Die 20. Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2017. Insgesamt nahmen zwischen dem 10. Dezember 2016 und dem 21. April 2017 37 Nationalmannschaften an den fünf Turnieren der Top-Division sowie der Divisionen I bis II teil. Zusätzlich nahmen fünf Nationalteams an einem Qualifikationsturnier für die Division II B teil, welches im Dezember 2016 in Taipeh, der Hauptstadt der Republik China (Taiwan) ausgetragen wurde.

Der Weltmeister wurde zum achten Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge die Mannschaft der Vereinigten Staaten, die im Finale Kanada mit 3:2 in der Verlängerung bezwang. Die deutsche Mannschaft zählte zur Überraschung des Turniers und erreichte als Vorjahresaufsteiger das Halbfinale. Nach Niederlagen gegen den späteren Weltmeister und Finnland stand mit dem vierten Platz die bis dato beste WM-Platzierung zu Buche. Die Schweiz konnte in der provisorisch ausgetragenen Abstiegsrunde den Gang in die Division IA abwenden und belegte den siebten Rang. Das Team aus Österreich verpasste mit dem zweiten Platz in der Gruppe A der Division I nur knapp den Aufstieg in die Top-Division und erreichte mit dem zehnten Gesamtrang – wie schon im Jahr 2015 – seine beste Platzierung überhaupt. + Übersicht Frauen-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division Plymouth 31. März 2017 – 7. April 2017 8 20.034 22 910 Division I A Graz 15. April 2017 – 21. April 2017 6 5.454 15 363 Division I B Katowice 8. April 2017 – 14. April 2017 6 4.623 15 308 Division II A Gangneung 2. April 2017 – 8. April 2017 6 20.611 15 1.374 Division II B Akureyri 27. Februar 2017 – 5. März 2017 6 3.429 15 228 Division II B Qualifikation Taipeh 12. Dezember 2016 – 17. Dezember 2016 5 4.869 10 486

Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Top-Division: 31. März bis 7. April 2017 in Plymouth, Michigan, USA Teilnehmer: (Aufsteiger), , , , , , , (Titelverteidiger)

Division I Gruppe A: 15. bis 21. April 2017 in Graz, Österreich Teilnehmer: , , (Absteiger), , , (Aufsteiger) Gruppe B: 8. bis 14. April 2017 in Katowice, Polen Teilnehmer: , , , , (Aufsteiger), (Absteiger)

Division II Gruppe A: 2. bis 8. April 2017 in Gangneung, Südkorea Teilnehmer: (Aufsteiger), , (Absteiger), , , Gruppe B: 27. Februar bis 5. März 2017 in Akureyri, Island Teilnehmer: , , , (Aufsteiger), ,

Qualifikation zur Division IIB: 12. bis 17. Dezember 2016 in Taipeh, Republik China (Taiwan) Teilnehmer: (erste Teilnahme seit 2015), , (Neuling), ,

verzichtete nach dem Abstieg aus der Gruppe A der Division II im letzten Jahr auf eine Teilnahme am Turnier der Gruppe B der Division II, wodurch der eigentliche sportliche Absteiger Türkei in der Gruppe B verblieb.

Top-Division WM 2017 der Frauen Anzahl Nationen 8 Weltmeister Silber Bronze   Austragungsort(e) Plymouth, Michigan, USA Eröffnung 31. März 2017 Endspiel 7. April 2017 Zuschauer 20.034 (910 pro Spiel) Tore 115 (5,23 pro Spiel)  Beste Torhüterin Noora Räty Beste Verteidigerin Jenni Hiirikoski Beste Stürmerin Brianna Decker Wertvollste Spielerin Brianna Decker Topscorerin Kendall Coyne (12 Punkte)

Die Top-Division der Weltmeisterschaft wurde vom 31. März bis 7. April 2017 in der US-amerikanischen Stadt Plymouth im Bundesstaat Michigan ausgetragen. Gespielt wurde in den beiden Hallen der USA Hockey Arena mit 3.504 Plätzen (Halle I) respektive 800 Plätzen (Halle II). Insgesamt besuchten 20.034 Zuschauer die 22 Turnierspiele, was einem Schnitt von 910 pro Partie entspricht.

Am Turnier nahmen acht Nationalmannschaften teil, die in zwei leistungsmäßig abgestuften Gruppen zu je vier Teams spielten. Dabei bildeten die vier Halbfinalisten des Vorjahres die Gruppe A. Die Ziffern in Klammern benennen die Platzierungen in der IIHF-Weltrangliste. Gruppe A Gruppe B (1) (5) (2) (9) (4) (6) (3) (8)

Im Vorfeld des Turniers erwogen die nominierten Spielerinnen des US-amerikanischen Teams einen Boykott des Turniers, nachdem der US-amerikanische Verband dem Frauenteam eine größere Unterstützung und Gehaltszahlungen in nicht-olympischen Jahren verweigert hatte. Erst als sich auch das Herrenteam solidarisch zeigte, lenkte der Verband ein. Das Frauenteam verwarf danach den Boykott.

Während des Turniers kam es in der Vorrunde zu zahlreichen bemerkenswerten Spielausgängen. In der Gruppe B konnte Aufsteiger Deutschland seine ersten beiden Spiele gegen Schweden und Tschechien gewinnen, womit sie sich überraschenderweise als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifizierte. In der Gruppe A unterlag Kanada am zweiten Turniertag den Finninnen mit 3:4. Es war die erste Niederlage der Kanadierinnen im Rahmen der Welttitelkämpfe gegen eine andere Nation außer der Vereinigten Staaten. In der Folge war es jedoch das deutsche Team, das die Konkurrenz weiter überraschte. Durch einen 2:1-Viertelfinalsieg über Russland erreichte erstmals ein Aufsteiger das Halbfinale. Zudem war es das beste Resultat Deutschlands im Rahmen der Welttitelkämpfe.

Den Weltmeistertitel sicherte sich zum achten Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge die Mannschaft der Vereinigten Staaten, die im Finale Kanada mit 3:2 in der Verlängerung bezwang. Den dritten Platz belegte Finnland, das sich im Kampf um die Bronzemedaille gegen den Aufsteiger Deutschland durchsetzte. Aufgrund der sukzessiven Aufstockung der Top-Division auf zehn Mannschaften zur Weltmeisterschaft 2019 stieg keine Mannschaft in die Division IA ab.

Modus Nach den Gruppenspielen der Vorrunde qualifizierten sich der Gruppenerste und -zweite der Gruppe A direkt für das Halbfinale. Der Dritte und Vierte derselben Gruppe erreichte das Viertelfinale. In der Gruppe B galt dies für den Gruppenersten und -zweiten. Die Teams im Viertelfinale bestritten je ein Qualifikationsspiel zur Halbfinalteilnahme. Der Dritte und Vierte der Gruppe B bestritten provisorisch eine Best-of-Three-Runde um den siebten Platz sowie den Abstieg in die Division IA. Aufgrund der sukzessiven Aufstockung der Top-Division stieg letztlich aber keine Mannschaft ab.

Austragungsorte Plymouth, Michigan USA Hockey Arena IKapazität: 3.504 mini|zentriert|300px|Außenansicht der USA Hockey Arena USA Hockey Arena IIKapazität: 800

Streik Dem Turnier war ein Streik der US-amerikanischen Mannschaft wegen finanzieller Benachteiligung und mangelnder Nachwuchsförderung im Vergleich zu männlichen Spielern vorausgegangen. Mit dem zuständigen Verband konnte aber noch vor dem Beginn der Weltmeisterschaft ein Vergleich erzielt werden.Oliver Kern: Geld, Gold und Gleichberechtigung. In Neues Deutschland vom 23. Februar 2018, S. 20.

Vorrunde Gruppe A

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. USA 3 3 0 0 0 14:3 9 2. Kanada 3 1 0 0 2 11:6 3 3. Finnland 3 1 0 0 2 8:10 3 4. Russland 3 1 0 0 2 2:16 3 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Gruppe B

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Deutschland 3 2 0 0 1 7:6 6 2. Schweden 3 2 0 0 1 6:5 6 3. Schweiz 3 1 1 0 1 7:5 5 4. Tschechien 3 0 0 1 2 3:7 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Abstiegsrunde Die Relegationsrunde wurde im Modus Best-of-Three ausgetragen. Hierbei trafen der Dritt- und Viertplatzierte der Gruppe B aufeinander. Die Mannschaft, die von maximal drei Spielen zuerst zwei für sich entscheiden konnte, verblieb in der WM-Gruppe, der Verlierer stieg vorbehaltlich in die Division IA ab. Aufgrund der sukzessiven Aufstockung der Top-Division auf zehn Mannschaften verblieb der Verlierer nach einer Entscheidung der IIHF im Mai 2017 aber auch in der Top-Division.

Finalrunde

Viertelfinale

Spiel um Platz 5

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Statistik Beste Scorerinnen Quelle: IIHFiihf.com, Scoring Leaders; Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Kendall Coyne USA 5 5 7 12 +10 0 Brianna Decker USA 5 3 9 12 +11 8 Hilary Knight USA 5 4 5 9 +10 0 Lara Stalder Schweiz 6 4 5 9 +5 2 Susanna Tapani Finnland 6 3 6 9 ±0 2 Alina Müller Schweiz 6 4 4 8 +2 2 Aneta Lédlová Tschechien 6 3 3 6 +7 12 Marie-Philip Poulin Kanada 5 2 4 6 +3 2 Amanda Kessel USA 5 1 5 6 +4 0 Monique Lamoureux-Morando USA 5 1 5 6 +11 0

Beste Torhüterinnen Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp Min SaT GT SVS SO Sv% GTS Nicole Hensley USA 3 190:17 56 2 54 2 96,43 0,63 Shannon Szabados Kanada 4 248:29 109 5 104 2 95,41 1,21 Florence Schelling Schweiz 6 368:00 160 11 149 0 93,12 1,79 Noora Räty Finnland 6 355:03 157 12 145 2 92,36 2,03 Nadeschda Alexandrowa Russland 4 183:18 70 6 64 0 91,43 1,96

Abschlussplatzierungen Pl. Team 1 USA 2 Kanada 3 Finnland 4 Deutschland 5 Russland 6 Schweden 7 Schweiz 8 Tschechien

Titel, Auf- und Abstieg WeltmeisterUSA Kacey Bellamy, Megan Bozek, Hannah Brandt, Alex Carpenter, Kendall Coyne, Brianna Decker, Meghan Duggan, Kali Flanagan, Nicole Hensley, Megan Keller, Amanda Kessel, Hilary Knight, Jocelyne Lamoureux-Davidson, Monique Lamoureux-Morando, Gigi Marvin, Kelly Pannek, Amanda Pelkey, Emily Pfalzer, Alex Rigsby, Maddie Rooney, Haley Skarupa, Kelli Stack, Lee SteckleinCheftrainer: Robb Stauber   Assistenztrainer: Brett Strot

SilberKanada Meghan Agosta, Erin Ambrose, Bailey Bram, Emily Clark, Sarah Davis, Renata Fast, Laura Fortino, Haley Irwin, Brianne Jenner, Rebecca Johnston, Halli Krzyzaniak, Geneviève Lacasse, Jocelyne Larocque, Emerance Maschmeyer, Meaghan Mikkelson, Sarah Potomak, Marie-Philip Poulin, Lauriane Rougeau, Natalie Spooner, Laura Stacey, Shannon Szabados, Blayre Turnbull, Jennifer WakefieldCheftrainerin: Laura Schuler   Assistenztrainer: Dwayne Gylywoychuk, Troy Ryan

BronzeFinnland Sanni Hakala, Jenni Hiirikoski, Venla Hovi, Mira Jalosuo, Michelle Karvinen, Sari Kärnä, Anni Keisala, Anna Kilponen, Rosa Lindstedt, Petra Nieminen, Tanja Niskanen, Emma Nuutinen, Isa Rahunen, Noora Räty, Sara Säkkinen, Ronja Savolainen, Eveliina Suonpää, Susanna Tapani, Noora Tulus, Minnamari Tuominen, Saana Valkama, Riikka Välilä, Linda VälimäkiCheftrainer: Pasi Mustonen   Assistenztrainer: Tommi Pärmäkoski, Juuso Toivola

Aufsteiger in die Top-Division: Japan

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Beste Torhüterin Noora Räty Finnland Beste Verteidigerin Jenni Hiirikoski Finnland Beste Stürmerin Brianna Decker USA Wertvollste Spielerin Brianna Decker USA

All-Star-Team Angriff: Kendall Coyne – Brianna Decker – Marie-Philip Poulin Verteidigung: Jenni Hiirikoski – Monique Lamoureux-Morando Tor: Noora Räty

Division I mini|links|Spielszene aus der Partie zwischen Japan und Dänemark Gruppe A in Graz, Österreich WM 2017 der Frauen der Division I, Gruppe A Anzahl Nationen 6 Aufsteiger   Austragungsort(e) Graz, Österreich Eröffnung 15. April 2017 Schlusstag 21. April 2017 Zuschauer 5.454 (363 pro Spiel) Tore 65 (4,33 pro Spiel)  Beste Torhüterin Anikó Németh Beste Verteidigerin Ayaka Toko Beste Stürmerin Denise Altmann Topscorerin Denise Altmann (12 Punkte)

Austragungsort Graz, Österreich Spielstätte Merkur-Eisarena(Eisstadion Graz-Liebenau)Kapazität: 4.050 mini|zentriert|220px|Außenansicht der Merkur-Eisarena mini|hochkant|Topscorerin Denise Altmann im Spiel gegen Ungarn mini|Ayaka Toko war die beste Verteidigerin des Turniers