miniatur|hochkant|Arvo Pärt, 2008

Da pacem Domine (Gib Frieden, Herr) ist eine Komposition für Chor von Arvo Pärt (* 1935) auf ein lateinisches Gebet um Frieden. Er schrieb das Werk 2004 für vier Stimmen a cappella. Verschiedene Versionen, auch mit Streichern und für Streicher allein, wurden von Universal Edition veröffentlicht.

Geschichte

Das Werk entstand als Auftragskomposition für Jordi Savall für ein internationales Friedenskonzert in Barcelona am 1. Juli 2004. Pärt begann mit der Komposition zwei Tage nach den Madrider Zuganschlägen, in Erinnerung an die Opfer. Es wurde am 29. März 2005 vom Hilliard Ensemble erstmals aufgenommen. In Spanien wird es jährlich zum Gedenken an die Opfer aufgeführt.

Der Text stammt aus dem 6. oder 7. Jahrhundert und basiert auf Bibelversen (, , ). Da pacem Domine ist in einem Satz, ursprünglich für vier Chorstimmen gesetzt. Pärt schrieb später andere Versionen, für Stimmen und Streichorchester, Streichorchester allein oder Streichquartett und für Chor und großes Orchester. Sie erschienen bei Universal Edition. Die erste Aufführung der Fassung für Chor und Streichorchester war in Tallinn am 18. Mai 2007 in der Niguliste kirik mit dem Estonian Philharmonic Chamber Choir und dem Tallinn Chamber Orchestra, geleitet von Tõnu Kaljuste.

David Vernier bemerkte in einer Besprechung einer CD mit Werken von Pärt dessen subtile Techniken („subtle techniques“), die Klänge aus Mischungen der Stimmen und aus rudimentärer Harmonie formt („sonority, voicing, and rudimentary harmonies“), sowie eine untergeordnete Rolle des Rhythmus sowie Melodie-Elemente, die nur angedeutet sind („an almost complete subordination of rhythmic influence and the relegation of melody to a more or less implied presence“).

Eine Besprechung in The New York Times hebt des Komponisten zeitlosen Verzicht auf musikalische Vorbilder („temporal rootlessness“) hervor, die oberflächlich betrachtet langsam bewegte meditative Werke hervorbringt. Der Rezensent fährt fort: „Da Pacem Domine (2004), a prayer for peace, is cast in sustained tones with little harmonic growth and hardly any momentum, yet a listener is drawn inexorably into its hypnotic four-part unaccompanied vocal texture“ (Da Pacem Domine (2004), ein Gebet um Frieden, erscheint in langgehaltenen Tönen mit wenig harmonischer Entwicklung und fast keiner Bewegung, doch der Zuhörer wird unausweichlich in die hypnotische Textur gezogen, die vier unbegleitete Stimmen erzeugen).

Einspielungen

Arvo Pärt: Lamentate / Da Pacem Domine & Lamentate, Hilliard Ensemble, 2005 Da pacem, Estonian Philharmonic Chamber Choir, Paul Hillier, 2006 In principio, Estonian Philharmonic Chamber Choir, Tõnu Kaljuste, 2009

Einzelnachweise

Weblinks

Da pacem Domine text and translations in the Choral Public Domain Library between sound and space / Arvo Pärt: Lamentate (ECM New Series 1930) ECM Records resource, 2014

Kategorie:Geistliches Chorwerk Kategorie:Chorwerk aus dem 21. Jahrhundert Kategorie:Werk von Arvo Pärt Kategorie:Musik 2004 Kategorie:Christentum und Frieden