Paudorf ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Krems in Niederösterreich.
Paudorf ist vor allem bekannt wegen des größten Mammutbaum-Bestands in ganz Österreich, eines Steinbruchs und des großflächigen Weinbaus.
Geografie Geografische Lage mini|Krustetten vom Benediktinerstift Göttweig aus gesehen Das längliche, ost-westlich orientierte Gemeindegebiet von Paudorf umfasst 30,11 km². Die Gemeinde liegt im Weinbaugebiet Kremstal im nördlichsten Teil des Mostviertels. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Statzberg mit
Paudorf liegt am östlichen Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes, der landschaftlich dem Waldviertel gleicht. Es handelt sich dabei geologisch um den südlich der Donau gelegenen Bereich des Kristallins der Böhmischen Masse. Dieser alte Gebirgskern baut das gesamte Waldviertel auf und prägt dessen Oberflächenform und Landschaftscharakter.
Die Ortschaft Paudorf liegt in der Mitte des Gemeindegebiets an der Nord-Süd verlaufenden Hauptstraße von Krems nach St. Pölten.
Die in Karlstetten entspringende Fladnitz durchfließt den Ort von Süden kommend nach Norden in Richtung Donau. Der Hauptort auf , gemessen beim Gemeindeamt im Ortszentrum Paudorf, ist gleichzeitig der tiefste Punkt der Gemeinde.
Geologie und Flächennutzung Die Berge des Dunkelsteinerwalds um die Orte Paudorf und Meidling und weiter im Westen der Gemeinde bestehen aus Granuliten mit eingeschalteten Ultrabasitlinsen. Die Erweiterung des Steinbruchs Meidling (eröffnet 1896) in Bereiche westlich von Hörfarth ist seit mehreren Jahren ein Politikum in der Gemeinde, da Staub, Lärm und Güterverkehr die negativen Folgen der wirtschaftlichen Nutzung der anstehenden Gesteine sind. Auf den Höhen im Bereich der Hauptstraße und im Osten des Gemeindegebietes stehen tertiäre Ablagerungen an, insbesondere Konglomerate und Sande alter Flusssysteme. In den tieferen Bereichen um Paudorf und im Osten des Gemeindegebiets liegen quartäre Lössvorkommen. Eine alte Lehmgrube am Fuß des Waxenbergs im Nordwesten von Paudorf ist seit Jahrzehnten aufgelassen. Gegenüber den flachgründigen Böden der Granulitmassive sind die Böden, die sich im Löss entwickelten, deutlich mächtiger und auch fruchtbarer.
Rund 60 % der Gemeinde sind bewaldet. Die Wälder befinden sich hauptsächlich in der bergigen Westhälfte der Gemeinde. In der sanft hügeligen Osthälfte liegen die Orte Eggendorf, Höbenbach, Krustetten und Tiefenfucha innerhalb vorwiegend ackerbaulich genutzter Flächen mit kleineren Waldbeständen.
Klima Paudorf liegt in der gemäßigten Klimazone, im Übergangsbereich ozeanischer und kontinentaler Prägung. Über das Jahr liegt die Durchschnittstemperatur bei ca. 9,4 °C, im Januar knapp unter dem Gefrierpunkt, im Juli bei knapp 20 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei ca. 650 mm, mit einem Maximum im Spätfrühjahr bis Sommerhttp://www.meteovista.de/Europa/Osterreich/Paudorf/4116055. Westwinde dominieren im Jahresverlauf. Die Sommer können bei kontinentalem Einfluss mitunter sehr warm und trocken ausfallen. Gewitter mit Starkregen und Phasen mit dominierendem zyklonalem Regen sorgen dafür, dass das Niederschlagsmaximum dennoch im Sommer liegt. Die relative Trockenheit wird durch hohe Verdunstungsraten bewirkt. Die Winter sind kalt und gemäßigt feucht.
Gemeindegliederung Paudorf besteht aus sieben Katastralgemeinden, die auch eigene Ortschaften sind: (Einwohner Stand ) Eggendorf () samt Panholz Höbenbach () Hörfarth () samt Hellerhof Krustetten () Meidling () Paudorf () Tiefenfucha () Die meisten Einwohner hat die Ortschaft Paudorf, die wenigsten Eggendorf, das wenige hundert Meter östlich von Paudorf liegt.Statistik Austria: Gemeindedaten von Paudorf (abgerufen am 28. Oktober 2008) Alle anderen Ortschaften befinden sich südlich oder östlich vom Ortsteil Paudorf.
Eingemeindungen Mit 1. Jänner 1971 wurden die Gemeinden Höbenbach, Krustetten, Paudorf und Tiefenfucha zusammengelegt.
Nachbargemeinden Drei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk St. Pölten (PL).
Die nächstgelegenen Städte sind Krems an der Donau, Traismauer, Langenlois, Herzogenburg und St. Pölten.
Geschichte Vor- und Frühgeschichte Die ersten Siedlungen in Paudorf konnten aus der Jungsteinzeit um 4500 Jahre v. Chr. nachgewiesen werden. Funde aus dieser Zeit sind die Venus von Höbenbach und das Fruchtbarkeitsidol, eine Skulptur, die eine weibliche Gestalt mit Tierhörnern darstellt.Website der Pfarre Göttweig-Paudorf (abgerufen am 23. Oktober 2008)
Mittelalter und Neuzeit Der Ort Paudorf wurde erstmals im Jahr 1083 erwähnt, damals noch als Punamisdorf. Die Katastralgemeinden Eggendorf, Höbenbach und Krustetten wurden bereits im Jahr 1072 als Echindorf, Horiginpach und Crucistetin erwähnt. Aus dem Jahr 1290 ist Hörfarth als Herfuert und im Jahr 1302 ist Tiefenfucha als Fuchawe inferiori nachweisbar.
Im Jahr 1462 fand eine Schlacht zwischen Kaiser Friedrich III. und dem Ritter Fronauer in Paudorf statt (Frohnauer Fehde). Dabei wurden vor allem die Ortsteile Krustetten und Höbenbach stark beschädigt. Im Jahr 1481 eroberte der ungarische König Matthias Corvinus das Schloss Meidling. Erst im 16. Jahrhundert konnten die ungarischen Truppen zurückgeschlagen werden. Die nächste Schlacht ereignete sich im Jahr 1529, als die Osmanen im Zuge der Ersten Belagerung Wiens auch Paudorf angriffen und die Umgebung verwüsteten. Im Jahr 1645 plünderten im Dreißigjährigen Krieg kaiserliche Truppen zahlreiche Dörfer, darunter auch Paudorf, nachdem die Schlacht bei Jankau verloren gegangen war. Im Jahr 1683 kamen die Osmanen noch einmal im Zuge der Zweiten Belagerung Wiens nach Paudorf und verwüsteten den Ort und die Umgebung.
Im Jahr 1736 gab es im Gemeindeort Krustetten einen Großbrand und 1744 und 1768 weitere Brände in Höbenbach sowie mehrere Brandstiftungen um 1820. Im Jahr 1741 wurde Paudorf von Truppen des Kurfürsten von Bayern besetzt. Im Jahr 1850 bildeten sich die vier Gemeinden Paudorf (mit Hörfarth und Meidling), Höbenbach (mit Eggendorf), Krustetten und Tiefenfucha. 30 Jahre später pflanzte der spätere Abt Adalbert Dungel versuchsweise die ersten Mammutbäume am Eichberg.
1889 wurde die Bahnstrecke Herzogenburg–Krems, die durch Paudorf führt, gebaut. Die Eröffnung des Steinbruches 1896 war ein weiterer Schritt für die Wirtschaftsentwicklung des Ortes. 1971 wurden die vier Gemeinden unter dem Namen Paudorf vereinigt. Erst 1985 bekam die Gemeinde die Anerkennung als Marktgemeinde und erhielt ein Wappen.
Jüngere Geschichte 1998 wurde der katholische Pfarrer Udo Fischer auf Grund kirchenkritischer Aussagen von Bischof Krenn seines Amtes als Pfarrer enthoben. Trotzdem bestätigte ihn der Abt des Stiftes Gottweig, zu dem die Pfarre Paudorf gehört. Erst 2005 setzte ihn Bischof Klaus Küng, der Nachfolger Krenns, wieder als Pfarrer der Diözese ein und rehabilitierte ihn.
Religion mini|hochkant|Ortskapelle von Paudorf Seit jeher besteht eine enge Verbindung zwischen der Pfarre von Paudorf und dem Stift Göttweig, welches sich am Berg Göttweig in der Marktgemeinde Furth an der Grenze zu Paudorf befindet. Die Pfarre von Paudorf hat sich 1991 von „Pfarre Göttweig“ in „Pfarre Paudorf-Göttweig“ umbenannt.
Die Stiftskirche, welche am 9. September 1083 eingeweiht wurde, war der Auslöser der Gründung einer eigenen Pfarre von Paudorf. Im Jahr 1130 wurde direkt neben dem Stift die Pfarrkirche St. Gotthard im romanischen Stil gebaut. Diese wies zu jener Zeit den höchsten Turm der gesamten Anlage am Berg Göttweig auf, bevor sie abgerissen wurde. An der gleichen Stelle wurde in den Jahren 1403 bis 1414 erneut die Pfarrkirche St. Gotthard, jedoch im gotischen Stil errichtet. Diese wurde bei einem großen Brand des Stiftes im Jahr 1718 stark beschädigt und später aufgrund des dabei verursachten zu starken Schadens abgerissen. Bis zum 12. September 1993 war das Stift Göttweig die Hauptkirche der Marktgemeinde. Dann wurde die modern gestaltete Pfarrkirche St. Altmann im Hellerhof eingeweiht und ist seitdem die Hauptkirche und Sitz der Pfarre Paudorf-Göttweig ist.
Der Großteil der Bevölkerung von Paudorf ist römisch-katholischer Konfession. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis 87,7 % (2096 Personen). Dahinter folgten 2,6 % (61) mit islamischer und 1,4 % (34) mit evangelischer Glaubensrichtung. 7,2 % (173) der Einwohner waren ohne religiöses Bekenntnis.
Der Hellerhof, auf dem sich die Pfarrkirche St. Altmann und die barocke Kapelle des Johannes dem Täufer befinden, liegt südöstlich des Ortszentrums. In jeder Katastralgemeinde der Gemeinde befindet sich zudem eine Kapelle, in der regelmäßig eine Messe gefeiert wird. Bis auf die Schlosskapelle in Meidling aus dem Jahr 1444 wurden alle Kapellen im 19. oder 20. Jahrhundert errichtet. Die Schlosskapelle wurde 2003 renoviert.
Bevölkerungsentwicklung
Das Gemeindegebiet ist mit einer Bevölkerungsdichte von 81 Einwohnern pro Quadratkilometer durchschnittlich besiedelt (zum Vergleich: Niederösterreich hat 90, Österreich 110 Einwohner je Quadratkilometer, Stand 2025). Im Gegensatz zu vielen kleineren Orten in Niederösterreich setzte in den letzten Jahren keine Tendenz zur Abwanderung in die umliegenden Städte ein. Während die Bevölkerung von Paudorf in den Jahren 1991 bis 2001 um 6,2 % zugelegt hat, betrug die Zunahme im gesamten Bezirk Krems-Land nur 3,4 %.
Die erste Bevölkerungszählung im Jahr 1869 verzeichnete 1367 Personen. Von da an setzte bis auf die Zeit von 1880 bis 1890 ein stetiger Zuwachs ein. Bereits 1900 konnten 1510 Personen gezählt werden. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Paudorf ein hohes Wachstum zu verzeichnen und 1934 hatten sich schon 1738 Bürger in der Gemeinde angesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Bevölkerung wiederum. Nach der Volkszählung im Jahr 1971 wuchs die Bevölkerung rasant. 1981 konnten bereits über 2000 Einwohner gezählt werden. Maßgebend dafür war neben der positiven Wanderungsbilanz (Vergleich 1981 zu 1991: +111, bis 2001 plus 62, bis 2011 plus 31) die ebenfalls positive Geburtenbilanz (+29 / +78 / +34). Hier liegt Paudorf deutlich über den Werten des Bezirks Krems (+0,0 %) und des Landes Niederösterreich (−0,5 %).
Bevölkerungsstruktur Mit Stichtag 1. Jänner 2008 betrug die Einwohnerzahl 1937 (1184 männlich/1255 weiblich). Davon waren 381 unter 15 Jahren (188/193), 1620 im Alter von 15 bis 60 Jahren (811/809) und 438 über 60 Jahre alt (185/253). Die meisten Frauen waren im Alter von 35 bis 39 Jahren (insgesamt 109), die meisten Männer im Alter von 45 bis 49 (insgesamt 121).
Herkunft und Sprache 2291 (95,9 %) Einwohner von Paudorf gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 61 Personen (2,6 %) sprachen hauptsächlich türkisch, jeweils fünf (0,2 %) sprachen kroatisch und tschechisch, drei (0,1 %) ungarisch, jeweils einer (0,0 %) slowenisch und bosnisch. Die Sprachen von 22 Einwohnern waren unbekannt (0,9 %). Von der Bevölkerung (Stand 1. Januar 2008) waren 2365 (97,0 %) Bürger österreichische Staatsbürger, 74 Einwohner (3,0 %) waren es nicht. Diese teilten sich auf 19 (0,8 %) Asiatische und jeweils 11 (0,5 %) türkische bzw. deutsche Staatsbürger. Dahinter folgten sieben (0,3 %) Einwohner mit einer ehemaligen jugoslawischen Staatsbürgerschaft und fünf (0,2 %) US-Amerikaner. Insgesamt waren 2008 5,0 % der Bevölkerung in einem anderen Land als in Österreich geboren.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Paudorf-Göttweig mini|Alte Hellerhofkapelle Johannes d. Täufers mini|Mammutbäume am Eichberg