Königstetten ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Tulln in Niederösterreich.
Geografie Königstetten liegt südlich von Langenlebarn, Muckendorf-Wipfing und Zeiselmauer-Wolfpassing am Südrand des Tullnerfeldes und am nördlichen Rand des Wienerwaldes in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst dreizehn Quadratkilometer, davon sind 44 Prozent bewaldet, 41 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und elf Prozent sind Weingärten.
Durch die Gemeinde fließen der von Tulbing kommende Hauptgraben mit seinen Zubringern Eberhartsbach und Marleitenbach. Die Ebene des Tullnerfeldes liegt 170 Meter über dem Meeresniveau, die höchste Erhebung ist im Südosten der Tulbinger Kogel mit 494 Meter.
Gemeindegliederung Es gibt nur die Katastralgemeinde Königstetten.
Nachbargemeinden
Geschichte mini|Königstetten (Mitte oben) und seine Umgebung in der Landesaufnahme um 1872 mini|Ansicht um 1900 Durch Schenkungen kam das östliche Tullnerfeld im 9. Jahrhundert in den Besitz des Bischofs von Passau. Der Name Königstetten wird von Chunihohesstetin hergeleitet. Chunihoh ist ein mittelhochdeutscher männlicher Name. Die erste Erwähnung findet sich 985 in einer Urkunde des Bischofs Pilgrim von Passau (971–991). Der Weinbau wird erstmals 1083 erwähnt. Die Klöster Göttweig und St. Pölten hatten Weingartenbesitzungen, 1292 hatte auch das oberösterreichische Kloster Schlägl Weingärten in Königstetten. Der Bischof von Passau errichtete ein Schloss und ab 1415 war dieses der Verwaltungssitz. Im Jahr 1438 verlieh König Albrecht II. Königstetten das Marktrecht.
Pfarrlich gehörte Königstetten ursprünglich zu St. Andrä. Die erste Kapelle war ein dreischiffiger romanischer Bau, der von einem Kaplan betreut wurde. Mit der Verlegung des Verwaltungssitzes begann auch der Bau einer gotischen Kirche. Sie wurde um 1450 noch ohne Turm fertiggestellt. Ein Erdbeben im Jahr 1590 ließ das Gewölbe einstürzen, nur der Altarraum blieb stehen. Nach mehreren Jahren wurde die Kirche wieder aufgebaut, auch ein Turm wurde errichtet, der 1643 fertiggestellt wurde.
Im Jahr 1683 zog der südlichste Teil von Sobieskis Heer von Königstetten über den Tulbinger Steig zur Sophienalpe nach Wien zur Schlacht am Kahlenberg.
Im 19. Jahrhundert verdienten Bewohner von Königstetten ihren Lebensunterhalt als Fragner. Als Wanderhändler verkauften sie landwirtschaftliche Produkte (Obst und Milch) auf den Wiener Märkten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt die Gemeinde einen Aufschwung durch die Ansiedlung neuer Bevölkerungsschichten aus dem Raum Wien.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Königstetten mini|Pfarrkirche Königstetten und Kellergasse Kogelgasse
Schloss Königstetten Katholische Pfarrkirche Königstetten hl. Jakobus der Ältere Planetenweg Tullnerfeld – Wienerwald
Wirtschaft und Infrastruktur In Königstetten gibt es mehrere Heurigenbetriebe. Wirtschaftssektoren Von den 23 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren neun Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten mehr als sechzig Prozent der Flächen. Der Großteil der Erwerbstätigen des Produktionssektors war in der Bauwirtschaft beschäftigt. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (45), freiberufliche Dienstleistungen (31) und der Handel (19 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)23271924Produktion131862129Dienstleistung11360203157 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999 mini|Bahnhof Zeiselmauer-Königstetten
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 982 Erwerbstätige in Königstetten. Davon arbeiteten 161 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.
Verkehr An der Franz-Josefs-Bahn gibt es die Haltestelle Zeiselmauer-Königstetten, die aber nahe bei Zeiselmauer liegt.
Öffentliche Einrichtungen In Königstetten befindet sich eine Kindertagesbetreuung (TBE), zwei Kindergärten und eine Volksschule.
Vereine Der Ort besitzt eine Blasmusikkapelle und ein stark ausgeprägtes Vereinswesen. Des Weiteren feierte die Freiwillige Feuerwehr 2024 ihr 150-jähriges Jubiläum und ist die älteste Feuerwehr des Tullnerfeldes.
Sport Schon seit 1905 existiert in Königstetten ein öffentliches Schwimmbad. Das zuvor aus Kostengründen dem Verfall preisgegebene „Parkbad“ wurde 2010 neu gestaltet und im Juli 2010 wiedereröffnet.
Viele internationale Erfolge konnte der 1973 gegründete Sportschützenverein Königstetten erzielen.
Politik mini|Gemeindeamt Königstetten Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder (bis 2025: 19). Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 6 SPÖ, 3 Sonstige und 1 ZIEL. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 7 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 8 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 3 SPÖ, 2 Grüne und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ und 2 FPÖ.
Bürgermeister
1978–1993 Dietrich Heindl (ÖVP) bis 2005 Friedrich Vock (ÖVP) 2005–2024 Roland Nagl (ÖVP) seit 2024 Ronald Gutscher (ÖVP)Claudia Wagner: Einstimmig – Ronald Gutscher ist neuer Bürgermeister von Königstetten auf noen.at, 20. September 2024, abgerufen am 22. September 2024.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Gemeinde Dietrich Heindl (* 1942), Berufsschuldirektor und Politiker
Söhne und Töchter der Gemeinde Doris Hahn (* 1981), ab 2015 Abgeordnete zum Landtag von Niederösterreich
Personen mit Bezug zur Gemeinde Herbert Kolowrat (1957–2024), Fußballtorwart, lebte in Königstetten und ist hier begraben
Literatur Leopold Schöfbeck: Chronik der Marktgemeinde Königstetten. Marktgemeinde Königstetten, Königstetten 1983.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 985