Die Liste schwerer Seeunfälle 2001–2010 verzeichnet Unglücke der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden.
Schiffsunglücke zwischen 2001 und 2010
Datum Name Tote Hergang 9. Februar 2001 Ehime Maru 9 Das US-amerikanische Atom-U-Boot Greeneville der Los-Angeles-Klasse kollidierte während eines simulierten Notauftauchmanövers vor Hawaii mit dem japanischen Fischereischulschiff Ehime Maru. Das japanische Schiff sank innerhalb von zehn Minuten. Neun Japaner starben, darunter vier Schüler.U.S. admiral apologizes over sub accident. japantimes.co.jp Das Wrack wurde aus 610 m Tiefe geborgen und in flaches Gewässer geschleppt. Dort wurden acht Leichen im Schiff gefunden. Später wurde das Wrack in 2600 Meter tiefem Wasser versenkt. 19. Oktober 2001 Flüchtlingsboot 353 Südlich der Insel Java ging in einem Sturm ein am Vortag gestartetes, mit 397 Menschen – größtenteils Flüchtlinge aus dem Irak – beladenes indonesisches Fischerboot auf dem Weg nach Christmas Island unter. Die Flüchtlinge wollten in Australien Asyl suchen. 44 Menschen konnten gerettet werden, 353 Personen ertranken.Dierk Schmidt: SIEV-X. 23./24. Dezember 2001 Christopher 27 Während eines starken Sturms und in sieben Meter hohen Wellen erlitt der zypriotische Frachter Christopher etwa 150 Seemeilen nördlich der Azoren einen Wassereinbruch im Maschinenraum. Nur ein kurzer Notruf wurde empfangen. Trotz sofortiger Suchmaßnahmen wurde das Schiff nicht gefunden. Von dem mit Kohle beladenen Frachter und seinen 27 Mann Besatzung wurden zwei Tage später nur noch zwei leere Rettungsinseln und eine Öllache entdeckt. Es wurde vermutet, dass das Schiff innerhalb weniger Minuten mit der gesamten Besatzung sank. 7. März 2002 Flüchtlingsboot 50 Vor Lampedusa kenterte ein mit rund 60 Flüchtlingen aus Afrika beladenes Boot in schwerer See. Die italienische Küstenwache und einheimische Fischer konnten nur elf Überlebende retten. Schätzungsweise 50 Menschen ertranken. 3./4. Mai 2002 Salahuddin 2 328 Nahe Shatnal (Bangladesch), im Mündungsgebiet des Flusses Meghna, geriet die Flussfähre Salahuddin 2, mit rund 500 Menschen an Bord auf dem Weg von Dhaka nach Pathutaklai, in einen starken Orkan und kenterte. Erst 24 Stunden später trafen erste Rettungskräfte ein. Insgesamt starben 328 Menschen, nur etwa 170 Überlebende wurden gerettet. Die Fähre kenterte vermutlich auch wegen Überladung, da sie nur für etwa 250 Personen ausgelegt war.Shipping disasters timeline. BBC 26. September 2002 Le Joola 1.863 Die senegalesische Fähre Le Joola (1.500 BRZ) kenterte vor der Küste Gambias während eines Sturms. Nur 60 Überlebende wurden gerettet. Die Gesamtzahl der Opfer wurde zunächst mit etwa 1000 angegeben, betrug aber nach späteren Ermittlungen 1863. Das Schiff war nur für 550 Passagiere zugelassen und total überladen. Der Untergang führte zu einer politischen Krise in Senegal und zur Entlassung der Regierung durch Präsident Abdoulaye Wade. 13. November 2002 Prestige 0 Der 26 Jahre alte Einhüllen-Tanker Prestige, beladen mit 77.000 Tonnen Öl, geriet in Seenot. Sechs Tage später brach er auseinander und sank vor der Küste Spaniens. Er verlor mehr als 63.000 Tonnen Schweröl. Es war die bis dahin schlimmste Umweltkatastrophe Spaniens. 14. Dezember 2002 Tricolor 0 Der norwegische Autotransporter Tricolor mit 2.871 fabrikneuen Autos an Bord kollidierte auf der Fahrt von Zeebrugge nach Southampton mit dem Frachter Kariba und sank innerhalb einer halben Stunde im Ärmelkanal; die 24-köpfige Besatzung konnte gerettet werden. In der Folge kollidierten noch mehrere Schiffe mit dem Wrack, das erst im Herbst 2003 in Sektionen zersägt und dann gehoben werden konnte. Die vollständige Bergung wurde im Oktober 2004 beendet. 28. März 2003 RMS Mülheim 0 Der mit 2200 Tonnen Plastikschreddermüll aus Automobilen beladene Frachter RMS Mülheim geriet auf seiner Fahrt von Cork in Irland nach Lübeck vor Land’s End in Seenot und wurde auf die Klippen von Sennen getrieben. Aus dem Rumpf dringendes Öl verursachte einen 500 Meter langen Ölteppich. Die sechsköpfige Besatzung wurde mit Hubschraubern gerettet. Das Schiff konnte nicht mehr geborgen werden, Teile des Wracks lagen unterhalb der Steilküste. Die Bergung der Ladung zog sich über Wochen hin. April 2003 Changcheng 361 70 Im konventionellen U-Boot Changcheng 361 des chinesischen Typ 035G kam es zu einem Unglück ohne genaue Angaben über die Ursachen (Leck, Explosion?). Bei Seeübungen im Gelben Meer östlich der Inselgruppe Neichangshan am Eingang zum Golf von Bohai vor der Küste der Provinz Shandong in Nordostchina starben 70 Seeleute. Das U-Boot wurde anschließend beschädigt in den Hafen Lushun geschleppt. 31. Mai 2003 Fu Shan Hai 0 Der mit 66.000 Tonnen Dünger beladene Massengutfrachter Fu Shan Hai wurde auf seiner Fahrt von Ventspils nach China vom zypriotischen Feederschiff Gdynia gerammt und ist acht Stunden nach der Kollision im Bornholmsgat gesunken. 8./9. Juli 2003 Nasrin 1 ≈ 600 In Bangladesch, nahe der Stadt Chandpur, kollidierte in den Nachtstunden auf dem Meghna-Fluss die völlig überladene Personenfähre Nasrin 1 mit einem Unterwasserhindernis (möglicherweise Treibholz?) und kenterte innerhalb weniger Minuten. Erst nach 20 Stunden trafen erste Hilfsschiffe ein und retteten etwa 400 Menschen. Rund 600 Personen kamen jedoch ums Leben. Ausgelegt war das Schiff für etwa 350 Fahrgäste, es haben sich aber (geschätzt) 1000 an Bord befunden. 15. Oktober 2003 Andrew J. Barberi 11 Nach einem Schwächeanfall des Kapitäns rammte die zwischen Staten Island und Lower Manhattan pendelnde Personenfähre Andrew J. Barberi im Hafen von New York einen Hafenkai und wurde schwer beschädigt. Bei der Kollision starben elf Menschen, 65 Fahrgäste wurden verletzt. 9. Januar 2004 Flüchtlingsboot 21 In der südlichen Adria kenterte ein aus Albanien kommendes Boot mit 32 albanischen Flüchtlingen an Bord bei stürmischem Wetter. 21 Menschen ertranken. Die italienische Küstenwache konnte nur elf Menschen retten. Von diesen wurden später zwei verhaftet wegen des Verdachtes des Menschenschmuggels. 15. Januar 2004 Bugaled Breizh 5 25 Seemeilen vor der Küste von Cornwall, nahe Lizard Point, sank der französische Fischtrawler Bugaled Breizh bei ruhigem Wetter innerhalb von etwa 30 Sekunden. Von fünf Besatzungsmitgliedern überlebte niemand. Obwohl nach einem SOS-Ruf andere Fischer schnell vor Ort waren, konnten keine Überlebenden gerettet werden. Der Untergang erschien zunächst wie ein Rätsel, es wurde später aber darüber spekuliert, dass ein Atom-U-Boot versehentlich die ausgelegten Netze des Kutters erfasst und diesen in die Tiefe gezogen haben könnte. Dies würde zumindest das sehr schnelle und unerklärliche Sinken bei ruhigem Wetter erklären. Da das Seegebiet, in welchem der Trawler sank, zudem von britischen Atom-U-Booten häufig durchfahren wird, hält sich dieses Gerücht bis heute. Der Unglückstag war zudem ein Donnerstag, und donnerstags fanden und finden traditionell Manöver der Royal Navy im Ärmelkanal statt. Der Bericht des „Bureau d’enquêtes sur les événements de mer“ wurde am 27. November 2006 veröffentlicht und erwähnte eine Reihe von möglichen Ursachen für das Unglück, aber die Möglichkeit, dass ein U-Boot beteiligt war, wurde ausgeschlossen. BEAmer (französisch) 19. Januar 2004 Rocknes 18 Vor der Küste Norwegens bei Bergen lief der Frachter Rocknes auf Grund, schlug leck und kenterte innerhalb von Minuten. 18 der 29 Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben. In der Behandlung des Falls vor dem Seeamt in Bergen stellte sich heraus, dass sich an der Stelle der Grundberührung im Fahrwasser eine 9 m Untiefe befindet (Tiefgang der Rocknes zum Zeitpunkt der Grundberührung: 10,40 m), während auf den verwendeten Seekarten dort eine Tiefe von über 50 m angegeben war. Diese Untiefe war auch dem diensthabenden Lotsen nicht bekannt, der die Havarie überlebte, wohl aber der entsprechenden norwegischen Behörde, die vor einigen Jahren diese Stelle vermessen, aber keine Dringlichkeitsmeldung darüber ausgegeben hatte. Ab 2003 wurde die Untiefe in offiziellen Seekarten eingetragen, auf der Rocknes wurde jedoch eine ältere Karte verwendet. Daraus ergab sich eine intensive Diskussion, inwieweit Schiffe bestimmte Kartensätze zu verwenden haben, insbesondere mit Blick auf elektronische Karten und deren Software. 7. März 2004 Samson 121 Auf der Überfahrt von den Komoren nach Mahajanga (Madagaskar) sank die Fähre Samson mit 113 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern an Bord im Zyklon „Gafilo“. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben, mit Ausnahme zweier Personen, die in einem Rettungsfloß Madagaskar erreichten, sowie einer männlichen dritten, die erst fünf Tage später inmitten von 16 Leichen gefunden wurde. 23. Mai 2004 Lightning Sun 61 In Bangladesch, südlich von Dhaka, sank in den Nachtstunden auf dem Meghna-Fluss die Personenfähre Lightning Sun in einem starken Sturm. Mindestens 61 Menschen kamen ums Leben. Unklaren Meldungen zufolge galten über 100 weitere Menschen als vermisst. 12./13. August 2005 (?) Flüchtlingsboot 104 Vor der Südwestküste Kolumbiens sank zwischen dem 11. und 14. August 2005 ein Flüchtlingsboot mit 113 Passagieren. Es war am 11. August aus dem Hafen von Manta in Ecuador ausgelaufen. Am 14. August wurden neun Überlebende (sieben Männer und zwei Frauen) gefunden und die 104 restlichen Passagiere für vermisst erklärt. Die Passagiere wollten angeblich ohne offizielle Papiere in die USA einreisen. Das Boot sollte nur für etwa 15 Passagiere ausgelegt gewesen sein. Tagesanzeiger, 17. August 2005, Zürich 16. September 2005 Moquini 6 Die am „Mauritius-Durban Yacht Race“ teilnehmende südafrikanische Yacht Moquini kenterte in der Nacht des 16. September 2005 vor der Südküste von Madagaskar, vermutlich weil der Kiel des Schiffes überraschend abbrach. Nur ein kurzes Notsignal wurde automatisch abgesetzt. Die Yacht wurde danach vermisst. Am 5. Februar 2006, rund fünf Monate später, wurde die kieloben treibende Moquini von dem französischen Tanker Algarve etwa 500 Seemeilen östlich des Kaps der Guten Hoffnung aufgefunden. Das Wrack wurde geborgen, aber von der sechsköpfigen Besatzung fehlte jede Spur.Moquini report makes chilling reading. In: sail-world.com 2./3. Februar 2006 Al-Salam Boccaccio 98 1.026 Im Roten Meer, auf dem Weg vom saudi-arabischen Dhiba ins ägyptische Safaga, sank die ägyptische Autofähre Al-Salam Boccaccio 98 nach einem Feuer an Bord. Da eingesetztes Löschwasser wegen mangelhafter Pumpen nicht abgepumpt werden konnte, sammelte sich dieses auf dem Fahrzeugdeck an, was zu einer falschen Schwerpunktverteilung im Rumpf und, zusammen mit Wind in Sturmstärke, letztlich zum Kentern des Schiffes gegen Mitternacht führte. Von 1.414 Passagieren und Mannschaftsmitgliedern konnten nur 388 gerettet werden. Vor allem Fahrlässigkeit dürfte zu der Katastrophe beigetragen haben, wie eine Untersuchung später feststellte. 30. März 2006 Al Dana 48 Die arabische Fähre Al Dana, eine umgebaute Dau, kenterte vor Manama (Bahrain) aus ungeklärter Ursache, vermutlich infolge von Überladung. Das Schiff war zuvor von einer lokalen Firma zu einer Feierlichkeit angemietet worden, weswegen auch zahlreiche Ausländer unter den Opfern waren. Insgesamt starben 48 Menschen, darunter 12 Briten und 17 Inder. 65 Menschen wurden gerettet. 29./30. Dezember 2006 Senopati Nusantara 500 Die indonesische Fähre Senopati Nusantara sank bei schlechtem Wetter und in sechs Meter hohen Wellen vor der Insel Java. Das Schiff war unterwegs von der Hafenstadt Kumai in der Provinz Kalimantan in Richtung Semarang auf Java. 177 Überlebende wurden am Unglücksort gefunden, 47 weitere Menschen noch bis zum 8. Januar und bis zu 300 Seemeilen vom Unglücksort entfernt. Die genaue Anzahl der Opfer blieb unbekannt, es wurde jedoch geschätzt, dass mindestens 500 Menschen ums Leben kamen. 6. April 2007 Sea Diamond 2 Nach der Kollision am 5. April 2007 mit einem Unterwasserriff ging das havarierte griechische Kreuzfahrtschiff Sea Diamond (22.412 BRZ) vor dem Hafen der Insel Santorin unter. Die St