Dschansur (), Zanzur oder Sansur, ist eine Küstenstadt im Nordwesten von Libyen. Sie liegt im Westen der libyschen Hauptstadt Tripolis und östlich von Az-Zawiya. Die Stadt kann zur Metropolregion Tripolis gezählt werden und ist mit dieser über die zweispurige, autobahnähnliche Küstenstraße (Via Balbia) verbunden.

Geschichte Der deutsche Privatgelehrte und Forschungsreisende Heinrich von Maltzan schrieb in seinem Buch „Reise in den Regentschaften Tunis und Tripolis“, dass Dschansur seinen Namen aus dem lateinischen Assaria (Ansaria, Azzaria) ableitet.

Vom 4. bis 7. November 1945 gab es in Dschansur wie auch weiteren Orten der Region (Tripolis, Amrouss, Kussabat) Ausschreitungen gegen die jüdische Minderheit mit insgesamt 130 jüdischen Toten, in deren Verlauf hier 34 Juden starben, wovon 15 Kinder unter zehn Jahren waren. Verletzte und Tote wurden angezündet und verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Es gab mehrere Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen vor den Augen ihrer Angehörigen und Frauen und Männer wurden zum Islam zwangskonvertiert, wie ein britisch-US-amerikanischer Untersuchungsbericht festhielt. Der Mufti von Tripolitanien, Mohamed Abdul Assaad el-Alem, erließ am 12. November 1945 eine Fatwa, die den Tätern befahl, geplündertes Eigentum zurückzugeben. Den Briten wurde vorgeworfen, den Übergriffen tagelang untätig zugesehen zu haben.

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