Der Landkreis Lörrach ist der südwestlichste des Landes Baden-Württemberg (Deutschland). Der Landkreis gehört zum Regierungsbezirk Freiburg und zum Regionalverband Hochrhein-Bodensee. Der Kreis mit seinen rund 240.000 Einwohnern grenzt im Süden an die Schweiz und im Westen an Frankreich; als natürliche Landesgrenze fungiert dabei weitestgehend der Rhein. Der gut 800 Quadratkilometer große Landkreis ist topographisch vielfältig. Gegen seine westlichen und südlichen Grenzen ist der Landkreis Lörrach hügelig ausgeprägt. In nordöstlicher Richtung erhebt sich der Hochschwarzwald mit dem Belchen () als höchstem Punkt des Kreises und zweithöchstem Schwarzwaldgipfel.

Der Landkreis wurde 1939 geschaffen und existierte auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter, wurde jedoch durch die am 1. Januar 1973 in Kraft getretene Kreisreform umgestaltet.

Geographie Lage mini|hochkant=2|Karte des Landkreises Lörrach mit allen Gemeinden sowie Autobahnen und Bundesstraßen Das Wiesental (benannt nach dem Fluss Wiese) als nordöstlicher Teil des Landkreises gehört teilweise zum Hochschwarzwald und zieht sich hoch bis zum Feldberg, dem höchsten Berg des Schwarzwaldes. Im Westen erheben sich die Weinberge des Markgräfler Hügellandes, im Süden der Dinkelberg. Zwischen Dinkelberg und Schweizer Jura zieht sich das Hochrheintal nach Westen und weitet sich nach Basel nordwärts zur Oberrheinischen Tiefebene aus.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Natur

Im Landkreis Lörrach liegen folgende 26 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 6.157,95 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 7,63 Prozent.

Altrhein Wyhlen: 23,4 ha; Gemeinde Grenzach-Wyhlen – Gemarkung Wyhlen Auf der Eckt: 3,1 ha; Gemeinde Schliengen – Gemarkungen Liel und Mauchen Belchen: 1614,8 ha (davon 1239,6 ha im Landkreis Lörrach); Gemeinde Kleines Wiesental – Gemarkung Neuenweg, Gemeinde Böllen – Gemarkung Böllen, Gemeinde Schönenberg – Gemarkung Schönenberg, Gemeinde Aitern – Gemarkung Aitern und Gemeinde Wieden – Gemarkung Wieden Blansinger Grien: 23,6 ha; Gemeinde Efringen-Kirchen – Gemarkungen Kleinkems und Huttingen Buchswald bei Grenzach: 92,8 ha; Gemeinde Grenzach-Wyhlen – Gemarkungen Grenzach und Wyhlen Buhrenboden: 16,1 ha; Stadt Rheinfelden – Gemarkungen Eichsel und Minseln Buttenberghalde: 18,8 ha; Gemeinde Inzlingen – Gemarkung Inzlingen Eichholz-Buchholz: 34,6 ha; Gemeinde Bad Bellingen – Gemarkung Rheinweiler, Gemeinde Efringen-Kirchen – Gemarkung Kleinkems Feldberg: 4226 ha (davon 738,9 ha im Landkreis Lörrach); Stadt St. Blasien – Gemarkung Menzenschwand, Gemeinde Bernau im Schwarzwald – Gemarkung Bernau Galgenloch: 11,8 ha; Gemeinden Bad Bellingen – Gemarkung Bellingen, Gemeinde Schliengen – Markung Schliengen Gletscherkessel Präg: 2866,8 ha; Stadt Todtnau – Gemarkungen Todtnau, Geschwend, Präg und Schlechtnau, Stadt Schönau im Schwarzwald – Gemarkung Schönau und Gemeinde Tunau – Gemarkung Tunau Isteiner Klotz: 26,0 ha; Gemeinde Efringen-Kirchen – Gemarkungen Huttingen, Istein und Kleinkems Kapellengrien: 65,9 ha; Gemeinde Bad Bellingen – Gemarkung Rheinweiler, Gemeinde Efringen-Kirchen – Gemarkung Kleinkems Kiesgrube Käppelin: 21,7 ha; Stadt Weil am Rhein – Gemarkung Weil am Rhein Kiesgrube Weberalten: 6,3 ha; Stadt Rheinfelden – Gemarkung Herten Krebsbachtal: 22,8 ha, Stadt Weil am Rhein – Gemarkungen Weil und Haltingen Langenbach-Trubelsbach: 36,0 ha; Stadt Todtnau – Gemarkung Muggenbrunn Leuengraben: 139,9 ha; Stadt Rheinfelden – Gemarkung Herten, Gemeinde Grenzach-Wyhlen – Gemarkung Wyhlen Nonnenmattweiher: 70,8 ha; Gemeinde Kleines Wiesental – Gemarkung Neuenweg Rümminger Moos: 12,2 ha; Gemeinde Rümmingen – Gemarkung Rümmingen Ruschbachtal: 30,7 ha; Gemeinde Grenzach-Wyhlen – Gemarkung Wyhlen Rütscheten: 5,6 ha; Gemeinde Bad Bellingen – Gemarkung Bad Bellingen Totengrien: 2,8 ha; Gemeinde Efringen-Kirchen – Gemarkung Istein Utzenfluh: 272,5 ha; Gemeinde Utzenfeld – Gemarkung Utzenfeld, Stadt Todtnau – Gemarkungen Schlechtnau und Geschwend Wehramündung: 12,1 ha; Stadt Wehr – Gemarkung Öflingen, Gemeinde Schwörstadt – Gemarkung Schwörstadt Wiedener Weidberge: 379,0 ha; Gemeinde Wieden – Gemarkung Wieden

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Norden an den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Osten an den Landkreis Waldshut. Weiterhin grenzt er im Uhrzeigersinn an die Schweiz (Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt) und an Frankreich (Département Haut-Rhin in der ehemaligen Region Elsass). Geologie Kreisbeschreibung der Geologie

Die ältesten Gesteine finden sich im Grundgebirgsschwarzwald, dem Gebiet nördlich der von Kandern über Hausen nach Hasel ziehenden Schwarzwaldsüdrandverwerfung. Es handelt sich im Wesentlichen um Gneise, gneisähnliche Gesteine und Granite.

Eine bis 5 km breite Grabenzone (Badenweiler-Lenzkirch-Zone) quert den Grundgebirgsschwarzwald in W-O Richtung auf der Höhe von Schönau-Utzenfeld. Nördlich davon befindet man sich im Zentralschwarzwälder Gneisgebiet, wo die sehr alten (präkambrischen) Ausgangsgesteine in mehreren Phasen der Vergneisung unterlagen. Die bedeutendste metamorphe Überprägung erfuhren sie bei der variskischen Gebirgsbildung (Devon/Karbon). Südlich der Badenweiler-Lenzkirch-Zone ist der Gneis nur als rudimentärer Rahmen um freigelegte Granitplutone erhalten. Der Großteil dieses Rahmens bildet die recht inhomogene Wiese-Wehra-Formation. Es handelt sich hier um in unterschiedlicher Intensität anatektisch veränderte, granitisch durchtränkte Gneise. Die Granite des Kreisgebiets sind in den bereits vorhandenen Gneis aufgedrungen, sind also jünger als dieser. Malsburggranit, Mambachgranit, Schlächtenhausgranit, Münsterhaldengranit gehören zu den variszischen Plutonen der Karbonzeit (genauer ins Visé vor 346-327 Mio. Jahren).

Die bei der variszischen Gebirgsbildung entstandene Badenweiler-Lenzkirch-Zone (Heubronner Eck, Schönau, Wacht) ist ein tektonischer Grabenbereich, in dem sich nicht oder nur schwach metamorph veränderte Sedimente und Vulkangesteine aus dem Devon und Unterkarbon erhalten haben. Im N wird sie von einem 1,5 km breiten Saum Randgranit begleitet, der noch zur Mittelschwarzwald Randgneisgruppe gehört.

Sowohl Gneise als auch Granite sind von Ganggesteinen durchzogen (Porphyre, Fluss- und Schwerspat). Westlich von Wieden erstreckt sich der Rest einer Porphyrdecke (Münstertal-Quarzporphyr).

Vor 275-269 Mio. Jahren, noch im Erdaltertum, wurden Abtragungsmassen des variskischen Schwarzwaldvorläufers im Gebiet der Weitenauer Vorberge abgelagert. Es sind vorwiegend rotbraune, feldspatreiche Sandsteine (Arkosen) und Tone. Sie gehören dem Perm (genauer dem Rotliegend) an und werden heute als Weitenauformation klassifiziert. (Aufschluss: Nordhang über der Wiese bei Maulburg und Schopfheim.) Sie tauchen auch am Südrand des Dinkelberges bei Degerfelden nochmals auf und stehen auch noch südlich des Rheines bei Mumpf an. Sie bilden im Weitenauer Bergland den Sockel der nächstjüngeren Gesteinsfolge, des vorwiegend rötlichen, aber auch weißen oder violetten, im oberen Bereich tonigen Buntsandsteins, der in trocken-heißem Klima als Schwemmlandsediment vor 251 bis 243 Jahren abgelagert wurde. Er bildet die klassischen Tafelberge Munzenberg, Scheinberg und Entegast. (Aufschlüsse: Aufgelassene Steinbrüche am Scheinberg und Entegast. Großer Steinbruch am Degerfelder Nettenberg.) Die über dem Rotliegenden unmittelbar folgenden Sedimente, früher als unterer Buntsandstein angesprochen, werden heute dem ebenfalls permischen Zechstein zugeordnet.

Nach der Ablagerung des Buntsandsteins folgte (vor 247 bis 241 Mio. Jahren) die Überflutung durch das flache Muschelkalkmeer, das zeitweise regional in eine Salzseen- oder Lagunenlandschaft überging, in der es bei aridem Klima zur Ausscheidung von Kochsalz und Gips (Anhydrid) kam. Der Muschelkalk ist das dominierende Gestein des Dinkelbergs. Die Bänke und Platten des teilweise dolomitischen oberen Muschelkalks, verantwortlich für die Karsterscheinungen des Dinkelbergs, sind in den aufgelassenen Dinkelberg-Steinbrüchen oder in dem z. Zt. in Betrieb befindlichen Steinbruch unterhalb Minseln zu sehen. Am Grenzacher Hornfelsen, einem ehemaligen Steinbruch, ist auch der den Muschelkalk nach oben abschließende, grob gebankte Trigonodusdolomit zu erkennen. Der mittlere Muschelkalk ist kaum aufgeschlossen. Einen Hinweis auf sein Vorkommen geben aber die aufgelassenen Gipsstollen des Dinkelbergs (Grenzach, Markhof, Maulburg, Öflingen). Kochsalzlager des mittleren Muschelkalks wurden früher in Wyhlen durch Sohlung ausgebeutet. Über Rheinniveau ist das Kochsalz des Dinkelbergs längst herausgelöst. Die tonig-mergeligen Schichten des mittleren Muschelkalks neigen zur Verschlipfung (z. B. große Rutschmasse in Grenzach unterm Rettenacker). Der sonst kaum aufgeschlossene dunkelgraue untere Muschelkalk zeigt sich am Prallhang der Wiese unmittelbar oberhalb des Brombacher Wehrs.

Nach dem Rückzug des Muschelkalkmeeres entstand die wieder mehr unter festländischen Bedingungen entstandene Schichtenfolge des Keupers. Es herrschen rote, graue und grünliche Tone vor. Sie sind im Kreisgebiet kaum aufgeschlossen, wurden aber beim Bau der A 98 angeschnitten. Dabei ergab sich u. a. (2020/21) der Querschnitt eines für den Dinkelberg charakteristischen schmalen Keupergrabens südlich Minseln.

Die folgende Meeresüberflutung der Jura­zeit hinterließ bei uns im Zeitraum von vor 201 bis 157 Mio. Jahren kalkige und tonige Flachwassersedimente. Die Unterjuraschichten (Lias) haben sich nur in Resten auf dem Dinkelberg (Aufschluss Metzelhöhe: harte graue Kalke mit Gryphäen, Belemniten, Arieten) und stellenweise entlang der Schwarzwaldrandverwerfung und der Rheintalflexur erhalten. In der Landschaft spielen der dunkelgraue, zu Rutschungen neigende Opalinuston und die Kalke des um die 80 m mächtigen Hauptrogensteins eine größere Rolle. Diese gehören zum Mitteljura (Dogger). Lipburg, Feldberg und Ober-/Niedereggenen liegen in Opalinustonmulden. Steineck,Geißhalde, Hohfohren, Schorner und Schornerbuck, auch die Rüttenen über Feuerbach sind aus den harten Doggerkalken des oolithischen Hauptrogensteins aufgebaut, die im alten Steinbruch am östlichen Ortseingang von Riedlingen zu sehen sind. Auf einer Hauptrogensteinrippe sitzt die Burg Rötteln. Im Oberjura (Malm) entstanden die hellen Korallen- und Nerineenkalke (Oxford) des Isteiner Klotzes und der Korallenkalk der Juratafeln des Suffert, Behlen und Burgholz über Hammerstein/Holzen sowie der Hohen Schule und der Sonnholen über Tannenkirch.

In der folgenden Kreidezeit war unser Gebiet landfest und etwa 80 Millionen Jahre der Abtragung ausgesetzt.