Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der norwegischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften:
Überblick
Norwegen nahm 2026 zum vierten Mal an der WM-Endrunde teil. Bei den ersten drei Teilnahmen traf Norwegen immer auf Italien. Bei der vierten Teilnahme 2026 ist Italien nicht dabei.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) TrainerArtikel Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich AchtelfinaleItalien 12. Fußball-Weltmeisterschaft 1938/NorwegenNiederlage in der Verlängerung 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Deutschland gescheitert 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Vizeweltmeister Ungarn gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut an Schweden gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Ungarn und England gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und der UdSSR gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien und Schottland gescheitert 1994 USA VorrundeMexiko, Italien, Irland 17.Fußball-Weltmeisterschaft 1994/NorwegenGruppenletzter bei gleicher Punktzahl und gleicher Tordifferenz wie die drei Gruppengegner, aber der geringeren Anzahl von Toren. 1998 FrankreichAchtelfinaleItalien 15. Fußball-Weltmeisterschaft 1998/Norwegen 2002 Südkorea/Japannicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und der Ukraine gescheitert, die in den Play-offs ebenfalls scheiterte 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Tschechien gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert und als schlechtester Gruppenzweiter ausgeschieden. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Norwegen auf Albanien, Island, die Schweiz, Slowenien und Zypern 2018 Russland nicht qualifiziert In der im September 2016 begonnenen Qualifikation an Titelverteidiger Deutschland, und Nordirland gescheitert. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Niederlande und der Türkei gescheitert 2026 Kanada/Mexiko/USA Viertelfinale England Ståle SolbakkenFußball-Weltmeisterschaft 2026/Norwegen Gruppensieger in der Qualifikation vor Italien. Gegner bei der Endrunde waren Frankreich, der Senegal und der Irak in der Gruppenphase, die Elfenbeinküste und Brasilien in den ersten K.o.-Spielen. mini|Platzierung der norwegischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)
Nicht teilgenommen: 3× (13 %; 1930, 1934 und 1950) Nicht qualifiziert: 16× (69,6 %; 1954, 1958, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018 und 2022) Sportliche Qualifikation: 4× (17,4 % bzw. bei 21 % der Versuche) Vorrunde: 1× (4,3 %; 1994) Achtelfinale bzw. erste Runde: 2× (8,7 %; 1938 und 1998) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 2026)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 und 1934 Der Norges Fotballforbund wurde zwar bereits 1902 gegründet und 1908 in die FIFA aufgenommen, schickte auch eine Mannschaft zu den Olympischen Spielen 1912, wo die Mannschaft kampflos das Viertelfinale erreichte und dort ausschied, und 1920, wo man das Achtelfinale gewann, dann aber in den Spielen um Platz 2 und 3 in der ersten Runde Endstation war, aber an den ersten beiden WM-Turnieren nahmen die Norweger nicht teil.
1938 in Frankreich
Nachdem Norwegen bei den Olympischen Spielen 1936 überraschend Dritter geworden waren, wollten die Norweger auch erstmals an der WM teilnehmen. Für die erste WM in Frankreich musste sich Norwegen gegen Irland qualifizieren. Am 10. Oktober 1937 fand in Oslo das erste WM-Qualifikationsspiel statt und Norwegen gewann mit 3:2. Durch ein 3:3 in Dublin gelang die Qualifikation.
Bei der WM trafen die Norweger im Achtelfinale auf Titelverteidiger Italien und gerieten bereits nach drei Minuten in Rückstand. In der 83. Minute konnte aber Arne Brustad mit dem ersten WM-Tor für Norwegen ausgleichen und die Verlängerung erzwingen. In dieser gelang Silvio Piola bereits nach vier Minuten der Siegtreffer. Damit verabschiedete sich Norwegen für 56 Jahre von der WM-Bühne. In die ewige Rangliste stiegen die Norweger auf Platz 20 ein, den sie aber nicht halten konnten.
1950 in Brasilien
Norwegen hatte zwar bereits im August 1945 wieder mit dem Länderspielbetrieb begonnen und bis 1949 zahlreiche Spiele bestritten, an der zweiten WM in Südamerika nahmen die Norweger aber nicht teil, womit sie in der ewigen Rangliste auf Platz 21 fielen.
1954 in der Schweiz
Für die Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz wollte sich Norwegen dann wieder qualifizieren und traf dabei auf die deutsche Nationalmannschaft, die erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder teilnehmen durfte, und das damals selbständige Saarland. Norwegen verlor das erste Spiel in Oslo gegen die Saarländer mit 2:3, erkämpfte dann gegen Deutschland ein 1:1 und auch in Saarbrücken ein 0:0, verlor dann aber in Hamburg mit 0:5. Damit war Norwegen ausgeschieden und Deutschland fuhr nach einem Sieg gegen das Saarland zur WM, wo die deutsche Mannschaft überraschend Weltmeister wurde.
1958 in Schweden Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 im Nachbarland Schweden konnte sich Norwegen wieder nicht qualifizieren. Diesmal waren der Vizeweltmeister Ungarn, der noch mit einigen Spielern der 1954er-Mannschaft antrat, obwohl ein Großteil der Spieler von 1954 nach dem Ungarischen Volksaufstand von 1956 das Land verlassen hatte, und Bulgarien stärker. Nach einem 1:2 im Heimspiel gegen die Bulgaren gelang zwar ein 2:1 in Oslo gegen Ungarn, aber die beiden Auswärtsspiele wurden hoch (0:7 – bis heute einer der beiden höchsten Siege der Bulgaren – und 0:5) verloren. Damit schied Norwegen als Gruppenletzter aus.
1962 in Chile Noch schlechter verlief die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1962. Gegen die UdSSR und die Türkei wurden alle Spiele verloren.
1966 in England In der Qualifikation für die WM in England lief es dann etwas besser. Punktgleich mit Jugoslawien, aber der besseren Tordifferenz, wurde hinter Frankreich, gegen das zweimal mit 0:1 verloren wurde, und vor Luxemburg der zweite Platz belegt. Allerdings reichte dieser nicht, um die Endrunde zu erreichen.
1970 in Mexiko In der Qualifikation für die erste WM in Mittelamerika war wieder Frankreich und zudem der skandinavische Nachbar Schweden der Gegner. Norwegen gewann zwar das erste Spiel in Frankreich, verlor dann aber die restlichen drei Spiele und schied als Gruppenletzter aus. Immerhin hatten sie mit dem Sieg in Frankreich den Schweden zur Qualifikation verholfen.
1974 in der Bundesrepublik Deutschland Für die WM in Deutschland konnten sich die Norweger auch nicht qualifizieren. Gegen Belgien und den späteren Vizeweltmeister Niederlande um Johan Cruyff wurden alle Spiele verloren. Lediglich gegen Island gelangen zwei Siege, so dass am Ende nur Platz 3 in der Vierergruppe heraussprang.
1978 in Argentinien Für die vierte WM in Südamerika musste sich Norwegen in einer Gruppe mit Schweden und der Schweiz auseinandersetzen. Norwegen gewann beide Heimspiele und verlor beide Auswärtsspiele. Dies reichte nur zu Platz 2, da der Nachbar beide Spiele gegen die Schweiz gewann.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM auf der iberischen Halbinsel konnte sich Norwegen erneut nicht qualifizieren. In einer ausgeglichenen Gruppe mit Ungarn, England, Rumänien und der Schweiz belegte Norwegen nur den letzten Platz. Immerhin gelang am 9. September 1981 der erste Sieg in einem Pflichtspiel gegen England, wodurch die Engländer fast die Qualifikation verpasst hätten.
1986 in Mexiko In der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko waren Dänemark, die UdSSR, die Schweiz und Irland die Gegner. Die Norweger starteten mit einer 0:1-Heimniederlage gegen die Schweiz und kamen erst in ihrem vierten Spiel zum ersten und einzigen Sieg, einem 1:0 gegen Irland. Am Ende war es wieder nur der letzte Platz für die Norweger.
1990 in Italien Die zweite WM in Italien verpasste Norwegen erneut. In der Qualifikation waren Jugoslawien, Schottland und Frankreich stärker. Lediglich gegen Zypern wurden beide Spiele gewonnen, wodurch diesmal der letzte Platz vermieden wurde.
1994 in den Vereinigten Staaten
Für die WM in den USA konnte sich Norwegen dann endlich wieder qualifizieren. In einer Sechsergruppe konnten die Norweger um Rune Bratseth, der 1988 und 1993 mit Werder Bremen Deutscher Fußball-Meister geworden war, als Gruppenerster zusammen mit den Niederlanden überraschend die Engländer ausschalten. Polen, die Türkei und San Marino hatten mit dem Ausgang nichts zu tun.
In den USA konnten die Norweger am 19. Juni 1994 erstmals ein WM-Spiel gewinnen: 1:0 gegen Mexiko. Im zweiten Gruppenspiel folgte eine 0:1-Niederlage gegen Italien und nach einem 0:0 gegen Irland hatten alle vier Mannschaften vier Punkte und eine ausgeglichene Tordifferenz. Die Norweger hatten aber die wenigsten Tore geschossen und schieden daher als bester Gruppenletzter aus, während die drei anderen Mannschaften die K.-o.-Runde erreichten. In der ewigen Rangliste konnten sich die Norweger, die nach den verpassten Qualifikationen auf Platz 49 abgestürzt waren, aber um acht Plätze verbessern.
Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich
Auch für die zweite WM in Frankreich konnte sich Norwegen als Gruppenerster auch ohne Rune Bratseth qualifizieren der nach der WM seine Nationalmannschaftskarriere beendet hatte. Am Ende hatte die Mannschaft 8 Punkte Vorsprung vor Ungarn. Es folgten Finnland, die Schweiz sowie abgeschlagen Aserbaidschan, das im ersten Spiel überraschend die Schweiz schlagen konnte und ansonsten nur als Punktelieferant gedient hatte.
In Frankreich wurde im ersten Spiel ein 2:2 gegen Marokko erkämpft. Gegen Schottland folgte ein 1:1 und gegen Titelverteidiger Brasilien wurden den Norwegern wenig Chancen auf das Weiterkommen eingeräumt. Bis zur 78. Minute hielten die Norweger aber das 0:0, ehe Bebeto der Führungstreffer für den Rekordweltmeister gelang. Die Schlussphase verlief dann dramatisch: Zunächst konnte Tore André Flo in der 83. Minute ausgleichen. Damit lag Norwegen mit drei Punkten aber hinter Marokko, das im Parallelspiel gegen Schottland mit 2:0 führte, in der 84. Minute auf 3:0 erhöhte und vier Punkte hatte. In der 88. Minute erhielten die Norweger dann einen Strafstoß, den Kjetil Rekdal zum 2:1-Sieg verwandelte. Damit hatten die Norweger fünf Punkte und zogen an Marokko vorbei ins Achtelfinale. Dort trafen sie wieder einmal auf Vizeweltmeister Italien und gerieten bereits in der 18. Minute in Rückstand. Dabei blieb es und Norwegen musste sich für 28 Jahre von der WM-Bühne verabschieden. In der ewigen Rangliste kletterten sie aber noch einmal um sechs Plätze. Mit der Niederlage gegen Italien endete die erste Amtszeit von Egil Olsen, der die Mannschaft seit Oktober 1990 trainiert hatte. Sein Nachfolger wurde Nils Johan Semb.
2002 in Japan und Südkorea In der Qualifikation für die erste WM in Asien knüpfte Norwegen dann wieder an alte Zeiten an. Polen, die Ukraine und Belarus waren stärker, nur Wales und Armenien wurden auf die Plätze verwiesen und nur die letzten beiden Spiele gegen Wales und Armenien wurden gewonnen.
2006 in Deutschland