Waldhausen ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Zwettl in Niederösterreich. mini|links|Blick auf den Markt im Ort

Geografie Geografische Lage Waldhausen liegt im Waldviertel. Das größte Gewässer ist der Purzelkamp, der die Grenze im Nordosten bildet. Im Norden mündet er in den Ottensteiner Stausee des Kamp. Hier liegt mit 500 Meter Meereshöhe der tiefste Punkt der Gemeinde. Die höchsten Erhebungen sind Hocheck (619 m), Bogenberg (738 m) und Loschberg (800 m).

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 39,92 km². Davon sind 50 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 44 Prozent sind bewaldet. mini|links|Amtshaus der Gemeinde

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brand, Hirschenschlag, Königsbach, Loschberg, Niedernondorf, Niederwaltenreith, Obernondorf, Rappoltschlag, Waldhausen, Werschenschlag und Wiesenreith.

Nachbargemeinden

Geschichte Im Mittelalter dominierte die Lozburg das Gebiet, die von manchen Historikern bei der Ortschaft Loschberg, etwa 1,7 Kilometer von Waldhausen entfernt, angenommen wird. Mangels klar zuzuordnender sichtbarer Reste ist diese Standortvermutung umstritten. mini|links|Blick in den Ort

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Walthowsen, was soviel bedeutet wie „bei den Häusern im Wald“, stammt aus dem Jahr 1346, obschon die Kolonisierung der Gegend bereits im 12. Jahrhundert begonnen hatte.

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 31 Häusern genannt, das eine eigene Pfarrkirche und Schule besaß. Die Herrschaft Rastenberg besaß die Ortsobrigkeit, die Herrschaft Gföhl übte die Landgerichtsbarkeit aus, die Herrschaft Rastenberg besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.

Mit der Aufhebung der Grundherrschaften wurde der Ort 1849 eine eigenständige Ortsgemeinde. Zu dieser zählten auch noch die Katastralgemeinden Hirschenschlag und Rappoltschlag sowie die Einzellagen Ringelhof und GrünmühleLGBL. NÖ. 2. Abt. Nr. 1/1855 2. Beilage 2. Abt., Seite 970.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Waldhausen ein Automobilverkehrsunternehmen, ein Bäcker, ein Fleischer, drei Gastwirte, vier Gemischtwarenhändler, ein Hammerschmied, ein Kunstdüngerhändker, ein Landesproduktehändler, ein Mahlproduktehändler, ein Schlosser, zwei Schmiede, zwei Schneider, ein Schuhmacher, drei Tischler, zwei Viehhändler, zwei Viktualienhändler, ein Zementhandel und ein Zimmermeister ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 491

Mit 1. Jänner 1968 wurden die Gemeinden Brand, Niedernondorf und Obernondorf mit Waldhausen fusioniert.LGBL. NÖ. Nr. 468/1967 Am 18. September 1979 wurde der Gemeinde das Marktrecht verliehen.

Am 21. Jänner 2006 wurde in einem Wald bei der Ortschaft Brand das Versteck der Saliera, eines aus dem Kunsthistorischen Museum Wien gestohlenen Kunststücks, gefunden.

Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten hier nur noch 1191 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Waldhausen in Niederösterreich

Katholische Pfarrkirche Brand bei Loschberg hl. Georg Katholische Pfarrkirche Niedernondorf hl. Nikolaus Katholische Pfarrkirche Waldhausen (Patrozinium: Hll. Apostel Petrus und Paulus)

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2001 gab es 51 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und im Jahr 1999 laut einer Erhebung 173 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 554. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,8 Prozent.

Ansässige Unternehmen Größter Arbeitgeber ist das Großsägewerk von Stora Enso Timber (vormals bis August 2001 Holzindustrie Schweighofer) in Brand mit ca. 350 Mitarbeitern.

In Werschenschlag gibt es die Firma „Glaszone“, die Küchenrückwände aus Glas erzeugt.

Bildung In Waldhausen befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule. mini|links|Blick die 1912 errichtete Schule samt Pfarrhof und Friedhof

Verkehr Waldhausen liegt an der Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl–Martinsberg, deren Personenverkehr im Abschnitt Zwettl – Martinsberg – Gutenbrunn bereits 1986 und im Abschnitt Schwarzenau – Zwettl im Dezember 2010 eingestellt wurde. Güterverkehr besteht noch bis Waldhausen, die restliche Strecke wurde 2010 auch für den Güterverkehr eingestellt. mini|Bahnhof Waldhausen

Politik Gemeinderat Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 16, und SPÖ 3. Bürgermeister

bis 2015 Franz Häusler (ÖVP) seit 2015 Christian Seper (ÖVP)

Weblinks

Website der Marktgemeinde Waldhausen in Niederösterreich

Literatur Franz Binder: Markterhebung der Gemeinde Waldhausen - Überblick über Gegenwart und Vergangenheit anlässlich der Markterhebung am 21. Oktober 1979, Waldhausen 1978.

Einzelnachweise