mini|Blick auf Oberbergkirchen mini|Loipfing von Salmanskirchen aus gesehen mini|Der Dorfplatz mit dem Rathaus mini|Die Pfarrkirche St. Bartholomäus mit der Bruder-Konrad-Kapelle

Oberbergkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen.

Geografie Geografische Lage Oberbergkirchen liegt in der Region Südostoberbayern im tertiären Hügelland nördlich des Isentals, in der Nachbargemeinde Wurmsham entspringt die Rott. Die Ortschaft befindet sich etwa 15 km nordwestlich der Kreisstadt Mühldorf, zwölf Kilometer südwestlich von Neumarkt-Sankt Veit und 22 km östlich von Dorfen. Im acht Kilometer entfernten Ampfing besteht Anschluss an die von der Südostbayernbahn betriebenen Bahnstrecke München-Mühldorf.

Gemeindegliederung

Es gibt 48 Gemeindeteile:

Gemarkungen sind Irl und Oberbergkirchen.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|Schloss Oberbergkirchen im 18. Jahrhundert (Stich von Michael Wening) Oberbergkirchen wurde im Jahre 788 erstmals in der Notitia Arnonis erwähnt. Der Ort gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern.

Irl kam über eine Schenkung König Arnulfs von Kärnten im Jahr 899 an das Domkapitel Regensburg und verfügte daher über ein eigenes Propsteigericht, genannt die „Irlschaft“, das über die Grenzen der späteren Gemeinde Irl hinausging.Johann Hötzinger: Die Irlschaft und das Domkapitel Regensburg in: Meinrad Schroll: Hofmarksherrn und Bauersleut. Gemeinde Oberbergkirchen – Altgemeinde Irl. Gemeinde Oberbergkirchen, Oberbergkirchen 2007

Oberbergkirchen ist ab dem 15. Jahrhundert als Hofmarkssitz beurkundet. Die Paumgartner, ein Regensburger und Nürnberger Patriziergeschlecht, sind um 1490 als Besitzer der Hofmark Oberbergkirchen nachweisbar. Die Fränkinger waren Mitte des 17. Jahrhunderts Hofmarksherren in Oberbergkirchen. Die Gräfin Maria Josefa von der Wahl auf Schloss Zangberg, übernahm 1759 die offene Hofmark. Sie starb 1807 als Witwe ohne Nachkommen, das Hofmarksschloss wurde um 1820 abgerissen.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1975 die Gemeinde Irl eingegliedert. Die Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der bayerischen Gemeindegebietsreform gegründet.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1198 auf 1688 Einwohner bzw. um 40,9 %. 1961: 1356 Einwohner 1970: 1256 Einwohner 1987: 1184 Einwohner 1991: 1253 Einwohner 1995: 1527 Einwohner 2000: 1658 Einwohner 2005: 1651 Einwohner 2010: 1630 Einwohner 2015: 1653 Einwohner 2024: 1746 Einwohner

Politik Die Gemeinde ist Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen.

Bürgermeister und Gemeinderat Erster Bürgermeister ist Michael Hausperger (CSU/Freie Wähler). Er wurde bei der Kommunalwahl 2026 mit 89,9 % der Stimmen wiedergewählt.

Der Gemeinderat setzt sich nach der Wahl 2026 folgendermaßen zusammen:

CSU und PFW: 6 Sitze GRÜNE: 2 Sitze UWG: 4 Sitze

Wappen

Baudenkmäler

Oberbergkirchen mit der Pfarrkirche St. Bartholomä, Bruder-Konrad-Kapelle, Vierseithof mit Gasthaus und altem Schulhaus (heutiges Rathaus), Tertiärwelt Aubenham.

Die Pfarrkirche, ein spätgotischer Ziegelbau, erhielt ihren Zwiebelturm entweder 1723 bei einem größeren Umbau oder spätestens 1770, nachdem ein Blitzschlag großen Schaden angerichtet hatte. Das Innere wurde barockisiert, die Glasgemälde entstanden um 1908.

Neben der Pfarrkirche steht die spätgotische kleine Kirche, die Bischof Berthold Pürstinger von Chiemsee im Jahr 1518 weihte. Ihren Zwiebelturm erhielt sie erst 1733. Nach einer Restaurierung in den Jahren 1936 bis 1938 wurde sie dem 1934 heiliggesprochenen Bruder Konrad von Parzham geweiht.

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2022 2816 T€, davon waren (netto) 90 T€ Gewerbesteuereinnahmen.

2022 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 143 und im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe 35 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 89 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 273. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 65 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2143 ha. Davon waren 1688 ha Ackerfläche und 566 ha (2016) Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2024): Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 55 Kindern Volksschulen: Eine Grundschule mit 13 Lehrern und 283 Schülern

Persönlichkeiten

Johann Georg Krabinger (1784–1860), Bibliothekar und Gräzist Erwin Sedlmayr (1942–2022), Astrophysiker und Hochschullehrer Martin Stadler (1991), Musiker - Tenorhorn und Posaune

Literatur Meinrad Schroll: Hofmarksherrn und Bauersleut. Gemeinde Oberbergkirchen – Altgemeinde Irl. Gemeinde Oberbergkirchen, Oberbergkirchen 2007

Weblinks

Gemeinde Oberbergkirchen (Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen)

Oberbergkirchen auf einer Website über den Mühldorfer Landkreis

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Mühldorf am Inn Kategorie:Ersterwähnung 788 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)