Der Landkreis Schwäbisch Hall ist ein Landkreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Er gehört zum Regionalverband Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart.
Geographie
Lage Der Landkreis Schwäbisch Hall hat Anteil an der Hohenloher Ebene, an den Höhen des Schwäbisch-Fränkischen Walds (Mainhardter Wald, Limpurger Berge, Ellwanger Berge u. a.) sowie an der Frankenhöhe. Die Jagst und der Kocher, die zwei größten rechten Nebenflüsse des Neckars, durchziehen den Landkreis. Die höchste Erhebung ist mit der Altenberg, der tiefste Punkt wird mit beim Austritt des Kochers aus dem Kreisgebiet gemessen.
Orte Die Liste der Orte im Landkreis Schwäbisch Hall führt die ungefähr 800 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Wohnplätze und Wüstungen) des Landkreises Schwäbisch Hall auf.
Nachbarkreise Der Landkreis Schwäbisch Hall grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Main-Tauber-Kreis (in Baden-Württemberg), Ansbach (in Bayern), Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis, Heilbronn und Hohenlohekreis (alle wiederum in Baden-Württemberg). mini|Kreisgrenztafel Lkr. Schwäbisch Hall
Natur Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutzgebiete
Der Landkreis Schwäbisch Hall besitzt folgende 18 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 1372,71 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,92 Prozent
Ahorn-Lindenwald: 7,2 ha; Gemarkung Ruppertshofen Bärenwirtshalde-Steinklinge: 5,2 ha; Gemarkungen Sulzbach am Kocher und Laufen am Kocher Crailsheimer Eichwald: 6,3 ha; Gemarkung Crailsheim Feuchtfläche bei der Buchmühle: 4,7 ha; Gemarkungen Rechenberg und Matzenbach Gipsbruch Kirchbühl: 8,4 ha; Gemarkungen Großaltdorf und Unteraspach Grimmbachmündung: 8,4 ha; Gemarkungen Braunsbach und Geislingen am Kocher Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen: 15,4 ha; Gemarkung Westgartshausen Jagsttal mit Seitentälern zwischen Crailsheim und Kirchberg: 492,6 ha; Gemeinden Crailsheim, Kirchberg an der Jagst, Satteldorf Kalksklinge: 6,0 ha; Gemarkung Geißelhardt Kochertal zwischen Westheim und Steinbach einschließlich Klingenbach sowie Geiß- und Eselsklinge: 221 ha; Gemarkungen Schwäbisch Hall, Michelbach an der Bilz, Uttenhofen und Westheim Kupfermoor: 3,7 ha; Gemarkung Übrigshausen Oberrimbacher Erdfälle: 71,2 ha; Gemarkungen Spielbach, Oberrimbach und Wildentierbach Reiherhalde bei Bächlingen: 80 ha; Gemarkung Bächlingen Reiherhalde Morstein: 7,2 ha; Gemarkung Dünsbach Reußenberg: 182,6 ha; Gemarkungen Rossfeld, Tiefenbach und Triensbach Schlucht des Großen Wimbachs: 3,1 ha; Gemarkung Laufen am Kocher und Frickenhofen Unteres Bühlertal: 306,0 ha; Gemarkungen Untersontheim, Vellberg, Sulzdorf, Unteraspach, Wolpertshausen und Geislingen am Kocher Wacholderberg-Geigerswasen: 30,8 ha; Gemarkung Westgartshausen
Geschichte Der Landkreis Schwäbisch Hall geht zurück auf das alte württembergische Oberamt Hall, das infolge des Übergangs der ehemaligen Reichsstadt Schwäbisch Hall an Württemberg nach 1803 eingerichtet und danach mehrmals verändert wurde. 1938 wurde es in den Landkreis Hall überführt, der 1941 in Landkreis Schwäbisch Hall umbenannt wurde.
Der Landkreis kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg.
Bei der Kreisreform erweiterte man den Landkreis Schwäbisch Hall am 1. Januar 1973 um fast alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Crailsheim sowie um das Gebiet Gaildorf, das bis dato dem Landkreis Backnang angehört hatte. Der zugeschlagene Landkreis Crailsheim war ebenfalls 1938 entstanden und geht zurück auf das gleichfalls württembergische Oberamt Crailsheim; es war 1810 errichtet und danach mehrmals verändert worden. Das Gebiet um Gaildorf hatte ein eigenes Oberamt gebildet, ehe es im Jahr 1938 aufgelöst und auf die Landkreise Backnang und Schwäbisch Hall aufgeteilt wurde.
Bereits am 1. Januar 1972 wurden die beiden Gemeinden Eschental und Goggenbach in den Landkreis Öhringen umgegliedert.
Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Stimpfach aus dem Ostalbkreis übernommen. Sie war am 1. Januar 1973 aus dem Landkreis Crailsheim dorthin umgegliedert worden.
Nach Abschluss der Gemeindereform in den 1970ern umfasst der Landkreis Schwäbisch Hall nun noch 30 Gemeinden, darunter sind neun Städte insgesamt und zwei Große Kreisstädte (Crailsheim und Schwäbisch Hall). Die meisten Einwohner im Kreis hat die Stadt Schwäbisch Hall, die wenigsten die Stadt Langenburg; die nichtstädtischen Gemeinden liegen dazwischen mit Mainhardt als größter und Bühlerzell als kleinster.
Einwohnerstatistik rechts|mini|350px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Schwäbisch Hall (Datenquelle: Zensus 2011, Kreis Schwäbisch Hall, Alter und Geschlecht)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 152.473 31. Dezember 1975 151.046 31. Dezember 1980 150.601 31. Dezember 1985 151.104 25. Mai 1987¹ 154.041 31. Dezember 1990 164.132 31. Dezember 1995 180.648 31. Dezember 2000 185.728 31. Dezember 2005 189.580 Datum Einwohner 31. Dezember 2010 188.420 9. Mai 2011¹ 186.355 31. Dezember 2015 191.614 31. Dezember 2020 197.860
Konfessionsstatistik Laut Zensus 2011 waren 57,2 % der Einwohner evangelisch, 20,6 % römisch-katholisch und 22,0 % gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos.Landkreis Schwäbisch Hall Religion, abgerufen am 16. Juni 2021 Der Anteil der Protestanten und Katholiken am Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Ende 2020 waren 18,9 % (knapp 37.400) von insgesamt 197.860 Einwohnern im Landkreis Katholiken.Katholiken im Landkreis Schwäbisch Hall Wunsch: Mehr Freiheiten für Diözesen, abgerufen am 16. Juni 2021 Gemäß dem Zensus 2022 waren (Mai 2022) 46,5 % der Einwohner evangelisch, 17,6 % katholisch und 35,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Kreis Schwäbisch Hall war im Jahr 2022 einer von zwei Kreisen in Baden-Württemberg, die eine (knappe) evangelische Mehrheit hatten.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 3. September 2024 Ende 2025 waren zirka 16,4 %(33.000 von insgesamt 201.000 Einwohnern) katholisch.
Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter in der Leitung des Landratsamtes ist der Erste Landesbeamte.
Kreistag
Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Das Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgender Sitzverteilung:
Grüne und ödp haben sich zu einer Fraktion zusammengeschlossen.
Ergebnisse der Kreistagswahlen seit 1989 Parteien und Wählergemeinschaften %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009Kreistagswahlen 2014 Sitze2009 Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989-2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989 FREIE FREIE 27,7 17 27,16 17 28,9 19 – – – – – – – – WG Wählervereinigungen – – – – – – 29,3 20 32,7 21 30,8 18 30,4 16 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,0 12 28,50 16 29,1 17 33,4 20 35,4 22 33,5 20 36,5 20 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,9 8 19,58 11 17,5 9 16,9 9 20,4 11 22,1 12 24,8 12 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,6 10 13,01 7 10,5 5 9,2 5 7,5 4 9,9 5 8,4 4 FDP Freie Demokratische Partei 8,5 5 8,08 5 10,2 6 8,3 5 – – – – – – ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 3,7 2 3,67 2 3,8 2 – – – – – – – – LINKE Die Linke 2,4 1 – – – – – – – – – – –- AfD Alternative für Deutschland 5,2 3 – – – – – – – – – – – – Sonst. Sonstige – – – – – – 2,9 1 4,0 1 3,7 2 – – Gesamt 100 58 100 58 100 58 100 60 100 59 100 57 100 52 Wahlbeteiligung 55,7 % 45,7 % 47,5 % 50,4 % 52,4 % 64,2 % 61,1 % WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen. GRÜNE und ÖDP bilden in der Wahlperiode 2019–2024 eine Fraktionsgemeinschaft.
Landrat Die Landräte des ehemaligen Landkreises Crailsheim von 1939 bis 1972 sind im Artikel Landkreis Crailsheim dargestellt.
Die Oberamtmänner des Oberamts Hall von 1808 bis 1939 sind im Artikel Oberamt Hall aufgeführt.
Die Landräte des Landkreises Schwäbisch Hall seit 1939: 1939–1945: Wilhelm Winghofer (Amtsverweser) 1945: Eduard Hirsch (Amtsverweser) 1945–1949: Erich Dietz 1949–1960: Hermann Müller 1960–1987: Roland Biser 1988–2003: Ulrich Stückle seit 2004: Gerhard Bauer
Wappen In Silber, schräggekreuzt aus von Silber und Schwarz geviertem Schildfuß wachsend, ein schwarzer Kesselhaken (Kräuel) und ein schwarzer Flößerhaken; dazwischen oben eine rote Scheibe, darin ein silbernes Kreuz (Wappen-Verleihung 25. April 1974). mini|151x151px|Das alte Wappen des Landkreises Schwäbisch Hall Das gevierte Zollernwappen steht für das ehemalige Markgraftum Brandenburg-Ansbach, welches im ehemaligen Landkreis Crailsheim große Gebietsanteile besaß. Der Kesselhaken ist das Wappenbild der Stadt Crailsheim. Der Flößerhaken entstammt dem Wappen der Grafen von Limpurg, welche im südlichen Kreisgebiet Anteil hatten. Die Scheibe stellt die „Heller-Münze“ dar. Die Stadt Schwäbisch Hall war seit der Stauferzeit Münzprägestätte und Geburtsort des nach ihr benannten Hellers.
Vor der Kreisreform hatte der alte Landkreis Schwäbisch Hall ein anderes Wappen. Es zeigte in Gold auf einem roten Dreiberg einen schreitenden säenden Landmann mit blauem, rot gefüttertem Rock, schwarzen Kniehosen, Schuhen und Hut, silbernen Strümpfen und silbernem umgehängtem Säsack. Dieses Wappen hatte das frühere Oberamt Hall am 29. November 1928 durch den Bezirksrat angenommen. Mit diesem Wappen sollte die landwirtschaftlich geprägte Gegend sowie die fränkische Tracht versinnbildlicht werden. Schwarz und Gold verwiesen auf die württembergischen Farben, Gold und Rot auf die Stadtfarben der Kreisstadt.
Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Schwäbisch Hall
Kreispartnerschaften Der Landkreis Schwäbisch Hall pflegt partnerschaftliche Beziehungen zum Landkreis Nordsachsen (bis 2008 Landkreis Delitzsch) in Sachsen und zum Landkreis Zamość in Polen.
Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Schwäbisch Hall Platz 91 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „Zukunftschancen“.
Landwirtschaft Im Landkreis ist die Hausschweinrasse Schwäbisch-Hällisches Landschwein beheimatet, aus dem Qualitätsschweinefleisch aus geschützter geographischer Herkunft gewonnen wird.
Verkehr 300px|rechts
Bahnverkehr