mini|Freundschaftsgalerie Einzelbildniss 2 (von 57) Joseph Willms, Friedrich Boser, 1836 mini|Atelierszene, 1836 – Joseph Wilms in der Bildmitte mit Hut Peter Joseph Wilms (* 2. August 1814 in Düsseldorf-Bilk; † 28. Oktober 1892 in Düsseldorf) war ein deutscher Stilllebenmaler der Düsseldorfer Schule.
Leben Durch ein „Nervenfieber“ verlor der Neunjährige das Gehör und die Fähigkeit zu sprechen. Im Alter von 14 Jahren begann der Gehörlose 1829 ein Malereistudium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Theodor Hildebrandt und Wilhelm von Schadow. Erst 1852 beendete er es.
Mit seinen Arbeiten im Fach der Stilllebenmalerei erregte er bald Aufsehen. Der Malerkollege Johann Peter Hasenclever bildete Wilms 1836 in dem Gemälde Atelierszene ab. 1848 unternahm er eine Studienreise nach Straßburg, 1862 nach Amsterdam, wo er ein Jahr blieb.
Werk mini|Stillleben mit Vögeln, Goldfischen und Obst im Hintergrund, 1861 mini|Stillleben mit Sektflöte, Trauben und Pfirsich (Dessert No. 7), 1869 Wilms malte vorwiegend Stillleben, deren Kompositionen an Johann Wilhelm Preyer erinnern, gelegentlich auch Tier- und Genrebilder sowie Porträts. Hierbei gehört er zu den Malern, die sich von der akademischen Lehrtradition Wilhelm von Schadows lösten, indem sie aus seiner Sicht „Gegenstände zweiter Wahl“ malten, die „der erhabenen und poetischen Idee in der Kunst Abbruch leisteten“ (Ekkehard Mai).Ekkehard Mai: Die deutschen Kunstakademien im 19. Jahrhundert. Künstlerausbildung zwischen Tradition und Avantgarde. Böhlau Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-412-20498-3, S. 129 (online). Eine besondere Bedeutung hat das 1849 geschaffene Vanitas-Stillleben Die Hinterlassenschaft des Ludwig von Milewski, das mittels Trompe-l’œil-Malerei die Erinnerung an einen befreundeten Maler, der während der Deutschen Revolution im Barrikadenkampf erschossen worden war, in Form von symbolischen Gegenständen fixiert.Katrin DuBois: Die Hinterlassenschaft des Ludwig von Milewski, 1849. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Band 2, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 313 f. (Katalog-Nr. 263). Friedrich von Boetticher zählte ihn am Ende des 19. Jahrhunderts zu den „bedeutendsten Stillebenmalern“.Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Band 2, Dresden 1898, Leipzig 1944.
Der durch Erbschaft reich gewordene Student, 1838 Punschservice bei Lampenlicht, 1840 Die Hinterlassenschaft des Ludwig von Milewski, 1849 Revolution im Maleratelier, 1851 Stillleben mit Sektflöte, Trauben und Pfirsich (Dessert No. 7), 1869 Ein Eichhörnchen Frühstück mit Champagner Erdbeeren
Literatur Wilms, Joseph. In: Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1882, S. 560 (Digitalisat)
Weblinks
Joseph Wilms, Biografie im Portal gdk-galerie.de
Einzelnachweise
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