mini|Eric Schmidt, Sergey Brin und Larry Page (von links nach rechts, 2008) mini|Umsatz- und Gewinnentwicklung
Google LLC ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, tätig in den Bereichen Hard- und Softwareentwicklung, mit der Rechtsform Limited Liability Company und mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View. Google LLC ist ein Tochterunternehmen der Holding-Gesellschaft XXVI Holdings Inc., die wiederum dem Unternehmen Alphabet Inc. gehört.
Google LLC wurde vor allem durch die gleichnamige Suchmaschine Google bekannt. Das Unternehmen wurde am 4. September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Noch am selben Tag brachten sie eine Testversion des Programms auf den Markt, und im selben Jahr ging die Suchmaschine ans Netz. Die Suchmaschine des Unternehmens erhält weltweit etwa 80 % aller Desktop-Suchanfragen des Internets (Stand: Januar 2022).
Die Marke Google gehört seit Jahren zu den wertvollsten Marken der Welt., millwardbrown.com, MillwordBrown (englisch)., interbrand.com, Interbrand (englisch).
Es gibt vielfältige Kritik an der Google LLC unter anderem wegen ihrer starken Datensammlung sowie regelwidriger Wettbewerbspraktiken. Im Juli 2026 bspw. bestätigte der Europäische Gerichtshof eine 2018 von der EU-Kommission verhängte Rekordstrafe von 4,1 Mrd. Euro gegen Google, weil das Unternehmen lange Smartphone-Hersteller dazu zwang, Google-Apps auf Android-Handys vorzuinstallieren. Mit den dazu gehörenden, nicht löschbaren Google-Play-Diensten kann Google seine Nutzer durchgehend überwachen. Über diese hat Google Zugriff auf Kamera und Mikrofon; weiterhin senden die Google-Play-Dienste permanent den Standort sowie personenbezogene Daten an Google.
Dienstleistungen
Google bietet eine Vielzahl von größtenteils werbefinanzierten kostenlosen Dienstleistungen im World Wide Web an. Dabei handelt es sich vor allem um die Suche auf verschiedenen Datenquellen. Häufig werden neue Einzeldienste ins Angebot aufgenommen, manchmal als Resultat von Unternehmenseinkäufen. Dabei wird eine neue Dienstleistung oft mit dem Zusatz Beta versehen, um anzuzeigen, dass sie noch nicht ausgereift sei. Google wurde dafür kritisiert, dass manche Dienstleistungen den Beta-Status sehr lange behalten.Wade Roush: Google zum Gähnen. Artikel, Technology Review, 19. Juni 2006. Abgerufen am 7. Februar 2007 Zudem wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Dienste abgeschaltet.
Zu den wichtigsten Diensten zählen:
Google bietet verschiedene Suchmaschinen an. Textdokumente im Web – Die bekannteste und meistgenutzte Dienstleistung ist die Volltextsuche von Dokumenten im World Wide Web. Neben dem im Web üblichen HTML-Format durchsucht Google auch andere Dokumenttypen wie PDF, PostScript oder das Doc-Format von Microsoft Word. Ein Faktor bei der Gewichtung der Suchergebnisse ist die Linkpopularität. Der vollständige Algorithmus wird jedoch von Google geheim gehalten, um ein Kopieren der Dienstleistung einerseits und eine irreführende Optimierung kommerzieller oder anderer Seiten auf die Google-Suche andererseits zu erschweren. Bilddateien im Web – Um nach Bilddateien zu suchen, verwendet Googles Bildersuche Wörter im Dateinamen sowie in HTML-Dokumenten, die Bilder verwenden. Es werden die Grafikformate JPEG, PNG und GIF unterstützt. Eine Suche nach Bildinhalten ist auch möglich. Produkte – Mit Google Shopping, ehemals Froogle, kann man nach bei Online-Händlern angebotenen Waren suchen. Insbesondere ist ein Preisvergleich möglich. Bücher und Wissenschaftliche Werke – Google Books ist ein Suchdienst, mit dem eigene Digitalisate und Onlinebücher im Volltext durchsucht werden können. Google Scholar ist ein ähnlicher Dienst, der auf wissenschaftliche Veröffentlichungen spezialisiert ist. Videos – YouTube ist ein umfangreicher Dienst mit zahlreichen Videos. Musik – YouTube Music stellt Musik auf YouTube gesondert zur Verfügung, im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnements auch offline. Karten – Der Online-Atlas Google Maps beinhaltet Straßenkarten, bekannte Orte und eine Vielzahl anderer ortsbezogener Informationen. Google bietet eine Programmierschnittstelle, mit der in Websites Karten und Routenplaner integriert werden können. Google Earth ergänzt das Angebot um einen virtuellen Globus. Nachrichten – Der Inhalt von Nachrichten-Websites wird von Google besonders häufig abgerufen. Unter Google News wird dann auf diese Artikel – gruppiert nach Themen, bestimmten Ereignissen und geordnet nach ihrer Bedeutung – verwiesen. So kann der Leser verschiedene Artikel zu einem Ereignis schnell auffinden. E-Mail – Gmail ist Googles E-Mail-Dienst. Man kann seine Mails im Web lesen, per POP3 oder per IMAP mit dem eigenen E-Mail-Programm abholen. Webseiten – Google Sites ist ein Webhoster, bei dem man als registrierter Benutzer seine eigene Webseite erstellen und veröffentlichen kann. Soziale Netzwerke – Orkut und Buzz standen in Konkurrenz zu anderen Gemeinschaftsportalen bzw. Online-Kontaktnetzwerken wie Facebook und Twitter. Nach dem geringen Erfolg von Buzz wurde es zugunsten des Nachfolgers Google+ eingestellt. Im Jahr 2016 stellte Google außerdem den Dienst Spaces vor. Er dient zum Teilen und Kommentieren von Bildern, Texten und Videos. Messaging – Google Hangouts, früher Google Talk, ist ein Messenger zum Austausch von Textnachrichten und Videotelefonie. Übersetzung – Eine automatische Übersetzung zwischen einigen Sprachen wird für Webseiten angeboten. Office-Suite – Mit den Anwendungen Docs, Tabellen und Präsentationen stellt Google ein Office-Paket für Chrome, Android und Apple iOS bereit. Die Applikationen arbeiten eng mit dem Online-Speicher Google Drive zusammen, können neben Dokumenten im Google Format aber auch Microsoft-Office Dateien öffnen. Diese Funktionalität macht auch das für Unternehmen entwickelte G Suite attraktiv. Neben Google Drive können hier auch andere Dienste wie Gmail kostenpflichtig mit erweiterten Funktionen genutzt werden. Usenet – Google besitzt mit Google Groups ein umfangreiches Archiv von Newsgroup-Artikeln, welche bis 1981 zurückreichen. In den Beiträgen der verschiedensprachigen Diskussionsforen kann nach Begriffen und Autoren gesucht werden. Die Version 2 ermöglicht außerdem das Anlegen von eigenen Diskussionsforen, allerdings unabhängig vom Usenet. Betriebssysteme und Browser – Google bietet die kostenlosen Betriebssysteme ChromeOS und Android für unterschiedliche Gerätegruppen (Android TV, Android XR, Wear OS) an. Google stellt zudem den kostenlosen Webbrowser Google Chrome zu Verfügung. Unternehmen – Für Unternehmen bietet Google die G Suite an. Damit vergibt Google E-Mail-Adressen und Speicherplatz an geschäftliche Kunden. Mit dem Produkt Google Unternehmensprofil können Unternehmen sich in der Google-Suche, in Google Maps und dem ehemaligen sozialen Netzwerk Google+ präsentieren.
Werbedienstleistungen Ads
Google verkauft für beliebige Suchbegriffe das Einblenden gesponserter Links im Rahmen seines Google-Ads-Programms. Diese reine Textwerbung ist optisch speziell hervorgehoben, so dass der Benutzer sie von den eigentlichen Suchergebnissen unterscheiden kann. Auf diese Weise wird Werbung angezeigt, die inhaltlich zur Suchanfrage passt und somit den werbenden AdWords-Kunden mit der Benutzerklientel zusammenbringt, die mit höherer Wahrscheinlichkeit an seinen Produkten und Dienstleistungen interessiert ist. Der Kunde legt die maximale Vergütung pro Klick selbst fest, wobei eine höhere Vergütung eine höhere Position gegenüber konkurrierenden Anzeigen erzielen kann.
AdSense
Zusätzlich entstehen Gewinne durch das Google AdSense-Partnerprogramm. Dies ist eine kontextabhängige Werbung, die Webmaster auf ihren Webseiten einbinden können. Hierüber können seit Mai 2004 auch grafische Werbebanner in vier Standardgrößen platziert werden. Seit Juni 2005 können die Kunden über das „Site Targeting“ außerdem gezielt auf bestimmten Seiten werben, statische und animierte Werbebanner einsetzen und diese über die Zahl der Abrufe bezahlen. Bislang war nur eine Bezahlung pro Klick möglich.
Google behält sich eine Deaktivierung eines AdSense-Kontos ohne Angabe von Gründen vor.
Google hat geäußert, sich nicht auf die Werbung im Internet beschränken, sondern mittel- und langfristig am Werbemarkt insgesamt partizipieren zu wollen. Angestrebt wird, AdSense zu einem medienübergreifenden Werbenetzwerk, in das neben der Internetwerbung auch die klassischen Medien Print, Radio und Fernsehen einbezogen sind, auszubauen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass Google ohne neue Umsatzquellen bald an Grenzen für die weitere Expansion stoßen könnte. 95 Prozent der weltweiten Werbeumsätze werden nach wie vor in den klassischen Medien getätigt.
Google hat insbesondere in den USA bereits vielfältige Aktivitäten entwickelt. So bestehen Kooperationen und Pilotprojekte mit Presse- und Radiounternehmen, um den Einsatz der Google-Werbekonzepte auch in diesen Sektoren zu testen. Im digitalen, rückkanalfähigen Fernsehen hofft Google, ein Werbeinstrument lancieren zu können, das eine individuelle Werbeansprache der Zuschauer ermöglicht, was als wesentliche Innovation im Werbefernsehen angesehen würde. Auch bei mobilen Datendiensten möchte Google sein AdSense-System durchsetzen.Ralf Kaumanns, Veit Siegenheim: , MP 1/2008, S. 25–33.
Betriebssysteme Das auf Linux basierende Android ist mit einem Marktanteil von 74,6 % das erfolgreichste mobile Betriebssystem der Welt und wird seit 2007 in der von Google gegründeten Open Handset Alliance entwickelt. Es ist offener als der nächstgrößte Konkurrent iOS von Apple, und es gibt weitaus mehr unterschiedliche Geräte mit dem Betriebssystem.
Im Segment Smartwatch ist Google LLC mit dem Betriebssystem Wear OS vertreten, der Marktanteil ist hier jedoch weit hinter WatchOS (Apple); auch die Hersteller Samsung und Huawei nutzen Wear OS nur teilweise.
Im Segment der Smartglasses und XR-Headsets, welche sowohl Virtual Reality, Mixed Reality als auch Augmented Reality unterstützen, ist Google LLC mit dem Betriebssystem Android XR vertreten. Das erste kommerzielle XR-Headset mit Android XR wurde im Oktober 2025 von Samsung veröffentlicht und trägt den Namen Galaxy XR. Google stellt mit Android XR eine Alternative zu Metas Horizon OS und Apples visionOS bereit und legt damit den Fokus ebenfalls auf den Sektor der immersiven Medien.
ChromeOS ist ein ursprünglich speziell für die Benutzung von Webanwendungen ausgelegtes Betriebssystem, welches aber inzwischen auch native Anwendungen unterstützt. ChromeOS basiert auf dem quelloffenen, ebenfalls von Google entwickelten Betriebssystem Chromium OS.
Produkte Google hat mit der Pixel-Reihe eine eigene Hardware-Produktlinie, die unter anderem Smartphones, Wearables und Notebooks umfasst. Die Herstellung der Geräte wird dabei zu einem großen Teil von Foxconn übernommen. Bereits in der Vergangenheit verfügte Google mit der Nexus-Reihe über eine eigene Produktlinie mit Smartphones und Tablets, wobei diese dabei von den Smartphone-Herstellern Samsung, Motorola oder HTC produziert wurden.
Finanzen Umsatz und Gewinn + Geschäftszahlen Jahr Umsatzin Mio. USD Gewinnin Mio. USD 2017 110.855 12.662 2016 90.272 19.478 2015 74.989 16.348 2014 66.001 14.136 2013 55.519 12.920 2012 46.039 10.737 2011 37.905 9.737 2010 29.321 8.505 2009 23.648 6.519 2008 21.795 4.282 2007 16.503 4.203 2006 10.604 3.078 2005 6.139 1.465 2004 3.200 399,1 2003 961,9 105,6 2002 347,8 99,7 2001 86,4 7,0 2000 19,1 −14,7