, umgebaut und verkleidet) 1958/59: Siedlung Denickestraße Hamburg-Heimfeld (Trahn & Hölscher, Otto Kindt, Friedrich & Ingeborg Spengelin) 1960 Produktionshallen, Bürogebäude Koebers Eisenhütte (heute Harburg-Freudenberger) Alte Seevestraße, Hamburg 1962: Kreuzkirche in Lüneburg 1964/65: Einfamilienhäuser im Eißendorfer Grenzweg, Hamburg-Marmstorf (heute Hamburg-Eißendorf)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Hamburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1964 Kategorie:Mann