mini|Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mini|Ansicht der gotischen Kirche von Süden St. Johannes der Täufer ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche in Siersdorf, Gemeinde Aldenhoven, im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.
Die Kirche ist dem hl. Johannes dem Täufer geweiht und unter der Nummer 25 in die Liste der Baudenkmäler in Aldenhoven eingetragen. Der alte Teil der Kirche wurde in den 1510er Jahren erbaut, der neue Teil zwischen 1957 und 1959 nach Plänen von Louis Schoberth. Die Kirche gehört zur Pfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich im Pastoralen Raum Aldenhoven/Jülich.
Geschichte Eine aus Holz errichtete Kirche in Siersdorf gab es vermutlich schon im 8. Jahrhundert. Es handelte sich dabei wahrscheinlich um eine fränkische Eigenkirche. 1219 schenkte Graf Wilhelm III. von Jülich die Kirche mit den dazugehörigen Ländereien dem Deutschen Orden. Mit Urkunde vom 1. April 1220 bestätigte der Kölner Erzbischof Engelbert I. diese Schenkung und übertrug dem Deutschen Orden zusätzlich auch das Patronatsrecht über die Siersdorfer Pfarrkirche, das sie bis zur Französischen Revolution ausübten.
Von 1264 bis 1266 wurde an Stelle der Kirche des 8. Jahrhunderts eine romanische Kirche erbaut. Dieses romanische Gotteshaus wurde ab 1510 unter den Komturen Konrad von Reuschenberg und Franz von Reuschenberg durch den heutigen alten Teil der Kirche ersetzt. 1636 ließ Komtur Johann von Eynatten den Turm erhöhen. Im 19. Jahrhundert brannte der Turm mehrmals ab. Das oberste Geschoss mit den Glocken wurde nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, konnte aber nach dem Krieg in alter Form wiederhergestellt werden. Ende der 1950er Jahre wuchs die Bevölkerung in Siesdorf derart an, dass die alte gotische Kirche die Zahl der Gläubigen nicht mehr fassen konnte. Daher wurde von 1957 bis 1959 im Norden an die alte Kirche ein deutlich größerer Neubau nach Plänen des Aachener Architekten Louis Schoberth errichtet. 1959 wurde die Nordwand des Altbaus in drei spitzbogige Öffnungen durchbrochen und dadurch der alte mit dem neuen Teil verbunden. Die feierliche Kirchweihe nahm am 26. Juni 1960 der Aachener Weihbischof Friedrich Hünermann vor. (abgerufen am 29. September 2014)http://www.limburg-bernd.de/Dueren/DenkAld/Nr.%2025.htm (abgerufen am 29. September 2014)Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 300 f.
Die Pfarre St. Johannes der Täufer wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgelösten Pfarreien zur Großpfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich fusioniert. Seitdem ist St. Johannes der Täufer keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.
Architektur Der Altbau ist eine zweischiffige und dreijochige Hallenkirche mit vorgebautem Glockenturm im Westen und dreiseitig geschlossenem Chor im Osten in Formen der Spätgotik. Der Innenraum wird von Kreuzrippengewölben überspannt. Der Neubau ist ein kappengewölbter Saal in Formen der Nachkriegsmoderne. Der Altarraum befindet sich im Süden vor den Öffnungen zum Altbau.
Ausstattung mini|hochkant|Hochaltar von 1520 In der Kirche befinden sich bedeutende Kunstwerke. Besonders erwähnenswert ist der Lettnerbogen, welcher auf der gesamten Welt seinesgleichen sucht, er befindet sich direkt vor dem flandrischen Schnitzaltar aus dem Jahr 1520. Des Weiteren befinden sich im alten Teil der Kirche noch acht Heiligenfiguren aus dem Jahr 1525, zwei Chorherrenbänke aus demselben Jahr sowie eine Kanzel von 1535. Die Fenster im alten Teil des Gotteshauses schuf Anton Wendling im Jahr 1958, und Wilhelm Buschulte entwarf die Fenster des Anbaus im Jahr 1964.https://www.glasmalerei-ev.de/pages/b2591/b2591.shtml (abgerufen am 29. September 2014)
Glocken Nr. Name Durchmesser(mm) Masse(kg, ca.) Schlagton(HT-1/16) Gießer Gussjahr 1 Johannes 955 500 as′ +8 Rudolf Edelbrock, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 18872 Herz Jesu 870 400 b′ +4 3 Maria 750 270 c″ +5 Hans Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 19544 – – 40 c‴ +8 1953
Motiv: Pater nosterNorbert Jachtmann: Glockenmusik in der Region Düren, S. 31 f.
Pfarrer Folgende Priester wirkten bis zur Auflösung der Pfarre 2026 als Pfarrer an St. Johannes der Täufer:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 300. 1888–1895: Heinrich Dick 1913–1946: Friedrich Mesker 1946–1974: Johannes Steffens 1974–1976: Wilhelm Maqua 1976–1978: Johannes Holzapfel 1978–1995: Elmar Hempel 1995–2003: Franz-Josef Braun 2003–2007: Rainer Müsers 2007–2010: Wilhelm Mawua 2010–2011: Lothar Tillmann 2011–2018: Alfred Bergrath (Administrator) 2018–2021: P. Josef Költringer OSFS (Administrator) 2021–2024: Heinz Philippen (Administrator) 2024–2025: Hans-Otto von Danwitz
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