Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der japanischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Seit 1998 ist Japan Stammgast bei den WM-Endrunden. Die Japaner konnten aber noch kein K.o.-Spiel gewinnen, schieden aber zweimal nur durch Elfmeterschießen aus. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegte Japan vor der WM 2022 den 30. Platz und verbesserte sich dann um einen Platz.

Überblick

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis>Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: FIFA-Fact Sheet Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich nicht teilgenommen 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Südkorea gescheitert 1958Schweden nicht teilgenommen 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Südkorea gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Australien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Israel gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Südkorea gescheitert, das sich aber ebenfalls wieder nicht qualifizieren konnte. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Nordkorea gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Ostasien-Finale an Südkorea gescheitert. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Nordkorea gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Saudi-Arabien und Südkorea gescheitert (siehe auch „Tragödie von Doha“) 1998 FrankreichVorrunde Argentinien, Kroatien, Jamaika 31. Ohne Punkt als Gruppenletzter ausgeschieden. 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Türkei 9. Als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert. 2006 Deutschland VorrundeAustralien, Kroatien, Brasilien 28. Als Gruppenletzter ausgeschieden. 2010 Südafrika Achtelfinale Paraguay 9. Niederlage im Elfmeterschießen (3:5) nach 0:0 n. V. 2014 Brasilien Vorrunde Elfenbeinküste, Griechenland, Kolumbien 29. Ohne Sieg als Gruppenletzter ausgeschieden. 2018 Russland Achtelfinale Belgien 15. Akira Nishino Japan qualifizierte sich als erste Mannschaft der WM-Geschichte aufgrund der Fair-Play-Wertung für das Achtelfinale. 2022 Katar Achtelfinale Kroatien 9. Hajime Moriyasu Am vorletzten Spieltag der Qualifikation durch ein 2:0 beim direkten Konkurrenten Australien vorzeitig qualifiziert. Bei der Endrunde trafen die Japaner auf Deutschland, Spanien und Costa Rica in der Gruppenphase. Im Achtelfinale verloren sie gegen Kroatien im Elfmeterschießen. 2026 Kanada, Mexiko und USA Sechzehntelfinale Brasilien 21. Hajime Moriyasu Als erste Mannschaft sportlich qualifiziert.fifa.com: Japan macht Qualifikation für WM 2026 klar mini|Platzierung der japanischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Statistik (Angaben inkl. Qualifikation 2026: 23 Weltmeisterschaften)

Keine Teilnahme: 6× (26,1 %; 1930, 1934, 1938, 1950, 1958 und 1966) Nicht qualifiziert: 9× (39,1 %; 1954, 1962, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990 und 1994) Sportliche Qualifikation: 8× (34,8 % bzw. bei 47 % der Versuche) Teilnahme ohne Qualifikation als Gastgeber: einmal (4,4 %; 2002) Vorrunde: 3× (13,0 %; 1998, 2006 und 2014) Sechzehntelfinale: 1× (4,3 %; 2026) Achtelfinale: 4× (17,4 %; 2002, 2010, 2018 und 2022)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaften 1930 bis 1950

Die Japan Football Association war zwar bereits 1921 als „Greater Japan Football Association“ gegründet und 1929 in die FIFA aufgenommen worden, an allen drei Vorkriegs-Fußballweltmeisterschaften nahmen die Japaner aber nicht teil. Auch zur ersten Fußballweltmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte keine Meldung. Ob die Japaner, die 1948 ebenso wie Deutschland als Schuldige des Zweiten Weltkriegs nicht zu den Olympischen Spielen zugelassen waren, auch für die WM 1950 nicht zugelassen waren, ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Tatsächlich bestritt Japan nach den Olympischen Spielen 1936 nur ein einziges Länderspiel: Am 16. Juni 1940 gegen die Philippinen, und dann folgte eine lange Pause von fast elf Jahren. Erst am 7. März 1951 fand in der indischen Hauptstadt New Delhi gegen den Iran das erste Nachkriegs-Länderspiel der Japaner statt.

Weltmeisterschaft 1954 Erstmals nahmen die Japaner an der Qualifikation zur WM in der Schweiz teil. Noch vor Beginn der Qualifikation zogen der taiwanesische Fußballverband und die Volksrepublik China ihre Meldungen wegen politischer Spannungen zurück. Daraufhin traten die verbliebenen Mannschaften von Südkorea und Japan zweimal in Japan gegeneinander an. Japan ging zwar im ersten Spiel durch Ken Naganuma mit 1:0 in Führung, verlor aber dennoch mit 1:5. Das zweite Spiel endete 2:2. Damit hatte sich Südkorea für die WM-Endrunde in der Schweiz qualifiziert. Dort verlor Südkorea gegen Ungarn mit 0:9 und gegen die Türkei mit 0:7 und schied somit in der Vorrunde aus.

Weltmeisterschaft 1958 An der Qualifikation für die WM in Schweden nahmen die Japaner nicht teil.

Weltmeisterschaft 1962 In der Qualifikation für WM in Chile verlor Japan gegen Südkorea mit 1:2 und 0:2, womit Südkorea sich für das interkontinentale Playoff gegen Jugoslawien qualifizierte. Die Playoff-Spiele gingen mit 1:5 und 1:3 verloren, dadurch qualifizierte sich Jugoslawien für die WM-Endrunde in Chile und wurde dort Vierter.

Weltmeisterschaft 1966 An der Qualifikation für die WM in England nahmen die Japaner wieder nicht teil. Nordkorea qualifizierte sich durch zwei Spiele im neutralen Phnom Penh gegen Australien für die WM, nachdem sich alle afrikanischen Mannschaften und Südkorea vor Beginn der Qualifikationsspiele zurückzogen.

Weltmeisterschaft 1970 In der Qualifikation für WM in Mexiko belegte Japan in einer Dreiergruppe bei einem Turnier in Seoul durch zwei Remis und zwei Niederlagen nur den letzten Rang hinter Australien und Südkorea und schied somit aus. Gruppensieger Australien verlor anschließend die entscheidenden Playoff-Spiele um die WM-Endrundenteilnahme gegen Israel.

Weltmeisterschaft 1974 In der Qualifikation zur Ermittlung des Asien-Ozeanien-Vertreters der WM 1974 in der Bundesrepublik Deutschland mussten die Japaner zunächst in einem Gruppenzuordnungsspiel gegen Israel antreten und unterlagen mit 1:2. In der darauf folgenden Gruppenphase konnten sie zwar gegen Südvietnam mit 4:0 und damit erstmals ein WM-Qualifikationsspiel gewinnen, verloren aber gegen Hongkong mit 0:1, das auch mit 1:0 gegen Südvietnam gewonnen hatte. Dadurch trafen die Japaner im Halbfinale als Gruppenzweiter erneut auf Israel und schieden durch ein 0:1 nach Verlängerung aus. Israel verlor anschließend gegen Südkorea, das in der letzten Runde in drei Spielen dem WM-Endrundenteilnehmer Australien unterlag.

Weltmeisterschaft 1978 In der ersten Qualifikationsrunde konnte sich Japan nicht gegen Südkorea und Israel durchsetzen, dabei kein Tor erzielen und nur beim 0:0 gegen Südkorea einen Punkt gewinnen. Südkorea scheiterte dann aber am Iran, dem einzigen Endrundenvertreter Asiens und Ozeaniens bei der WM-Endrunde in Argentinien.

Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 In der Qualifikation zur WM in Spanien gewannen die Japaner zunächst das Einteilungsspiel gegen Singapur mit 1:0. In der Gruppe mit China und Macau belegten sie mit je einem Sieg und einer Niederlage Platz 2 und verloren dann das Halbfinale gegen Nordkorea, das im Finale China unterlag. In der finalen Qualifikationsrunde der Asien-Ozeanien Zone belegte China nur den dritten Platz vor Saudi-Arabien, hinter Kuwait und Neuseeland, die sich beide für die WM-Endrunde in Spanien qualifizierten.

Weltmeisterschaft 1986 In der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko konnte sich Japan in der ersten Runde ungeschlagen gegen Nordkorea und Singapur durchsetzen. Im ostasiatischen Halbfinale folgten zwei Siege gegen Hongkong. Das ostasiatische Finale wurde dann gegen Südkorea mit 1:2 und 0:1 verloren. Damit war Südkorea als Vertreter Ostasiens für die WM-Endrunde in Mexiko qualifiziert.

Weltmeisterschaft 1990 In der Qualifikation für die zweite WM in Italien konnte sich Japan in der 1. Gruppenphase nicht gegen Nordkorea durchsetzen und belegte vor Indonesien und Hongkong nur Platz 2. Verspielt wurde die Qualifikation durch ein 0:2 im letzten Spiel in Nordkorea, aber auch in drei torlosen Spielen gegen die beiden anderen Gruppengegner. Nordkorea belegte in der finalen Gruppenphase dann aber nur den sechsten und letzten Platz. Qualifiziert hatten sich letztlich Südkorea und zum bisher einzigen Mal die Vereinten Arabischen Emirate.

Weltmeisterschaft 1994 In der Qualifikation für die WM in den USA konnte sich Japan in der ersten Runde bei Turnieren in Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten als Gruppensieger gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, Thailand, Bangladesch und Sri Lanka durchsetzen. Dabei wurde nur beim 1:1 im letzten Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate ein Punkt abgegeben. In der finalen Gruppe mit Saudi-Arabien, Südkorea, Irak, Iran und Nordkorea belegte Japan punktgleich mit Südkorea, aber der schlechteren Tordifferenz nur den dritten Platz hinter Gruppensieger Saudi-Arabien und Südkorea. Als Tragödie von Doha ging dabei das letzte Spiel gegen den Irak in die Geschichte ein. Die bis dahin in der Tabelle führenden Japaner lagen bis zur 92. Spielminute mit 2:1 in Führung und wären damit erstmals für die WM qualifiziert gewesen. In der Nachspielzeit gelang dem Irak aber noch der Ausgleich. Da Saudi-Arabien und Südkorea ihre letzten Spiele gewannen, zogen beide noch an den Japanern vorbei und qualifizierten sich für die WM-Endrunde. Dem Irak nützte das Remis auch nichts, nur ein Sieg mit fünf Toren Differenz hätte sie noch an Südkorea vorbeiziehen lassen. Japans Trainer Marius Johan Ooft wurde zehn Tage nach dem Spiel entlassen.

Turniere mit maximal 32 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1998 In der Qualifikation für die zweite WM in Frankreich gelang in der ersten Runde bei Turnieren im Oman und Japan gegen Oman, Macau und Nepal der Gruppensieg. Dabei wurde nur im letzten Spiel gegen den Oman beim 1:1 ein Tor kassiert und ein Punkt abgegeben. In der Zweiten Runde belegte Japan hinter Südkorea vor den Vereinten Arabischen Emiraten, Usbekistan und Kasachstan den zweiten Platz und musste daher gegen den Iran in einem Relegationsspiel antreten, das in Malaysia mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen wurde. Damit war Japan für das Endrundenturnier in Frankreich und erstmals überhaupt für die Endrunde qualifiziert.

Im WM-Turnier schied Japan in der Vorrunde in einer Gruppe mit drei WM-Neulingen aus. Im ersten Gruppenspiel gegen Ex-Weltmeister Argentinien und im zweiten Spiel WM-Neuling Kroatien wurde jeweils mit 0:1 verloren. Im letzten Gruppenspiel gegen WM-Neuling Jamaika gelang dann zwar Masashi Nakayama mit dem ersten WM-Tor für Japan der Anschlusstreffer zum 1:2, dabei blieb es aber.

Weltmeisterschaft 2002 Für die erste WM in Asien war Japan zusammen mit Südkorea als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert. Beide hatten zunächst unabhängig voneinander Bewerbungen eingereicht, ebenso Mexiko. Um keinen von beiden vor den Kopf zu stoßen, entschied die FIFA den ehemals verfeindeten Nationen die gemeinsame Austragung zu übertragen. In der Vorrunde gelang Japan zunächst mit dem 2:2 gegen Belgien der erste Punktgewinn und mit dem 1:0 gegen Russland der erste Sieg in einem WM-Spiel. Mit dem 2:0 gegen Tunesien wurde Japan Gruppensieger. Im Achtelfinale wurde mit 0:1 gegen die Türkei verloren, die erstmals seit 1954 wieder dabei war und am Ende Dritter wurde.