mini|Ansicht von Osten mini|Blick zum Chor
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Antonius steht im Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche steht unter dem Patronat des hl. Antonius des Großen (Gedenktag 17. Januar) und wurde 1954 nach Plänen von Jodokus Kehrer erbaut.
Zur Pfarre zählen neben Gey auch Hocherbach, Horm, Hubertushöhe, Schafberg und Straß mit der Donatuskapelle.
Geschichte Im Jahre 1476 wurde eine erste Kapelle an der Ecke Broichstraße/(heutige)Dürener Straße erbaut, 1649 renoviert und 1682 von Meister Andreas Schmidt aus Leitersbach erheblich erweitert. Bis zum Jahr 1801 gehörte Gey und die Kapelle zur weit ausgedehnten Pfarre Lendersdorf und wurde dann eigenständigen Pfarre und die Kapelle zugleich Pfarrkirche.
Diese alte Pfarrkirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu klein und ein Neubau an der Stelle der heutigen Kirche beschlossen. Zur Planung des neuen Gotteshauses wurde der Kölner Architekt Heinrich Forthmann beauftragt. Zwischen 1920 und 1921 entstand nach seinen Plänen eine geräumige neue Pfarrkirche im Stil der Neuromanik. Die alte Kirche wurde anschließend abgerissen. Diese neue Kirche hatte nur 23 Jahre bestand, denn in Folge des Zweiten Weltkriegs abziehende deutsche Soldaten sprengten die Pfarrkirche, die dabei völlig zerstört wurde.
Nach Beseitigung der Trümmer wurde bis 1954 die heutige Pfarrkirche erbaut, die Planungen übernahm Architekt Jodokus Kehrer aus Stolberg (Rhld.). Die feierliche Kirchweihe war am 6. Juni 1957.Dürener Zeitung. 21. April 1976.Alexander Mainz: Die Gemeinde Hürtgenwald im Bild. 1981, .Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 397.
Baubeschreibung Der äußerlich schlichte Baukörper in Formen der Nachkriegsmoderne trägt ein graues Satteldach, der rechts neben dem Haupteingang angeordnete quadratische Turm mit der Taufkapelle hat ein Pyramidendach. Im Innern öffnet sich eine dreischiffige, flachgedeckte Hallenkirche mit rechteckigem Chor. Die Fenster neben dem Eingang und in den Seitenschiffen sind paarweise angeordnete kleine Rundbogenfenster. Im Chor sind seitlich jeweils Fenstergruppen aus 20 Fenstern angeordnet. Die Orgelempore wird von einer großen Rosette belichtet.
Ausstattung Im Innenraum hat sich die bauzeitliche Ausstattung erhalten. Alle Fenster sind mit Ornamenten aus Antikglas ausgestattet, die, mit Ausnahme des Fensters in der Taufkapelle, von der Glaskünstlerin Maria Katzgrau und aus dem Jahr 1951 stammen. Die 14 Kreuzwegstationen sind Werke von Ludwig Mohnen aus dem Jahr 1970.
Orgel Die 21 Register umfassende Orgel mit elektropneumatischer Traktur schuf die Aachener Orgelbauanstalt Karl Bach 1956.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 397. Das Instrument hat nachfolgende Disposition:
I Hauptwerk C–g3 Prinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Oktave 4′ Koppelfklöte 4′ Quinte ′ Nachthorn 2′ Mixtur IV ′ Solotrompete 8′ II Manual C–g3 Lieblich Gedackt 8′ Salicional 8′ Blockflöte 4′ Prinzipal 2′ Terz ′ Spitzquinte ′ Zimbel III-IV 1′ Krummhorn 8′ Pedal C–f1 Subbass 16′ Prinzipalbass 8′ Gedacktbass 8′ Quintade 4′ Posaune 16′ Koppeln: II/I, II/I Sub, II/I Super, I/P, II/P Spielhilfen: Handregister, Freie Kombination 1, Freie Kombination 2, Registerschweller
Pfarrer Folgende Priester wirkten als Pfarrer an St. Antonius:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 397. vor 1840–1853: Johann Arnold GeuenichErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 6, Köln 1850, S. 30. 1853–1859: Johann Peter BrüsselErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 8, Köln 1857, S. 102. 1859–1863: Peter Wilhelm FögenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 9, Köln 1860, S. 82. 1863–1868: Johann Theodor BreyenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 11, Köln 1866, S. 83. 1868–1895: Hermann Joseph Leo SaxtorErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 16, Köln 1892, S. 75. 1895–?: Gerhard Josef OdenthalErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 21, Köln 1911, S. 100. 1923–1949: Franz Viehoff 1949–1970: Leonhard Pleus 1970–1979: Karl Kirschgens 1980–2017: Georg Neuenhofer 2017–2023: Axel Lautenschläger Seit 2024: Josef Wolff
Weblinks
Die Kirche auf www.glasmalerei-ev.de
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Hürtgenwald Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Aachen Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Antonius-der-Große-Kirche Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Antonius Kategorie:Hallenkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Disposition einer Orgel