mini|300px|Verwaltungssitz des Main-Tauber-Kreises in der Gartenstraße 1 in Tauberbischofsheim

Der Main-Tauber-Kreis ist der nördlichste Landkreis im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs. Er gehört zum Regionalverband Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart und ist praktisch deckungsgleich mit der Region Tauberfranken, die der Länge nach von der Tauber bis zu deren Mündung in den Main durchzogen wird. Die beiden Fließgewässer sind zugleich namengebend für den Landkreis, der Teil der Ferienlandschaft Liebliches Taubertal ist.

Sitz des Landratsamtes ist die Kreisstadt Tauberbischofsheim.

Der Main-Tauber-Kreis gehört zur Metropolregion Stuttgart und grenzt an drei weitere Metropolregionen, nämlich Nürnberg, Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Geographie mini|300px|Der Main-Tauber-Kreis erstreckt sich überwiegend in der Region Tauberland entlang der Tauber und deren Seitentäler von Creglingen bis nach Wertheim zu deren Mündung in den Main Geographische Lage Der Main-Tauber-Kreis liegt überwiegend in der Region Tauberland, hat jedoch auch Anteil am Bauland sowie im Norden an den Ausläufern des Spessarts. Den Landkreis durchzieht von Südosten kommend die Tauber, ein linker Nebenfluss des Mains, die in Wertheim in diesen mündet. Beide Flüsse gaben dem Kreis den Namen. Durch seine Lage im Regenschatten von Odenwald und Spessart zeichnet sich der Main-Tauber-Kreis durch trockenes und warmes Klima aus. Die Sonnenscheindauer im Sommer erreicht ähnliche Werte wie am Oberrhein.

Die Landschaft des am nördlichen Ende des Regierungsbezirks Stuttgart gelegenen Landkreises baut sich entsprechend ihrer Nordwestlage in der Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft aus Gesteinen des Buntsandsteins, des Muschelkalks und des Unteren Keuper auf. Flächenhaft überwiegt der Muschelkalk.

Der tiefste Punkt des Main-Tauber-Kreises befindet sich am Main in der Nähe von Freudenberg mit , der höchste Punkt bei Niederstetten-Schönhof, mit . Der Main-Tauber-Kreis ist mit seiner Nord-Süd-Ausdehnung von über 100 Kilometern zwar einer der größten der 35 Landkreise in Baden-Württemberg, er weist aber auch die geringste Einwohnerdichte von allen auf.

Gliederung und Orte Seit 1973 umfasst der Main-Tauber-Kreis 18 Gemeinden: die Kreisstadt Tauberbischofsheim die beiden Großen Kreisstädte Bad Mergentheim und Wertheim 8 weitere Städte: Boxberg, Creglingen, Freudenberg, Grünsfeld, Külsheim, Lauda-Königshofen, Niederstetten und Weikersheim und 7 sonstige Gemeinden: Ahorn, Assamstadt, Großrinderfeld, Igersheim, Königheim, Werbach und Wittighausen

Die Liste der Orte im Main-Tauber-Kreis enthält die fast 400 bestehenden Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Main-Tauber-Kreises im geographischen Sinne. In der Liste der Wüstungen im Main-Tauber-Kreis werden die aufgegebenen Siedlungen aufgeführt.

Nachbarkreise Der Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Miltenberg, Main-Spessart, Würzburg, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Ansbach (alle bayrisch) sowie Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Neckar-Odenwald-Kreis (alle in Baden-Württemberg).

Natur Landschaft Landschaftlich ist der Main-Tauber-Kreis durch das waldreiche tauberfränkische Hügelland geprägt. An den Seiten des Taubertals und seiner Nebentäler ist eine Steinriegellandschaft typisch. In den Talniederungen befinden sich ausgedehnte Obst- und Weinanbaugebiete.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2020.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Schutzgebiete und Naturdenkmale FFH-Gebiete Im Main-Tauber-Kreis gibt es die folgenden elf FFH-Gebiete, die nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesen wurden: Jagsttal Dörzbach-Krautheim, Jagsttal Langenburg-Mulfingen, Nordöstliches Tauberland, Nordwestliches Tauberland und Brehmbach, Odenwald und Bauland Hardheim, Sandstein Spessart, Seckachtal und Schefflenzer Wald, Taubergrund bei Creglingen, Taubergrund Weikersheim-Niederstetten, Unteres Taubertal und Westlicher Taubergrund. Die FFH-Gebiete sind Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Geotope

Im Main-Tauber-Kreis sind 62 Geotope offiziell vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) als geschützte oder schutzwürdige Geotope ausgewiesen.

Landschaftsschutzgebiete

Im Main-Tauber-Kreis gibt es 14 Landschaftsschutzgebiete.LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: Schutzgebietsverzeichnis der Landesanstalt für Umwelt (Gebietsart und Stadt- bzw. Landkreis auswählen). Online auf rips-dienste.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 25. Juni 2016. Assamstadt: 84,0 ha; Gemarkung Assamstadt; seit 1981. Bad Mergentheim: 4044,0 ha; Gemarkung Bad Mergentheim; seit 2005. Creglingen: 2027,9 ha; Gemarkungen Creglingen, Niederstetten und Weikersheim; seit 1997. Freudenberg: 1704,5 ha; Gemarkungen Freudenberg und Wertheim; seit 1984. Gewann Sensen und Tal nordöstlich Eichswiesen: 4,8 ha; Gemarkung Niederstetten; seit 1992. Igersheim: 497,4 ha; Gemarkungen Bad Mergentheim und Igersheim; seit 1979. Kembachtal: 744,0 ha; Gemarkung Wertheim, seit 1985. Königheim: 773,0 ha; Gemarkung Königheim; seit 2006. Lauda-Königshofen: 3181,0 ha; Gemarkung Lauda-Königshofen; seit 2005. Main-Tauber-Tal: 2988,0 ha; Gemarkungen Tauberbischofsheim und Werbach; seit 1953. Niederstetten: 1786,0 ha; Gemarkung Niederstetten; seit 1992. Weikersheim: 2718,0 ha; Gemarkungen Bad Mergentheim, Creglingen, Niederstetten und Weikersheim; seit 1993. Werbach: 2125,0 ha; Gemarkungen Werbach, Werbachhausen, Wenkheim und Gamburg; seit 1985. Wertheim: 3932,0 ha; Gemarkungen Freudenberg, Külsheim, Werbach und Wertheim; seit 1979.

Naturschutzgebiete

Im Main-Tauber-Kreis gibt es 36 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) stehen 1029,49 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,79 Prozent. Adell: 18,2 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Altenberg: 87,0 ha; Gemeinde Igersheim, Gemarkung Igersheim Apfelberg: 22,5 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Gamburg Äußeres Ried: 22,5 ha; Stadt Boxberg, Gemarkung Wölchingen Besselbergweinberge: 37,3 ha; Stadt Grünsfeld, Gemarkung Grünsfeld Birkenberg: 26,0 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkungen Mergentheim und Edelfingen Brachenleite bei Tauberbischofsheim: 64,4 ha; Stadt Tauberbischofsheim, Gemarkung Tauberbischofsheim Dörre Wieslein: 2,5 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkungen Pülfringen und Brehmen Edelberg: 4,2 ha; Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Sachsenflur Ellenberg-Kapf: 17,5 ha; Stadt Wertheim, Gemarkung Dertingen Erlenbruchwald beim Lichteler Landturm: 0,84 ha; Stadt Niederstetten, Gemarkung Rinderfeld Erlenwald Röte-Strüt: 7,6 ha; Gemeinde Freudenberg, Gemarkung Ebenheid Gutenberg: 12,2 ha; Stadt Wertheim, Gemarkung Dertingen Helmental-Kleinleiden, 15,4 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbachhausen Haigergrund: 59,4 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Hohenberg: 23,5 ha; Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Sachsenflur Holzberg: 25 ha; Stadt Creglingen, Gemarkungen Finsterlohr und Archshofen Hunsenberg: 7,6 ha; Stadt Tauberbischofsheim, Gemarkung Hochhausen Kailstadt-Mühlhelde: 37 ha; Stadt Boxberg, Gemarkungen Schweigern und Bobstadt Kaltenberg: 13,0 ha; Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Königshofen Kleines Knöckle: 6,1 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkung Althausen Langenfeld: 36,2 ha; Gemeinde Königheim, Gemarkung Königheim Leidenrain: 30,9 ha: Stadt Wertheim, Gemarkung Wertheim Lindach: 16,3 ha; Gemeinde Igersheim, Gemarkung Bernsfelden Lindenberg: 8,7 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbach Made und Taubenloch: 5,9 ha; Stadt Külsheim, Gemarkungen Eiersheim und Külsheim Mehlberg: 4,7 ha; Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Königshofen Neuhaus: 79,4 ha; Gemarkungen Mergentheim und Igersheim Oberrimbacher Erdfälle: 71,2 ha; Stadt Creglingen, Gemarkung Oberrimbach, Stadt Niederstetten, Gemarkung Wildentierbach und Stadt Schrozberg, Gemarkung Spielbach, Landkreis Schwäbisch Hall Ringelstaler-Weinhalde: 90 ha; Stadt Bad Mergentheim, Gemarkung Edelfingen und Stadt Lauda-Königshofen, Gemarkung Unterbalbach Stammberg: 79,6 ha; Stadt Tauberbischofsheim, Gemarkungen Tauberbischofsheim und Dienstadt Steinriegellandschaft zwischen Weikersheim und Elpersheim: 77,3 ha; Stadt Weikersheim, Gemarkungen Weikersheim und Elpersheim Trockenhang im Lötal: 3,3 ha; Stadt Boxberg, Gemarkung Schweigern Vogelschutzgebiet beim Tremhof: 46,5 ha; Stadt Freudenberg, Gemarkung Freudenberg Wildentierbacher Berg: 37,5 ha; Stadt Niederstetten, Gemarkung Niederstetten Wormental: 19,2 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbach

Naturdenkmale

Ergänzt werden die Landschafts- und Naturschutzgebiete durch etwa 450 Naturdenkmale (Flächen oder Einzelobjekte, meist Bäume).

Vogelschutzgebiete EU-Vogelschutzgebiet Heiden und Wälder Tauberland EU-Vogelschutzgebiet Wiesenweihe Taubergrund

Wasserschutzgebiete Im Kreis sind mehrere Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Der Main-Tauber-Kreis macht jährlich Angaben zur Entwicklung der Nitratkonzentrationen in den einzelnen Wasserschutzgebieten und erlässt für das folgende Jahr entweder Auflagen für Landwirte oder lockert bisherige Bewirtschaftungsauflagen auf der Grundlage der seit 1988 geltenden Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) des Landes Baden-Württemberg.Main-Tauber-Kreis: Nitratgehalte im Grundwaser sinken auch 2013. 19. Dezember 2013. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 10. August 2018.Main-Tauber-Kreis: Auflagen für Landwirte in Wasserschutzgebieten ändern sich. 22. Dezember 2014. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 10. August 2018.

Geschichte Kreisreform Bei der am 1. Januar 1973 in Kraft getretenen baden-württembergischen Kreisreform wurden die Altkreise Mergentheim und Tauberbischofsheim sowie fünf Gemeinden des ebenfalls aufgelösten Landkreises Buchen zum neuen Tauberkreis vereinigt.Main-Tauber-Kreis: Kreisgeschichte. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 9. November 2019. Am 1. Januar 1974 wurde er in Main-Tauber-Kreis umbenannt. Kreisstadt wurde Tauberbischofsheim, wenngleich diese Stadt nur die viertgrößte im Kreis ist. Sie liegt jedoch relativ zentral. Die beiden Altkreise Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim gehen zurück auf die alten gleichnamigen Oberämter bzw. Ämter. Das ehemalige württembergische Oberamt Mergentheim wurde 1809, nach Übergang des Gebiets an das Königreich Württemberg, eingerichtet, 1934 in Kreis Mergentheim umbenannt und 1938 in den Landkreis Mergentheim überführt, der auch einige Gemeinden des aufgelösten Kreises Gerabronn aufnahm. In Tauberbischofsheim bestand ab 1813 ein badisches Amt, das im Laufe der Geschichte mehrmals verändert wurde und schließlich 1938 unter Einbeziehung des aufgelösten Amtes Wertheim in den Landkreis Tauberbischofsheim überführt wurde. Die Orte des bis 1972 zum Landkreis Buchen gehörigen Teils des Main-Tauber-Kreis gehörten bis 1936 zum Amt Adelsheim. Die Kreisreform von 1973 schuf somit einen Landkreis, der sich aus ehemals badischen und württembergischen Gemeinden zusammensetzt.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst er noch 18 Gemeinden, darunter elf Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Bad Mergentheim und Wertheim). Nach der Einwohnerzahl ist Bad Mergentheim die größte Kommune und Wittighausen die kleinste. Anhand der Gemarkungsfläche ist Wertheim die größte Kommune und Assamstadt die kleinste. Die Kommune mit der größten Einwohnerdichte ist Tauberbischofsheim mit Einwohnern je km², die mit der geringsten Ahorn und Creglingen mit jeweils 41 Einwohnern je km².

Fusionen: Entstehen einer Kreisidentität Nach dem Zusammenschluss der Altlandkreise Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim zum Main-Tauber-Kreis folgten im Anschluss mehrere Fusionen von verschiedenen Verbänden und Organisationen: