Die Baureihe E.321 waren Elektrolokomotiven der staatlichen italienischen Eisenbahn Ferrovie dello Stato. Sie waren auf den Ferrovie Varesine und der Metro von Neapel im Gleichstromnetz mit seitlicher Stromschiene eingesetzt. Es gab ab 1959 noch eine Rangierlokomotive mit der gleichen FS-Bezeichnung, siehe FS E.321 und E.321/E.322.

Geschichte Die Elektrifizierung der Eisenbahn in Italien begann in der Zeit um 1900, als neben dem oberitalienischen Drehstromnetz und einem wenig erfolgreichen Versuch mit Akkumulatortriebwagen der Betrieb mit Gleichspannung von 650 V und Stromschiene auf den Ferrovie Varesine von Mailand nach Varese durchgeführt wurde.

Da sich der Plandienst positiv entwickelte, entstanden als Weiterentwicklung der Vorgängervariante FS E.320, die seit 1912 auf der Strecke eingesetzt war, diese Lokomotiven mit der Bezeichnung E.321. Gegenüber der Vorgängervariante wies diese Konstruktion einige Verbesserungen auf, vor allem eine verbesserte Kraftübertragung (speziell mittels des Dreieckrahmens). Bei ihr konnte das Gesamtgewicht um 2 t geringer gehalten werden, das Reibungsgewicht blieb in etwa das gleiche.Wolfgang Messerschmidt: Geschichte der italienischen Elektro- und Diesel-Lokomotiven Orell Füssli Verlag, Zürich 1969, S. 29.

Die Lokomotive war als Kastenlokomotive mit zwei Führerständen an den Enden ausgebildet. Die Laufachsen waren jeweils mit der benachbarten Kuppelachse zu einem Zara-Gestell zusammengefasst. Die mittlere Treibachse hatte Seitenspiel. Das Drehmoment wurde wie bei den Drehstromlokomotiven durch eine Dreiecksstange von den Motoren auf die gekuppelten Treibachsen übertragen. Alle Kuppelräder waren beidseitig mit einer Klotzbremse abgebremst. Die Hauptluftbehälter waren auf dem Dach der Lokomotive untergebracht. Vom Kasten konnten mehrere Dachsegmente und das Mittelteil herausgenommen werden, um die Demontage der Antriebsmotoren durchzuführen.

Die beiden Fahrmotoren waren in Reihe geschaltet. Der Fahrschalter war in der Mitte des Maschinenraumes angeordnet und konnte von den Führerständen mit Hilfe einer durchgehenden Welle geschaltet werden. Der Hauptschalter und der Fahrtwendeschalter wurden pneumatisch geschaltet. Die Stromabnahme erfolgte mit acht Schleifschuhen, von denen immer vier anliegen mussten, damit bei einer Geschwindigkeit von 95 km/h noch ein Strom von 3,2 kA abgenommen werden konnte.

Die Fahrzeuge hatten eine Leistungscharakteristik, nach der Züge mit 200 t Last auf Neigungen von 12 Promille mit 80 km/h befördert werden konnten. Das zeigte ihr Verwendungsgebiet für die Beförderung von Personenzügen auf den Ferrovie Varesine und im Vorortverkehr von Neapel.Giovanni Cornolò, Locomotive elettriche FS, Parma, Ermanno Albertelli Editore, 1983, Seiten 39–43. Stationierungsdaten über die Fahrzeuge fehlen. Die E.321.012 ist erhalten geblieben und steht als Exponat im Technikmuseum Mailand.

Siehe auch Liste der italienischen Lokomotiven und Triebwagen

Literatur

Weblinks

Internetseite über Drehstromelloks in Italien mit Foto der E.321 Internetseite über die E.321 mit technischen Daten (italienisch)

Einzelnachweise

E.321 Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 650 V Kategorie:Schienenfahrzeug (TIBB) Kategorie:Schienenfahrzeug (Officine Meccaniche)