Seitingen-Oberflacht ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Die Gemeinde ist ein Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Tuttlingen.
Geographie mini|links|Seitingen und Oberflacht Seitingen-Oberflacht liegt am südwestlichen Rand der Schwäbischen Alb rund acht Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Tuttlingen und etwa zwei Kilometer südsüdöstlich des 912 Meter hohen Zeugenberges Hohenkarpfen. Die Gemeinde grenzt im Norden an Hausen ob Verena, im Osten an Rietheim-Weilheim und Wurmlingen, im Süden an die Kreisstadt Tuttlingen, im Westen an Talheim sowie im Nordwesten an Durchhausen und Gunningen.
Die Gemeinde Seitingen-Oberflacht besteht aus den früher selbständigen Gemeinden Seitingen und Oberflacht. Zur ehemaligen Gemeinde Seitingen gehören das Dorf Seitingen, der Weiler Kirchberg und die Höfe Anstatt, Aumühle und Bruckmühle. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Seitingen liegt die Wüstung Dächen- oder Denkenhofen auf die ein Flurname hindeutet. Zur ehemaligen Gemeinde Oberflacht gehören das Dorf Oberflacht und das Haus Ziegelhütte.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 681–683
Schutzgebiete
Seitingen-Oberflacht hat im Westen einen kleinen Anteil am Landschaftsschutzgebiet Lupfen. Außerdem liegen einige Teilgebiete des FFH-Gebiets Großer Heuberg und Donautal auf dem Gemeindegebiet.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte 786 - Erster Urkundlicher Beleg auf einer Schenkungsurkunde des Dudo an das Kloster St. Gallen.
1803 - Eingliederung in das Kurfürstentum Baden
1806 - Eingliederung ins Königreich Württemberg und Zuordnung zum Oberamt Tuttlingen.
Die Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Seitingen und Oberflacht gebildet.
Zugehörigkeit im alten Reich Im Mittelalter standen Seitingen und Oberflacht unter der Herrschaft, die von den Inhabern der Burg Konzenberg ausging. Von 1300 bis 1600 gehörten die Orte zum Domkapitel Konstanz. Von 1600 bis kurz vor dem Ende des Heiligen Römischen Reichs stellte die Dompropstei Konstanz die Obrigkeit in den Dörfern. Von 1803 bis 1806 waren die beiden Orte beim Kurfürstentum Baden und ab 1806 beim Königreich Württemberg.
Verwaltungszugehörigkeit Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Seitingen und Oberflacht dem Oberamt Tuttlingen zugeordnet. Während der NS-Zeit in Württemberg gelangten die Orte 1938 zum Landkreis Tuttlingen. 1945 wurde das Gebiet Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Von 1952 bis 1972 befanden sich die Gemeinden mit dem Landkreis Tuttlingen im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern. Seit der Kreisreform von 1973 gehören sie mit ihrem Landkreis zum neuen Regierungsbezirk Freiburg.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Seitingen-Oberflacht besteht aus den 12 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 63,30 %.
Bürgermeister 1975–1991: Heinrich Bisser (1925–2005), war zuvor bereits 1965–1975 Bürgermeister von Oberflachthttp://www.seitingen-oberflacht.de/aktuelles/163-heinrich-bisser-wird-80.htmlhttp://www.seitingen-oberflacht.de/aktuelles/87-ehrenbrger-heinrich-bisser-verstorben.html 1991–2018: Bernhard Flad (CDU, * 1955)https://lttweb03.landkreis-tuttlingen.de:8443/personen?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZejSauhVy2DslndZrc4VCsU seit 2018: Jürgen Buhlhttps://www.seitingen-oberflacht.de/rathaus-service/verwaltung/buergermeister, war vorher Stadtkämmerer in Meßstetten
Wappen
Banner und Flagge 63px Banner: „Das Banner ist gelb-blau längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“ 100px Hissflagge: „Die Flagge ist gelb-blau quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Seitinger Kirchberg Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen. Museum Das große alamannische Gräberfeld von Oberflacht mit einem Sängergrab gehört zu den bedeutendsten Funden aus der Alamannenzeit in Europa. In einem kleinen Museum sind einige der Grabfunde und andere Exponate zur Geschichte der Alamannen zu besichtigen. An der Fundstelle befindet sich eine Hinweistafel sowie ein Stein der an das „Sängergrab“ erinnert. mini|Hinweistafel „Alamannisches Gräberfeld“ mini|Sängerstein bei der Fundstelle des Gräberfeldes
Bauwerke
Neben dem Sängergrab in Oberflacht ist der Kirchberg in Seitingen mit der renovierten Barockkirche Mariä Himmelfahrt und der Eustasius-Kapelle mit Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert im Innenraum sehenswert.
Wirtschaft und Infrastruktur Abwasserreinigung Die Aufgabe der Abwasserreinigung in Seitingen-Oberflacht wird vom Abwasserzweckverband Ostbaar durchgeführt. Diesem Abwasserzweckverband gehören auch die Gemeinden Hausen ob Verena, Durchhausen und Gunningen an. Künftig soll diese Anlage des Abwasserzweckverbandes mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg erweitert und modernisiert werden. Grund für die notwendige Modernisierung ist, dass die Wassergüte von Elta und Oberer Donau abgenommen hat. Daher muss die Kläranlage künftig höhere Reinigungsanforderungen erfüllen.
Persönlichkeiten Edmund Stark (* 1909 in Seitingen; † 2004 in Ravensburg), Jurist, Richter
Literatur
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Seitingen-Oberflacht
Einzelnachweise
Kategorie:Ort auf der Schwäbischen Alb Kategorie:Gemeindegründung 1975