Sornay ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Sornaysiens, resp. Sornaysiennes genannt.

Geografie mini|hochkant|ohne|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans Sornay liegt 3,5 Kilometer westlich von Louhans und wird von der Departementsstraße D971 (Louhans–Cuisery) in Ost-West-Richtung durchquert.

Die Nord- und Nordwestgrenze der Gemeinde wird durch die SeilleLa Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr gebildet, die nach Westen fließt. Die Grenze im Südosten bildet die Sane-MorteLa Sane-Morte, Länge 54,6 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei in Foissiat auf ca. 218 m, Mündung bei in Ménetreuil auf ca. 177 m, La Sane-Morte auf sandre.eaufrance.fr. Eine Seilleschlinge wird verbunden durch den Bras de la CuléeBras de la Culée, Länge 1,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Branges auf ca. 176 m, Mündung bei in Branges auf ca. 175 m, Bras de la Culée oder rivière la Seille auf sandre.eaufrance.fr, dadurch entsteht eine eigentliche Insel, genannt La Culée. Im Gemeindegebiet münden der Ruisseau du ChampRuisseau du Champ, Länge 3,3 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Branges auf ca. 198 m, Mündung bei in Branges auf ca. 175 m, Ruisseau du Champ auf sandre.eaufrance.fr und der Ruisseau de BarbetteRuisseau de Barbette, Länge 6,0 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Montret auf ca. 206 m, Mündung bei in Sornay auf ca. 175 m, Ruisseau de Barbette auf sandre.eaufrance.fr in die Seille. Die Gemeinde ist schwach bewaldet, hingegen finden sich in den Feuchtgebieten entlang der Seille ausgedehnte Pappelplantagen.

Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: les Amortets, les Armalets, le Bas-de-Rédy, le Bief-Bouly, Bois-de-Rédy, la Bruyère, le Champ-Bise, les Champs-Rouges, les Communautés-de-la-Croix, les Communautés-de-Rédy, La Croix, l’Étang-Blonde, l’Étang-Borey, les Fugères, les Fugny, le Grand-Curtil, les Grandes-Varennes, le Grand-Rédy, Grange-des-Pèles, Grannod, les Gruyères, Lusigny, la Mare-au-Prêtre, les Marrages, les Meuneuvres, Montécot, le Nauvret, les Pèles, le Petit-Rédy, les Piochets, les Platières, la Rippe, les Robins, Sane, les Sarcins, les Saugets, la Seugnière, la Tuilerie, le Vernay.

Klima Das Klima in Sornay ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 °C, der kälteste der Januar mit 3,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort wird erstmals 1155 als Ecclesia de Saonay erwähnt. Die Endung -ay lässt auf Gallo-römische Besiedlung schließen, etwas später wird auch tatsächlich der Ort mit Saornaco erwähnt, also als Besitz des Saornus. Schließlich entstand daraus der heutige Ortsname Sornay.

Geschichte Ein kurzes Stück der Römerstraße Louhans–Tournus führte vermutlich östlich von Sornay vorbei. Angeblich bestand ein Schloss an der Stelle, an der heute die Mairie steht. Im 18. Jahrhundert gehörte der Ort der Familie Perrigny, das Gebiet von Grannod der Familie Gueret und La Croix den Herren de la Marche. 1856 bestanden mehrere Getreide- und Ölmühlen, sowie Gerbereien an der Seille. Es bestanden zwei Gemeindeschulen und zwei protestantische Schulen.

Die alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die neue Hauptstraße verlegt, 1833 – 1834 wurde das Schiff verlängert und der Glockenturm gebaut, 1846 der Chor vergrößert und 1861 das Dach restauriert. In der Folge verschoben sich die Mauern aufgrund eines Baufehlers, die Kirche wurde jedoch weiterhin unterhalten und repariert. Schließlich musste sie 1977 abgebrochen werden. Zwischen 1979 und 1980 wurde eine neue Kirche in Nord-Süd-Richtung um den alten Glockenturm von 1834 erbaut und im Oktober 1980 eingeweiht. Die Knabenschule datiert von 1903, die Mädchenschule von 1912 und das Postgebäude von 1913. Entlang dem Südufer der Seille wurden rund 6 Kilometer Treidelpfade instand gestellt. 1988 bestanden in der Gemeinde 119 Landwirtschaftsbetriebe. 1973 wurde Sornay – zusammen mit Branges – mit Louhans vereinigt, 1979 wurde die Fusion jedoch rückgängig gemacht. Die Herren von Sornay Die Kirche von Sornay als ecclesia de saornay wird bereits 1155 erwähnt. Die de Vienne anerkannten den Abt der Abtei Saint-Philibert in Tournus als Souverän.

Sornay gehörte zum Einflussbereich der de Vienne, den Herren von Sainte-Croix. 1387 kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Herzog von Burgund, Philippe le Hardi, der Wert auf seine Hoheitsrechte über die Kastellaneien legte. Der Seigneur von Sornay hatte einen Markt abhalten und ausrufen lassen, ohne die Einwilligung des Herzogs. Der Kastellan von Cuisery und der Bailli von Chalon protestierten und der Herzog verbot den Markt.

1289 kam es zum Gebietsabtausch zwischen Herzog Robert II. und Amé (Amadeus) V., Graf von Savoyen. Dadurch gehörte die Kastellanei von Cuisery mit den zugehörigen Orten endgültig zum Herzogtum Burgund.

Nach dem Gebietsabtausch im Jahr 1289 wurden die Burgunderherzöge zusehends überheblich. Sie ließen die Mönche plagen und quälen, beraubten sie und zerstörten ihre Gebäude. Die Benediktiner klagten beim Parlement de Paris und machten einen Schaden von über 25.000 Livres geltend. Herzog Hugues V. lehnte aber die Zuständigkeit des Gerichtes ab, das 1308 den Herzog zu Schadensersatz verpflichtete. Die Mönche vermochten sich allerdings nicht gegen die Macht der Herzöge durchzusetzen.

Die Herzöge von Burgund ließen die Kastellanei von Cuisery weiter bestehen, sie umfasste insbesondere das Gemeindegebiet von Sornay. Die Herren waren die Kastellane und erst spät begannen sich Einzellehen herauszubilden.

Später gehörte Sornay zur Baronie Loisy und einer Familie dieses Namens. Antoine de Loisy begann im 16. Jahrhundert, Teile der Baronie zu verkaufen.

Grannod (der westlichste Weiler der Gemeinde an der D971) gehörte Anfang des 17. Jahrhunderts Claude Vitte, einem Bürger von Louhans, später einem Jean Godefroy und einem Bertrand David. 1685 gelangte es an François Guerret de Grannod. Diese Familie behielt das Lehen während des ganzen 18. Jahrhunderts und ließ ein kleines Schloss bauen.

Heraldik Seit dem 18. September 2009 benutzt die Gemeinde Sornay ein offizielles Wappen, das nicht direkt auf eine Familie zurückgeführt werden kann, sondern durch verschiedene Gremien neu geschaffen wurde. Das Wappen, seine Bedeutung und Entstehungsgeschichte wurde der Bevölkerung im Journal Municipal vom Dezember 2009 vorgestellt. Blasonierung: Geviert durch ein blaues Kreuz, in Feld 1 und 4 auf goldenem Grund ein rotes Schloss, in 2 auf goldenem Grund ein roter Hahn, in 3 auf goldenem Grund eine rote Garbe. Die Gemeinde hat in diesem Zusammenhang eine Devise gewählt: Tradition, Union et Avenir (Tradition, Einheit und Zukunft).

Vom Wappen der Familie Guerret wurde die Form übernommen sowie die Tingierung in Gold und Blau. Gold symbolisiert Reichtum, Reinheit und Beständigkeit, Blau Loyalität und Treue. Im Fall von Sornay symbolisiert das blaue Kreuz gleichzeitig die beiden Hauptflüsse in der Gemeinde, die Seille und die Sâne. Die beiden Burgen symbolisieren Grannod und Lusigny, zugleich aber auch Schutz und Sicherheit. Hahn und Garbe zeigen die Verbindung zur Bresse und kennzeichnen Sornay als landwirtschaftlich geprägten Ort.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Rémy von Sornay (Saône-et-Loire) mini|Kirche Saint-Rémy von Sornay (Saône-et-Loire)von Norden

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %1958974984633,2

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 41 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 15,6 % aus. Demgegenüber sind 38 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 36 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19991022959603+36,1 % = 271 WE davon Hauptwohnsitz 919Zweit- oder Ferienwohnsitz38vakant65

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen In der Gemeinde gibt es eine katholische und eine protestantische Kirche, die Mairie (Gemeindehaus) und folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe14Baugewerbe16Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie26Information und Kommunikation1Finanz- und Versicherungsdienstleistungen4Grundstücks- und Wohnungswesen5Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen19Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen11Sonstige Dienstleistungen18Land- und Forstwirtschaftsbetriebe20 In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Blumenladen, ein Kleidergeschäft, zwei Coiffeur- und ein Schönheitssalon, zwei Immobilienagenturen und ein Möbelladen, ferner zwei Autogaragen, zwei Bauhandwerksbetriebe, eine Schreinerei/Zimmerei, ein Elektriker, drei Maler/Gipser und ein Installateurbetrieb. Im Ort befinden sich ein Tennis-, ein Fußball- und ein Pétanqueplatz, eine Turn- und Sporthalle, ein Skatepark, eine Arztpraxis, sechs Krankenschwestern, ein Mehrzwecksaal, zwei Restaurants und eine Post. Mit den weiteren Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner mehrheitlich in Louhans. Ein Wochenmarkt findet samstags statt, jeweils von 08:00 bis 13:00 Uhr auf dem Platz vor der Mairie.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Sornay Volaille de Bresse und Dinde de Bresse, ferner Crème et beurre de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde bestehen folgende Bildungseinrichtungen: eine École maternelle, die von 50 Schülern in zwei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025), eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die von 48 Schülern in vier Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025), und beide der Académie de Dijon unterstehen. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr In Sornay befindet sich eine Haltestelle La Mare au Prêtre der Linie LR 713 (lignes régulières) der Linie Louhans-Châteaurenaud ↔ Tournus.

Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.

Sehenswürdigkeiten Kirche St-Rémy mit Glockenturm von 1834

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté