Der Ostalbkreis ist, gemessen an seiner Fläche, nach dem Ortenaukreis und dem Landkreis Ravensburg der drittgrößte Landkreis in Baden-Württemberg. Er bildet zusammen mit dem Landkreis Heidenheim den Regionalverband Ostwürttemberg im Regierungsbezirk Stuttgart. Kreisstadt und größte Stadt ist Aalen; die zweitgrößte Stadt ist Schwäbisch Gmünd. Außenstellen des Landratsamtes bestehen in Schwäbisch Gmünd, Ellwangen und Bopfingen.

Geographie Lage Der Ostalbkreis hat hauptsächlich Anteil an der östlichen Schwäbischen Alb (daher sein Name Ostalbkreis) sowie am östlichen Welzheimer Wald, der zum Schwäbisch-Fränkischen Wald gehört, ebenso die Ellwanger Berge im Norden des Kreises. Im Südwesten des Kreises fließt die Rems in westliche Richtung, sie mündet bei Remseck am Neckar in den Neckar. Im östlichen Kreisgebiet fließen zwei weitere rechte Nebenflüsse des Neckars, die Jagst und der Kocher, zunächst in Richtung Norden, später ebenfalls in Richtung Westen. Im äußersten Osten reicht das Kreisgebiet noch ins Nördlinger Ries. An den drei Flüssen liegen die drei Zentren des Kreises, Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen (Jagst).

Der höchste Punkt des Kreisgebiets liegt mit beim Wanderheim Franz-Keller-Haus auf dem Kalten Feld, der niedrigste mit beim Austritt der Rems aus dem Kreisgebiet bei Lorch-Waldhausen.

296px|rechts|Orte im Kreisgebiet

Orte Die Liste der Orte im Ostalbkreis enthält die ungefähr 920 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Ostalbkreises im geografischen Sinn.

Nachbarkreise Der Ostalbkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Schwäbisch Hall (in Baden-Württemberg), Ansbach und Donau-Ries (beide in Bayern) sowie Heidenheim, Göppingen und im Westen an den Rems-Murr-Kreis (alle wiederum in Baden-Württemberg).

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Geschichte Der Ostalbkreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 gebildet. Damals wurde der Landkreis Aalen mit dem größten Teil des Landkreises Schwäbisch Gmünd zum neuen Ostalbkreis vereinigt. Hinzu kamen die Gemeinden Rechenberg und Stimpfach des Landkreises Crailsheim sowie die Gemeinde Gschwend des Landkreises Backnang. Kreisstadt wurde Aalen. Die beiden Altkreise Aalen und Schwäbisch Gmünd gehen zurück auf die alten gleichnamigen württembergischen Oberämter, die nach dem Übergang des Gebiets an Württemberg nach 1803 errichtet und 1938 in die Landkreise Aalen und Schwäbisch Gmünd überführt wurden. Damals nahm der Landkreis Aalen die Oberämter Aalen, Ellwangen und Neresheim, der Landkreis Schwäbisch Gmünd das Oberamt Gmünd und Teile der Oberämter Gaildorf und Welzheim auf.

Am 1. Januar 1975 kam die um Rechenberg vergrößerte Gemeinde Stimpfach zum Landkreis Schwäbisch Hall. Mit dem Rems-Murr-Kreis gab es am 1. Januar 1977 einen kleinen Gebietsaustausch.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Ostalbkreis noch 42 Gemeinden, darunter 9 Städte und hiervon wiederum 3 „Große Kreisstädte“ (Aalen, Ellwangen (Jagst) und Schwäbisch Gmünd). Größte Stadt ist Aalen, kleinste Gemeinde ist Obergröningen.

Einwohnerentwicklung rechts|mini|340x340px|Bevölkerungspyramide für den Ostalbkreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Ostalbkreis, Alter + Geschlecht.)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (25. Mai 1987) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 274.804 31. Dezember 1975 272.353 31. Dezember 1980 275.793 31. Dezember 1985 276.524 25. Mai 1987¹ 279.572 31. Dezember 1990 294.146 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 311.110 31. Dezember 2000 314.198 31. Dezember 2005 316.760 31. Dezember 2010 310.733 31. Dezember 2015 312.650 31. Dezember 2020 314.294

Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung sinkt jährlich um einen Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 44,3 % (139.549) der Einwohner katholisch, 21,5 % evangelisch, und 34,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 29. Juni 2025

Laut kirchlicher Statistik waren Ende 2022 140.464 Personen Mitglied der katholische Kirche,Kirchliche Statistik 2022, abgerufen am 14. August 2023 Ende 2023 waren 136.918 Personen Mitglied der katholische Kirche (1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr),Kirchliche Statistik 2023, abgerufen am 31. August 2024 Ende 2024 waren 133.651 Personen Mitglied der katholische Kirche (1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr) Kirchliche Statistik 2024, abgerufen am 29. Juni 2025 und Ende 2025 130.295 Personen (wieder 1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr).Kirchliche Statistik 2025, abgerufen am 23. August 2026

Politik

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem amtlichen Ergebnis, das in den Diagrammen dargestellt ist.

Parteien und Wählergemeinschaften %2019Ergebnis der Kreistagswahl 2019 Sitze2019 %2014Ergebnis der Kreistagswahl 2014 Sitze2014 %2009Ergebnis der Kreistagswahl 2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 CDU Christlich Demokratische Union 36,0 26 43,0 31 41,6 35 45,0 35 48,9 39 43,5 38 46,4 38 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,7 13 11,0 8 9,3 7 8,1 5 6,9 5 9,7 7 6,8 4 FW Freie Wähler Ostalbkreis 16,2 12 15,7 13 15,4 13 – – – – – – – – WG Wählervereinigungen* – – – – – – 19,9 15 15,7 12 9,9 11 5,5 7 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,6 12 21,2 14 22,1 15 23,8 16 26,0 18 28,8 21 30,0 21 AfD Alternative für Deutschland 6,5 5 2,2 1 – – – – – – – – – – LINKE Die Linke 3,7 3 2,6 2 2,9 2 – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 3,2 2 2,4 2 4,5 3 – – – – – – – – REP Die Republikaner – – – – 1,7 1 3,1 2 2,1 1 2,3 1 2,6 1 Sonst. Sonstige; u. a. pro Aalen, Aktive Bürger 1,2 0 1,7 0 2,5 0 – – 0,4 0 5,8 2 8,8 5 Gesamt 100 % 73 100 % 71 100 % 76 100 % 73 100 % 75 100 % 80 100 % 76 Wahlbeteiligung 58,7 % 48,3 % 50,9 % 51,7 % 54,9 % 66,7 % 62,8 % * WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landräte Der Landrat wird vom Kreistag für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Landkreises Aalen 1945–1972: 1945–1946: Max Freiherr von Lütgendorff-Leinburg 1946–1970: Anton Huber (CDU) 1970–1972: Gustav Wabro (CDU)

Die Landräte des Landkreises Schwäbisch Gmünd 1945–1972: 1945–1961: Konrad Burkhardt (CDU) 1961–1972: Friedrich Karl Röther Die Landräte des Ostalbkreises seit 1973: 1973–1980: Gustav Wabro (CDU) 1980–1996: Diethelm Winter (CDU) 1996–2020: Klaus Pavel (CDU) seit 2020: Joachim Bläse (CDU)

Wappen mini|hochkant|Wappen des Ostalbkreises Beschreibung: In Gold ein roter Pfahl, belegt mit einem goldenen Abtsstab; vorn ein schwarzer Löwe, hinten ein halber schwarzer Adler am Spalt

(Wappen-Verleihung: 5. November 1975)

Bedeutung: Der staufische Löwe steht für das Hausgut der Hohenstaufer, welches im Kreisgebiet Anteil hatte. Später entstanden einige freie Reichsstädte (Aalen, Schwäbisch Gmünd, Bopfingen), weshalb der Reichsadler im Wappen abgebildet ist. Der Abtsstab soll die ehemals geistlichen Territorien (Fürstpropstei Ellwangen, Kloster Neresheim und andere) versinnbildlichen.

Kreispartnerschaften Der Ostalbkreis unterhält seit 1992 eine Partnerschaft mit der Provinz Ravenna in Italien.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Ostalbkreis Platz 69 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohe Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 59 von 401.

Verkehr Im Öffentlichen Personen-Nahverkehr besteht seit dem 9. Dezember 2007 der kreisweite Verkehrsverbund OstalbMobil, in den alle Busunternehmen und der Schienenpersonennahverkehr eingebunden sind.

Eisenbahnen Die beiden größten Städte des Kreises, Aalen und Schwäbisch Gmünd, liegen an der bis 1861 von den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen nach Wasseralfingen erbauten Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Nördlingen, auch Remsbahn genannt, die 1863 ins bayerische Nördlingen weitergeführt wurde. Der letztgenannte Abschnitt wird heute als Riesbahn bezeichnet. 1866 wurde die am Bahnhof Goldshöfe abzweigende Bahnstrecke Goldshöfe–Crailsheim (Obere Jagstbahn) in Betrieb genommen.

Die Bahnstrecke Aalen–Ulm (Brenzbahn) wurde 1864 zunächst von Aalen nach Heidenheim eröffnet, 1876 erfolgte deren Verlängerung nach Ulm.

Die Albhochfläche des Härtsfeldes wurde 1901 von der Badischen Lokal-Eisenbahn-Gesellschaft mit der Härtsfeldbahn erschlossen, einer Schmalspurbahn von Aalen nach Neresheim und weiter ins Donautal nach Dillingen.

Die genannten Eisenbahnen treffen bzw. trafen im Bahnhof Aalen aufeinander.

Die Hohenstaufenbahn verband ab 1912 Gmünd mit Göppingen. Die Stadt Heubach erhielt ihren Anschluss an die Hauptbahn in Unterböbingen 1920 durch die Heubachbahn.

Im Kochertal war Untergröningen seit 1903 Endpunkt der Oberen Kochertalbahn von Gaildorf, welche die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und bis zur Stilllegung betrieben hat.

Von dem maximal 151 Kilometer umfassenden Schienennetz sind die Hauptstrecken (105 km) erhalten geblieben. Die Nebenbahnen (46 km) wurden stillgelegt: 1972: Unterböbingen – Heubach (vier Kilometer) 1972: Aalen – Neresheim (– Dillingen) (Meterspur) (30 km) 1984: Schwäbisch Gmünd – Reitprechts (– Göppingen) (elf Kilometer) 2000: (Gaildorf West–) Untergröningen (ein Kilometer)

Eigene Gleisanschlüsse besitzen im Ostalbkreis zum Stand 2021 die Unternehmen Scholz und Arverio Baden-Württemberg in Essingen an der Remsbahn sowie Papierfabrik Palm und Munksjö Paper, beide in Unterkochen an der Brenzbahn., Gmünder Tagespost, Artikel vom 7. November 2014.

Straßen Durch das östliche Kreisgebiet führt in Süd-Nord-Richtung die Bundesautobahn 7 Ulm–Würzburg, deren Abschnitt Feuchtwangen–Heidenheim 1987 eröffnet wurde. Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis, darunter die B 29 Stuttgart–Aalen, die bis 1985 bis Schwäbisch Gmünd, von 2015 bis 2019 im Verlauf der Ortsumgehung Mögglingen und seit 2020 zwischen Essingen und Aalen vierspurig ausgebaut wird, sowie die B 19 Ulm–Schwäbisch Hall.

Im Rahmen des Mobilitätspaktes Aalen-Heidenheim hat sich der Ostalbkreis im Januar 2022 an die Online-Mitfahrzentrale PENDLA angeschlossen, um nachhaltige Mobilität durch Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr zu fördern.

Radverkehr Durch den Landkreis verlaufen Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de: Von Schorndorf kommend über Schwäbisch Gmünd und Aalen Richtung Nördlingen Von Crailsheim kommend über Ellwangen und Aalen Richtung Heidenheim. Zudem gibt es zwischen dem Bucher Stausee und Westhausen eine Radnetz-Route, um Ellwangen direkt mit Nördlingen zu verbinden.

Außerdem gibt es ein Radverkehrskonzept des Landkreiseswww.ostalbkreis.de.

Durch den Landkreis verlaufen verschiedene Landes-Radfernwege: Der Kocher-Jagst-Radweg ist ein Rundkurs entlang der beiden Flüsse zwischen Bad Friedrichshall und einer Querverbindung zwischen den Tälern bei Aalen (Stadtteil Unterkochen) und Lauchheim.