Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kamerunischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Kamerun konnte sich von den afrikanischen Mannschaften am häufigsten (8-mal) für die WM-Endrunde qualifizieren. Bei der ersten Teilnahme 1982 schied die Mannschaft ungeschlagen nach der Vorrunde aus, sämtliche Spiele endeten für Kamerun mit einem Unentschieden. Bei der zweiten Teilnahme 1990 gelang im Eröffnungsspiel ein Sieg gegen Weltmeister Argentinien und als erste afrikanische Mannschaft wurde das Viertelfinale erreicht. Danach wurde die Vorrunde aber nicht mehr überstanden. In der ewigen WM-Tabelle belegt Kamerun als derzeit beste afrikanische Mannschaft den 31. Platz.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1938Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1950Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1954Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1958Schweden nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1962 Chile nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand. 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Nigeria gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Zaire gescheitert. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an der Republik Kongo gescheitert, die sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1982 Spanien Vorrunde Peru, Polen, Italien 17. Nach 3 Unentschieden auf Grund der weniger erzielten Tore als Gruppendritter ausgeschieden. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Viertelfinale an Sambia gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1990 Italien ViertelfinaleEngland 7. Sieg im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien, Kamerun erreicht als 1. afrikanische Mannschaft das Viertelfinale einer WM, verliert dort aber nach 2:1-Führung mit 2:3 n. V. gegen England. 1994 USA VorrundeSchweden, Brasilien, Russland 22. Nach einem Remis gegen den späteren Dritten Schweden, sowie Niederlagen gegen den späteren Weltmeister Brasilien und Russland als Gruppenletzter ausgeschieden. 1998 Frankreich Vorrunde Österreich, Italien, Chile 25. Nach 2 Remis gegen Österreich und Chile und einer Niederlage gegen Italien als Gruppenletzter ausgeschieden. 2002 Südkorea/Japan VorrundeIrland, Saudi-Arabien, Deutschland 20. Nach Remis gegen Irland, Sieg gegen Saudi-Arabien und Niederlage gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an der Elfenbeinküste gescheitert. 2010 Südafrika Vorrunde Japan, Dänemark, Niederlande 31. Ohne Punkte als Gruppenletzter ausgeschieden. 2014 Brasilien Vorrunde Mexiko, Kroatien, Brasilien32. In der Gruppenphase der Endrunde schied Kamerun nach 3 Niederlagen aus. 2018 Russland nicht qualifiziert In der dritten Runde der CAF-Qualifikation an Nigeria gescheitert. 2022 Katar Vorrunde Schweiz, Serbien, Brasilien 19. In der 2. Qualifikationsrunde gegen die Elfenbeinküste, Malawi und Mosambik durchgesetzt und in der 3. Runde aufgrund der Auswärtstorregel gegen Algerien für die WM qualifiziert. Nach Niederlage gegen die Schweiz, Remis gegen Serbien und Sieg gegen Brasilien als Gruppendritter ausgeschieden. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In der zweiten Runde der CAF-Qualifikation an der DR Kongo gescheitert.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der kamerunischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Sportliche Qualifikation: 8× (34,8 % bzw. bei 53,3 % der Versuche) Nicht teilgenommen (kein selbständiger Staat, kein FIFA-Mitglied): 7× (30,4 %; 1930 bis 1962) Zurückgezogen: 1× (4,3 %; 1966) Nicht qualifiziert: 7× (30,4 %; 1970, 1974, 1978, 1986, 2006, 2018 und 2026) Vorrunde: 7× (30,4 %; 1982, 1994, 1998, 2002, 2010, 2014 und 2022) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 1990)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1962 Kamerun war von 1919 bis 1960/61 Französisch-Britisches Mandatsgebiet. Die Fédération Camerounaise de Football wurde zwar bereits 1959 gegründet, aber erst 1964 in die FIFA aufgenommen. Daher konnten Kamerun an den ersten sieben Weltmeisterschaften nicht teilnehmen.

1966 in England Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ sollte Kamerun in der Qualifikations-Vorrunde gegen den Sudan antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück. Auch Südkorea zog sich zurück. Letztendlich spielten nur Australien und Nordkorea die Qualifikation. Es fanden zwei Spiele in Phnom Penh statt; Nordkorea gewann beide Spiele und qualifizierte sich für die WM-Endrunde in England.

1970 in Mexiko Kamerun musste in der Qualifikation für die WM in Mexiko in der ersten Runde gegen Nigeria antreten. Am 7. Dezember 1968 bestritt die Mannschaft in Lagos ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und erreichte ein 1:1. Das Rückspiel in Douala wurde aber mit 2:3 verloren, so dass Kamerun ausschied. Nigeria scheiterte dann in der dritten Runde an Marokko, das sich erstmals qualifizieren konnte.

1974 in Deutschland In der Qualifikation für die WM in der Bundesrepublik Deutschland erreichte Kamerun kampflos die zweite Runde, da Gabun in der ersten Runde verzichtete. In der zweiten Runde war Zaire der Gegner. Beide gewannen die Auswärtsspiele mit 1:0, so dass es in Kinshasa zu einem dritten Spiel kam. Dies gewann Zaire mit 2:0 und konnte sich anschließend als erste Subsahara-Mannschaft für die WM qualifizieren, dies blieb aber bis dato die einzige Teilnahme für Zaire bzw. die Demokratische Republik Kongo.

1978 in Argentinien

In der Qualifikation zur WM in Argentinien konnte sich Kamerun in der ersten Runde nicht gegen die Republik Kongo durchzusetzen. Nachdem im Auswärtsspiel ein 2:2 erreicht wurde, verlor die Mannschaft ihr Heimspiel mit 1:2. Die Republik Kongo schied dann in der nächsten Runde gegen die Elfenbeinküste aus, die sich aber auch nicht qualifizieren konnte. Denn die Elfenbeinküste scheiterte in der dritten Runde gegen Nigeria. In der Endrunde der letzten Drei belegte Nigeria nur den dritten Platz hinter Gruppensieger und WM-Endrundenteilnehmer Tunesien und Ägypten.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien 1982 wurden den Afrikanern erstmals zwei Startplätze zuerkannt. In der Qualifikation setzten sich die Kameruner in der ersten Runde gegen Malawi mit 3:0 und 1:1 durch. In der zweiten Runde wurde Simbabwe mit 2:0 und 0:1 ausgeschaltet und in der dritten Runde Zaire mit 0:1 und 6:1. In der letzten Runde gelang dann durch zwei Siege (2:0 und 2:1) gegen Marokko die erstmalige Qualifikation für die WM-Endrunde und damit traten sie erstmals zu Spielen außerhalb Afrikas an.

In Spanien traf die Mannschaft in der ersten Finalrunde auf Peru, Polen und den späteren Weltmeister Italien. Alle Spiele endeten remis, zweimal 0:0 und 1:1 gegen Italien, wobei Grégoire M’Bida eine Minute nach dem italienischen Führungstreffer den Ausgleich und damit das erste WM-Tor für Kamerun erzielte. Italien und Kamerun hatten damit beide 3:3 Punkte, aber Italien mit 2:2 Toren ein Tor mehr erzielt als Kamerun, war damit als Gruppenzweiter für die zweite Finalrunde qualifiziert und Kamerun ungeschlagen ausgeschieden. Die in der ersten Finalrunde schwach spielenden Italiener steigerten sich in der zweiten Finalrunde und wurden am Ende zum dritten Mal Weltmeister.

1986 in Mexiko In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko erhielten die Kameruner, die 1984 zum ersten Mal die Afrikameisterschaft gewonnen hatten, in der ersten Runde ein Freilos, verloren aber in der zweiten Runde das erste Spiel gegen Sambia mit 1:4. Ein 1:1 im Heimspiel genügte dann nicht, um die dritte Runde zu erreichen, in der Sambia an Algerien scheiterte.

1990 in Italien Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien mussten die Kameruner erst in der zweiten Runde antreten, nachdem sie 1988 zum zweiten Mal die Afrikameisterschaft gewonnen hatten, und setzten sich gegen Nigeria, Angola und Gabun durch, wobei nur das Spiel in Nigeria verloren wurde. In der dritten Runde setzte sich Kamerun mit zwei Siegen (2:0 und 1:0) gegen Tunesien durch und konnte sich zum zweiten Mal für die WM qualifizieren.

Vor der Weltmeisterschaft 1990 wurde der 38-jährige Roger Milla gebeten, sein Land bei der WM in Italien zu vertreten. Milla hatte schon 1982 an der WM teilgenommen und sich auf Réunion bereits zur Ruhe gesetzt.

In Italien traf Kamerun im Eröffnungsspiel auf Titelverteidiger Argentinien und gewann überraschend mit 1:0 durch ein Tor von François Omam-Biyik, womit gleichzeitig der erste WM-Sieg gelang. Dabei musste Kamerun nach Platzverweisen von André Kana-Biyik und Émile Mbouh am Ende die Führung mit neun Spielern verteidigen. Auch das zweite Gruppenspiel gegen Rumänien wurde gewonnen, wobei Roger Milla beim 2:1 beide Tore erzielte. Dabei zelebrierte er jedes Tor mit einem Tanz um die Eckfahne, was in den folgenden Jahren von vielen Torschützen kopiert wurde. Kamerun war damit vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert, so dass die erste Niederlage in einem WM-Spiel zwar mit 0:4 gegen die Sowjetunion deftig ausfiel, aber keine Wirkung mehr hatte. Da sich Argentinien und Rumänien im Parallelspiel mit 1:1 trennten, womit beide das Achtelfinale erreichten, war Kamerun Gruppensieger und die Sowjetunion schied als Gruppenletzter aus. Mit dem Sieg gegen Kamerun verabschiedete sich die Sowjetunion von der WM-Bühne.

Im Achtelfinale trafen die Kameruner auf Kolumbien. Da die ersten 90 Minuten torlos verliefen, kam es zur Verlängerung. In dieser erzielte Milla wieder zwei Tore, sodass der Gegentreffer durch die Kolumbianer verkraftet werden konnte. Damit stand erstmals eine afrikanische Mannschaft im WM-Viertelfinale, in dem Ex-Weltmeister England der Gegner war. Kamerun musste zwar in der ersten Halbzeit das 0:1 hinnehmen, konnte aber in der zweiten Halbzeit zunächst das Spiel drehen und mit 2:1 in Führung gehen. Sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang Gary Lineker durch einen Foulelfmeter der Ausgleich und auch in der Verlängerung konnte er einen Foulelfmeter verwandeln, wodurch die Engländer das Halbfinale erreichten, in dem sie im Elfmeterschießen am späteren Weltmeister Deutschland scheiterten. Mit insgesamt vier Toren war Roger Milla zusammen mit drei anderen Spielern drittbester Torschütze der WM.

1994 in den Vereinigten Staaten Für die Qualifikation zur WM in den USA wurden die Ghanaer in eine Gruppe mit Swaziland, Zaire und Liberia gelost. Liberia zog aber nach zwei Spielen zurück, so dass das 0:0 gegen Liberia nicht gewertet wurde. Mit je zwei Siegen und zwei torlosen Remis setzte sich Kamerun als Gruppensieger durch und erreichte die zweite Runde. In dieser waren Simbabwe und Guinea die Gegner. Mit drei Siegen und einer Niederlage erreichte Kamerun den ersten Platz und qualifizierte sich für die WM.