mini|Übersichtskarte Das Memel-Einzugsgebiet ist das Einzugsgebiet des Flusses Memel, es hat eine Größe von 97.928 km², 45.600 km² davon in Belarus (46,4 %), 46.626 km² in Litauen (47,7 %), 3.132 km² in Russland (Oblast Kaliningrad; 3,2 %), 2.554 km² in Polen (2,6 %) und 98 km² in Lettland (0,1 %).

Die höchste Erhebung liegt 176 Meter über dem Meeresspiegel. Die Memel fließt von der Quelle in Belarus (Belarussischer Höhenrücken 45 km südwestlich von Minsk) zunächst durch diesen Staat, dann durch Litauen und bildet auf den letzten 115 km die Grenze zu Russland. Im Memel-Einzugsgebiet gibt es mehr als 800 stehende Gewässer (Seen, Weiher und Altwasser/Altarme), welche größer als 5 ha sind, jedoch nur 6 % sind größer als 50 ha.

Das Memel-Einzugsgebiet grenzt im Osten und Südosten an das Einzugsgebiet des Dnepr, im Südwesten an das der Weichsel und im Westen an das des Pregel. Im Norden grenzt es an das kleine Windau-Einzugsgebiet, im Nordosten an das noch kleinere der Lielupe und das recht große der Düna.

Das Memel-Einzugsgebiet besteht aus 15 Teileinzugsgebieten. In: Environmental Research Letters. Band 8, Nr. 4. Dezember 2013. Abgerufen am 1. April 2025. mit direkter Mündung in die Memel sowie dem Einzugsgebiet von weiteren kleinen Bächen, die direkt in die Memel münden und direkt deren Teileinzugsgebiet zugerechnet werden.

Hauptwasserscheide mini|Der nordwestliche Verlauf des Höhenrückens bildet die Hauptwasserscheide. Die östliche und südöstliche Grenze des Memel-Einzugsgebiets zum Dnepr-Einzugsgebiet bildet einen Teil der europäischen Hauptwasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.

Das Gebiet wird durch den Belarussischen Höhenrücken abgegrenzt. Auf der anderen Seite des Rückens befinden sich das Einzugsgebiet des Prypjat und der Bjaresina, die zum Dnepr-Einzugsgebiet gehören.

Flusssystem Memel Der Hauptfluss im System ist die Memel. Der Strom ist 937 km lang.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 2, Seite 3. Die Memel ist im Oberlauf 30–100 m breit, im Mittellauf 80–150 m und im Unterlauf bis zu 500 m. Im litauischen Teil des Memel-Einzugsgebiets sind die Neris mit ihren Zuflüssen Šventoji und Žeimena, Nevėžis, Šešupė, Merkys, Jūra und Minija prägend, weiterhin hat die Memel noch 2656 andere direkte Zuflüsse.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 8, Seite 11. 530 davon sind länger als 3 km, 2.126 sind kleinere Fließgewässer. Die Fläche, die nicht den anderen Einzugsgebieten zugeordnet werden kann, ist zu 30 % mit Wald bedeckt – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken 0,7 % der Fläche, die 66 Seen zusammen 1,5 %. Die Gesamtfläche des Memel-Einzugsgebiets in Litauen beträgt 121 km². Die Memel ist der wasserreichste Fluss in Litauen – ihre Wassermenge liegt im mehrjährigen Durchschnitt nahe Sowetsk (dt. Tilsit, lit. ) bei 612 m³/s. Im Norden mündet die Memel westlich von Šilutė in die Ostsee. Zuvor fließt jedoch ein Teil des Wassers durch ein Mündungsdelta in das Kurische Haff.

Neris mini|Neris-Einzugsgebiet: 24.942 km²(Karte ohne den östlichen Teil um die Städte Wilejka und Maladsetschna) Die Neris (belarus. Ві́лія) ist mit 509,5 km der längste Nebenfluss der Memel. Von der Quelle im nördlichen Teil des Minsker Hochlands (lit. ) fließt die Neris über eine Länge von 275,0 km westwärts über das Territorium von Belarus, dann auf einer Länge von 6,5 km entlang der litauisch-belarussischen Grenze, auf den restlichen 228 km in Litauen. Die Neris hat ein Einzugsgebiet von 24.942,3 km², 56 % der Gesamtfläche des Teileinzugsgebiets befindet sich in Litauen. Das Einzugsgebiet der Neris in Litauen beläuft sich dabei jedoch nur auf 4.266,79 km², da die Einzugsgebiete der Šventoji und der Žeimena als eigene Untergebiete des Neris-Einzugsgebiets gerechnet werden.. (PDF; 19,4 MB): Tabelle 1, Abschnitt 3.

Das Einzugsgebiet der Neris besteht in der Regel aus wasserdurchlässigem Grund, so dass Regenwasser in das Grundwasser versinken kann und nicht als Oberflächenwasser dem Fluss zufließt. Das Gebiet ist zu 37 % bewaldet – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken etwa 0,8 % und Seen 2,4 % der restlichen Fläche. Im Neris-Einzugsgebiet gibt es 214 Flüsse von mehr als 3 km Länge und 870 Flüsse, die kürzer als 3 km sind.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 6, Seite 7.

Schtschara Das Schtschara-Einzugsgebiet ist das zweite größere Einzugsgebiet der Memel nach ihrer Quelle und liegt komplett auf dem Gebiet von Belarus.. Der Fluss hat laut der Großen Sowjetischen Enzyklopädie ein Einzugsgebiet von 9990 km² und eine Länge von 325 km, laut anderen Quellen ein Einzugsgebiet von 6992 km² und eine Länge von 324 km. Er ist damit der zweitlängste Fluss im System.

Šventoji mini|links|Šventoji-Einzugsgebiet: 6789,18 km² Die Šventoji ist mit 246 km der viertlängste Fluss im Memel-System, hat mit einem Einzugsgebiet von 6.789,18 km² jedoch ein größeres Einzugsgebiet als die Šešupė. Die Šventoji ist der größte Nebenfluss des Neris.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 10, Seite 14. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten und durchquert dabei das Zarasai-Hochland (lit. ), das Utena-Hochland (lit. ) und das Molėtai-Hochland (lit. ). Das Gebiet ist mit Seen durchzogen, welche 25 % des Einzugsgebiets ausmachen. Das Šventoji-Einzugsgebiet ist Teil des Mittellitauischen Tieflands (21%iger Anteil). Im restlichen Teil des Einzugsgebiets (54 %) befinden sich das Svėdasai-Plateau (lit. ) und das Širvintų-Plateau (lit. ).

Die vorherrschenden Böden bestehen aus Tonen und Lehmen, die 63 % der Fläche abdecken, 27 % der Böden bestehen aus Sand und Kies. Das Gebiet ist zu 26 % bewaldet – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken etwa 0,7 % und Seen 3 % der restlichen Fläche. Im Šventoji-System gibt es 1885 Fließgewässer, nur 375 davon sind länger als 3 km.

Nevėžis mini|Nevėžis-Einzugsgebiet: 6140,5 km² Die Nevėžis ist mit 208,6 km der sechstlängste Fluss im Memel-System. Das Nevėžis-Einzugsgebiet befindet sich im Zentrum des Mittellitauischen Tieflands.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 11, Seite 16. Der größte Zufluss ist die Šušvė am Fuß des Samogitischen Hochlands (lit. Žemaičių aukštuma) mit einem Einzugsgebiet von 1.165,4 km².Henrikas Pauliukevičius: . (PDF; 1,17 MB). . Die Šušvė nimmt somit 19 % des Nevėžis-Einzugsgebiets ein. Die Nevėžis erhält wegen des Nevėžis-Šventoji-Kanals einen Teil ihres Wassers aus der Šventoji. Das Einzugsgebiet der Nevėžis hat eine Fläche von 6.140,5 km².

Die Böden im Einzugsgebiet der Nevėžis sind mit schweren, kohlenstoffhaltigen Tonen durchzogen, weitere 10 % der Oberflächen des Beckens sind mit Sand bedeckt. Moore, Marschen und Sümpfe bedecken etwa 0,6 % der restlichen Fläche, vor allem im Oberlauf des Flusses. Das Gebiet ist zu 25 % bewaldet. Es gibt 89 Seen mit einer Gesamtfläche von 5,28 km², der größte See ist der Lėnas mit 2,08 km². Im Nevėžis-System gibt es 2.132 Fließgewässer, davon 422 länger als 3 km, 1.710 kürzer. Die Nevėžis mündet bei Raudondvaris in die Memel.

Šešupė mini|links|Šešupė-Einzugsgebiet: 6104,8 km² Die Šešupė ist mit 297,6 km der drittlängste Fluss im Memel-System, 53 % der Länge des Flusses befinden sich in Litauen. Der litauische Teil des Einzugesgebiets entspricht 80 % der Gesamtfläche.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 13, Seite 18. Der Oberlauf der Šešupė (km 0–27) liegt in Polen und hat ein Einzugsgebiet von 287 km². Der westliche Teil des mittleren und unteren Verlaufs mit einer Länge von 62 km (km 27–89) hat ein Einzugsgebiet von 919 km² und liegt in der Region Kaliningrad. Auf einer Strecke von 52 Kilometern fließt der Fluss entlang der Grenze zwischen Litauen und Russland mit der Region Kaliningrad.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 13, Seite 19. In Litauen fließt die Šešupė durch das Užnemun-Tiefland (lit. ), ihr Oberlauf und die dortigen Nebenflüsse entwässern das Sūduva-Hochland (lit. ). Das Šešupė-Einzugsgebiet ist 6.104,8 km² groß, davon befinden sich 4.769,75 km² in Litauen.

Die Böden im Einzugsgebiet bestehen aus mittlerem und schwerem Ton und Lehm. Das Gebiet ist zu 17 % bewaldet, darunter mit den Wäldern von Kazlų Rūda eines der größten Waldgebiete – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken etwa 1,6 % der Fläche. Die größten Moore sind das Žuvintas-Moor mit 68,5 km², das Amalvas-Moor mit 34,1 km² und das Ežerėlio-Moor mit 20 km². Das Einzugsgebiet hat nur einen Seenanteil von 1,1 %. 60 % der Seen befinden sich auf der rechten Seite der Šešupė. Die größten Seen sind der Dusia mit 23,3 km² und der Žuvintas mit 10,3 km². Im Šešupė-System gibt es 1.140 Fließgewässer, nur 382 sind länger als 3 km.

Merkys mini|Merkys-Einzugsgebiet: 4415,7 km² Der Merkys ist mit 203 km der siebtlängste Fluss im Memel-System, mit 185,2 km befinden sich 91 % des Flusses in Litauen. Der Oberlauf des Merkys verläuft in Belarus am Rand des Ašmena-Hochlands (lit. ), einige seiner rechten Zuflüsse münden am Fuß des Dzūkai-Hochlands (lit. ).. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 7, Seite 8. Das Merkys-Einzugsgebiet ist 4.415,7 km² groß, 3.798,73 km² befinden sich in Litauen (das sind 86 %).

Der größte Teil des Einzugsgebiets erstreckt sich über eine sandige Ebene, der Mittellauf des Flusses erreicht dann den Vokė-Merkys-Kanal (lit. oder ). Neben den sandigen Böden (67 % der Oberfläche) ist das Merkys-Einzugsgebiet zu 51 % bewaldet. Die vorherrschende Baumart ist die Waldkiefer. Die größten Waldgebiete sind die Rūdninkų-Wälder und die Gudų-Wälder. Im Gebiet gibt es im Vergleich zu den anderen nur sehr wenige Seen, sie machen mit 175 km² nur 0,9 % des Einzugsgebiets aus – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken 1,4 % der Fläche. Die größten Moore sind die Čepkeliai-Marsch (lit. ) mit 58,6 km², das Rūdninkai-Moor (lit. ) mit 5 km² und das Kernav-Moor (lit. ) mit 9 km². Das Einzugsgebiet des Merkys besteht mehrheitlich aus wasserdurchlässigem Grund, es gibt 660 Fließgewässer, davon sind 530 länger als 3 km. mini|links|Jūra-Becken – Einzugsgebiet: 4.005,06 km²

Jūra Die Jūra ist mit einer Länge von 171,8 km der neuntlängste Fluss im Memel-System. Ihre Quelle befindet sich in der Rietavas-Ebene (lit. ). Im Oberlauf fließt die Jūra über die westlichen Hänge des Samogitischen Hochlands (lit. ), dann dreht er zum Karšuva-Tiefland (lit. Karšuvos žemuma), dann in seinem Unterlauf entlang des Moränenhügels bei Vilkyškiai.. (PDF; 19,4 MB): Abschnitt 14, Seite 21. Das Jūra-Einzugsgebiet ist 4.005,06 km² groß und befindet sich gänzlich auf litauischem Gebiet. An ihrer Mündung ist die Memel jedoch Grenzfluss.

Im Oberlauf und Mittellauf wird etwa 80 % der Fläche des Teileinzugsgebiets mit mittelschwerem Ton und Lehm bedeckt. Die Böden bestehen im Unterlauf vorrangig aus schwerem Ton und Lehm, 10 % des Einzugsgebiets sind Sandzonen. Das Gebiet ist zu 27 % bewaldet – Moore, Marschen und Sümpfe bedecken 0,5 % der Fläche. Im System gibt es 1674 Fließgewässer, von denen 334 länger als 3 km sind.

Westliche Beresina Die westliche Beresina (belarus. Заходняя Бярэзіна, lit. Beržūna)In der litauischen Kartographie findet sich auch der Name Westliche Beržūnė, insbesondere um sie von der anderen Beržūnė oder Beresina (einem rechten Nebenfluss des Dnjepr) zu unterscheiden. Der Ethnologe Arvydas Norkūnas schlägt vor, diesen Nebenfluss der Memel Beržūnėlė, noch besser Beržynė oder Beržė zu nennen, und den Nebenfluss des Dnjepr Süd-Beržūna. verläuft im östlichen Bereich des Memel-Systems auf belarussischem Gebiet. Sie ist mit einer Länge von 226 km der fünftlängste Fluss und hat ein Einzugsgebiet von ca. 4000 km². Sie bildet das erste rechtsseitige Einzugsgebiet nach der Quelle der Memel, darauf folgt das Schtschara-Einzugsgebiet.

Minija mini|Minija-Einzugsgebiet: 2939,97 km²