Pobedino (, , ) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk. Das ehemalige Strunzlaugken/Strunzhof ist verlassen.
Geographische Lage Pobedino liegt 16 Kilometer südöstlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 19 Kilometer nordöstlich der einstigen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an der Regionalstraße 27A-026 (ex R511). Innerorts zweigen zwei Landwege in Richtung der russisch-litauischen Staatsgrenze ab, die zu den verlassenen Ortsstellen von Eydgimmischken (1928 bis 1945: Hochfeld, russisch: Kowpakowo) bzw. Wisborienen (1938 bis 1945: Grenzhöhe, russisch: Liwny) führen. Bis 1945 war Schillehnen (Schillfelde) Bahnstation an der Bahnstrecke Kiauschen–Doristhal der Pillkaller Kleinbahn, die heute nicht mehr betrieben wird.
Geschichte Schillehnen/Schillfelde mini|Schillehnen im nordöstlichen Ostpreußen, südöstlich von Tilsit und nordöstlich von Insterburg, auf einer Landkarte von 1908 mini|Die Gemeinde Schillehnen auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936 Im Jahre 1660 wurde der Ort als Skaißgirren zum ersten Mal erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schillfelde Um 1780 wurde Schillehnen oder Skaisgirren als königliches Bauerndorf bezeichnet. Es gab damals dort eine Wind-, eine Mahl- und eine Ölmühle.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 141. 1874 wurde die Landgemeinde Schillehnen namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Schillfelde Zum Dorf gehörten nun neben zwei Kirchen und der Bahnstation eine Molkerei und ein Sägewerk. 1928 wurden der Gutsbezirk Strunzlaugken (s. u.) und die Landgemeinde Heidlaugken (s. u., nicht mehr existent) mit dem Wohnplatz Plicklaugken an die Landgemeinde Schillehnen angeschlossen. 1938 wurde Schillehnen in Schillfelde umbenannt. Die Ortsteile Strunzlaugken, Heidlaugken und Plicklaugken erhielten die neuen Namen Strunzhof, Holländerei und Plickfelde. In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen 1945 zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 496 1871 481 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 535 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 612 davon 52 litauischsprachige 1910 635 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 884 in der erweiterten Gemeinde 1939 899
Heidlaugken/Holländerei Heydlaucken, auch Hollendrey genannt, war um 1780 ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 52. Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte zu Heidlaugken auch der Wohnplatz Plicklaugken (Plicklaucken), auch Kruglaugken genannt, ein ehemaliges Schatulldorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 121. 1874 wurde die Landgemeinde Heidlaugken dem neu gebildeten Amtsbezirk Schillehnen zugeordnet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 45 1871 44 davon in Plicklaugken 15 1885 53 davon in Plicklaugken 17 1905 49 davon 37 litauischsprachige, insgesamt davon in Plicklaugken 11 1910 46
Strunzlaugken/Strunzhof Das kölmische Gut Strunzlaugken wurde im Jahre 1778 gegründet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): StrunzhofJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 159. 1874 wurde auch der Gutsbezirk Strunzlaugken dem Amtsbezirk Schillehnen zugeordnet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 25 1871 17 1885 39 1905 41 davon 6 litauischsprachige 1910 40 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 43
Amtsbezirk Schillehnen/Schillfelde (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 bestand der Amtsbezirk Schillehnen, der 1939 in „Amtsbezirk Schillfelde“ umbenannt wurde. Ihm gehörten anfangs sechs Landgemeinden und ein Gutsbezirk, am Ende noch fünf Gemeinden zu:
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Heidlaugken Holländerei 1928 nach Schillehnen eingegliedert Inglauden Inglau (Pobedino) Pawidlaugken Bruchdorf (Ostpr.) Schillehnen Schillfelde Pobedino Snappen Cholmino Strunzlaugken Strunzhof (Pobedino) Gutsbezirk, 1928 nach Schillehnen eingegliedert (Groß) Wingillen Feuchtwiesen
Um 1900 gehörte offenbar zeitweise auch die Landgemeinde Brödszen, die ansonsten zum Amtsbezirk Wisborienen gehörte, zu diesem Amtsbezirk. Am 1. Januar 1945 bilden den Amtsbezirk Schillfelde die Gemeinden: Bruchdorf, Feuchtwiesen, Inglau, Schillfelde und Snappen.
Inglauden/Inglau mini|Die Gemeinde Inglauden auf einem Messtischblatt von 1936 Auch die Ersterwähnung des südlich von Schillehnen gelegenen Inglauden datiert im Jahr 1660.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Inglau Um 1780 wurde der Ort als königliches Bauerndorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 56. 1874 wurde die Landgemeinde Inglauden in den Amtsbezirk Schillehnen eingeordnet. 1938 wurde Inglauden in Inglau umbenannt. 1945 kam auch dieser Ort zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 203 1871 181 1885 187 1905 117 davon 44 litauischsprachige 1910 135 1933 122 1939 140
Pobedino Im Jahr 1947 wurde das eigentliche Schillehnen nach dem russischen Wort Pobeda für Sieg in Pobedino umbenannt und gleichzeitig Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Krasnosnamensk.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Im Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976 wurden auch die ehemaligen deutschen Orte Inglauden/Inglau sowie (wieder) Strunzlaugken/Strunzhof zu Pobedino gezählt.Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Das ehemalige Strunzlaugken/Strunzhof wurde aber verlassen. Von 2008 bis 2015 gehörte Pobedino zur Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 600 2002Allrussische Volkszählung von 2002 557 2010Allrussische Volkszählung von 2010 534 2021Allrussische Volkszählung von 2021 389
Pobedinski selski Sowet/okrug 1947–2008 Der Dorfsowjet Pobedinski selski Sowet (ru. Побединский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Im Jahr 1959 wurde der Mitschurinski selski Sowet (im Wesentlichen) an den Pobedinski selski Sowet angeschlossen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Pobedinski selski okrug (ru. Побединский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije eingegliedert.
Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Beregowoje (Береговое) Nowischklen, 1928–1945:„Brämerhusen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Berestowoje (Берестовое) Budupönen, 1938–1945:„Sandhöhe“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Chalturino (Халтурино) ? Der Ort wurde 1947 umbenannt. Als deutscher Name wurde dabei „Naspenen“ angegeben (vielleicht Albrecht-Naujehnen/Albrechtswalde?). Laut dem Ortsverzeichnis von 1975 lag der Ort fünf Kilometer von Pobedino entfernt. Er wurde vor 1988 verlassen. Cholmino (Холмино) Snappen Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Fjodorowka (Фёдоровка) (Groß) Warupönen, 1928–1945: (Groß) Lindenhof Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Grusdewo (Груздево) Weszkallen/Weschkallen, 1938–1945:„Forsthusen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Er wurde vor 1975 verlassen. Kowpakowo (Ковпаково) Eydgimmischken, 1928–1945: Hochfeld Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Kutusowo (Кутузово) Schirwindt Der Ort wurde 1947 umbenannt und 1978 aus dem Ortsregister gestrichen. Im Jahr 1997 wurde er (wieder) in den Dorfbezirk Dobrowolski aufgenommen. Leskowo (Лесково) Rammonischken, 1938–1945:„Hagenfließ“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Liwny (Ливны) Wisborienen, 1938–1945:„Grenzhöhe“; Uszdrawen/Uschdrawen, 1938–1945:„Beutnerwalde“; Siemoken, 1938–1945:„Hintertannen“ und KlischenUmbenannt wurde nur Wisborienen. Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Mitschurino (Мичурино) Lasdinehlen, 1938–1945:„Sommerswalde“, und Augstutschen [Fh.], 1938–1945:„Hagenfließ [Fh.]“Umbenannt wurde nur Lasdinehlen. Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst Sitz des Dorfsowjets Mitschurinski. Nachimowo (Нахимово) Bardszen/Bardschen, 1938–1945:„Barschen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Nowopawlowka (Новопавловка) Duden, 1938–1945:„Dudenfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Ostrogoschskoje (Острогожское) Uszbördszen/Uschbördschen, 1938–1945:„Karpfenwinkel“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Owraschkino (Овражкино) Budupönen, 1938–1945:„Moosbach“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Paporotnoje (Папоротное) Plonszöwen, 1936–1945:„Waldhufen“, und SturmenUmbenannt wurde nur Plonszöwen. Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Pobedino (Победино) Schillehnen, 1938–1945:„Schillfelde“ Verwaltungssitz Rasino (Разино) Doristhal Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Rossoschanskoje (Россошанское) Rucken und WaldlindenUmbenannt wurde nur Rucken. Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Er wurde vor 1975 an den Ort Ostrogoschskoje angeschlossen. Scharowo (Жарово) Szardehlen, 1938–1945:„Scharden“, und Martingken, 1938–1945:„Martingen“Umbenannt wurde nur Szardehlen. Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sredneretschje (Среднеречье) Klein Darguszen/Klein Darguschen, 1938–1945:„Grenzheide“ Der Ort wurde 1947 (als Darguschen) umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Wyssokoje (Высокое) Alxnupönen, 1938–1945:„Altsnappen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Mitschurinski eingeordnet.
Kirche Evangelisch
Kirchengebäude