Das Kabinett Ramelow I bildete vom 5. Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 die Landesregierung des Freistaates Thüringen. Das Bündnis der drei Parteien Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen war die erste rot-rot-grüne Koalition auf Landesebene. Die Regierung wurde nach der Wahl zum 6. Thüringer Landtag vom 14. September 2014 gebildet und löste das zuvor amtierende Kabinett Lieberknecht ab. Zusammen verfügten die drei Parteien des Regierungslagers bei Beginn der Wahlperiode über eine Mehrheit von 46 Stimmen im Thüringer Landtag gegenüber 45 Stimmen der Opposition aus CDU und AfD.
Bodo Ramelow (Die Linke) wurde am 5. Dezember 2014 in der zweiten Sitzung des Landtags im zweiten Wahlgang mit 46 Stimmen gegen 43 Stimmen bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme zum Ministerpräsidenten gewählt. Er war damit der fünfte Thüringer Regierungschef seit der Wiederherstellung des Landes im Jahr 1990. Im ersten Wahlgang hatte Ramelow die erforderliche Mehrheit mit 45 gegen 44 Stimmen bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme noch knapp verfehlt.
Im Anschluss an seine Vereidigung wurden die von Ramelow ernannten Minister vor dem Landtag vereidigt. Die Linke stellte die Ressortchefs von drei Ministerien und den Chef der Staatskanzlei, die SPD besetzte drei Ministerien und stellte mit Heike Taubert die stellvertretende Ministerpräsidentin, Bündnis 90/Die Grünen erhielten zwei Ressorts zugesprochen.
Mit der Konstituierung des 7. Landtags am 26. November 2019 war die Landesregierung geschäftsführend im Amt. Zu einer Neuwahl des Ministerpräsidenten kam es erst am 5. Februar 2020: Dabei wurde der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Thomas Kemmerich zum neuen Regierungschef gewählt; Ramelow und die übrigen Mitglieder der Landesregierung schieden damit aus dem Amt. Anstatt neue Minister zu ernennen, ersuchte der neue Ministerpräsident Thomas Kemmerich die im Amt befindlichen Staatssekretäre, die Amtsgeschäfte in den Ministerien weiterzuführen.
Abstimmung im Thüringer Landtag + Erfurt, 5. Dezember 2014 – Gesamtstimmenzahl 91 – absolute Mehrheit 46 Wahlgang Kandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionspartei(en) 1. Wahlgang Bodo Ramelow (Linke) Ja-Stimmen 45 49,5 %Linke, SPD, Grüne Nein-Stimmen 44 48,4 % Enthaltungen 1 1,1 % Ungültige Stimmen 1 1,1 % Nichtteilnahme 0 0,0 % 2. Wahlgang Ja-Stimmen 46 50,5 % Nein-Stimmen 43 47,3 % Enthaltungen 1 1,1 % Ungültige Stimmen 1 1,1 % Nichtteilnahme 0 0,0 % Damit wurde Bodo Ramelow zum Thüringer Ministerpräsident gewählt.
Mitglieder der Landesregierung
+Kabinett Ramelow I (5. Dezember 2014 bis 26. November 2019; bis 5. Februar 2020 geschäftsführend) Amt Bild Name Partei Ministerpräsident rahmenlos|zentriert|120px Bodo Ramelow Die Linke Stellvertreterin des MinisterpräsidentenFinanzministerin rahmenlos|zentriert|120px Heike Taubert SPD Zweite Stellvertreterin des MinisterpräsidentenMinisterin für Umwelt, Energie und Naturschutz rahmenlos|zentriert|120px Anja Siegesmund Bündnis 90/Die Grünen Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten rahmenlos|zentriert|120px Benjamin-Immanuel Hoff Die Linke Minister für Inneres und Kommunales rahmenlos|zentriert|120px Holger Poppenhäger(bis 30. August 2017) SPD rahmenlos|zentriert|120px Georg Maier(ab 30. August 2017) Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft rahmenlos|zentriert|120px Wolfgang Tiefensee SPD Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz rahmenlos|zentriert|120px Dieter Lauinger Bündnis 90/Die Grünen Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft(kommissarisch durch Staatskanzleichef Hoff geleitet ab 26. November 2019) rahmenlos|zentriert|120px Birgit Keller(bis 26. November 2019) Die Linke Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie rahmenlos|zentriert|120px Heike Werner Die Linke Minister(in) für Bildung, Jugend und Sport rahmenlos|zentriert|120px Birgit Klaubert(bis 17. August 2017) Die Linke rahmenlos|zentriert|120px Helmut Holter(ab 17. August 2017)
Thüringer Ministerien und Staatssekretäre Die Staatssekretäre sind die obersten Beamten des Freistaates Thüringen. Sie fungieren als Amtschefs der Ministerien, leiten einzelne Geschäftsbereiche oder übernehmen Sonderaufgaben. Staatskanzlei und Ministerien Staatssekretäre Thüringer Staatskanzlei Malte KrückelsMedien; Bevollmächtigter des Freistaates Thüringen beim BundBabette Winter (von Dezember 2018 bis Juli 2019 freigestellt)Kultur und Europa Thüringer Finanzministerium Hartmut Schubert Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz Olaf Möller Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales Udo GötzeUwe Höhn (ab 5. September 2017) Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Gabi Ohler Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz Silke Albin (9. Dezember 2014 bis 31. Mai 2017)Sebastian von Ammon (ab 1. Juni 2017) Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft Markus HoppeGeschäftsbereich „Wissenschaft“; AmtschefGeorg Maier (30. Juni 2015 bis 30. August 2017)Geschäftsbereich „Wirtschaft“Valentina Kerst (ab 19. Februar 2018)Geschäftsbereich „Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsförderung, Tourismus und Digitale Gesellschaft“ Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Ines Feierabend (ab 1. Januar 2015) Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Klaus Sühl
Weblinks Koalitionsvertrag zwischen den Parteien DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die 6. Wahlperiode des Thüringer Landtags – THÜRINGEN VORANBRINGEN - DEMOKRATISCH, SOZIAL, ÖKOLOGISCH (die-linke-thueringen.de)
Einzelnachweise
Ramelow Kategorie:Kabinett mit Beteiligung von Die Linke Kategorie:Kabinett mit SPD-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit Beteiligung von Bündnis 90/Die Grünen Kategorie:Bodo Ramelow