Die trinationale S-Bahn Basel (früher: Regio-S-Bahn Basel) verbindet seit 1997 die trinationale Agglomeration Basel mit der Kernstadt und damit auch drei Länder (Deutschland, Frankreich und die Schweiz) miteinander. Sie besteht aus insgesamt neun regulären und drei Verstärker-Linien und wird von mehr als 40 Mio. Passagieren pro Jahr benutzt. Ausser den Linien S5 (Gartenbahn Lörrach–Weil) und S9 (Läufelfingerli), fahren heute sämtliche Linien die Bahnhöfe Basel SBB oder Basel Bad Bf an.

Die S-Bahn Basel wird von den Schweizerischen Bundesbahnen, deren deutschen Tochtergesellschaft SBB GmbH, der Deutschen Bahn (DB Regio) sowie der Société nationale des chemins de fer français (SNCF Voyageurs) betrieben. Besteller der S-Bahn Basel sind die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn, das Land Baden-Württemberg und die Région Grand Est. Der Kanton Jura ist nicht mehr unter den Bestellern.

Seit 2016 wird das Angebot der trinationalen S-Bahn Basel unter dem Namen trireno weiterentwickelt. Unter dem gleichen Namen führen die Besteller seit 2018 eine gemeinsame Koordinationsplattform für eine grenzüberschreitend abgestimmte Planung des zukünftigen Angebots. Die ehemalige Bezeichnung Regio-S-Bahn indes wird nicht mehr verwendet.

Strecken Die S-Bahn Basel verkehrt auf dem bestehenden Eisenbahnnetz der Region Basel. Das 357 Kilometer lange Streckennetz beinhaltet momentan 100 Bahnhöfe bzw. Haltestellen, wovon 39 in der Schweiz, 54 in Deutschland und 7 in Frankreich liegen. Kürzeste Linie ist die S5 (14 km), längsten Linie die S3 und RB27 (je 62 km).

Von der S-Bahn Basel mitbenutzt werden folgende Strecken:

Hauensteinstrecke zwischen Basel und OltenDie neue Hauensteinstrecke mit dem rund acht Kilometer langen Basistunnel bildet de facto den gesamten Ostast der S3. Bis Liestal wird sie ausserdem durch die S33 genutzt. In Sissach zweigt zudem die alte Hauensteinstrecke ab und führt durch das Läufelfingertal nach Olten. Die Zweigstrecke und ursprüngliche Hauptlinie, im Volksmund oft als Läufelfingerli bezeichnet, wird heute vollumfänglich als S9 betrieben. Bözbergstrecke zwischen Basel und ZürichDen ersten Abschnitt zwischen Basel SBB und Pratteln teilt sich die Strecke mit der Hauensteinlinie, bevor sie kurz nach Pratteln abzweigt. Bis zum Bahnhof Stein-Säckingen bildet sie den Hauptstrang und Ostast der S1, bevor diese sich in zwei Äste aufteilt: Frick stellt dabei den Endpunkt der S1 auf der Bözbergstrecke dar. Nachts fahren einzelne Züge weiter bis Brugg. Bahnstrecke Koblenz–Stein-SäckingenAb dem Bahnhof Stein-Säckingen führt die S1 auf ihrem zweiten Ostast zum Endpunkt Laufenburg. Jurabahn zwischen Basel und LaufenDie mehrheitlich einspurige Jurabahn führt durch teils kurviges Gelände. Sie bildet den Westast der S3 zwischen Basel SBB und Laufen. Basler VerbindungsbahnDie Verbindungsbahn verbindet die beiden Bahnhöfe Basel SBB und Basel Bad Bf miteinander. Die Verbindungsbahn wird von der S6 genutzt, zusätzlich verkehren in der Hauptverkehrszeit einzelne RE von/nach Freiburg im Breisgau bzw. Offenburg auf dieser Strecke. Wiesentalbahn zwischen Basel Bad Bf und Zell im WiesentalDiese grösstenteils einspurige und auf deutschem Staatsgebiet verlaufende Strecke bildet den überwiegenden Teil des Verlaufs der S6, die umgangssprachlich als Wiesentalbahn bezeichnet wird. Die Züge fahren mit Fahrtrichtungswechsel über den Basel Bad Bf hinaus weiter bis zum Bahnhof Basel SBB. Weiler GartenbahnDiese Bahnstrecke wird im Volksmund oft als Gartenbahn bezeichnet. Als Umgehungsbahn errichtet, sollte sie eine Verbindung zwischen Weil am Rhein und Lörrach herstellen, die nicht über Schweizer Boden führt. Heute wird sie vollumfänglich von der S5 bedient, wobei die meisten Züge bis Steinen, einzelne Züge auch bis Schopfheim oder Zell im Wiesental durchgebunden werden.

Bahnstrecke Strasbourg–BaselAuf der mehrheitlich auf französischem Staatsgebiet liegenden Strecke verkehrte die S1 von 1997 bis 2008 durchgehend von Mulhouse bis Frick bzw. Laufenburg. Seit der Einführung der FLIRT-Triebzüge im Jahr 2008 ist die Linie in Basel SBB gebrochen. Zwischen Mulhouse und Basel SBB verkehren die Züge offiziell als TER (Transport Express Régional). Eine Wiedereinführung des durchgehenden Betriebes wurde von Schweizer wie Französischer Seite lange forciert, die Bemühungen 2014 jedoch abgebrochen. Mit der neuen Bahnanbindung EuroAirport soll ein durchgehender Betrieb wieder möglich werden. OberrheinbahnDer Streckenast Freiburg (Breisgau) Hbf – Basel Bad Bf wurde früher als Orange Linie der Regio-S-Bahn bezeichnet. Derzeit wird das Angebot auf dieser Linie mit Zügen der Kategorie Regional-Express (RE) sichergestellt, da diese nördlich von Müllheim (Baden) beschleunigt verkehren und nicht alle Haltepunkte bedienen. Einige Züge verkehren nach einem längeren Aufenthalt in Freiburg (Breisgau) Hbf weiter bis Offenburg. In Basel Bad Bf werden in der Hauptverkehrszeit einzelne Züge über die Verbindungsbahn bis Basel SBB verlängert. Ab Mitte 2020 wird das Nahverkehrsangebot auf der Rheintalbahn reorganisiert: Zwischen Freiburg (Breisgau) Hbf und Basel Bad Bf verkehrt dann eine S-Bahn/Regionalbahn mit Bedienung aller Haltepunkte. Zusätzlich fährt ein neuer, beschleunigter Regional-Express einmal in der Stunde zwischen Offenburg und Basel, ab voraussichtlich Dezember 2022 zwischen Karlsruhe und Basel. HochrheinbahnDas Angebot auf der Hochrheinbahn wurde früher als Gelbe Linie der Regio-S-Bahn bezeichnet. Derzeit kommen auf der Strecke zwischen Basel Bad Bf und Lauchringen (Baden) Regionalbahnen (RB) mit Halt in allen Stationen zum Einsatz.

Linien Linienführung und Betreiber alternativtext=|mini|Linienplan trireno 2022Die acht Linien der trinationalen S-Bahn Basel bestehen aus:

Zum erweiterten Schienenpersonennahverkehr der Region Basel zählen zudem:

Basel Bad Bf – Rheinfelden (Baden) – Bad Säckingen – Waldshut – Schaffhausen – Singen (– Radolfzell – Friedrichshafen Stadt – Friedrichshafen Hafen) (DB Regio)

(Basel SBB –) Basel Bad Bf – Müllheim (Baden) – Freiburg (Breisgau) Hbf – Offenburg (– Karlsruhe Hbf) (DB Regio)

Basel SNCF – Mulhouse – Colmar – Sélestat – Strasbourg (TER200) Liestal – Hölstein – Waldenburg (Waldenburgerbahn) Tramnetz Basel: Das dichte Netz der Basler Strassenbahnen erschliesst viele Agglomerationsgemeinden und das Leimental, welches keine andere Bahnanbindung besitzt.

Betriebskonzept Die Linien , , , und verkehren im Halbstundentakt, wobei der Betrieb auf den Aussenästen, sowie abends und am Wochenende teilweise auf einen Stundentakt reduziert wird. Die Linie TER verkehrt zwischen Basel SBB und Mulhouse in einem lückenhaften Stundentakt, der in der Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt verdichtet wird. Die RB27 zwischen Freiburg (Breisgau) Hbf und Basel Bad Bf sowie die RB30 zwischen Lauchringen (Baden) und Basel Bad Bf verkehren im Stundentakt und werden zur Hauptverkehrszeit durch weitere RB zu einem Halbstundentakt verdichtet. Die S9 verkehrt durchgehend im Stundentakt.

Eine Übersicht über die Strecken und Betriebszeiten findet sich in nachstehender Tabelle: Linie Strecke Takt (in Min) Bemerkungen Basel SBB – Stein-Säckingen – Frick / Laufenburg 30 / 60 Basel SBB – Rheinfelden – Stein-SäckingenHVZeinzelne Kurse in den HVZ, ohne Halt an bestimmten Haltestellen Laufen – Basel SBB – Olten 30 Laufen – Basel SBBHVZeinzelne Kurse in den HVZ, ohne Halt in DuggingenBasel SBB – Liestal – SissachHVZeinzelne Kurse in den HVZ, ohne Halt zwischen Basel und LiestalBasel SBB – Liestal (– Sissach)30in den HVZ teilweise weiter bis Sissach Weil am Rhein – Lörrach Hbf – Steinen ; ab 20 Uhr (samstags ganztägig) nur zwischen Weil am Rhein und Lörrach Hbf; sonntags zwischen Weil am Rhein und Zell im Wiesental (ab Lörrach-Stetten Halbstundentakt gemeinsam mit S6) Basel SBB – Lörrach Hbf – Zell (Wiesental) 30 / 60 (Halbstundentakt gemeinsam mit S5 zwischen Lörrach-Stetten und Zell im Wiesental) 60 Mulhouse – Basel SBB 60 / 30 Freiburg (Breisgau) Hbf – Basel Bad Bf Basel Bad Bf – Waldshut – Lauchringen

Von Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit verkehren zwei Zugpaare der Linie S5 über Steinen hinaus bis nach Schopfheim, ohne in Maulburg und Schopfheim West zu halten.

Die sehr wechselhafte Nachfrage auf der Linie S5 führte zeitweise zu einer Umstellung des Betriebes. Einerseits hielten die Züge vorübergehend an einigen Haltepunkten nur noch bei Bedarf. Diese Massnahme wurde nicht fortgeführt. Beibehalten wurde jedoch die Verschiebung der Fahrplanlage der S5 an Wochenenden. Die Züge bieten ebenfalls seit Dezember 2013 samstags und sonntags in Weil am Rhein einen direkten Anschluss von Freiburg (Breisgau) Hbf nach Lörrach Hbf. Samstags besteht in Lörrach Hbf ein direkter Anschluss nach Zell im Wiesental, sonntags verkehren die Züge der S5 über Lörrach Hbf hinaus bis Zell im Wiesental. Auf diese Weise entstand erstmals auch an Sonntagen ein Halbstundentakt zwischen Lörrach Hbf und Zell im Wiesental. An Wochenenden verkehrt ein Zugpaar zwischen Weil am Rhein und Lörrach Hbf, das ausser Lörrach-Stetten keinen weiteren Halt bedient.

Nachtnetz Am 19. Dezember 2008 nahm das ausgebaute TNW-Nachtnetz seinen Betrieb auf. Das Nachtnetz, das zuvor bereits in eingeschränkter Form bestand, setzt sich aus Nachtbussen und erstmals auch Nacht-Trams und Nacht-S-Bahnen zusammen, die jeweils während der Wochenendnächte im Raum Basel verkehren. Die Nacht-S-Bahn-Linien hatten zur Unterscheidung zum eigentlichen S-Bahn-Netz SN-Liniennummern. Drei S-Bahn-Linien, drei Tramlinien und 28 Buslinien verkehrten im Nachtnetz; die meisten Linien mindestens im Stundentakt. Zum Fahrplanwechsel 2021 wurde die SN-Liniennummerierung wieder abgeschafft. Die Nacht-S-Bahnen fahren nun mit der gleichen Nummerierung wie die Tageslinien. Auch das restliche Nachtnetz soll bis 2023 abgeschafft werden und die normalen Linien an den Wochenendnächten im Stundentakt verkehren.

Für die Benutzung des Nachtnetzes ist zum Fahrausweis kein zusätzlicher Nachtzuschlag mehr erforderlich. Dieser wurde zum Fahrplanwechsel 2011/2012 im Dezember 2011 abgeschafft.

Tarif- und Verkehrsverbünde Das Netz der S-Bahn Basel verteilt sich auf verschiedene Tarifverbünde. Die meisten Bahnhöfe bzw. Haltestellen in der Schweiz liegen im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). Einige wenige gehören zum Tarifverbund Jura (Vagabond) oder zum Tarifverbund A-Welle (TVA). In Deutschland liegen die Haltestellen im Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL), im Waldshuter Tarifverbund (WTV) sowie im Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF).

In Grenznähe gibt es auch Bahnhöfe und Haltestellen, welche in zwei Tarifverbünden liegen, so unter anderem Basel Bad Bf, der Bahnhof Riehen und der Haltepunkt Riehen Niederholz (jeweils im TNW und RVL).

Zwischen TNW und RVL besteht zudem eine gegenseitige Anerkennung von Einzelbilletten und Mehrfahrtenkarten. Diese umfasst die Zone 10 des TNW (Kanton Basel-Stadt sowie umliegende Vororte) sowie das gesamte RVL-Gebiet. Für die internationale Vernetzung sorgen weitere Angebote wie grenzüberschreitende Verbundabonnements oder Tageskarten.

Das U-Abo des TNW ist auch im grenznahen Frankreich gültig, allerdings nur auf den Bus- und Tramlinien, nicht auf dem TER und TER200.

Geschichte Nach langer Vorbereitungszeit, in der die durch unterschiedliche rechtliche und technische Voraussetzungen sich ergebenden Probleme gelöst werden mussten, konnte ab 1997 der Betrieb unter dem Namen Regio-S-Bahn aufgenommen werden. Dabei wurde auch das grüne R-Logo eingeführt, welches bis 2016 verwendet wurde. Erste Linien waren ab 1. Juni 1997 die S1 Mulhouse – Basel SBB – Frick / Laufenburg und die S3 Olten – Basel SBB – Laufen. Am 24. Mai 1998 wurde die Zugfolge auf der S1 verdichtet und die S9 Sissach – Läufelfingen – Olten in Betrieb genommen.

Die erste Strecke auf deutschem Gebiet, die ursprünglich als S4 bezeichnete Linie von Basel SBB nach Freiburg (Breisgau) Hbf, ging am 6. Januar 2002 in Betrieb.