miniatur|hochkant|Wappen des Bistums Speyer Lukas Schleppel (* im 15. Jahrhundert; † 1519) war Titularbischof von Thermopylae/Mundinitza und Weihbischof in Speyer.

Leben und Wirken Schleppel stammte aus der bürgerlichen Oberschicht von Pforzheim und immatrikulierte sich im Wintersemester 1477/78 als einer der ersten Studenten an der neu gegründeten Universität Tübingen.Heinrich Hermelink: Die Matrikeln der Universität Tübingen, Band 1, S. 16, W. Kohlhammer Verlag, 1906; (Ausschnittscan) Im Dezember 1479 schrieb er sich an der Universität Köln ein.Hans-Jürgen Kremer: "Lesen, exercieren und examinieren": die Geschichte der Pforzheimer Lateinschule, höhere Bildung in Südwestdeutschland vom Mittelalter zur Neuzeit, Stadtarchiv Pforzheim, 1997, S. 29 u. 140, ISBN 3-929366-49-5; (Ausschnittscans) 1490 trug er den Titel eines Magisters, 1511 den eines Doktors der Theologie. 1490 erhielt er ein Kanonikat am St. Johannes der Täufer Altar des Stiftes Pforzheim, das er am 12. Oktober 1491 gegen die Plebanie (Pfarrstelle) an der Stiftskirche eintauschte.Anneliese Seeliger-Zeiss: Die Inschriften der Stadt Pforzheim, 2003, S. 80, ISBN 3-89500-326-3; (Ausschnittscan) Später erscheint er auch als Pfarrer in Bruchsal und Waibstadt.

Am 12. Dezember 1511 präsentierte ihn Bischof Philipp von Rosenberg zum Weihbischof im Bistum Speyer und er wurde am 31. März 1512 zum Titularbischof von Thermopylae/Mundinitza geweiht. Mit Datum vom 18. September 1512 verzichtete Lukas Schleppel in Speyer urkundlich auf seine ihm zustehende Besoldung aus den bischöflichen Tafelgefällen, da ihn sein Amt als Pfarrer von Bruchsal und Pastor von Waibstadt, sowie andere geistliche Einkünfte, hinreichend ernähren würden.Franz Xaver Glasschröder: Urkunden zur Pfälzischen Kirchengeschichte im Mittelalter, München, 1903, S. 156, Urkundenregest Nr. 371

Am 5. März 1515 verlieh er der St. Annabruderschaft in Mörsch diverse Ablässe.Vergl. Glasschröder, 1903, S. 232, Urkundenregest Nr. 563

Lukas Schleppel verstarb vermutlich Ende 1519, jedenfalls aber vor dem 23. Januar 1520, an dem der Speyerer Bischof Georg von der Pfalz den Nachfolger Anton Engelbrecht präsentierte.

Literatur Hans-Peter Becht: Pforzheim im Mittelalter: Studien zur Geschichte einer landesherrlichen Stadt, Jan Thorbecke Verlag, 1983, S. 158, ISBN 3-7995-6044-0; (Ausschnittscan) Stadtarchiv Pforzheim: Pforzheimer Geschichtsblätter, Band 6, 1983, S. 158; (Ausschnittscan) Manfred Krebs: Die Protokolle des Speyerer Domkapitels, Band 1, S. 323, Fußnote 14, Kohlhammer Verlag, 1968; (Ausschnittscan)

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Einzelnachweise

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