Diese Liste bedeutender Seeunfälle 1921–1930 enthält Unfälle der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden im dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.
Liste Datum Name Tote Hergang 2. Januar 1921 Santa Isabel 213 Das spanische Passagier- und Frachtschiff Santa Isabel (2.492 BRT), auf der Fahrt von Bilbao nach Cádiz, lief im Sturm in der Bucht von Ría de Arousa auf Klippen auf und sank. Von den 84 Besatzungsmitgliedern und 185 Passagieren an Bord überlebten lediglich 56 Personen (27 Seeleute und 29 Passagiere) das Unglück; 213 Menschen ertranken. 20. Januar 1921 K5 57 In den nördlichen Ausläufern der Biskaya, etwa 120 Seemeilen südwestlich der Scilly-Inseln, sank der britische U-Kreuzer K5 (1.980 ts) während eines Manövers mit der gesamten Besatzung (57 Tote). Vermutlich war das U-Boot infolge eines technischen Defektes unter seine Zerstörungstauchtiefe abgesunken und implodiert. 26./27. Januar 1921 Hewitt 42 Der amerikanische Frachtdampfer Hewitt (5.398 BRT) der Union Sulphur Company, mit einer Landung Schwefel auf dem Weg von Texas nach Portland (Maine), verschwand in einem schweren Sturm vor der Küste von North Carolina. Von dem Schiff und seiner 42 Mann starken Besatzung wurde nie wieder eine Spur gefundenLawrence Journal-World (Lawrence, Kansas). Steamer Hewitt Lost. 16. Februar 1921, S. 2.. 31. Januar 1921 Carroll A. Deering 11 Der amerikanische Fünfmastgaffelschoner Carroll A. Deering (2.114 BRT), auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Newport News, strandete in schwerem Sturm auf den Untiefen vor Cape Hatteras und wurde zum Totalverlust. Von der Besatzung (11 Mann) wurde trotz intensiver Suche niemand gerettet, da diese offenkundig das Schiff vor der Strandung in Beibooten verlassen hatte und mit hoher Wahrscheinlichkeit im Sturm zu Tode gekommen warMcAllister, Ray: Hatteras Island. Keeper of the Outer Banks. John F. Blair Publishing, Winston-Salem NC 2009, S. 42.. 5. Februar 1921 (?) Esperanza De Larrinaga 40 Der britische Frachtdampfer Esperanza De Larrinaga (4.981 BRT) verließ am 2. Februar 1921 den Hafen von Norfolk (Virginia), Zielhafen war Reggio Calabria. Das Schiff verschwand danach spurlos mit der gesamten Besatzung von 40 Personen. Vermutlich geriet der Frachter in den gleichen schweren Sturm, der auch zum Verlust der Monte San Michele und der Ottawa (siehe beide unten) geführt hatte. Am 18. April 1921 wurde das Schiff bei Lloyd’s Register als verschollen deklariert. 6. Februar 1921 (?) Ottawa 34 Der britische Tanker Ottawa (2.742 BRT), auf dem Weg vom Golf von Mexiko nach Manchester, geriet vor der Ostküste der USA, etwa 360 Seemeilen östlich von Delaware, in die Ausläufer eines Hurrikans. Das Schiff sank um den 6. Februar 1921 im Sturm, die genaue Untergangsposition ist unbekannt. Alle 34 Besatzungsangehörigen fanden den Tod. Von dem Tanker wurde nie eine Spur gefunden. 8. Februar 1921 (?) Monte San Michele 27 Der italienische Massengutfrachter Monte San Michele (6.547 BRT), auf dem Weg vom New York nach Genua, geriet rund 600 Seemeilen ostnordöstlich der Bermudainseln in die Ausläufer eines Hurrikans. Das Schiff sank um den 8. Februar 1921 im Sturm, die genaue Untergangsposition sowie die Ursache des Sinkens sind unbekannt (die letzte bekannte Position lag bei Bland Simpson, Bland: Ghost Ship of Diamond Shoals. The Mystery of the Carroll A. Deering. The University of North Carolina Press, Chapel Hill NC 2002, S. 190f.). Alle 27 Besatzungsangehörigen fanden den Tod. Weder Trümmer noch Leichen wurden je gefunden. 26. Februar 1921 Woolsey 16 Nahe der Isla Coiba vor der Westküste Panamas (Westausfahrt des Panamakanals) wurde der US-amerikanische Zerstörer Woolsey (1.154 ts) versehentlich von dem US-Frachtschiff Steel Inventor gerammt. Der Zerstörer brach auseinander und sank mit 16 Besatzungsangehörigen an Bord, wobei eine Leiche später geborgen werden konnte. 117 Besatzungsangehörige überlebten. 5. März 1921 Madimba 43 Der belgische Frachtdampfer Madimba (3.568 BRT) kollidierte in den Nachtstunden nahe dem Ruytingen-Feuerschiff (bei Dunkerque) mit dem belgischen Frachter Italier und sank innerhalb weniger Minuten. In der Dunkelheit konnte von den 43 Personen an Bord des Schiffes niemand gerettet werden. 18. März 1921 Hong Moh~1.000 Das Schiff war von Hongkong in die Städte Amoy und Swatow unterwegs. Diese beiden benachbarten Gemeinden lagen miteinander im Streit. Es gab bereits Konflikte unter den Passagieren und als ein Hafenlotse erklärte, wegen Niedrigwassers müsse zunächst der Hafen von Amoy angefahren werden, eskalierte die Situation. Die Fahrgäste rebellierten und die Besatzung verschanzte sich mit Gewehren am Bug. Das Schiff lief daraufhin führerlos auf die Sandbank in der Hafeneinfahrt Swatows und schlug leck. Die Passagiere begannen, mit Messern, Dolchen, Beilen und Pfeilen um die Plätze in den Rettungsbooten zu kämpfen, bevor der Kapitän den Befehl gab, zu feuern. Andere Schiffe konnten der Hong Moh auf Grund des starken Niedrigwassers nicht zu Hilfe kommen und sie sank. Die meisten Opfer starben nicht durch Ertrinken, sondern bei den Gefechten an Bord. 25. März 1921 (?) Conestoga 56 Der Hochseeschlepper Conestoga (420 BRT) der United States Navy verschwand am oder nach dem 25. März 1921 auf dem Weg von der Mare Island Naval Shipyard nach Pearl Harbor aus ungeklärten Gründen. Mit dem Schiff gingen alle 56 Besatzungsangehörigen unter. Das Wrack wurde 2016 vor der Küste bei San Francisco aufgefunden. Mitte Juni 1921 (?) Canastota 49 Der britische Frachtdampfer Canastota (4.904 BRT) verließ am 13. Juni 1921 den Hafen von Sydney (Zielhafen war Wellington) und wurde danach nie wieder gesehenThe Newcastle Sun (Newcastle, Australien). Missing Canastota. Search by St. Joseph. 14. Juli 1921, S. 4.. Alle 49 Personen an Bord kamen beim Untergang ums Leben. Möglicherweise sank das Schiff nach einer Explosion an Bord (der Frachter hatte auch Benzinfässer geladen), da im Juli 1921 verbrannte Trümmer, die dem Schiff zugeordnet werden konnten, an der Küste der Lord-Howe-Insel angeschwemmt wurden. 26. Juni 1921 Fitzroy 31 Das kleinere australische Passagierfrachtschiff Fitzroy (623 BRT), auf dem Weg von Coffs Harbour nach Sydney, kenterte nahe Cape Hawke in einem starken Orkan.The Argus (Melbourne, Australien). Lost in Gale. Small Steamer Sinks. Serious Loss of Life Feared. 27. Juni 1921, S. 6. Von den 35 Personen an Bord kamen 31 ums Leben, darunter auch der Kapitän. Vier Besatzungsangehörige konnten mit Beibooten die Küste erreichen. 6. August 1921 Alaska 42 Vor der kalifornischen Küste, südwestlich von Eureka, lief der US-amerikanische Passagierdampfer Alaska (3.709 BRT) der Alaska Steamship Company in dichtem Nebel auf das Blunts Reef auf und sank. Von den 214 Menschen an Bord kamen 42 ums Leben (31 Passagiere und elf Crewangehörige). Ein großer Teil der Passagiere konnte vom britischen Frachter Anyox gerettet werden. 9. Oktober 1921 Rowan 22 Im Nordkanal wurde das britische Fracht- und Passagierschiff Rowan (1.493 BRT) in dichtem Nebel zuerst von dem US-Frachter West Camak und danach noch von dem britischen Dampfer Clan Malcolm (der zur Hilfeleistung herbeieilen wollte) gerammt. Das Schiff brach auseinander und sank innerhalb von nur zwei Minuten. Von den 97 Personen an Bord kamen 22 ums Leben. 23. Oktober 1921 Brandaris 4 Von der Rückfahrt von einem vergeblichen Rettungseinsatz, der havarierte deutsche Schoner Liesbet konnte wegen des zu großen Tiefgangs des Bootes nicht erreicht werden, kehrte das auf Terschelling stationierte Motorrettungsboot Brandaris während eines Orkans nicht zurück. Boot und Besatzung wurden nie gefunden. Die Besatzung des Schoners wurde durch ein Ruderrettungsboot gerettet. 4. November 1921 (?) Député Gaston Dumesnil 25 Der französische Frachtdampfer Député Gaston Dumesnil (2.014 BRT), auf dem Weg von Penarth nach Rouen, sank um den 4. November 1921 aus unbekannten Gründen im Bristolkanal mit der gesamten Besatzung (25 Mann). Sechs Leichen wurden später an der Küste von Cornwall angeschwemmt. Die Untergangsursache ist unklar, möglicherweise war das Schiff auf eine Mine aus dem Ersten Weltkrieg gelaufen. 30. Dezember 1921 Adderstone 19 Der britische Frachter Adderstone (1.532 BRT), mit einer Ladung Kohlen auf dem Weg von Newcastle upon Tyne nach Hamburg, verschwand aus ungeklärten Gründen in der Nordsee. Vermutlich war das Schiff im Sturm und nach einem Verrutschen der Ladung gesunken. Von der 19 Personen zählenden Besatzung überlebte niemand. 23. Februar 1922 H42 26 Vor der Straße von Gibraltar kollidierten in den Vormittagsstunden bei einem Manöver versehentlich der britische Zerstörer Versatile und das britische U-Boot H42 (423 ts) miteinander. Das U-Boot sank sofort und riss die komplette Besatzung von 26 Mann mit in die TiefeAkermann, Paul: Encyclopedia of British Submarines 1901 – 1955. Periscope Publishing. Penzance 2002, S. 72.. 20. Mai 1922 Egypt 87 Der britische Passagierdampfer Egypt war auf dem Weg von Tilbury nach Bombay, als er 25 Seemeilen vor der französischen Insel Ouessant in dichtem Nebel von dem französischen Frachtschiff Seine gerammt wurde und innerhalb von 20 Minuten sank. Mit dem Schiff gingen Gold- und Silberbarren im Wert von über 1 Million britischer Pfund verloren, weshalb das Wrack des Dampfers in den 1930ern zum Ziel einer großen Bergungsaktion wurde. 9. Juli 1922 El Kahira 29 Der britische Frachter El Kahira (2.034 BRT) der Trading & Coaling Company, mit einer Zuckerladung auf der Fahrt von London nach Algier, sank am 9. Juli 1922 in einem starken Sturm im Ärmelkanal. Zuletzt war der Dampfer an diesem Tag nahe der Casquets gesichtet worden, danach galt das Schiff als vermisst. Von den 29 Menschen an Bord überlebte niemand. Lediglich der Leichnam des Kapitäns wurde am 1. August 1922 an der französische Küste angespült. Spätere Untersuchungen brachten ans Licht, dass sich das Schiff in einem nicht mehr seetüchtigen Zustand befunden hatte. 8. August 1922 Raleigh 12 An der Küste von Labrador, in der Belle-Isle-Straße, lief der britische Kreuzer Raleigh im dichten Nebel und infolge zu hoher GeschwindigkeitThe Sydney Morning Herald (Sydney, Australien). Loss of H.M.S. Raleigh. 30. Oktober 1922, S. 9. auf Grund und wurde zum Totalverlust. Zwölf Seeleute ertranken bei der Evakuierung des Schiffes. Nach erfolglosen Bergeversuchen wurde das Wrack im September 1926 durch Sprengungen endgültig zerstört. 2. August 1922 Gondia 69 Der britische Frachter Gondia (5.286 BRT) der British India Steam Navigation Company, auf dem Weg von Singapur nach Shanghai, geriet am 2. August 1922 im Südchinesischen Meer in die Ausläufer eines Taifuns und gilt seitdem als vermisst.The New York Times (New York City): British Ship Missing in Chinese Typhoon. The Gondia is Believed to Have Foundered. 10. August 1922, S. 31. Weder von dem Schiff noch von den insgesamt 69 Menschen an Bord wurde je wieder eine Spur gefunden. Es wurde später gemutmaßt, dass der geladene Reis nach einem Wassereinbruch im Sturm aufgequollen war und die Ladeluken gesprengt haben könnte. 26. August 1922 Niitaka 296 Vor der Südwestküste Kamtschatkas strandete der japanische Geschützte Kreuzer Niitaka in einem Taifun und kenterte in Küstennähe. 296 Besatzungsangehörige ertranken oder kamen im Sturm um. Nur 15 Mann überlebten die KatastropheJentschura, Hansgeorg: Warships of the Imperial Japanese Navy 1869 – 1945. Arms & Armour Press. London 1977, S. 101.. 26. August 1922 France 3 Bei Quiberon lief das französische Schlachtschiff France (22.189 ts) im Sturm auf einen in den Seekarten nicht verzeichneten Felsen auf und sank innerhalb von drei StundenBreyer, Siegfried: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns Verlag. München 1970, S. 443.. Drei Mann der Besatzung kamen ums Leben. 28. August 1922 Itata 316 Das chilenische Passagierdampfschiff Itata (1.971 BRT), auf dem Weg von Valparaíso nach Coquimbo, sank in einem starken Sturm vor Coquimbo, nachdem Kreuzseen einen Ruderschaden verursacht hatten. Mit dem überladenen Schiff gingen vermutli