Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Israels als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|Platzierungen Israels im Finale (Stand 2025) mini|250px|Netta, Siegerin 2018 Als erstes außereuropäisches Land debütierte Israel im Jahr 1973 beim Eurovision Song Contest. Das Debüt war dabei ziemlich erfolgreich: das Land belegte Platz 4 von 17 im Finale. Auch 1974 erreichte das Land mit Platz 7 sowie 1976 mit Platz 6 zwei weitere Platzierungen in der vorderen Tabellenhälfte. 1975 und 1977 hingegen wurde je mit Platz 11 ein durchschnittlicher Platz erreicht. Bei der sechsten Teilnahme 1978 siegte Israel dann erstmals. Yizhar Cohen & The Alpha-Beta gewannen den Wettbewerb und holten mit 157 Punkten eine neue Höchstpunktzahl. 1979, als Israel den Wettbewerb erstmals austrug, erreichten Gali Atari & Milk and Honey erneut Platz 1, womit Israel den Wettbewerb zum zweiten Mal in Folge gewann. 1980, als Israel eigentlich zur Austragung berechtigt war, sollte der Wettbewerb an Jom haZikaron, dem Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus, stattfinden. Deswegen zog sich das Land 1980 vom Wettbewerb erstmals zurück. Aus diesem Grund ist Israel bis heute auch das einzige Land, das seinen Sieg im Folgejahr nicht verteidigen konnte. 1981 kehrte das Land dann allerdings schon wieder zurück.

Hakol Over Habibi holten 1981 bei der Rückkehr mit Platz 7 eine weitere Platzierung unter den besten Zehn. 1982 und 1983 war Israel dann erneut sehr erfolgreich und erreichte jeweils Platz 2. 1984 zog sich das Land dann erneut vom Wettbewerb zurück. Als Grund wurde ein weiterer israelischer Feiertag angegeben. 1985 kehrte das Land aber schon wieder zum Wettbewerb zurück. Yizhar Cohen, der 1978 zusammen mit The Alpha-Beta Israels ersten Sieg holten, holte 1985 mit Platz 5 eine weitere Platzierung für Israel unter den besten Zehn. 1986 erreichte Israel dann sein bis dahin schlechtestes Ergebnis. Moti Giladi & Sarai Tzuriel erreichten nur den vorletzten Platz und mit 7 Punkten Israels bis dahin niedrigste Punktzahl im Wettbewerb. Es war zu dem das erste Mal seit neun Jahren, dass ein israelischer Beitrag nicht in der linken Tabellenhälfte landete. 1987 erreichte das Duo Lazy Bums dann mit Platz 8 aber wieder eine Platzierung unter den besten Zehn. Auch 1988 wurde mit Platz 7 ein weiteres gutes Ergebnis eingefahren. 1989 hingegen wurde mit Platz 12 wieder nur ein durchschnittlicher Platz erreicht. 1990 erreichte Rita mit Platz 18 von 22 dann wieder ein eher schlechteres Ergebnis. 1991 folgte dann ein weiterer Erfolg im Wettbewerb. Das Duo Datz erreichte Platz 3 und damit eine weitere Platzierung unter den besten Zehn. Auch 1992 wurde mit Platz 6 erneut ein gutes Ergebnis erreicht. 1993 folgte dann Israels bis dahin schlechtestes Ergebnis im Wettbewerb. Die Gruppe Lahakat Shiru erreichte nur den vorletzten Platz und holte mit nur vier Punkten eine neue niedrige Punktzahl für Israel im Wettbewerb. Bis heute ist es die niedrigste Punktzahl, die Israel im Wettbewerb je erreicht hat. Aufgrund dieser schlechten Platzierung musste das Land 1994 aussetzen. Erst 1995 durfte das Land wieder teilnehmen.

1995 kehrte Israel dann zum Wettbewerb zurück und erreichte mit Liora Platz 8. 1996 nahm Israel dann an der internen Vorentscheidung der EBU teil, erreichte hier aber nur den letzten Platz und durfte somit 1996 nicht teilnehmen. Im Folgejahr, 1997, verzichtete das Land freiwillig auf eine Teilnahme. 1998 kehrte Israel dann zum Wettbewerb zurück und schickte mit Dana International eine Transperson zum Wettbewerb, was in Israel kontrovers diskutiert wurde. Nach einer spannenden Punktevergabe siegte Israel dann am Ende. Mit 172 Punkten holte Dana International außerdem eine neue Höchstpunktzahl für ihr Land bis dahin. 1999 richtete Israel dann zum bereits zweiten Mal aus. Die Band Eden holte mit Platz 5 dann ein erneut gutes Ergebnis für das Land. Von 2000 bis 2004 hatte Israel dann seine schlechteste Phase bis dahin im Wettbewerb. Kein Beitrag des Landes konnte eine Platzierung unter den besten Zehn erreichen. Im Jahr 2000 wurde das Land nur Drittletzter. 2001 und 2003 erreichte Israel mit Platz 16 und Platz 19 nur durchschnittlich schlechte Plätze. 2002 wurde mit Platz 12 ebenso nur eine durchschnittliche Platzierung erreicht. 2004, bei der Einführung der Halbfinals, wurde dann ein neuer Tiefpunkt erreicht: David D’Or verpasste mit Platz 11 im Halbfinale knapp das Finale, womit Israel erstmals im Halbfinale ausschied. Erst ab 2005 verbesserte sich Israel wieder.

2005 erreichte Schiri Maimon schließlich mit Platz 4 Israels bestes Ergebnis seit Dana Internationals Sieg 1998. 2006 hingegen wurde Israel nur Vorletzter im Finale und erreichte, wie schon 1993, nur vier Punkte. 2007 schied das Land dann zum zweiten Mal im Halbfinale aus. 2008 erreichte Boaz Mauda dann im Halbfinale Platz 5, womit Israel zum ersten Mal seit zwei Jahren am Finale wieder teilnahm. Dort erreichte er dann mit Platz 9 das beste Ergebnis seit 2005. Auch 2009 und 2010 erreichte das Land das Finale, konnte mit Platz 16 und 14 sich aber nur im Mittelfeld platzieren. Ab 2011 folgte dann Israels bisheriger Tiefpunkt im Wettbewerb. 2011 schickte das Land dann Dana International, die 1998 bereits siegte, erneut zum Wettbewerb. Ihren Erfolg von 1998 konnte sie allerdings nicht wiederholen. Sie schied bereits im Halbfinale aus. Auch 2012 und 2013 verpasste das Land das Finale. 2014 wurde das Land dann Vorletzter im Halbfinale und schied somit bereits zum vierten Mal in Folge im Halbfinale aus. Erst ab 2015 lief es für das Land wieder besser im Wettbewerb.

2015 schickte Israel dann Nadav Guedj zum Wettbewerb, der Platz 3 im Halbfinale erreichte und damit Israel zum ersten Mal seit 2010 wieder am Finale teilnahm. Hier erreichte er dann Mit Platz 9 Israels bestes Ergebnis in sieben Jahren. Auch 2016 konnte sich Hovi Star für das Finale qualifizieren und holte mit Platz 14 eine Platzierung im Mittelfeld. 2017 erreichte Imri Ziv, wie Nadav Guedj bereits 2015, Platz 3 im Halbfinale. Im Finale war er allerdings weniger erfolgreich und landete mit Platz 23 nur auf den hinteren Rängen. Umso erfolgreicher war Israel dann 2018. Netta Barzilai gewann das Halbfinale und konnte auch das Finale für sich entscheiden, womit sie Israels bereits vierten Sieg im Wettbewerb holte. Mit 529 Punkten holte sie zu dem eine neue Höchstpunktzahl für das Land im Wettbewerb. 2019 richtete Israel dann zum vierten Mal den Wettbewerb aus, dieses Mal aber erstmals in Tel Aviv. Dort konnte der Sänger Kobi Marimi allerdings an den Erfolg vom Vorjahr nicht anknüpfen. Er erreichte am Ende Platz 23. 2021 erreichte Eden Alene für Israel erneut das Finale und mit einem 17. Platz eine Platzierung im unteren Mittelfeld. 2022 hingegen scheiterte man zum ersten Mal seit 2015 an einem Finaleinzug. Vertreter Michael Ben David verpasste mit Platz 13 im Halbfinale das Finale. 2023 erreichte Israel jedoch wieder das Finale, wo man mit einem dritten Platz das beste Ergebnis seit 2018 einholte. 2024 gewann Vertreterin Eden Golan das zweite Halbfinale und erreichte später mit Platz 5 im Finale eine weitere sehr gute Platzierung innerhalb der Top 10. Bei den Zuschauern lag man auf dem zweiten Platz, bei den Jurys nur auf Rang 12. Im Jahr 2025 konnte die Sängerin Yuval Raphael das Televoting gewinnen und wurde Zweite nach Gesamtpunktzahl. Dieselbe Platzierung holte auch Noam Bettan im Folgejahr.

Mit vier Siegen (1978, 1979, 1998, 2018), vier zweiten Plätzen (1982, 1983, 2025, 2026) und zwei dritten Plätzen (1991 und 2023) gehört Israel zu den erfolgreichsten Teilnehmern im Wettbewerb. Zudem wurde das Land noch nie Letzter.

Kontroverse Als Reaktion auf das israelische Vorgehen im Krieg in Israel und Gaza seit 2023 gab es unter anderem in Island Überlegungen, den ESC zu boykottieren. Dass Israel am ESC 2025 in Basel die meisten Televoting-Punkte erhielt, führte zur Forderung einer Untersuchung der Punktevergabe von Seiten von Spanien und Belgien. Spaniens Premierminister Pedro Sanchez forderte den Ausschluss Israels wie auch Russland ausgeschlossen wurde. Friedrich Merz äußerte sein Unverständnis über die Debatte. Slowenien zog im Mai 2025 die Rechtmäßigkeit der Punktevergabe in Zweifel, forderte eine Diskussion bezüglich Israels Teilnahme am ESC und drohte mit einem Boykott des ESC, falls die Europäische Rundfunkunion (welche den ESC organisiert) keine befriedigenden Antworten liefern könne.

Es stehen Vorwürfe im Raum, wonach die israelische Regierung eine Kampagne zur 20-fachen Abstimmung für Israel finanziert hat und daher Israel völlig überraschend das Televoting mit großem Abstand gewonnen hat. Die detaillierten Abstimmungszahlen zeigten zudem, dass bereits verhältnismäßig wenige Anrufer das Ergebnis einzelner Staaten stark beeinflussen können. So gewann in Spanien Israel das Televoting mit 33,3 % der Stimmen, während der Zweitplatzierte nur 6,7 % erreichen konnte. Zum Erreichen dieses Ergebnisses hätten demnach bereits die Stimmen von 2.400 Geräten ausgereicht. Zudem kam der Vorwurf einer technischen Manipulation auf, der aber bisher nicht bestätigt werden konnte. Im Folgenden kündigten Spanien, Slowenien, Island, die Niederlande und Irland einen Boykott des Wettbewerbs an, da die Europäische Rundfunkunion (EBU) Israel nicht ausschließen wollte. Die EBU reagierte mit einer Reihe von Regeländerungen wie der Limitierung der Abstimmungen pro Bezahlart auf zehn und verschärfte Vorschriften für Werbekampagnen.

Beim Eurovision Song Contest 2026 kam es erneut zu einer Kontroverse, als der israelische Sender KAN trotz des eingeführten Verbots erneut ein Werbevideo auf YouTube hochlud, indem dazu aufgerufen wurde, alle zehn möglichen Stimmen für Israel zu verwenden. Nach einer Rüge durch die EBU löschte der Sender das Video.

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