mini|hochkant=1.5|Üppige Vegetation und reichlich Regen im Makalu-Barun-Nationalpark (Himalaya) mini|Yak in Tibet: Der weitaus größte Teil Hochasiens ist trocken-karge Hochsteppe
Hochasien (engl.: High Mountain Asia, HMA)J. L. Lozán, S.-W. Breckle, H. Escher-Vetter und D. Kasang: Übersicht über die wichtigsten Gebirge der Erde. In: J. L. Lozán, S.-W. Breckle, H. Graßl et al. (Hrsg.): Warnsignal Klima: Hochgebirge im Wandel. S. 39. Online: www.warnsignal-klima.de, doi:10.25592/uhhfdm.9246. ist in den Geowissenschaften ein Oberbegriff für das Hochland von Tibet einschließlich der umliegenden Gebirge und bezeichnet damit die größte und höchste Massenerhebung Asiens und der Erde, in der sich alle Sieben- und Achttausender der Welt befinden.
In der Literatur werden große Teile des südlichen Hochasiens häufig als Hindukusch-Himalaya-Region bezeichnet.
Begriff Die Bezeichnung Hochasien, die Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde, findet sich eher selten in der Literatur. Sie wird etwa in Meteorologie und Klimatologie verwendet, da hier häufig sehr großmaßstäbliche Einheiten untersucht werden.Beispiele (alle abgerufen am 8. Januar 2021): Hermann von Wissmann: Stufen und Gürtel der Vegetation und des Klimas in Hochasien und seinen Randgebieten, in Erdkunde, Archiv für wissenschaftliche Geographie, Band XV, 1961, S. 19–44 Projekt: "Niederschlagsmuster, Schnee- und Gletscher-Reaktion in Hochasien und ihre Variabilität auf subdekadischen Zeitskalen - prime-HYD.", Universität Siegen, Projekte "Niederschlagsdaten für Hochasien – Neue Perspektiven für ein altes Problem", Kurzfassungen der Meteorologentagung DACH Garmisch-Partenkirchen, Deutschland, 18.–22. März 2019 , Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Geographie
Geographie Im Gegensatz zur metaphorischen und unterschiedlich verwendeten Bezeichnung „Dach der Welt“ ergibt sich für Hochasien bereits durch die gemeinsame 2500 Meter-Höhenlinie, die im Wesentlichen das gesamte Gebirgssystem umfasst, eine natürliche Begrenzung. Innerhalb dieser Region, die über 3 Millionen km² groß ist, liegt kein Punkt tiefer als 2500 m über dem Meeresspiegel.Visualisierbar in der zoombaren Karte K1 des Global Mountain Explorer, abgerufen am 12. Januar 2021, nach Valerie Kapos, Jonathan Rhind, Mary Edwards, Martin F. Price und Corinna Ravilious: Developing a map of the world’s mountain forests, in: M. Price und N. Butt (Hrsg.): Forests in Sustainable Mountain Development: A State of Knowledge Report for 2000. IUFRO, Research Series 5, CAB International Publishing, New York 2000, doi:10.1007/1-4020-3508-X_52, S. 4–9. In den Randbereichen werden zudem unterschiedliche Teile des tiefer liegenden Gebirgsfußes und der niedrigeren Bereiche der nördlichen Gebirgszüge des Tian Shan mit einbezogen. Die größten Abweichungen bei der Festlegung unterschiedlicher Autoren liegen zum einen im Westen beim Hindukusch – der mal ganzWillibald Haffner: Hochasien: Der Effekt großer Massenerhebungen, in Geographische Rundschau 49, 1997, PDF-Version, S. 307–314., mal nur mit dem östlichen TeilDavid R. Rounce, Regine Hock, David E. Shean: Glacier Mass Change in High Mountain Asia Through 2100 Using the Open-Source Python Glacier Evolution Model (PyGEM). Frontiers in Earth Science, 2020, Karte nach Bolch et al. (2019), abgerufen am 14. Januar 2021. einbezogen wird – sowie im Südosten, wo die weitläufigen Gebirge Süd-Chinas (Yunnan-Guizhou-Plateau) und Myanmars (Shan-Hochland) eine klare Begrenzung erschweren. Statt der kompletten GebirgssystemeMountain Ranges von Global Mountain Biodiversity Assessment und Map of Life, Map Data 2020, abgerufen am 21. Dezember 2020; basierend auf Christian Körner, Jens Paulsen und Eva M. Spehn: A definition of mountains and their bioclimatic belts for global comparisons of biodiversity data, in Alpine Botany 121, doi:10.1007/s00035-011-0094-4, S. 73–78. wird häufig eine „Abschlusslinie“ gezogen, die sich an den Höhenlinien orientiert. Je nach Begrenzung ist Hochasien insgesamt von 3,7 bis über 4 Millionen km² groß.
Folgende (übergeordnete) Hochgebirge und Hochebenen gehören zu Hochasien (Nummerierung siehe nebenstehende Karte): mini|hochkant=3|Gliederung Hochasiens
HKH-Kette (Karte: violett) Koh-e-Baba-Hindukusch (Zentral-Afghanistan – Zuordnung unterschiedlich), bis 5048 m Hoher Hindukusch (O-Afghanistan, N-Pakistan), bis 7708 m Karakorum (NW-Indien, N-Pakistan China: SW-Tibet), bis 8611 m Himalaya (O-Pakistan, N-Indien, China: S-Tibet, Nepal, Bhutan), bis 8848 m Ausläufer HKH-Kette (NO-Myanmar, China: W-Yunnan – Zuordnung nach Körner et al.), bis 5881 m Hengduan Shan (China: N-Yunnan, W-Sichuan, O-Tibet, S-Gansu), bis 7556 m Transhimalaya (China: S-Tibet, NO-Indien), bis 7162 m Tanggula-Gebirge (China: O-Tibet, S-Qinghai), bis 6621 m Bayan-Har-Gebirge (China: Zentral-O-Qinghai, NW-Sichuan), bis 5266 m Tibetisches Hochland Changthang-Yarmothang-Hochland (China: Zentral-W-Tibet, SO-Qinghai), bis 6540 m Qaidam-Becken (China: NW-Qinghai), bis 4085 mAmunikeshan Mountain fault, 37.947542, 94.937528 AQK-Kette (Karte: gelb) Qilian Shan (China: NO-Qinghai, Gansu), bis 5826 m Altun (China: SO-Xinjiang), bis 6245 m Kunlun (China: S- und SW-Xinjiang), bis 7167 m Pamir (SO-Tadschikistan, NO-Afghanistan), bis 7649 m Pamir Alai (SO-Usbekistan, SW-Kirgisistan, NW-Tadschikistan), bis 5544 m Tian Shan (SO-Kasachstan, N-Kirgisistan, China: Zentral- und W-Xinjiang), bis 7439 m Dsungarischer Alatau (O-Kasachstan, China: NW-Xinjiang), bis 4622 m
HKH Aus geologischer Sicht bilden die südlichen Gebirgszüge Hochasiens ein gemeinsames Orogen, das bisweilen als Hindukusch-Karakorum-Himalaya-Kette (HKH) bezeichnet wird und die markante naturräumliche Grenze zwischen dem indischen Subkontinent und Zentralasien bildet.Marcus Nüsser: Die Gletscher des Himalaya: vom „Wohnsitz des Schnees“ zum soziohydrologischen Wirkungsgefüge. Universität Heidelberg 2018, doi:10.17885/heiup.studg.2018.0.23663, S. 21.Mohd Farooq Azam: Climate-Glacier relationship in the monsoon-arid transition zone: A Case study in Himachal Pradesh, India, Indian Institute of Technology, Indore 2014, Online-Zugang. Die Begrenzungen im Osten und Westen sind dabei uneinheitlich (in der Karte an zwei Helligkeitsstufen erkennbar).
Ebenfalls mit HKH abgekürzt wird die Hindukusch-Himalaya-Region, ein grenzübergreifendes ökologisch-ökonomisches Entwicklungsgebiet der Anrainerstaaten.
AQK Auch der Nordrand des tibetischen Hochlandes wird von einigen Autoren als zusammenhängendes Orogen betrachtet, das den beteiligten Gebirgszügen entsprechend Altun-Qilian-Kunlun (AQK) genannt wird.Peng, Yinbiao & Yu, Shengyao & Sanzhong, Li & Zhang, Jianxin & Liu, Yongjiang & Li, Yunshuai & Santosh, M. (2019): Early Neoproterozoic magmatic imprints in the Altun-Qilian-Kunlun region of the Qinghai-Tibet Plateau: Response to the assembly and breakup of Rodinia supercontinent. Earth-Science Reviews. 199, 102954. doi:10.1016/j.earscirev.2019.102954.Yunshuai Li, Jianxin Zhang, Khan Mostofa, Yuebo Wang, Shengyao Yu, Zhihui Cai, Pengfei Li, & Zhou, Guisheng Fu, Mao Changlei, Xiaohong: Petrogenesis of carbonatites in the Luliangshan region, North Qaidam, northern Tibet, China: Evidence for recycling of sedimentary carbonate and mantle metasomatism within a subduction zone. Lithos 2018. 322. doi:10.1016/j.lithos.2018.10.010.
Geologie Hochasien ist Teil der alpidischen Gebirgsbildung im Süden Eurasiens und wölbt sich durch die Nordwärtsbewegung der indischen Platte seit rund 40 Millionen Jahren auf. Noch heute hebt sich die Region am Südrand um mehr als einen Zentimeter pro Jahr.U.S. Geological Survey: The Himalayas: Two continents collide Die Erdkruste ist in Hochasien im Durchschnitt fast doppelt so dick wie im weltweiten Mittel und ragt hier im Schnitt fast 5000 m in die Atmosphäre.
Klima und Ökologie Die zentralen Plateaus Hochasiens sind ausgesprochen arid und von Hochlandsteppen und -wüsten mit abflusslosen Becken, endorheischen Flüssen und Seen – zumeist Salzseen und verlandete Salzpfannen – gekennzeichnet. Die äußeren Abdachungen der Randgebirge im Norden sind hingegen semihumid. Im Süden weisen sie humide bis perhumide tropische Gebirgsklimata mit vielfältigem Bewuchs und etlichen Fließgewässern auf, die sich zum Teil extrem tief eingegraben haben: So beträgt etwa der Höhenunterschied zwischen der Talsohle des Indus und dem Gipfel des Nanga Parbat mehr als 5000 m und das Tal Kali Gandaki – das tiefste Tal der Welt – liegt zwischen dem 8167 m hohen Dhaulagiri und dem 8091 m hohen Annapurna.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hochland von Tibet Kategorie:Gebirge in Asien Kategorie:Region in Asien