Andrei Andrejewitsch Rubljow (; Betonung: Andréi Andréjewitsch Rubljów; * 20. Oktober 1997 in Moskau) ist ein russischer Tennisspieler.

Karriere 2014–2016: Erste Erfolge Andrei Rubljow feierte bereits in seiner Juniorenkarriere große Erfolge. 2014 siegte er in der Einzelkonkurrenz der French Open im Finale gegen Jaume Munar. Im gleichen Jahr war er bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen sowohl im Einzel als auch im Doppel topgesetzter Spieler. Nach einer Halbfinalniederlage gegen den späteren Sieger Kamil Majchrzak gewann er Bronze im Einzel, gemeinsam mit Karen Chatschanow außerdem Silber im Doppel. Bereits auf Juniorebene spielte Rubljow gegen die später ebenfalls erfolgreichen Spieler Alexander Zverev, Matteo Berrettini und Stefanos Tsitsipas, die er alle jeweils einmal schlagen konnte. Gegen Taylor Fritz gewann er im April 2015 die ITF Junior Masters. Parallel zu den Juniorenturnieren spielte er ab Sommer 2013 auch auf der ITF Future Tour. Bei seinen ersten drei Turnieren kam er zweimal ins Viertelfinale und einmal ins Finale. Sein erstes Future-Turnier gewann er im November 2013, 2014 folgten drei weitere Titel im Einzel sowie ein Titel im Doppel.

Sein Debüt im Einzel und Doppel auf der ATP World Tour gab Rubljow im Oktober 2014 beim Kremlin Cup in Moskau. Im Einzel unterlag er in der Auftaktrunde gegen Samuel Groth in zwei Sätzen, im Doppel gewann er gemeinsam mit Jewgeni Donskoi die ersten beiden Partien und verlor erst im Halbfinale gegen Groth und dessen Partner Chris Guccione klar in zwei Sätzen. Für beide Wettbewerbe hatte er eine Wildcard fürs Hauptfeld erhalten, wie auch zu Jahresbeginn 2015 für zwei Turniere in den USA. Dort gelang ihm in Delray Beach sein erster Einzelsieg gegen den Top-100-Spieler Dudi Sela; beim Masters von Miami besiegte er in der ersten Runde – als 389. der Weltrangliste – nach deutlich verlorenem ersten Satz noch den Weltranglisten-54. Pablo Carreño Busta in drei Sätzen. Erstmals über die Qualifikation ins Hauptfeld kam er in Barcelona, wo er in der ersten Runde den Top-40-Spieler Fernando Verdasco bezwang. Bei den US Open spielte er nach erfolgreicher Qualifikation erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers und konnte gegen den Weltranglisten-14. Kevin Anderson immerhin einen Satz gewinnen. In St. Petersburg und Moskau verlor er als Wildcard-Spieler jeweils in der ersten Runde, konnte gemeinsam mit Dmitri Tursunow aber die Doppelkonkurrenz von Moskau gewinnen. Zum Jahresende belegte Rubljow Platz 185 der Einzel-Weltrangliste.

Im Folgejahr überstand Rubljow bei keinem Grand-Slam- und nur wenigen ATP-Turnieren die Qualifikation und es gelangen ihm lediglich zwei Erstrundensiege. Deshalb spielte er parallel auch auf der Challenger Tour, wo er in Quimper im März seinen ersten Einzeltitel auf Challenger-Ebene gewinnen konnte. Gegen Jahresende kam er zudem ins Finale bzw. Halbfinale zweier weiterer Turniere. Außerdem gewann er 2015 zwei weitere Challenger-Titel im Doppel. Rubljow konnte die Position aus dem Vorjahr in der Weltrangliste halten, aber sich nicht nennenswert nach vorne arbeiten.

2017–2019: Etablierung auf der ATP-Tour und erste Titel mini|hochkant|Rubljow (2017) Bei den Australian Open zu Beginn des Jahres trat Rubljow erstmals in der Qualifikation an, konnte diese erfolgreich absolvieren und kam bis in die zweite Runde des Turniers. Dort musste er gegen den Weltranglistenersten Andy Murray antreten, dem er glatt in drei Sätzen unterlag. Nach guten Ergebnissen auf der Challenger Tour – Rubljow kam einmal ins Finale und zweimal ins Halbfinale – konnte sich der Russe auch bei den French Open für das Hauptfeld qualifizieren. Dort konnte er bei seinem Erstrundenduell gegen Diego Schwartzman den ersten Satz mit 6:0 gewinnen, verlor das Match nach dreieinhalb Stunden im fünften Satz aber noch mit 7:9. Durch den Viertelfinaleinzug in Halle, wo er Karen Chatschanow unterlag, konnte sich Rubljow erstmals in den Top 100 platzieren. Wie bei den Australian Open erreichte er als Qualifikant auch in Wimbledon die zweite Hauptfeldrunde, musste sich dort aber Albert Ramos Viñolas in einem Fünfsatzmatch geschlagen geben. Beim Turnier in Umag gewann er als Lucky Loser seinen ersten Titel auf der World Tour und konnte in der Weltrangliste dadurch erstmals in die Top 50 vorstoßen. Im Viertelfinale des Turniers hatte er nach verlorenem ersten Satz den Vorjahressieger Fabio Fognini noch bezwungen, das Finale gewann er in zwei Sätzen gegen Paolo Lorenzi. Bei den US Open war Rubljow erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier direkt fürs Hauptfeld qualifiziert, wo er mit nur einem Satzverlust gegen Damir Džumhur sowie Dreisatzsiegen gegen Grigor Dimitrow und David Goffin erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier ins Viertelfinale kam. Dort unterlag er dem späteren Sieger Rafael Nadal zwar deutlich in drei Sätzen, konnte sich durch diesen Erfolg aber erstmals in den Top 40 der Weltrangliste platzieren und sich dort rund ein Jahr lang halten. Sein bestes Turnierergebnis des restlichen Jahres war der Viertelfinaleinzug in Peking Anfang Oktober. Bei den im November zum ersten Mal ausgetragenen NextGen-Finals war Rubljow der bestplatzierte Spieler der Weltrangliste, verlor aber sowohl in der Vorrunde als auch im Finale gegen den Turniersieger Chung Hyeon.

Das Jahr 2018 begann mit dem Finaleinzug in Doha, der dritten Runde bei den Australian Open sowie den Viertelfinals in Montpellier und Rotterdam sehr gut für Rubljow. Danach folgten jedoch auch einige Erst- und Zweitrundenniederlagen, beim Masters-Turnier von Monte-Carlo verlor er trotz Matchball gegen Dominic Thiem im dritten Satz noch die Partie. Aufgrund einer Rückenverletzung musste Rubljow danach rund drei Monate pausieren und verpasste sowohl die French Open als auch Wimbledon. In Washington erreichte er Anfang August zwar das Halbfinale, bei den US Open schied er jedoch schon in der ersten Runde aus und konnte seine Punkte des Vorjahres somit nicht verteidigen. Auch die übrigen Ergebnisse des restlichen Jahres waren nur wenig erfolgreich. Bei den NextGen-Finals im November unterlag er im Halbfinale dem späteren Turniersieger Stefanos Tsitsipas, konnte aber das Spiel um Platz 3 gewinnen. mini|hochkant|Rubljow (2019) Aufgrund der durchwachsenen Ergebnisse des Vorjahres musste Rubljow bei größeren Turnieren wieder in der Qualifikation antreten und fiel bis Mitte Februar 2019 auf Platz 115 der Weltrangliste zurück. Bei den Masters von Indian Wells und Miami kam er nach überstandener Qualifikation zwar jeweils bis in die dritte Runde, schied danach bei vier Turnieren in Folge jedoch bereits in der Qualifikation aus. Etwas unerwartet erreichte Rubljow daher im Juli in Hamburg sein erstes Finale eines ATP-500-Turniers. Im Viertelfinale hatte er zuvor den topgesetzten Dominic Thiem in zwei Tiebreaks besiegt und im Halbfinale nach verlorenem ersten Satz noch Pablo Carreño Busta bezwungen, im Finale musste er sich aber dem Vorjahressieger Nikolos Bassilaschwili in drei Sätzen geschlagen geben. Beim Masters-Turnier in Cincinnati etwa drei Wochen später konnte Rubljow Bassilaschwili in der ersten Runde dann in drei Sätzen bezwingen und gewann auch sein Zweitrundenduell gegen Stan Wawrinka in zwei Sätzen. Eine große Überraschung gelang ihm im Achtelfinale, als er Roger Federer mit 6:3, 6:4 in nur 62 Minuten besiegte. Im Viertelfinale unterlag er seinem Landsmann Daniil Medwedew, der später das Turnier gewann, dann aber deutlich in zwei Sätzen. Bei den darauffolgenden US Open traf Rubljow als ungesetzter Spieler in der ersten Runde auf Stefanos Tsitsipas, mittlerweile die Nr. 8 der Weltrangliste, gegen den er in vier Sätzen gewinnen konnte. Im Achtelfinale unterlag er dann dem Italiener Matteo Berrettini in drei Sätzen, konnte sich durch diesen Erfolg aber nach einem Jahr wieder in den Top 40 der Weltrangliste platzieren. An seinem 22. Geburtstag holte Rubljow mit einem Zweisatzsieg gegen Adrian Mannarino den Titel des ATP-250er-Turniers in Moskau, seinen zweiten Turniersieg auf der ATP-Tour. Zum Saisonabschluss Ende November konnte er beim erstmals im reformierten Modus ausgetragenen Davis Cup alle seine vier Einzelpartien gewinnen, u. a. gegen den Top-10-Spieler Roberto Bautista Agut.

2020: Fünf Turniersiege Zu Beginn des Jahres 2020 war Rubljow beim ATP Cup nicht spielberechtigt, da er hinter Medwedew und Chatschanow nur drittbester Russe in der Weltrangliste war. Stattdessen spielte er die parallel stattfindenden ATP-250-Turniere von Doha und Adelaide, die er beide gewinnen konnte. Dadurch kam er erstmals in die Top 20 der Weltrangliste. Bei den Australian Open erreichte er das Achtelfinale, wo er Alexander Zverev in drei Sätzen unterlag. Saisonübergreifend konnte Rubljow damit eine Serie von 15 gewonnenen Spielen in Folge aufstellen. Auch bei den Turnieren von Rotterdam und Dubai im Februar kam er jeweils bis ins Viertelfinale.

Nach der Saisonunterbrechung aufgrund der COVID-19-Pandemie traf Rubljow im Achtelfinale der US Open wie im Vorjahr auf den Italiener Matteo Berrettini. Nachdem er damals glatt in drei Sätzen ausgeschieden war, konnte er nach verlorenem ersten Satz diesmal die drei folgenden Sätze gewinnen und erreichte – wie drei Jahre zuvor – zum zweiten Mal das Viertelfinale des Turniers. Obwohl er in drei Sätzen nur ein einziges Break zugelassen hatte, verlor er dieses dann gegen seinen Landsmann Daniil Medwedew 6:7, 3:6, 6:7. Weniger erfolgreich waren für Rubljow die beiden davor bzw. danach ausgetragenen Masters von Cincinnati und Rom, wo er einmal in der ersten und einmal in der zweiten Runde ausschied.

Beginnend mit dem ATP-500-Turnier von Hamburg stellte Rubljow hingegen eine Siegesserie von 20 gewonnenen Matches bei 21 Partien auf. Wie im Vorjahr kam er dort ins Finale, u. a. durch einen Sieg gegen Roberto Bautista Agut im Viertelfinale. Obwohl sein Finalgegner Stefanos Tsitsipas beim Stande von 4:6, 6:3, 5:4 zum Matchgewinn servierte, konnte Rubljow den dritten Satz noch drehen und mit 7:5 gewinnen. Der Sieg in Hamburg war sein erster ATP-500-Titel und sein dritter Titel der Saison. Bei den in den Herbst verlegten French Open musste Rubljow nur zwei Tage später in der 1. Runde gegen Sam Querrey antreten. Er stand dort kurz vor einem Erstrundenaus, nachdem er im ersten Satz ein und im zweiten Satz zwei verlorene Breaks wieder aufgeholt, aber beide Sätze dennoch im Tiebreak verloren hatte. Auch im dritten Satz lag er bereits mit 3:5 zurück und Querrey servierte zum Matchgewinn. Rubljow konnte den Satz aber noch mit 7:5 gewinnen und die beiden weiteren Sätze mit 6:4 und 6:3 für sich entscheiden, ohne nochmal eine Breakchance zuzulassen. Mit nur zwei Satzverlusten in den folgenden drei Partien kam er danach bis ins Viertelfinale, wo er nur knapp zwei Wochen nach dem Finale von Hamburg erneut auf Tsitsipas traf. Diesmal konnte ihn der Grieche zwar glatt in drei Sätzen besiegen, dennoch erreichte Rubljow durch den Erfolg bei den French Open erstmals die Top 10 der Weltrangliste. Seinen vierten Saisontitel gewann er beim einmalig als ATP-500-Turnier ausgetragenen Wettbewerb im heimischen St. Petersburg, wo er nach zwei umkämpften Drei-Satz-Siegen gegen Ugo Humbert (Achtelfinale) und Denis Shapovalov (Halbfinale) das Finale in zwei Sätzen gegen Borna Ćorić für sich entschied. Den dritten ATP-500-Titel in Folge und seinen fünften Saisontitel holte Rubljow zwei Wochen später in Wien, wo er im Viertelfinale Dominic Thiem geschlagen hatte und im Finale gegen Lorenzo Sonego gewann. Im Turnierverlauf blieb er ohne Satzverlust und musste in keinem seiner Matches seinen Aufschlag abgeben. Mit dem Sieg qualifizierte er sich auch erstmals für die ATP Finals, wo er Mitte November jedoch bereits nach der Vorrunde ausschied. Seine Siegesserie von elf gewonnenen Matches in Folge endete kurz zuvor beim Paris Masters, als er nach gewonnenem ersten Satz im Achtelfinale in drei Sätzen Stan Wawrinka unterlag.