Die 22. Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2019. Insgesamt nahmen zwischen dem 13. Januar und dem 14. April 2019 39 Nationalmannschaften an den sechs Turnieren der Top-Division, den Divisionen I und II sowie der Qualifikation für die Division II B teil.
Den Weltmeistertitel sicherte sich zum neunten Mal insgesamt und zum fünften Mal in Folge die Mannschaft der Vereinigten Staaten, die im Finale Finnland mit 2:1 im Penaltyschießen bezwang. Es war das erste Mal in der Geschichte der Frauen-Weltmeisterschaft, dass sich nicht die Vereinigten Staaten und Kanada, das sich mit Bronze begnügen musste, im Finale gegenüberstanden. Die deutsche Mannschaft belegte den siebten Rang, während die Schweiz sich auf dem fünften Platz klassierte. Das Team aus Österreich verpasste mit dem vierten Platz in der Gruppe A der Division I abermals den Aufstieg in die Top-Division.
+ Übersicht Frauen-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division Espoo 4. April 2019 – 14. April 2019 10 51.247 29 1.767 Division I A Budapest 7. April 2019 – 13. April 2019 6 7.527 15 501 Division I B Peking 6. April 2019 – 12. April 2019 6 17.980 15 1.198 Division II A Dumfries 2. April 2019 – 8. April 2019 6 5.501 15 366 Division II B Brașov 1. April 2019 – 7. April 2019 6 1.275 15 85 Division II B Qualifikation Kapstadt 13. Januar 2019 – 18. Januar 2019 5 1.500 10 150
Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Top-Division: 4. bis 14. April 2019 in Espoo, Finnland Teilnehmer: , , (Aufsteiger), (Aufsteiger), , , , , , (Titelverteidiger)
Division I Gruppe A: 7. bis 13. April 2019 in Budapest, Ungarn Teilnehmer: , (Aufsteiger), , , , Gruppe B: 6. bis 12. April 2019 in Peking, Volksrepublik China Teilnehmer: , , , (Aufsteiger), ,
Division II Gruppe A: 2. bis 8. April 2019 in Dumfries, Schottland, Großbritannien Teilnehmer: , , , , , (Aufsteiger) Gruppe B: 1. bis 7. April 2019 in Brașov, Rumänien Teilnehmer: , , (Aufsteiger), , ,
Qualifikation zur Division IIB: 13. bis 18. Januar 2019 in Kapstadt, Südafrika Teilnehmer: , , , , (Neuling)
Top-Division WM 2019 der Frauen Anzahl Nationen 10 Weltmeister Silber Bronze Absteiger Austragungsort(e) Espoo, Finnland Eröffnung 4. April 2019 Endspiel 14. April 2019 Zuschauer 51.247 (1.767 pro Spiel) Tore 152 (5,24 pro Spiel) Beste Torhüterin Noora Räty Beste Verteidigerin Jenni Hiirikoski Beste Stürmerin Kendall Coyne Schofield Wertvollste Spielerin Jenni Hiirikoski Topscorerin Hilary Knight (11 Punkte)
Die Top-Division der Weltmeisterschaft wurde vom 4. bis 14. April 2019 in der finnischen Stadt Espoo ausgetragen. Gespielt wurde in den beiden Hallen der Espoo Metro Areena mit 6.982 Plätzen (Arena) respektive 500 Plätzen (Halle II). Insgesamt besuchten 51.247 Zuschauer die 29 Turnierspiele, was einem Schnitt von 1.767 pro Partie entspricht.
Am Turnier nahmen zehn Nationalmannschaften teil, die in zwei leistungsmäßig abgestuften Gruppen zu je fünf Teams spielten. Die Gruppeneinteilung wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2018 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt:
Gruppe A Gruppe B (1) (6) (2) (7) (3) (8) (4) (9) (5) (10)
Aufgrund der Neustrukturierung des Turniers und der damit verbundenen Einteilung in zwei leistungsmäßig unterteilte Gruppen, blieben in der Vorrunde überraschende Ergebnisse aus. In der Gruppe B qualifizierten sich Aufsteiger Tschechien, Deutschland und Japan für das Viertelfinale, wo sie gegen die Vereinigten Staaten, Kanada und Finnland jedoch chancenlos waren. Neben Frankreich stieg die schwedische Mannschaft erstmals in der WM-Geschichte in die Division I ab.
Neben den drei Top-Nationen qualifizierte sich auch Russland für das Halbfinale, das im Viertelfinale die Schweiz bezwang. Während sich die USA mit einem deutlichen Sieg über Russland die 19. Finalteilnahme in Serie sicherte, sorgte Gastgeber Finnland mit dem Sieg über Kanada für eine Überraschung. Das Finale lautete somit erstmals in der WM-Geschichte nicht USA gegen Kanada. Im Finale siegten die Vereinigten Staaten erst im Penaltyschießen mit 2:1. Dabei wurde den Finninnen der vermeintliche Siegtreffer durch Petra Nieminen in der Verlängerung nach einer mehrminütig andauernden Unterbrechung wegen einer Videobeweisentscheidung aberkannt. Den entscheidenden Treffer für die US-Amerikanerinnen erzielte Annie Pankowski.
Modus Durch die zweijährige Aufstockung von acht auf zehn teilnehmende Mannschaften wurde das Turnier erstmals in einem neuen Modus ausgetragen. Die zehn Teilnehmer wurden in zwei leistungsmäßig abgestufte Gruppen à fünf Mannschaften eingeteilt. Alle Mannschaften bestritten zunächst vier Spiele, woraufhin sich nach der Vorrunde alle fünf Teams der Gruppe A sowie die drei punktbesten Mannschaften der Gruppe B für das Viertelfinale qualifizierten. Die beiden letztplatzierten Mannschaften der Gruppe B stiegen in die Division IA ab.
Die Teams im Viertelfinale bestritten je ein Qualifikationsspiel zur Halbfinalteilnahme. Die Sieger der beiden Halbfinalspiele qualifizierten sich für das Finale. Der Vierte und Fünfte der Gruppe B bestritten zudem ein Platzierungsspiel.
Austragungsorte Espoo, Finnland Metro AreenaKapazität: 6.982 mini|zentriert|300px| Metro Areena Halle IIKapazität: 500
Vorrunde Gruppe A
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. USA 4 4 0 0 0 27:4 12 2. Kanada 4 3 0 0 1 19:5 9 3. Finnland 4 2 0 0 2 13:14 6 4. Russland 4 1 0 0 3 3:20 3 5. Schweiz 4 0 0 0 4 3:22 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:
Gruppe B
Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Tschechien 4 4 0 0 0 13:5 12 2. Deutschland 4 1 1 1 1 7:8 6 3. Japan 4 2 0 0 2 9:8 6 4. Schweden 4 1 0 1 2 8:11 4 5. Frankreich 4 0 1 0 3 5:10 2 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,
Spiel um Platz 9
Finalrunde
Viertelfinale
Halbfinale
Spiel um Platz 3
Finale
Statistik Beste Scorerinnen Quelle: IIHFiihf.com, Scoring Leaders; Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Hilary Knight USA 7 7 4 11 +13 4 Natalie Spooner Kanada 7 6 4 10 +9 4 Jenni Hiirikoski Finnland 7 2 8 10 +5 0 Kendall Coyne Schofield USA 7 5 4 9 +11 2 Brianne Jenner Kanada 7 3 6 9 +3 4 Sarah Nurse Kanada 7 2 6 8 +8 2 Loren Gabel Kanada 7 6 1 7 +6 2 Annie Pankowski USA 7 4 3 7 +10 2 Dani Cameranesi USA 7 3 4 7 +12 2 Michelle Karvinen Finnland 7 3 4 7 −1 2
Beste Torhüterinnen Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert
Spieler Mannschaft Sp Min GT SO Sv% GTS Alex Rigsby USA 5 320:00 5 2 95,28 0,94 Noora Räty Finnland 6 354:47 13 1 93,66 2,20 Jennifer Harß Deutschland 4 246:44 11 0 93,53 2,67 Caroline Baldin Frankreich 4 237:46 11 0 92,90 2,78 Nana Fujimoto Japan 5 299:20 11 1 92,76 2,20
Abschlussplatzierungen Die Platzierungen ergaben sich nach folgenden Kriterien: Plätze 1 bis 4: Ergebnisse im Finale sowie im Spiel um Platz 3 Plätze 5 bis 8 (Verlierer der Viertelfinalpartien): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde Plätze 9 bis 10: Ergebnisse im Spiel um Platz 9
Pl. Team 1 USA 2 Finnland 3 Kanada 4 Russland 5 Schweiz 6 Tschechien 7 Deutschland 8 Japan 9 Schweden 10 Frankreich
Titel, Auf- und Abstieg WeltmeisterUSA Cayla Barnes, Kacey Bellamy, Megan Bozek, Hannah Brandt, Sydney Brodt, Dani Cameranesi, Alex Carpenter, Jesse Compher, Kendall Coyne Schofield, Brianna Decker, Megan Keller, Amanda Kessel, Hilary Knight, Annie Pankowski, Kelly Pannek, Emily Pfalzer, Michelle Picard, Emma Polusny, Alex Rigsby, Maddie Rooney, Melissa Samoskevich, Hayley Scamurra, Lee SteckleinCheftrainer: Bob Corkum Assistenztrainer: Joel Johnson, Brian Pothier
SilberFinnland Sanni Hakala, Jenni Hiirikoski, Elisa Holopainen, Venla Hovi, Michelle Karvinen, Nelli Laitinen, Rosa Lindstedt, Petra Nieminen, Tanja Niskanen, Emma Nuutinen, Isa Rahunen, Annina Rajahuhta, Noora Räty, Riikka Sallinen, Ronja Savolainen, Jenna Silvonen, Eveliina Suonpää, Susanna Tapani, Noora Tulus, Minnamari Tuominen, Viivi Vainikka, Linda Välimäki, Ella ViitasuoCheftrainer: Pasi Mustonen Assistenztrainer: Kari Eloranta, Juuso Toivola
BronzeKanada Erin Ambrose, Ann-Sophie Bettez, Jaime Bourbonnais, Emily Clark, Mélodie Daoust, Renata Fast, Laura Fortino, Loren Gabel, Brianne Jenner, Rebecca Johnston, Geneviève Lacasse, Brigette Lacquette, Jocelyne Larocque, Emerance Maschmeyer, Sarah Nurse, Marie-Philip Poulin, Jamie Lee Rattray, Jillian Saulnier, Natalie Spooner, Laura Stacey, Shannon Szabados, Blayre Turnbull, Micah Zandee-HartCheftrainer: Perry Pearn Assistenztrainer: Matt Desrosiers, Caroline Ouellette
Absteiger in die Division IA: Schweden Frankreich Aufsteiger in die Top-Division: Ungarn Dänemark
Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Beste Torhüterin Noora Räty Finnland Beste Verteidigerin Jenni Hiirikoski Finnland Beste Stürmerin Kendall Coyne Schofield USA Wertvollste Spielerin Jenni Hiirikoski Finnland
All-Star-Team Angriff: Kendall Coyne Schofield – Hilary Knight – Michelle Karvinen Verteidigung: Cayla Barnes – Jenni Hiirikoski Tor: Noora Räty
Division I Gruppe A in Budapest, Ungarn WM 2019 der Frauen der Division I, Gruppe A Anzahl Nationen 6 Aufsteiger Absteiger Austragungsort(e) Budapest, Ungarn Eröffnung 7. April 2019 Schlusstag 13. April 2019 Zuschauer 7.527 (501 pro Spiel) Tore 80 (5,33 pro Spiel) Beste Torhüterin Ena Nystrøm Beste Verteidigerin Charlotte Wittich Beste Stürmerin Fanni Gasparics Topscorerin Fanni Gasparics (12 Punkte)
Austragungsort Budapest, Ungarn Spielstätte JégpalotaKapazität: 2.048 mini|zentriert|220px|Außenansicht der Jégpalota
Das Turnier der Gruppe A der Division I wurde vom 7. bis 13. April 2019 in der ungarischen Hauptstadt Budapest ausgetragen. Die Spiele fanden in der 2.048 Zuschauer fassenden Jégpalota statt. Insgesamt besuchten 7.527 Zuschauer die 15 Turnierspiele, was einem Schnitt von 501 pro Partie entspricht.
In der – wie schon im Vorjahr – leistungsdichten Gruppe A der Division I hatten vor dem Schlusstag noch vier der sechs Mannschaften die Chance auf einem der ersten beiden Tabellenplätze zu landen, und damit die Chance in die Top-Division aufzusteigen. Dabei standen sich alle vier Mannschaften an letzten Spieltag in direkten Duellen gegenüber. Während das von Pat Cortina trainierte Ungarn mit zehn Punkten die beste Ausgangsposition besaßen, waren die Däninnen die einzige der vier Mannschaften, die nicht mehr aus eigener Kraft aufsteigen konnte. Mit sechs Punkten lagen sie drei Punkte hinter den auf dem zweiten Rang liegenden Norwegerinnen. Nach dem 4:0-Sieg im Spiel gegen die Skandinavierinnen, waren sie auf einen Sieg der Gastgeberinnen in der regulären 60 Minuten angewiesen, damit Österreich bei Punktgleichheit nicht über den direkten Vergleich den Aufstieg schaffen würde. Letztlich siegte Ungarn knapp mit 2:1 und sicherte sich somit den erstmaligen Aufstieg in die Top-Division. Dänemark stieg erstmals seit der Weltmeisterschaft 1992 wieder in die höchste Gruppe auf.
Der Abstieg der Italienerinnen, die erst im Vorjahr aufgestiegen waren, war bereits am vorletzten Turniertag besiegelt. Die Südeuropäerinnen verloren alle fünf Spiele und erzielten dabei lediglich drei Tore. Den fünften Rang belegte die Slowakei.