Bruailles [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Bruaillois, resp. Bruailloises genannt. Teilweise wird auch die Bezeichnung Bruaillais und Bruaillaises gebraucht.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Bruailles liegt in der Mitte der südlichen Hälfte des Arrondissements Louhans. Es liegt 3,7 Kilometer südsüdwestlich des Kantonshauptortes Louhans-Châteaurenaud.

Der Bourg liegt an der Westseite des Gemeindegebiets, direkt über dem Tal des Solnan, der die Westgrenze bildet. Im Norden grenzt Bruailles an Louhans-Châteaurenaud, im Nordosten an Saint-Martin-du-Mont, im Osten liegt Sagy. Im Süden grenzt Frontenaud an Bruailles, im Südwesten Sainte-Croix-en-Bresse und im Westen La Chapelle-Naude

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt knapp zur Hälfte im Bourg, die übrigen in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 562 Hektar bewaldete Flächen auf, was 25,0 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 59 % Laubwald und 39 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vorwiegend im Süden – Bois Planté, La Grande Rippe de Bione, Rippe des Grosbons, Les Machadières –, Osten – Grand Bois Rebouton – und Nordwesten der Gemeinde – Bois Renaud. Dazu bestehen kleinere Waldflächen im zentralen Gemeindegebiet.

In der Gemeinde werden 1167 Hektar (entsprechend 51,9 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 6,3 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 48 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 6 % wird Raps, auf 8 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An stehende Gewässer befinden sich in der Gemeinde drei benannte Étangs, nebst einer Anzahl Weiher und Teiche. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang de Vaux, Champ de l’Étang).

Nahezu im Zentrum der Gemeinde, etwa einen Kilometer östlich des Bourg, lieg der Étang de la Galette, der aus zwei Becken besteht. Der Étang wird vorwiegend für die Freizeitfischerei genutzt, ist aber ebenfalls verbunden mit einem Wanderweg. Der Étang entwässert nach Norden in La Vallière.

Im Süden der Gemeinde befinden sich zwei weitere Étangs. Ganz im Süden liegt der Étang du Parc, an seinem Ausfluss liegt der Ancien Moulin de Chardenoux, der Bief entwässert nach Süden, in die Gizia.

Etwas nördlicher liegt der Grand Étang der sein Wasser nach Norden in die Vallière schickt.

Bezüglich der fließenden Gewässer ist Bruailles ein markanter Ort, indem hier große Mengen an Wasser aus dem Jura ankommen um in die Seille zu münden.

Im Süden der Gemeinde, von Sainte-Croix-en-Bresse, fließt Le SolnanLe Solnan, Länge 61,6 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Verjon auf ca. 227 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 176 m, Le Solnan auf sandre.eaufrance.fr zur Gemeindegrenze von Bruailles. Er mäandriert nach Norden bis zum nordwestlichsten Punkt, wo er nach Louhans-Châteaurenaud weiterfließt. Die Gemeindegrenze folgt dem Lauf des Solnan.

Von Saint-Martin-du-Mont kommt im Nordosten der Gemeinde La VallièreLa Vallière, Länge 50,8 km, Zufluss zum Solnan, Quelle bei in Revigny auf ca. 419 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 178 m, La Vallière auf sandre.eaufrance.fr und bildet die nordöstliche Gemeindegrenze. Später wendet sie sich zum Moulin de Marcilly, und verläuft wieder nach Nordwesten, um die Gemeindegrenze zu Louhans-Châteaurenaud zu bilden. Bei Les Combes mündet der Ruisseau de Blaine in die Vallière und an der nordwestlichen Ecke der Gemeinde mündet sie selber in den Solnan, um gemeinsam in Louhans-Châteaurenaud in die Seille zu münden.

Nachdem die Blaine in die Vallière mündet und die Vallière sich mit dem Solnan vereinigt, sammeln sich große Wassermassen aus dem Jura. Louhans-Châteaurenaud hatte deshalb stets mit den unkalkulierbaren Wassermengen zu kämpfen. Bereits im 16. Jahrhundert wurde deshalb damit begonnen, einen Entlastungskanal zu bauen – genannt La Sâle –, der seinen Anfang im Norden von Bruailles nimmt und einen Teil des Wassers aus der Vallière durch die Stadt Louhans in die Seille führt.

Verkehrswege Im Norden der Gemeinde, von Louhans-Châteaurenaud her, kommt die Départementsstraße D996 beim Pont de la Barque in die Gemeinde. Sie verläuft in südöstlicher Richtung durch die Gemeinde, bis zum Bois Parpillon, beim Kreisverkehr verläuft sie nach Süden und verlässt die Gemeinde bei La Barre nach Sainte-Croix-en-Bresse. Sie ist im Gemeindegebiet 4,77 Kilometer lang. Die D996 geht in großen Teilen zurück auf die Römerstraße, die Louhans mit Cousance verband.

Beim Kreisverkehr vom Bois Parpillon führt die Départementsstraße D972 nach Südosten weiter bis Château de Chardenoux, wo sie die Gemeinde nach 4,335 Kilometer nach Sagy verlässt.

Bei Les Huichards zweigt die Départementsstraße D150 rechtwinklig von der D972 ab, verläuft nach Südwesten und verlässt die Gemeinde nach 1,185 Kilometer nach Sainte-Croix-en-Bresse.

Im nördlichsten Zipfel der Gemeinde durchquert die Départementsstraße D21 das Gemeindegebiet. Sie kommt von Louhans-Châteaurenaud, durchzieht für 645 Meter praktisch unbesiedeltes Gebiet und verlässt Bruailles nach Saint-Martin-du-Mont.

Kurz nachdem die D996 die Gemeinde erreicht hat, beim Pont de la Barque, zweigt die Départementsstraße D350 nach Osten ab. Sie quert die Eisenbahntrasse und verläuft südwärts, bis zum Weiler Patran, dort wendet sie sich nach Südosten bis zum Bourg. Im Bourg setzt die Route du Bourg den fort, verläuft bei der Kirch nach Nordosten und mündet in die D996. Diese Straße hat lediglich die Aufgabe, den Bourg zu erschließen, sie ist 3,6 Kilometer lang.

Auf dem Gemeindegebiet verläuft eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die jedoch nicht mehr betrieben wird. Die Strecke kommt vom nordwestlichsten Punkt der Gemeinde, verläuft nach Südsüdosten und verlässt die Gemeinde nach Sainte-Croix-en-Bresse.

Erschließungen Durch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit einer Spannung von 63 kV mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63kV N° 1 Louhans – Pymont, die Louhans mit Lons-le-Saunier verbindet. Die Leitung wurde 1955 erstellt und 2025 vollständig saniert. Die Leitung streift die Gemeinde Bruailles viermal im Norden. Sie kommt vom Umspannwerk in Louhans-Châteaurenaud in Saint-Claude von Westen zur Gemeinde und durchzieht das nordwestlichste Gemeindegebiet für 205 Meter in Richtung Osten (96°). Ein zweites Mal durchquert sie Gemeindegebiet etwas weiter östlich, bei Les Combes für 710 Meter. Ein weiteres Mal streift die Leitung weiter östlich für 54 Meter, bis sie nördlich von Marcilly nochmals Gemeindegebiet erreicht. Sie verläuft weiterhin nach Osten (96°) bis nördlich des Moulin de Marcilly, wo sie sich nach Ostnordosten wendet (68°) und die Gemeinde bei Les Fossés nach 1,7 Kilometern nach Saint-Martin-du-Mont verlässt. Auf Gemeindegebiet wird die Leitung gesamthaft von 7 Stahlgittermasten getragen.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Aiseray, L’Argillet, Les Barbiers-des-Bois, La Barque, Beauregard, Le Boident, Bois-d’Avost, Le Bois-Renaud, Le Buet, Champ-Milan, Les Chandeliens, Chardenoux, Chichevière, La Communauté, Corcelettes, Courcelles, Les Cours, Culay, La Farge, La Fouinarde, Les Galets, Le Grand-Chemin, Les Grands-Taillis, La Grange-du-Fond, Les Huichards, Les Marandiers, Marcilly, Les Maublancs, Maumont, Le Moulin-des-Bois, Les Moux, Patran, Le Petit-Chardenoux, Les Petits-Taillis, La Pichaudière, La Planche, Les Quatre-Chemins, Les Ruachons, La Tarde, Terre-grasse, La Terve, La Tuilerie-de-Courcelles, Tuilerie-du-Champ-Grelot, Les Tupins, Les Varennes, Le Vau, Le Venay.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt mit dem Solnan und der Talsohle, die hier etwa 500 Meter breit ist. Dann folgt ein steiler Anstieg auf die durchschnittliche Höhe der Bresse-Ebene von 200 bis 210 Meter. Am Westhang liegt der langgezogene Bourg entlang der Départementsstraße D350, 23 Meter über dem Solnan. Jenseits des höchsten Punktes verläuft das Trassee der Eisenbahnlinie, die heute nicht mehr betrieben wird. Noch etwas weiter östlich verläuft die Départementsstraße D996 und gleich östlich davon liegt ein Étang in der Senke. Das Gelände steigt wieder an, durchbrochen von einem angeschnittenen Kerbtal und gefolgt von einer Senke zum Bief des Étang de la Galette. Wieder folgt ein kleiner Anstieg bis zum Bief, der aus dem Grand-Étang nach Norden fließt. Schließlich steigt das Gelände wieder auf Normalhöhe und auf der Kuppe liegt der Weiler Aiseray, bevor das Gelände wieder steil abfällt ins Tal der Vallière, die kurz nach der Gemeindegrenze fließt.

Klima Das Klima in Bruailles ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 °C, der kälteste der Januar mit 3,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1042 mm, dabei ist der November mit 119 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 62 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2781 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort taucht erstmals 870 als Brogalia villa auf, 1225 wird zudem eine Kirche erwähnt Ecclesia Bruelli. 926 wird in Curcellis (Courcelles) und in Culecis (Culay) erwähnt. Die Gegend scheint also schon recht früh besiedelt gewesen zu sein. Die Bezeichnung des Ortes Brogalia scheint auf das Galloromanisch zurückzugehen, wo brueille Wald, Gestrüpp und Buschwerk bedeuteteErnest Nègre, Toponymie générale de la France, Librairie Droz, 1. Januar 1990, Buchseite 258, französisch, abgerufen am 5. Dezember 2014..

Geschichte Bruailles liegt an der Römerstraße Louhans – Frontenaud, so wie auch die beiden anderen, im ersten Jahrtausend erwähnten Weiler. Die Lehen im Gebiet von Bruailles gehörten zur Oberhoheit der Herren von Sainte-Croix, außer Chichevière, das zum Kloster Gigny gehörte und die Gerichtsbarkeit bei Louhans lag. 1845 wird über die Kirche von Bruailles berichtet, sie entbehre jeglichen kunsthistorischen Interesses – und sei überdies zu klein. 1849 wurde offensichtlich der Chor erweitert, am 17. Juni 1879 wurde die Kirche jedoch durch ein Feuer teilweise zerstört. 1883 bis 1885 wurde die Kirche neu erbaut. Obwohl die alten Ziegelsteine noch brauchbar gewesen wären, entschied man sich für einen Bau aus Quadersteinen. Die Kirche ist Mariä Himmelfahrt geweiht. Die Herren von Bruailles Das Gebiet von Bruailles unterstand den Herren von Sainte-Croix-en-Bresse, mit Ausnahme von Chichevière, das zur Abtei Gigny gehörte. Bruailles gehörte ab dem 13. Jahrhundert zur Kastellanei von Sagy und unterstand damit direkt den Herzögen von Burgund und später den Königen von Frankreich. Erst ab dem 17. Jahrhundert begannen sich wieder kleinere Lehen zu bilden, die vornehmlich an die Noblesse de robe vergeben wurden.

Im Ort bestanden verschiedene Lehen und auch verschiedene Burgen. Marcilly mit einer Burg über der Vallière: 1714 François de Thoisy, Ritter und Kirchenpatron, Ende 17. Jahrhundert, Antoine de Bretagne, Courcelles mit Schloss: de Thoisy Patran: d’Épernay Chardenoux mit Schloss: 1714 – 1790 Nicolas du Puget, Pierre Nicolas du Puget, Claude François du Puget, alle Écuyers Chichevière: Abtei Gigny